Romantik pur: Bei Petroleumlicht in der alten urchig-gemütlichen Gaststube mit der wärmenden Ofenbank und gutem Essen sitzen und plaudern – wie anno dazumal.

Im stilvollen, über 100-jährigen Berggasthaus Sulzfluh, am Fusse der berühmten Rätikon-Gipfel, genannt die «Bündner Dolomiten», wird man in eine andere Zeit katapultiert.

Wanderbeschrieb

Wir schreiben das Jahr 1875. Ganz hinten im Prättigau, im Herzen des Rätikon, sollte eigentlich eine Sennerei gebaut werden. Aber es kam anders und man baute stattderer ein Hotel. «Papa Pleisch» war der erste Koch im Haus. Später war «Jöri Flütsch» mit seiner Familie der Gastgeber. Er besuchte anfangs des 20. Jahrhunderts den ersten Bergführerkurs. Tausende von Gästen führte er auf die nahen Berge und einmal soll er, so will es die Erzählung, dreimal am gleichen Tag auf die Sulzfluh geführt haben.


Gastfreundschaft seit 1875


Die gemütliche Gaststube

 

Wie zu Gotthelfs Zeiten

Seit 1983 sind Käthi Meier und Ernst Flütsch die Gastgeber in der Sulzfluh. Nachdem das Berghaus Sulzfluh (+41 81 332 12 13 / +41 79 679 39 14) über hundertzwanzig Jahre nur Sommerbetrieb war, wurde im Jahr 2003, nach einer Erweiterung des Zimmerangebotes, auch der Winterbetrieb aufgenommen.

 

Hier erlebt man gemütliche Tage auf der Alp. Die Zimmer, wie auch das Restaurant wurden im Originalzustand belassen. So kann man wie zu Gotthelfs Zeiten in Zimmern, nur mit Kerzen beleuchtet, übernachten. Nostalgie und Romantik pur!


Einfach urgemütlich


Schlafen wie zu Gotthelfs Zeiten

 

Urtümlichkeit und Moderne

Im Berggasthaus Sulzfluh sind Urtümlichkeit und Moderne aus zwei Jahrhunderten vereint. Neben den Orginalzimmern bietet das Berghaus Sulzfluh auch moderne Zimmer an. Im Jahr 2003 wurde der Anbau realisiert. Der moderne Bau widerspiegelt die Aufgeschlossenheit Ihrer Gastgeber und hebt gleichzeitig das alte Haus mit seiner traditionellen Geschichte hervor. Das neue Stübli bietet Platz für 18, die erweiterte Sonnenterrasse für rund 80 Personen. 


Der Neubau: Alt und Neu treffen aufeinander

 

Im Neubau findet man Doppel- und Einzelzimmer, sowie ein Familienzimmer und zwei moderne Matratzenlager.

 

 

Alpen-Wellness

Alpen-Wellness vom Feinsten: Im Freiluft-Whirlpool auf der Sonnenterrasse geniesst man die Auszeit bei herrlichem Panoramaausblick auf die Berge und auf das zu Füssen liegende Prättigau.

 


Sommer wie Winter ein sich lohnendes Ziel

 

Berghaus Sulzfluh
E. Flütsch / K. Meier
7246 St. Antönien
  +41 81 332 12 13
  +41 79 679 39 14
  www.sulzfluh.ch
  

 

Wandervorschlag
  Schijenfluh Umrundung (Prättigau Rätikon: St. Antönien – Partnun)

 

 

Bilder: Berghaus Sulzfluh
Text: Yvonne Zürrer (WegWandern.ch)

Liebesgrüsse vom Furkapass! Der Charme des Hauses, das Grandiose, Nostalgische und eine glamouröse Geschichte im traditionsreichen Grand Hotel Glacier du Rhône in Gletsch VS verlocken. Der Sommer-Alpenpalast wird jährlich auf’s Neue aus der winterlichen Eiszeit wach geküsst. Ein alpines Schmuckstück aus der Belle Epoque – auch heute!

Wanderbeschrieb

Das Grand Hotel Glacier du Rhône (+41 27 973 15 15) hat eine besonders eindrückliche Geschichte. Historisch gesehen ist es eines der wichtigsten Berghotels der Alpen. Hier spürt man der Belle Epoque und seinen illustren Gästen nach. Es ist ein grosser historischer Zeitzeuge der Entwicklung der Grand-Hotellerie der Schweiz. 

In Anbetracht der Geschichte des Hauses mögen es vielleicht wagemutige Männer sein, die 2015 ihren Vertrag unterzeichneten und sich dazu entschlossen haben, diesem altehrwürdigen Haus neues Leben einzuhauchen. Tobias und Mark Winkelmann zaubern nun seit 2016 jedes Jahr für nur wenige Sommermonate den «Kasten mit vielen Fenstern» in ein alpines Charme-Hotel. Sie bereiten den Gästen mit viel Leidenschaft und Können – beide Profi in der Gastronomie und Restauration – einen besonderen Aufenthalt. Es ist bewundernswert, wie sich beide für das Haus beherzt engagieren und jedes Jahr wieder von vorne beginnen. Die Belle Epoque darf beim «ewig jährlichen Neubeginn» gerne stehenbleiben. Hoffentlich machen die «Winkelmänner» dies noch lange! 

Das Hotel wird von den beiden Herren aus seinem Winterschlaf geweckt, damit es von etwa Juni bis September in seinem stolzen Glanz erstrahlen darf. Dafür sind beide früh im Jahr dran, der garstige Winter steckt noch in den Bergen, die Passstrassen offiziell geschlossen. Sie enthüllen die Möbel von den weissen Leintüchern, schrauben die Lavabo-Siphons ein, in denen ein einziger Restwassertropfen gefrieren und sie sprengen könnte, öffnen die schier unzähligen Fensterläden, befreien mit aller Kraft das Haus von der Winterstarre, bis alles rund herum und drinnen wieder in lebendiger Wärme erwacht.

Es braucht viel Engagement bis das Haus «aufgetaut» ist und sich die Gäste wieder in den gemütlichen Räumen einrichten können. Heute werden etwa 55 Hotelzimmer, Suiten und Zimmer, 11 davon mit eigenem Bad, zur Verfügung gestellt. Diniert wird im A-la-carte-Restaurant. Man trifft sich nach dem Mahl vor dem Cheminée in der Halle. Wie schön, es gibt keine «allerwelts-Fernseher» in den Zimmern. Es ist wie damals Lesen, Plaudern, Sinnieren, Entspannen angesagt. Nachts kehrt die Alpenruhe ein.


Das Grand Hotel Glacier du Rhône liegt in Gletsch bei gleich zwei Passstrassen auf 1759 Metern Höhe

 

Von gekrönten Häuptern, Adligen, Touristen und einem Agent der Krone, einer langen Geschichte

Sommer 1964 – Furkapassstrasse. Vielleicht wäre Tilly Masterson noch am Leben, hätten sich die beiden beim Grand Hotel Glacier du Rhône einen Martini – geschüttelt, nicht gerührt – genehmigt? Das Drehbuch hätte umgeschrieben werden müssen. Die Furkapassstrasse ist Kulisse eines legendären «James-Bond»-Films: «Goldfinger». Sean Connery lieferte eine unvergessene Verfolgungsjagd in seinem silbrigen Aston Martin DB5. Die Szenen gelten heute als Klassiker der Bond-Geschichte.

Es reisten auch gekrönte Häupter auf den Pässen Furka und Grimsel und machten Stopp in Gletsch. Während eines Tagesausfluges zum Rhônegletscher genoss Queen Victoria beim Grand Hotel Glacier du Rhône unter freiem Himmel «some delicious tea»; am 23. August 1868, was aus ihrem Reisebericht hervorgeht. Damals reichte die Gletscherzunge bis weit in den Talkessel hinein. Es dürfte der Queen wohl beim Anblick des Gletschers eine leicht erfrischende Brise über die Haut gehaucht worden sein. 

Sogar der portugiesische Thronfolger wurde beeindruckt vom erhabenen Bergpanorama und liebte wohl den Prunk im Grand Hotel. Die Fürstin Elsa von und zu Liechtenstein (1875-1947) verbrachte gerne ihre Zeit dort. Sie buchte gar jedes Jahr für einen Monat lang ein ganzes Stockwerk des Hotels.

Das Angebot des Hauses richtete sich nach den hohen Bedürfnissen des Hochadels aus. Glanz, Stil, Noblesse, Edles und Wertvolles ist mit der Belle Epoque verbunden; Streben nach dem Schönen. Ein Reisejournalist schrieb 1928, er habe als Tischgenossen «Gentlemen im Smoking und Ladies in tiefster Ausgeschnittenheit». Kellner im Frack, die gewisse persönliche Note mit Distinguiertheit gepaart mit höchster Aufmerksamkeit und «jeden Wunsch von den Augen ablesen zu können» waren unabdingbar. Noblesse oblige.

In der Blütezeit der Belle Epoque standen über 300 Betten im Grand Hotel Glacier du Rhône der noblen und internationalen Klientel zur Verfügung. 180 Angestellte erfüllten jegliche Wünsche. Die hoteleigene Bäckerei, Metzgerei, Käserei, Wäscherei erbrachten Höchstleistungen. Vor dem Aufkommen des Automobils reisten täglich bis zu 100 Gäste in ihren Kutschen an. Das Glacier du Rhône galt als «ausgezeichnet geleitetes» Hotel «in grossartiger Lage». «In diesem [fand] bei höchst vornehmer internationaler Gesellschaft, die in ein-, zwei, und dreispännigen Wagen herbeiströmt, auch der Tourist Berücksichtigung». (Karl Kinzel: Wie reist man in der Schweiz, von 1913)

Die Reise in der Kutsche talaufwärts von Brig über den Furka nach Göschenen dauerte vor der Motorisierung rund zwölf Stunden (Karl Baedeker: Die Schweiz, von 1893). Gletsch war Transitstation im Alpenverkehr, Touristentreffpunkt, alpine Karawanserei sowie Relaisstation für den Pferdewechsel im öffentlichen und privaten Kutschenverkehr. In den Stallungen wurden bis zu 200 Pferde versorgt.


Einst 1857 erbaut und als Gebirgshotel für die Blütezeit der beginnenden Grand Hotellerie ausgebaut

 


Gletsch: Hotelsiedlung mit Bedienstetenhaus, Wäscherei, Bäckerei, Stallungen, Bahnhof und von 1942-50 einem Wasserkraftwerk…

 


Man trifft sich heute noch immer am Cheminée in der Halle

 

Pionierleistungen

Nicht so komfortabel reisten andere Persönlichkeiten 1779 durch mannshohen Schnee über einen Grat am Furkapass. Es ist November, die Gefahr eines Absturzes oder einer Lawine ist gross. Johann Wolfgang von Goethe mit Landesfürst Carl August, Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach reisten von Basel nach Zürich – via Bern, Genf, das Wallis und den winterlichen Furkapass. Man hätte sich leicht den Tod holen können.

Es gab zu dieser Zeit noch keine Unterkünfte, keine touristischen Einrichtungen auf diesem alpinen Weg. Erst in Realp diente das Hospiz der Bruderschaft den Reisenden als Zwischenstation. «Wir wünschten vielmehr das Wallis bis an sein oberes Ende zu sehen, dahin wir morgen abend kommen werden; und wenn das Glück gut ist, so sitzen wir übermorgen um diese Zeit in Realp in dem Urserntal…» schrieb Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1779 in seinen «Briefen aus der Schweiz».

In den Jahren um 1830 kamen im Wallis im Talgrund und entlang den Passwegen erste alpine Gasthäuser in Betrieb. Am Anfang waren dies neu erstellte Berghütten oder umgebaute Wohnhäuser in Bergdörfern. Vermehrt kamen die Touristen immer weiter hinauf in die faszinierende Bergwelt, vor der man sich lange bedroht fühlte.

Zu diesen Pionierregionen gehörte die Alp am Fuss des Rhônegletschers. In den 1830er Jahren entstand eine seit Langem gewünschte Unterkunft zwischen dem Dorf Realp im Urserntal und dem Grimsel- sowie Furkapass. Aus dem Reisetagebuch des deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedich Hegel (1770-1831) ging die Gegend ein als eine die «an Öde und Traurigkeit alles übertrifft, was wir bisher sahen.» Nun ging es aufwärts.

 

Vom bescheidenen Steinhaus bis zu 19000 Reisenden, 300 Betten, 200 Pferden… 

Die Eröffnung des Wirtshauses auf dem Boden der Alp Gletsch erfolgte wohl im Sommer 1831. Die Unternehmer Joseph Anton Z(S)eiter von Obergesteln und Franz Kreuzer aus dem Unterwasser bei Oberwald errichteten eine bescheidene Herberge mit zwölf Betten in einem zweistöckigen Steinhaus mit Satteldach, was eher einer Alphütte glich. Die Erbauer konnten während 20 Jahren abgabenfrei die Unterkunft betreiben.

Die Ansprüche der Reisenden nahm nun stetig zu und das Steinhaus wurde in den Reiseführern für Gäste mit «mässigen Ansprüchen» angeboten. 1850 wurde es dann an einen neuen Besitzer verkauft. Die ersten Alprechte am Rhônegletscher erwarb 1857 der Notar Franz Seiler (1827-1865) – der Bruder des späteren Zermatter Hotelkönigs Alexander Seiler (1819-1891). Im Jahr 1858 gestattete der Staatsrat den Neubau eines Hotels. Die Errichtung wurde den Brüdern Franz und Alexander Seiler von der Alpgeteilschaft Gletsch zur Ausführung übertragen. 1860/61 entstand ein einfacher kubischer Steinbau mit drei Stockwerken ohne Zierformen.

Im Sommer 1864 war die neue Kutschenstrasse bis Gletsch befahrbar, im Herbst 1866 die Strecke über den Furkapass fertiggestellt und wurde sogleich eine äusserst beliebte Alpenstrasse. 1867 verkehrte erstmals eine Postkutsche zwischen Brig via Andermatt bis Chur.
Gletsch war dank Franz Seilers Geschick als offizieller Halt in den Fahrplan vermerkt. So machte die «diligence» in Gletsch «pour le dîner» eine einstündige Pause und die Nachmittagskurse sogar Halt über Nacht in Gletsch. Hier wurden die Pferde gewechselt. 

Nach dem überraschenden Tod von Franz Seiler 1865 übernahm sein Bruder Alexander die Geschicke des Grand Hotels Glacier du Rhône und leitete sogleich eine markante Bauphase ein, welche durch Josef Seiler dann weiter ausgebaut wurden. Die Besucherzahlen stiegen laufend markant an.

Mit der Vollendung der Fahrstrasse über den Grimselpass im Herbst 1894 wurde Gletsch zum inneralpinen Knotenpunkt zweier bedeutender Alpenstrassen. Die Schweizer Post beförderte kurz vor dem Ersten Weltkrieg mit Kutschen mehr als 19000 Reisende über Grimsel und Furka. Das Grand Hotel Glacier du Rhône von Josef Seiler hatte mit 300 Betten seinen Höhepunkt erreicht.

Während und nach dem Ersten Weltkrieg sanken die Gästezahlen deutlich. In den 20er Jahren kamen das Auto und die alpinen Postautolinien als neue Verkehrsmittel auf. Der Glacier-Express hielt ab 1930 täglich in Gletsch. So kamen Besucher zum Rôhnegletscher zurück. Nach der Eröffnung des Furka-Basistunnels im Sommer 1982 wurde der Hotelbetrieb schwieriger. Aufgrund der lage- und witterungsbedingten Beschränkung der Betriebszeit auf dreieinhalb Monate gab Hermann Seiler, der Mitte der 20er Jahre den Betrieb übernommen hatte, 1984 diesen auf. Neue Eigentümerschaft wurde der Kanton Wallis mit einer neuen Ausrichtung auf einen «Volkstourismus» (Walliser Bote, 02.10.1984). Es wurden umfangreiche Investitionen in die gastgewerblichen Betriebe gesteckt. Das Grand Hotel Glacier du Rhône wird heute saisonal während der Sommermonate betrieben.

 

Heute wie damals eine Perle und idealer Ausgangspunkt für tolle Wanderungen

Dank dem Engagement der beiden Gastgeber ist es heute wieder ein beliebter Treffpunkt von Reisenden jeglicher Art und natürlich von Grand-Hotel-Liebhabern. «Das Haus meint es gut mit uns, […], es merkt wohl, dass wir es schätzen.» (Interview SI, Mai 2017)

Naturverbundene finden hier eine ideale Ausgangslage für Wanderungen, Naturerkundungen, Pass- und Tageswanderungen im Gebiet zwischen Uri, Wallis und Bern. Der Rhônegletscher liegt nach wie vor zu Füssen nahe – trotz Gletscherschmelze. Durch den Klimawandel bilden sich viele Seen. Das Abschmelzen des Gletschers schenkt Pflanzen neuen Boden.  

Der Besuch der Eisgrotte lohnt sich. Ein bequem begehbarer, etwa 100m langer, blauer Eistunnel mit einer Eiskammer wird jedes Jahr neu in den Gletscher geschlagen. Ein tolles Spektakel.

Die Dampfbahn auf der Furka-Bergstrecke ist eine erlebnisreiche Reise durch die Naturlandschaft von Realp nach Oberwald mit Möglichkeit zum Zustieg/Ausstieg oder Stopp in Gletsch. 

Ein weiteres Highlight ist der Vier-Quellen-Weg, ein Teil der Etappe führt von Obergesteln via Oberwald und Gletsch bis hinauf zum Furkapass, mit toller Aussicht auf Rhônegletscher, Lauteraar- und Finsteraarhorn. Der Wanderweg führt zur Rhône-Quelle.

 Auf den Wanderspuren von Goethe ist dies heute natürlich viel bequemer dank dem Grand Hotel Glacier du Rhône auf dem Weg oder auch als Ausgangs-/Endpunkt einer Wanderung. 

Warum sich nicht mal eine «königliche Suite mit eigenem Bad» nach ausgiebiger Wanderung im legendären Grand Hotel Glacier du Rhône gönnen? 


Anglikanische Kapelle, erbaut 1907/08 von Hotelier Hosef Seiler nach eigenen Plänen

 

Grand Hotel Glacier du Rhône
Furkastrasse
3999 Gletsch VS
  +41 27 973 15 15
  www.glacier-du-rhone.ch
  

 

Wandervorschlag
  Vier-Quellen-Weg: Obergesteln (Goms) – Furkapass – Belvédère Furka (Rhônequelle)

 

 

Bilder: Grand Hotel Glacier du Rhône
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

Quellen: «Das Grand Hotel am Fuss des Rhônegletschers», «Berg-Hotels – zwischen Alpweiden und Gipfelkreuz» von Roland Flückiger-Seiler (Seiten 184-189), erschienen im Hier+Jetzt-Verlag

Hier thront eines der spektakulärsten Berghotels der Schweiz: Das Grimsel Hospiz.

Nicht nur die herrliche Lage und die Sicht über die fjordartige Landschaft des Grimselsees machen das denkmalgeschützte Berghotel einzigartig, sondern auch seine Geschichte. Denn hier stand bereits 1142 das erste urkundlich erwähnte Gasthaus der Schweiz.

 

Wanderbeschrieb

Wie herrlich der Weg doch zu gehen ist. Von Handegg, bei der Talstation der Gelmerbahn, geht es über den historischen Säumerweg hinauf durch die wilde Schlucht auf den Grimselpass. Zeitzeugen am Wanderweg sind noch heute sichtbar wie der Säumerstein, die aus den glatten Gletscherschliff-Felsen gehauenen Hälenplatten oder die steinere Bogenbrücke.

Bereits in der Frühzeit war der Alpenübergang vom Oberhasli ins Goms bekannt und später als römischer und germanischer Handelsweg. Seinen grossen Aufschwung machte der Säumerweg im 14. Jahrhundert. Mit über 200 Saumtieren pro Woche wurden Güter wie Reis, Wein, Gewürze, Käse etc. über den Pass transportiert. Der Unterhalt des Weges erforderte Zölle in Guttannen und beim Hospiz. Letzteres fand bereits 1142 seine erste urkundliche Erwähnung. Erst mit der Eröffnung der Gotthardbahn 1885 wurde die Säumerei stillgelegt. 1886 wurde die Strasse Meiringen-Guttannen und 1895 die Grimselpassstrasse bis Gletsch eröffnet.

 

 

Um 1900 gilt die Grimselstrasse, neben dem Simplon, als eine der schönsten und von Touristen am meisten frequentierte der Alpen. Das Hospiz war Ausgangspunkt für viele Exkursionen.

Bereits 1852 stattete der deutsche Komponist Richard Wagner dem Grimsel Hospiz einen Besuch ab. Vom Grimsel aus bestieg er das Sidelhorn. Er notierte: «Durch das Hasli-Tal im Grimsel-Hospital angelangt, befrug ich den Wirt desselben, einen stattlichen Mann, wegen der Besteigung des Siedelhornes. Er empfahl mir als Führer hierzu einen seiner Knechte, einen übel aussehenden rohen Menschen, welcher, indem er die Schneefelder nicht in den üblichen Zackenpfaden, sondern in gerader Linie mich führte, den Verdacht in mir erweckte, dass er es auf meine Ermüdung abgesehen habe. […] Ich hatte nicht verfehlt, mir ein kleines Fläschchen Champagner mitzunehmen […]»

 

 

Erstes elektrisch beheizbares Haus Europas

Das Grimsel Hospiz erfuhr mehrere Umbauten und Wiederaufbauten. Eine Lawine, später eine Brandstiftung und veränderte Bedürfnisse machten dies nötig. Der erste grosse bekannte Umbau fand bereits ca. 1557 statt. 1902 geht das Hotel zusammen mit dem Wirtshaus Handeck in Privatbesitz über und wird in einen Berggasthof umgebaut. 1928 versinkt das alte Grimselhospiz im Grimselsee durch den Bau des Staudammes. Das neue Hospiz mit den granitenen Zinnengiebeln steht bereits 1927. Anno 1932 machte es als erstes elektrisch beheizbares Haus Europas Furore.

 

 

 

Die Renovation

Das Grimsel Hospiz (+41 33 982 46 11) wurde durch den Architekten Andrin Schweizer und in Absprache mit der Denkmalpflege zwischen 2008 bis 2010 sanft renoviert. Zugunsten des Naturschutzes und dem BLN-Schutzgebiet (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung) wurden Gebäude auf dem Nollen reduziert. Die Fassade wurde aus denkmalpflegerischen Gründen so saniert, dass sich das Erscheinungsbild nicht verändert. In allen Räumen und Sälen wurde stets die Geschichte des Hauses berücksichtigt. 

Der Umweltgedanke verpflichtete auch bei der umfassenden Renovation bewusst und umweltschonend zu sein. Das gesamte Haus wird mit der Abwärme aus der Stromproduktion beheizt. Denn als historisches Viersterne-Alpinhotels thront das Haus sozusagen im Herzen des KWO-Gebiets majestätisch über dem Grimselstausee. Die imposanten technischen Einrichtungen freuen auch den Besucher und die Besucherin der Grimselwelt. Auf Führungen können die Kraftwerke, die Stollen und die berühmte Kristallkluft erlebt werden. 

 

 

Hochwertig, ehrlich, authentisch

Im Restaurant mit seiner originalen Möblierung aus den 30er Jahren, mit Tischen und Stühlen von Horgen-Glarus, welche an eine französische Brasserie erinnert, wird man mit regionalen Spezialitäten verwöhnt. Allein wegen der Küche lohnt sich ein Umweg. Die Küchenphilosophie: hochwertig, ehrlich, authentisch. Und: Im tiefen Felsenkeller, auf fast 2000 Metern Höhe, warten 200 verschiedene Weine. 

 

 

 

Ein idealer Ort für ein Time-Out

In den historischen Zimmern im 30er-Jahre-Stil gepaart, mit dem Komfort von heute wie Flachbild-TV, Telefon und Internetanschluss, lassen wohl jeden gut schlafen. Den neben der wunderbaren Kulisse und der aussergewöhnlichen Lage auf einem Felsen neben dem Grimsel-Stausee besticht das Hospiz durch Charme und Stil. Ein idealer Ort für ein Time-Out – aber ebenso für Seminare und Klausurtagungen.


Historische Zimmer im 30er Stil

 

 


Auch im Winter eine Destination

 

Grimsel Hospiz
Grimselpass
3864 Guttannen
  +41 33 982 46 11
  www.grimselwelt.ch/grimselhotels/grimsel-hospiz
  

 

Wandervorschläge
  Handegg (Haslital) – Grimsel Hospiz (Via Sbrinz)
  Gelmersee – Räterichsbodensee – Grimsel Hospiz
  Grimsel Hospiz – Lauteraarhütte – Grimsel Hospiz

 

 

Bilder: Grimselwelt
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Im Herzen des Alpsteins im Appenzellerland findet man das historische Gasthaus Meglisalp aus dem Jahr 1897 mit dem Charme vergangener Zeiten. Das sagenhafte Sennendörflein Meglisalp bildet zusammen mit dem Gasthaus und der Bergkapelle vor dem Altmann eine einmalige Kulisse.

Hier geniesst man das ganz Besondere: Den «Betruef» vom Senn während der Alpzeit, ein Alpstein-Wohlfühlerlebnis im HotPot, Appenzeller-Spezialitäten und auch den eigenen Whisky, den Single Malt Edition «Meglisalp».

 

Wanderbeschrieb

Eine Perle im Alpstein! Egal aus welcher Richtung man zur Meglisalp wandert, ob vom Säntis herkommend, von Wassersauen via Seealpsee oder über den Rotsteinpass; es gibt viele Wege hier anzukommen. Allerdings kann man nur auf Schusters Rappen hierher gelangen. Der erste Eindruck: Man fühlt sich gleich hundert Jahre zurückversetzt. Die «heemelige» Gaststube, die urgemütlichen Zimmer, ja hier kann man sein. «Sönd Willkomm» heisst es im Berggasthaus Meglisalp (+41 71 799 11 28).


Mitten im Herzen des Alpsteins: Die Meglisalp


Das Sennendörflein mit der Kapelle «Maria zum Schnee»

 

Alpstein-Wohlfühlerlebnis

Einfach herrlich nach einer Wanderung im wohligwarmen, mit Holz beheizten Lärchen-HotPot und serviertem Apero einfach abzuschalten. Mitten in der Natur, mit wunderschönem Blick auf die umliegenden Berggipfel – das ist ein exklusives Wohlfühlerlebnis!

Ein Alpstein-Kräutersalz-Fussbad entspannt und belebt die Füsse. Auf dem Bänkli bei der Mölschter können sich Seele und Geist wunderbar erholen.

 

 

Alpsteingourmet

Nach oder vor dem Alpstein-Wohlfühlerlebnis geniesst man die raffinierte und kreative Küche von Sepp Manser und seinem Team. Auf die Teller gelangen vorwiegend regionale Spezialitäten aus saisonalen Produkten, sowie kreative Gerichte mit Bezug zur Meglisalp. Wie wäre es mit Appenzeller Chäsmakronen, Rösti mit Spiegelei oder Rehtatar mit Meglisalp Whisky parfümiert oder gar einem Meglisalp-Whisky-Menü? In der gemütlichen Gaststube und auf der sonnigen Gartenterasse wird man mit ausgezeichneten Speisen verwöhnt.

 

Vom Säntis Malt zum Whiskytrek

Abgerundet wir der Schmaus mit dem eigenen «Edition Meglisalp Whisky». Die Meglisalp ist eine von 26 Stationen des Appenzeller Whiskytreks – der höchstgelegensten Whiskytour der Welt. Jedes Berggasthaus im Alpstein lagert seinen eigenen, speziellen und individuellen Whisky im Eichenfass und hat somit ein ganz besonderes Unikat anzubieten. Die rotgoldene «Edition Meglisalp» ruht in Portfässern, sicher beschützt von den dicken Steinmauern des Meglisalp-Kellers. Gebrannt wurden die edlen Destillate in der Brauerei Locher AG in Appenzell.

 

Vom Betruf zur schönen Nachtruhe

Wenn die Nacht über das Dörflein hereinbricht und Stille auf der Meglisalp einkehrt, kann man während der Alpzeit (Ende Juni – Ende August), sofern der Senn auf der Alp ist, jeden Abend den Betruf hören. Nach verrichtetem Tagwerk stellt sich beim Einnachten jeden Abend der Meglisalp-Senn auf eine Erhebung, führt den geschnitzten Holztrichter zum Mund und ruft den Alpsegen, «Betruef» genannt. Die halb gesprochene, halb gesungene Form verleiht dem Alpsegen seinen volkstümlichen Charakter.

Bis vor kurzem war der Betruf auf Innerrhoder Alpen eine reine Männerdomäne. Unterdessen pflegen auch Frauen diesen schönen Brauch. Ähnlich wie das Betläuten im Tal, soll auch der über die Alp gerufene Segen Schutz und Schirm für die Nacht gewähren. Oder wie es im Betruf kurzum heisst: «bhüets Gott ond ehaalts Gott».

 

Dann ist es Zeit bald ins Bett zu gehen. In den heimeligen gemütlichen Zimmern mit nostalgischem Charme schläft es sich herrlich gut. Es gibt 10 Doppelzimmer, eingerichet wie zu Grossmutters Zeiten, sowie Familienlager-Schlafplätze und auch Matratzenlager.

Der nächste Tag bricht wieder an und nach einem ausgiebigen Zmorge, geht es frisch ausgeruht und gestärkt weiter des Weges. Im Rucksack jetzt dabei: Unvergessliche Erinnerungen.

 

 


Heimelige Doppelzimmer

 


Jedes ein Unikat

 

 

Kapelle «Maria zum Schnee»

In den Jahren 1903/1904 wurde die Kapelle «Maria zum Schnee» erbaut und der Heiligen Mutter geweiht. Ein «gewachsener Bergkristall», wie die Kapelle auch ab und zu genannt wird. Noch heute wird während der Alpzeit in der Kapelle «Maria zum Schnee» jeden Sonntag eine Heilige Messe gefeiert.

 

 

Die Geschichte: Vom «Mattebueb» zum «Hansuechlissebedoni»

Die Meglisalp wurde nachweislich im Jahre 1071 im Stiftsbrief vom Abt in St.Gallen das erste Mal erwähnt. Schon anno dazumal wurde die Steuer «von einem Zehnten» eingezogen, was beweist, dass die Alp bereits zu jener Zeit landwirtschaftlich genutzt wurde. Der Zugang erfolgte von Brülisau her über den Bötzel. 

Im Jahre 1861 baute Josef Anton Dörig «Mattebueb» das erste kleine Gasthaus auf der Meglisalp, begann offiziell mit dem Wirten und löste eines der ersten Wirtepatente im Alpstein. 

Bereits im Jahre 1862 verkaufte er das Gasthaus an seinen Vetter Josef Anton Dörig «Hansuechlissebedoni». Dieser hatte bereits 1850, im Alter von 16 Jahren, die bescheidene Schutzhütte auf dem Säntis erworben. 1861 heiratete Josef Anton die fünf Jahre jüngere Maria Magdalena Weishaupt, welche von da an die Wirtin auf der Meglisalp war, während ihr Mann auf dem Säntis weilte und dort für Umsatz sorgte. 

 

Vom «Sebedonishanisef» zum «Sebedonissef»

In den Jahren 1897/1898 erstellte der Ur-Urgrossvater der heutigen Gastgeber das heutige Gasthaus. Für die damalige Zeit ein grosses Unterfangen, zumal das ganze Material für das Gasthaus von Trägern ab Wasserauen über den Schrennenweg getragen wurde. Die schwerste Last, die «Strussbodi», welche ein Mann alleine getragen hat, betrug 128 kg.

Der Urgrossvater der heutigen Gastgeber, Johann Josef Dörig «Sebedonishanisef», übernahm 1910 das Gasthaus und führte es umsichtig bis zum Jahr 1949. Unter seiner Gide wurden die Wanderwege rund um Meglisalp enorm ausgebaut.

1950 übergab Johann Josef Dörig «Sebedonishanisef» den Betrieb seinem Sohn Johann Josef Dörig «Sebedonissef» und seine Frau Emilia Dörig «Mattlismile». Eine direkte Nachfahrin vom Erbauer des ersten Gasthauses dem «Mattebueb». 

1971 bis 1989 führten die Eltern von Sepp Manser, dem heutigem Gastgeber, Johann und Emilia Manser-Dörig den Betrieb. Leider konnten sie den Betrieb von den Eltern nie käuflich erwerben. In der Folge wurden dringend notwendige Sanierungen aufgeschoben.  

 

 

Die 5. Generation

1989 durfte Sepp Manser zusammen mit seiner Frau Gaby den Betrieb von seinen Eltern übernehmen und gleichzeitig die Meglisalp von seinem Grossvater käuflich erwerben. Seither wurden verschiedenste dringende Sanierungen und erleichternde Neuanschaffungen realisiert. 

Und die Erneuerung geht weiter: Bis 2020 wird ein Neubau hinzukommen, der den veränderten Bedürfnissen im 21. Jahrhundert nach Platz und Privatsphäre entgegen kommt. Der Charakter des Berggasthauses soll aber bewahrt werden. 

 

 

Berggasthaus Meglisalp
Gaby und Sepp Manser-Neff
9057 Weissbad
  +41 71 799 11 28
  www.meglisalp.ch
  

 

Wandervorschlag
  Ebenalp – Schäfler – Meglisalp – Seealpsee – Wasserauen

 

 

Bilder: Berggasthaus Meglisalp
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Die «Königin der Berge» ruft! Beim Blick in jede Himmelsrichtung von der Rigi breitet sich eine einzigartige, weltbekannte und viel gerühmte Weitsicht aus. Im ältesten Berghotel der Schweiz, dem Rigi-Kulm Hotel geniesst man ein fantastisches Panorama, vor allem bei Sonnenauf- und untergängen: «Ringsum die Herrlichkeit der Welt». 

 

Wanderbeschrieb

Auf der «Königin der Berge» steht das älteste Berghotel der Schweiz: Das Rigi-Kulm Hotel (+41 41 880 18 88). Es ist mit der langen Geschichte des berühmten Berges, der Rigi, intensiv verbunden. Das über 200 Jahre alte Gipfelhotel bietet heute seinen Gästen modernen Komfort mit nostalgischen Details. Und einen fantastischen Weitblick!

 

Der stolze «Inselberg» Rigi thront inmitten der Seen Vierwaldstätter-, Zuger- und Lauerzersee. Von Gästen aus aller Welt wurde er besucht. Darunter Adlige, Maler, Dichter, Philosophen, Künstler, Musiker, Wissenschaftler, Forscher, Touristen. Den Ausblick von dort oben bezeichnete Tolstoi «als einen der schönsten der Welt» in seinem Werk «Aus dem Tagebuch des Fürsten Nechljudow: Luzern». Die Rigi wurde auch so berühmt, weil all die bedeutenden Zeitgenossen ihre Eindrücke vom Naturerlebnis in die weite Welt hinaus trugen. Der Dekan des Klosters Einsiedeln, Albrecht von Bonstetten, definierte schon 1480 die Rigi als das «Zentrum der Welt».

Einst liess man sich im Hotel wecken, um den Sonnenauf- oder untergang erleben zu können. Scharenweise fanden sie sich dort oben dafür ein. «Weckruf» waren damals allerlei Töne des Alphorns. «Wir waren so todmüde, dass wir sofort einschliefen und uns nicht regten noch bewegten, bis die herrlichen Töne des Alphorns uns weckten.», schrieb Mark Twain in seiner Lektüre zur Bergbesteigung des Rigi 1879. «Einige Minuten waren wir tief ergriffen von dem wunderbaren Anblick und für alles andere tot. […] Wir konnten nicht sprechen, ja kaum atmen; wir standen in trunkener Verzückung und sogen diese Schönheit ein, […].» 


Oft über dem Nebelmeer. Die Ansicht über den Luzerner See hielt 1842 William Turner im weltberühmten Aquarell «The Blue Rigi – Lake of Lucerne – Sunrise» fest.

 

Von fliegenden Drachen zum grossen Touristenstrom

Der Luzerner Chronist Renward Cysat beschreibt, wie die Drachen zwischen dem Pilatus und der Rigi hin und herflogen. Der Legende nach hatten diese Urtiere ihre Nistplätze am Rigi-Südhang oberhalb von Vitznau. Aufgrund auch der guten Erreichbarkeit für die Menschen fand die Besiedelung der Rigi früh statt. In der Höhle «Steigelfadbalm» an der Südseite auf 960 m.ü.M. zwischen zwei Nagefluhbänken wurden von Neandertalern hergestellte Steinartefakte gefunden. Seit dem Mittelalter gibt es Alpbewirtschaftung. Bevor die Rigi zum «Modeberg» des 19. Jahrhunderts wurde, kamen Pilger. Die ersten «Touristen» erhofften sich Seelenheil und Genesung durch das Quellwasser der Kaltbad-Quelle, welche angeblich heilende Kraft besitzt. Denn Barthli Joler aus Weggis wurde durch das Baden im kalten Wasser gesund. Die Quelle wurde erstmals 1540 erwähnt. Ums Jahr 1600 kamen schon über 100 «Badetouristen» täglich. 1585 kam eine erste Kapelle samt Einsiedelei auf Rigi Kaltbad. Es kamen weitere Kapellen dazu: die Wallfahrtskapelle «Maria zum Schnee» (Rigi Klösterli) und die Kapuziner-Kapelle. Fast schon ein «Massentourismus» entwickelte sich, sodass etwa 1730 bereits 25000 Besucher pro Jahr verzeichnet wurden!

 

«Ringsum die Herrlichkeit der Welt»

Goethe fand zu seiner Zeit noch einen leeren Berg ohne touristische Infrastruktur vor, und der Weg war sehr viel fordernder. Sein Lohn: «Ringsum die Herrlichkeit der Welt», wie er seinen Eindruck beschreibt, anlässlich seines Besuches auf seiner ersten Schweizerreise 1775. Heute ist der Goethe-Wanderweg eine mittlere Herausforderung von etwa 3 Stunden für 6 Km. Und man kann sich heutzutage wunderbar verpflegen, ausruhen, die fantastische Aussicht geniessen!

Aber bis sich Herr und Frau Dolder am 14. August 1816 im Gästebuch, zusammen mit Regierungsrat Zürrer und Verleger Sauerländer aus Aarau, eintragen konnten, brauchte es noch einiges bis zum ersten Kulm-Berggasthaus der Schweiz.


Die Sonnenterrasse heute wo wohl einst auch Mark Twain sein Bier trank  

 

1816 wird das erste Kulm-Gasthaus eröffnet

Der Tuchschneider und Rigiführer Joseph Martin Bürgi beginnt 1814 mit den ersten Vorarbeiten auf der Kulm: Holzfällen, Transport der Baumstämme auf die Rigi uvm. Dank eines frühen Crowdfundings des berühmten Zürcher Panorama-Zeichners, Heinrich Keller, kamen bedeutende Spendensummen für den Bau des ersten Gasthauses auf Kulm 1815 zusammen: erstaunliche 971.– Schweizer Franken (heutiger Wert ca. CHF 25000.–). Der Aufwand zum Bau war riesig. Sämtliches Material musste zu Fuss und mit Pferden auf den Berg gebracht werden. Im zweiten Anlauf kam für die Hoteleinrichtung ein Betrag von CHF 1400.– (heute etwa CHF 36000.–) von 338 Gönnern zusammen.

Am 06. August 1816 war es soweit! Das erste Kulm-Gasthaus feierte Eröffnung. Es war allerdings eher eine grössere Alphütte aus Holz mit 6 Betten als ein grandioses Hotel im Luxus-Stil. Das kam erst. Für die Bewirtschaftung der Gäste musste alles noch immer zu Fuss hinaufgebracht werden.

Dank dem Beschluss der Luzerner Regierung aus 1819, einen mit Pferden begehbaren Weg auf die Rigi zu bauen, kamen bereits 1000 Gäste jährlich auf den Gipfel der «Königin der Berge». Ab 1832 konnte der Gast dann sogar bequem per Dampfschiff von Luzern aus anreisen und dann auf einen «Rigi-Träger» umsatteln. Das Geschäft der Säumer und «Rigi-Träger» boomte. Um 1860 kamen in Weggis 30 Pferdestationen mit rund 1000 Pferden zum Einsatz.

Die damaligen begüterten Touristen der Oberschicht suchten die bequemere Art des Reisens. Während in Genf 1834 das erste Luxushotel entstand, ging 1837 die Dampfschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee mit der «Stadt Luzern» in Betrieb. Dank Ausbau der Schiffswege und den ersten Bergbahnen explodierte die Nachfrage der Reisenden geradezu, auch nach entsprechenden Unterkünften. 

 

Delikatesse: Murmeltierbraten?

Die Geld bringenden Gäste entwickelten höchste Ansprüche an die Gastgeber. Es ging soweit, dass die Betuchten vor der armen Bevölkerung der Bergregionen sogar auf Distanz gehalten wurden. Oft war es bei der Bergbevölkerung so, dass das Brot nicht zum täglichen Essen dazu gehörte, während die damalige Elite der Belle Epoque im Luxus schwelgte. Bettler hielten sich an manchen Orten auf, wo sich die Reichen auf ihre «Wanderung» machten und erhofften sich mit Alphornblasen oder mit selbst Geklöppeltem etwas Zubrot zu verdienen.

Um das Jahr 1875 kostete ein Tagesaufenthalt in einem der Luxuspaläste einen Arbeiter-Wochenlohn: CHF 20.–. Einst war ein Murmeltier-Gericht noch eine Delikatesse auf einer der Schutz spendenden, einfachen Alphütte und auch auf manchem Teller der armen Bergler. Während der Belle Epoque wurde fast schon «um die Wette» geschlemmt. Auch gleichzeitig im Wettlauf um die höchsten Bergspitzen geklettert. Besonders die Engländer, die nicht zum Tennisspielen kamen, wollten immer höher hinaus. Victor Hugo wollte eigentlich lieber auf den Pilatus steigen anstatt auf die Rigi: «Der Pilatus ist ein schroffer, wilder, von Wunderbarem durchdrungener, schwer zu besteigender, von den Touristen verlassener Berg; er verlockte mich sehr. […] Odry, ein Bergführer mit Sattelnase, […] weigerte mich zu führen (aufgrund des schlechten Wetters); ich musste mich mit dem Rigi begnügen.» «Die Rigi ist die Heldentat aller. […] Schlussendlich beschwere ich mich nicht über den Rigi […]», schrieb Victor Hugo 1839 seiner Adèle. 


Nach wie vor einer der schönsten Ausblicke der Schweiz!

 

«Das Zentrum der Welt»

Aufgrund dieses enormen Besucherbooms auf die Rigi eröffneten weitere Hotels; das Hotel Rigi Kulm (1847), Grandhotel Kaltbad (1849), Regina Montium (1856/57), Hotel Bellevue auf Kaltbad (1874), das legendäre Luxushaus Grandhotel Schreiber (1875) und das Hotel Rigi First (1875). Das Bettenangebot verzehnfachte sich. Im pompösen Luxushaus Grand Hotel Schreiber waren die besten Maître d’Hôtel und sogar der berühmte Koch Escoffier damit beschäftigt, der verwöhnten Kundschaft all ihre Wünsche zu erfüllen.

Sogar die Königin von England steigt 1868 zu Pferd von Küssnacht zum Aussichtspunkt Rigi Känzeli auf und notiert in ihr Tagebuch: «We are amused». Der amerikanische Weltenbummler Mark Twain besuchte 1879 das «Zentrum der Welt» und schrieb «A trip to Mt. Rigi». Zwei Jahre später war der Bayernkönig Ludwig II. im Hotel Rigi Kulm zu Gast und beschenkte es mit einem vergoldeten Teeservice, welches heute in der Glasvitrine im Hotel bewundert werden kann.

Scharen aus aller Welt, hauptsächlich aus England, Deutschland, Frankreich, Amerika und der Schweiz kamen dank des «Rigi-Boomes». Es wurden dank der Quelle Kaltbad auch gar manche Milch- und Wasserkur durchgeführt. Dafür wurden sogar Kühe und Ziegen in die Trinkhallen der Hotels gebracht, damit der Kurgast seine direkt vom Tier ins Trinkglas gemolkene Milch erhalten konnte – empfohlene Tagesration: drei Liter. 

Doch der jähe Abbruch des Touristenstromes der Reichen, Adligen und Touristen aus aller Welt auf die Rigi begann wegen des Ausbruches des Ersten Weltkrieges. Eine unheilvolle Zeit bringt ihre Veränderungen mit sich und führt dazu, dass Bahnstrecken eingestellt, abgebrochen oder Dampfloks zum Schrottpreis verkauft werden mussten. Hotels blieben leer. 

Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der darauf gefolgten Weltwirtschaftskrise erinnerte man sich der Tourismusregion Rigi wieder. Der Bund unterstützte eine Initiative des 1905 gegründeten Schweizer Heimatschutz zum Um- und Rückbau der grossen Berghotels als Erwerbsmöglichkeit für Arbeitslose. Es kam Unbehagen auf gegenüber den in den Bergen als urbane Fremdkörper empfundene Bauten der Belle Epoque, als deren Sinnbild sie galten. Der Heimatschutz setzte sich ein für die «Säuberung des Rigi-Gipfels». Die von einst glamourösen Luxushotels geprägte Rigi-Landschaft veränderte sich stark. Die grossen Hotels wurden zwischen 1949 bis 1954 abgerissen oder wurden Opfer von Bränden.


Kulmsaal in echtem Jugendstil, getafelt wird mit à la Carte-Serivce

 

Ein Hotel in neuem Glanz entsteht

Dank des Schwyzer Bauunternehmers Ernst Käppeli-Reichlin, der 1949 die Aktien der baufälligen Rigi Kulm-Hotels erwirbt, konnte doch einiges vom «alten Glanz» überdauern. Nach den Plänen des Architekten Max Kopp aus Zürich liess er das heutige Rigi Kulm Hotel bauen. Alle noch brauchbaren Materialien und Gegenstände wurden beim Neubau wiederverwendet. Parkettböden in den Zimmern, Sandsteintreppen und – Eckquader, Spiegel etc. zeugen noch heute vom Glanz der Belle Epoque. Auch das Geschenk, ein vergoldetes Teeservice, des Bayern Königs Ludwig II., der mehrmals mit seinem gesamten Gefolge Gast war, steht heute in der Vitrine im Speisesaal. Es wurden Vitrinen, Tafelsilber, Kaffeekännchen und vieles mehr in die heutige Zeit übernommen, damit die Hotelgäste einen Blick in die «goldigen Zeiten» der Belle Epoque werfen können.

Auch die 33 Zimmer bieten nach dem Umbau 2007 nostalgische Details, kombiniert mit modernem Design. Beispielsweise freistehende Badewannen, Parkettböden, Flat-Screen-TV, WLAN. Im stimmungsvollen Kulmsaal, im echten Jugendstil, kann wieder wunderbar mit à la Carte-Service getafelt werden. Aber auch für Gäste, die sich gerne selbst bedienen ist gesorgt.

Die Sonnenterrasse bietet sich noch immer an, sich der grandiosen Aussicht anzunehmen, von der man vielleicht niemals mehr weg möchte. Und die legendären Sonnenauf- und untergänge können noch immer bewundert werden. Vielleicht romantischer; denn heutzutage sind  bedeutend weniger Menschen zu früher oder später Stunde im Hotel Rigi Kulm zu finden gegenüber der Zeit der Belle Epoque. So lässt es sich wunderbar in Ruhe im «Zentrum der Welt» den goldenen Sonnenauf- und -untergang geniessen!


 Ein Berghotel mit Komfort und Stil

 


Moderner Komfort hoch oben auf der Rigi mit tollem Ausblick

 

 

 

Rigi Kulm-Hotel AG
Familie Käppeli
6410 Rigi Kulm
  +41 41 880 18 88
  www.rigikulm.ch
  

 

Wandervorschlag
  Rigi Scheidegg – Rigi Staffel – Rigi Kulm

 

Bilder: Rigi Kulm-Hotel
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

 

 

Quellen-Nachweis:
– Auszüge aus «Legendäre Reisen in den Alpen» S.187, Verlag Frederking & Thaler
– Auszüge aus: Strahlende Königin
– Auszüge aus: 200 Jahre Rigi Kulm – die Königin der Berge feiert Geburtstag
– Auszüge aus: Von der Hütte zum Massentourismus
– Auszüge aus «Berg Hotels – zwischen Alpweide und Gipfelkreuz». S. 89 von Roland Flückiger-Seiler – Verlag Hier und Jetzt
– Auszüge von www.rigi.ch

Rund um den höchsten Berg der Alpen

Eine Wandertour im Mont Blanc Massiv ist etwas ganz Besonderes. Bergspitzen, Gletscher, Täler und Schluchten rund um den höchsten Berg der Alpen sind imposant und atemberaubend. Auf der 7-tägigen Wanderung Tour du Mont Blanc «Ost» im Dreiländereck Schweiz, Italien, Frankreich reihen sich die schönsten Perlen der Alpenwelt aneinander.

So durchstreifen die Gäste das wunderschöne Schweizer und italienische Val Ferret sowie das Vallée des Glaciers, überqueren die Pässe Col de la Forclaz, Grand Col Ferret und Col de la Seigne, wandern vorbei an eindrücklichen Gletschern, steilen Felsabbrüche und himmelnahen Bergseen und kehren in zauberhaften Berghütten ein. Für die Wandertour braucht es eine gute Grundkondition und Erfahrung beim Wandern in alpinem Gebiet.

 

Zum Auftakt durch das «Kanada der Schweiz»

Die Wandertour auf der Ostseite des Mont Blanc Massivs startet in Trient im Wallis, unweit der französischen Grenze. Mag sein, dass die schneebedeckte Gipfelkuppe des Mont Blancs bei der Anfahrt von weitem grüsste. Jetzt, auf den ersten Wanderetappen zeigt sie sich nicht – man muss sich auf der Tour den Blick auf den Mont Blanc wahrlich verdienen. Doch das Verdienen wird einem einfach gemacht. Die Landschaft ist ein Traum. Die erste Etappe führt über den Col de la Forclaz und vorbei am kristallklaren Bergsee Lac de Champex durch eine Gegend, die nicht umsonst «Kanada der Schweiz» genannt wird.

 

Über den Grand Col Ferret nach Italien, Espresso und Kuchen im Rifugio Elena

Durch Walliser Bergdörfer mit sonnengegerbten Holzhäusern und das liebliche Schweizer Val Ferret mit seinen blühenden Wiesen geht es bergwärts. Eindrücklich ist der Grand Col Ferret, wo man nicht nur eine tolle Sicht geniesst, sondern auch die Grenze nach Italien überschreitet. Steile Felsabbrüche und vergletscherte Wände charakterisieren das italienische Val Ferret. Weit liegt einem das Tal zu Füssen. Hier irgendwo erhascht man zum ersten Mal einen Blick auf den stolzen Mont Blanc, bevor er sich wieder hinter anderen Bergkuppen versteckt. Unterwegs gibt es in der typisch italienischen Berghütte Rifugio Elena leckeren Kuchen und einen original italienischen Espresso.

 

Gelati mit Blick auf den Mont Blanc de Courmayeur

Ein Höhenweg mit traumhafter Sicht führt zur nächsten Berghütte, dem Rifugio Bonatti. Hier können sich die Wanderer zwischen einem einfacheren, höhehaltenden Weg an der Bergflanke und einem weiteren Höhenweg entscheiden, den man über einen Pass erreicht und der über aussichtsreiche Gipfelkuppen führt. In Courmayeur, dem sympathischen, mondänen Ort mit seiner langen Alpingeschichte, gelangt man aus der Bergeinsamkeit zurück in die Zivilisation. In der Gelateria auf der Piazza gibt es die besten Gelati im Ort: mit Blick auf den dem Mont Blanc vorgelagerten Gipfel Mont Blanc de Courmayeur.

 

Mystisches Veny Tal mit charmantem Rifugio Elisabetta

Ein kurzer Transfer bringt die Gäste ins mystische Veny Tal. Bizarre Kalksteinformationen, einsame Gletscherseen mit smaragdgrünem Wasser und verspielte Bäche verleihen dem Tal etwas Geheimnisvolles. Der Aufstieg zum Rifugio Elisabetta am Saum der steinigen Gebirgskette ist steil, doch er lohnt sich. Was für eine Sicht von der charmanten Hütte mit der tollen Sonnenterrasse über das Tal und auf die nahen Bergriesen. Die italienischen Spezialitäten schmecken auf der Terrasse genau so ausgezeichnet wie in der gemütlichen Stube. Von hier aus führen die letzten Kilometer der Wandertour über den Pass Col de la Seigne nach Frankreich ins Vallée des Glaciers, wo die Reise im Alpenort Bourg-Saint-Maurice und einem wunderschönen Blick auf den Mont Blanc endet.

 

>> Mehr über diese Tour erfahren.

Hoch über dem Sarnersee, im Wallfahrtsort Flüeli-Ranft am Jakobsweg, thront das einzigartige und denkmalgeschützte Jugendstil-Hotel Paxmontana. Der Charme der Belle Epoque mit dem Komfort von heute und der grandiose Panoramablick auf See und Berge verzaubern wohl jeden.

Das Paxmontana – der «Bergfriede» – ist eines der bedeutensten historischen Hotels der Schweiz.

 

Wanderbeschrieb

Hier wandert und wandelt man auf den Spuren der Vergangenheit. Schon der romantische Laubengang hinein ins Jugendstil-Hotel Paxmontana (+41 41 666 24 00) versprüht den Charme der Belle Epoque. Ein Ort für Romantiker. Ein Ort für Ruhesuchende. Ein Ort für Geniesser. Das Märchenschloss liegt hoch über dem Sarnersee, in Flüeli-Ranft, am historischen Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Ein mystischer Ort: Hier lebte und wirkte der heilige Niklaus von Flüe.


Einzigartiger Panoramablick auf die Seen und die Obwaldner Bergwelt

 

Niklaus von Flüe – Der Schweizer Nationalheilige

Wer von Stans auf der ViaJakobi (Jakobsweg) oder auf dem Bruderklausenweg hinauf nach Flüeli-Ranft wandert, kommt am Ende der Etappe zur Ranftschlucht, wo einst Niklaus von Flüe (1417-1487) als Einsiedler in einer kargen Zelle lebte. Die zwei Ranftkapellen, die seit Jahrhunderten den Pilgern offen stehen, lohnt eine Besichtigung. Im Sommer 1984 besuchte Papst Johannes Paul II. auf seiner Schweizer Reise den Wallfahrtsort Flüeli-Ranft.


Deutlich zu sehen: die Ranftschlucht in der sich die Ranft-Kapellen befinden, rechts das Paxmontana

 

Niklaus von Flüe, oder Bruder Klaus wie er genannt wurde, verbrachte seine letzten 20 Jahre in der Schlucht. 1467 verliess er seine Frau und seine 10 Kinder und begab sich auf die Pilgerreise. Er kam allerdings nur bis Liestal und kehrte wieder zu seinem Geburtsort in die Ranft zurück, um fortan bis zu seinen Tod als Einsiedler zu leben. Im Zentrum von Flüeli-Ranft, nahe dem Flüeliplatz, steht das Geburtshaus von Bruder Klaus. Das Wohnhaus findet sich in der Matte Schibloch, kurz nach der Ranftschlucht, am Ortseingang Flüeli-Ranft, beim Jugendstil-Hotel Paxmontana.


Jugendstil-Hotel Paxmontana

 

Refugium seit 1896 – Ein Kraftort

Das romantische Hotel wurde 1896 unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn» vom Hotelier Franz Hess im Schweizer Holzbaustil als moderner Flachdachbau erbaut. Kurgäste kamen zur Sommerfrische und zu Badekuren. Der findige Hotelgründer Franz Hess liess für seine Gäste Spazierwege anlegen und gab eine eigene «Excursionskarte» heraus, auf der man Wandervorschläge mit Gehzeiten vorfand. Für die weniger Wanderlustigen stellte er Pferde und Wagen für Picknick-Ausflüge bereit. 


Damals noch unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn» ohne die charakteristischen Türmchen

 

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt das Gebäude seine charakteristischen Türmchen und verspielten Dachformen. Gleichzeitig wurde das Hotel verlängert und um zwei Geschosse erweitert. Mit diesem grossem Umbau reagierte man auf die zunehmende Nachfrage nach gehobenen Unterkünften. Waren es in den Anfangszeiten mehrheitlich Kurgäste, die das Hotel aufsuchten, wurden diese nun vermehrt durch Touristen und Pilger, die auf Pilgerreise waren, abgelöst.


Immer noch unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn»

 


Der Laubengang

 

1938 wurde das Hotel von der Obwaldner Kantonalbank übernommen, da Franz Hess in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. 1953 erwarb die Bruder-Klausen-Stiftung das Hotel. Drei Jahre später, 1956, erfolgte die Umbenennung des Hotels von «Kurhaus Nünalphorn» in «Paxmontana». 


Die 47 Meter lange Veranda damals

 

 

«Historisches Hotel des Jahres 2014»

Seit 1999 wurde das Hotel etappenweise saniert. Dabei wurden zahlreiche historische Parkett- und Terrazzoböden, Stuckdecken und Deckenmalereien renoviert oder wieder freigelegt. Insgesamt 26 Millionen Franken wurden für die umfassende Renovation und den Erhalt dieses architektonischen Hotel-Bijou aufgewendet. Seitdem erstrahlt das Hotel in neuem Glanz, und doch mit dem Charme alter Zeiten.

 

Das Jugendstil-Hotel Paxmontana ist heute ein Drei-Sterne-Superior Hotel im mittleren Preissegment und wiederspiegelt ein Stück Schweizer Hotelgeschichte. Diese ist von der historischen Hotel Zufahrt bis hin zu den liebevoll restaurierten Deckenmalereien in den Hotelzimmern allgegenwärtig. Vier historische Zimmer sind noch immer mit Original-Jugendstilmobiliar eingerichtet.

Damals wie heute schreitet man im Restaurant durch die einmalige 47 Meter lange Veranda mit Fensterfront und geniesst den traumhaften Blick ins Sarneraatal und auf den Glaubenberg.

2014 wurde das Hotel mit dem Preis «Historisches Hotel des Jahres» ausgezeichnet.


Die 47 Meter lange Veranda heute

 

 

 

 

 

Jugendstil-Hotel Paxmontana
Dossen 1
6073 Sachseln
  +41 41 666 24 00
  www.paxmontana.ch
  

 

Wandervorschlag
  Bruder-Klausen-Weg: Stans – Flüeli-Ranft – Sachseln

 

 

Bilder: Jugendstil-Hotel Paxmontana
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Die Verbindung von Wandern und Wintersport

Das Wandern gehört mit zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in der Schweiz. 2,7 Millionen Einwohner greifen hier zumindest ab und an zu festem Schuhwerk und begeben sich in die Natur. Der hohe Stellenwert des Wanderns ist auch nicht verwunderlich, bedenkt man die atemberaubenden Landschaften und die zahlreichen Naturspektakel der Schweiz. Dabei ist Wandern jedoch nicht das einzige wichtige Schlüsselwort, wenn es um beliebte Freizeitaktivitäten geht. Der Wintersport spielt eine ebenso wichtige Rolle in der Eidgenossenschaft. Spannend ist dabei jedoch, welche Verbindung das Wandern zum Wintersport besitzt.

 

Woher kommt die Wanderlust?

Eine der wichtigsten Gründe zum Wandern ist der gesundheitliche Vorteil. Wer sich häufig bewegt, baut Muskeln auf und erhöht seine Ausdauer. Die Schweiz eignet sich hier besonders gut, da die Bergluft äusserst gesund ist. Gleichzeitig ist die Bergluft jedoch etwas dünner, weshalb die Lungen gleich ein Extratraining erhalten. Auch die Eingangsvoraussetzungen sind gering, da man praktisch nur ein festes Paar Schuhe braucht, um loswandern zu können. Interessant ist, dass Wandern häufig keine Einzelbeschäftigung mehr ist, sondern interessierte Menschen sich hier in Gruppen über das Internet verabreden. Dieses Interesse ist dabei gross, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass es zahlreiche Wanderwege über das ganze Land verteilt gibt.  Spricht man also vom Wandern in der Schweiz, kann man von einer Art Volkssport sprechen. 

 

Wandern eignet sich ideal für Wintersportler

Wenn man von Volkssport redet, darf man die Wintersportarten nicht aussen vor lassen. Besonders in den kalten Monaten ist das Interesse hier gross. Spannend hierbei ist die Verbindung zum traditionellen Wandern. Viele Wanderwege sind in den Bergen gelegen oder können mit Seilbahnen erreicht werden. Dadurch sind Menschen in der Lage, Winterwanderungen vorzunehmen oder den Wandertag mit einer Sportart zu verbinden. Besonders beliebt sind hier natürlich das Skifahren und das Snowboarden, weshalb Schweizer auch international bei Sportereignissen wie der Winterolympiade ausgesprochen erfolgreich sind. Ein gutes Beispiel hier ist Sandro Viletta, der 2014 für die Schweiz Gold beim Kombinationsski holte. Auch vor kurzem bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea gab es fünfzehn Schweizer Medaillen-Gewinner in verschiedenen Sportarten. Betrachtet man die alpinen Skiweltmeisterschaften, ist die Schweiz auch seh erfolgreich und liegt nach Österreich im ewigen Medaillenspiegel auf dem zweiten Platz mit 191 Medaillen. Ein weiterer Grund für den Erfolg bei Wintersportereignissen liegt allerdings auch bei den Buchmachern. Immer mehr Menschen spielen aktiv bei Sportwetten mit, weshalb die Wahrnehmung grösser geworden ist und Menschen dazu ermutigt, sich nicht nur über ihre Lieblingssportarten zu informieren. Dieses gesteigerte Interesse kann dann dazu führen, dass Menschen diverse Sportarten auch selbst ausprobieren möchten. 

 


‚Oerlikon Swiss Cup final‘ – Flickr via Piero Annoni – Fotografo (CC BY-ND 2.0)

 

Diese Orte lohnen sich

Das Skigebiet Les Portes du Soleil liegt sowohl auf der französischen, als auch der Schweizer Seite. Mit über 600 Pistenkilometern auf einer Höhe von 2.460 Metern zählt die Region als eine der grössten Skiregionen der Welt. Hier gibt es auch ein grosses Familienangebot, was das Wintererlebnis für alle zugänglich macht. Viele Wanderwege und Pfade können Wanderfans hier wochenlang beschäftigen, weshalb die Region sich als ideale Wander-Wintersport-Kombination eignet. Auch mitten im Herzen der Schweizer Alpen gelegen findet sich in Andermatt-Sedrun eine weitere empfehlenswerte Region. Wer jedoch ganz hoch hinaus möchte, der kann in der Region Zermatt sein Wanderabenteuer auf den zahlreichen Pfaden beginnen und dann zum Skierlebnis mit der Seilbahn auf das Matterhorn fahren. Von dem 4.478 Meter hohen Berg hat man eine grossartige Panoramasicht auf weitere 38 Viertausender.

 

Nach dem Pilgern auf dem ViaJacobi im historischen «Relais» Station machen und in die Wohlfühl-Oase eintauchen: Willkommen im Romantik Hotel Bären in Dürrenroth.

Gerne darf man sich eine Genusspause mit allerlei feinen Köstlichkeiten aus der Küche, die Ruhe im blumigen Berner Bauerngarten und erholsame Nächte im heimeligen, stilvollen Zimmer oder einer der Wellness-Suiten gönnen. Auch ein idealer Ort für Wanderungen über die «Goldhügel» des Emmentals.  

Wanderbeschrieb

Auf einem Abschnitt des ViaJacobi, zwischen den sanft geschwungenen Hügeln des Emmentales, liegt der besonders geschichtsträchtige und romantische Landgastof Bären (+41 62 959 00 88). Eine Wohlfühl-Oase mit viel heimeliger Atmosphäre erwartet seine Gäste.

Der imposante Landgasthof Bären steht im beschaulichen Emmentaler Dorf Dürrenroth. Der Ort verdient die Bezeichnung «Kleinod ländlicher Baukultur». Nebst seiner im Jahre 1225 erstmals erwähnten Kirche erfreut sich der Ort vieler gut erhaltener historischer Bauten. Dazu gehören der Bären, das Pfarrhaus, die Kirche, die Post, der Kreuzstock und das zum Bären gehörende Kreuz. Sie stellen ein bemerkenswertes Ensemble von nationaler Bedeutung dar.  

 


Berner Bauerngarten beim Kreuz

 

Von der Taverne zum historischen Genuss- und Romantik Hotel

Der Bären entstand 1752 als Ersatz einer seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesenen Taverne. Er umfasst drei Häuser: das gegenüberliegende Kreuz, samt Stock und Stallungen, welches ebenfalls ursprünglich eine Taverne aus dem 16. Jahrhundert war. Heute sind die Stallungen Teil des zum Bären gehörenden Gästehauses mit einzigartigen Zimmern und Suiten. Über dem Eingang des Restaurants weist ein, aus der Biedermeierzeit stammendes, schmiedeeisernes Wirtshausschild mit beachtlichem Aushänger die Gäste in gemütliche Räumlichkeiten. Einmalig für ein ländliches Wirtshaus ist der grosse Festsaal aus der Belle Epoque, der sich im Anbau befindet.  

Die beiden Gasthäuser Bären und Kreuz gehörten während der Postkutschenzeit bis zur Eröffnung der Eisenbahn 1908 zu einer bedeutenden Pferdewechselstation zwischen Luzern und Bern. Ein sogenanntes «Relais», wo Station gemacht wurde. Im Kreuzstock von 1820 konnten die Kutschen sogar ins Haus hineinfahren und im Trockenen umgeladen werden. Was in damaliger Zeit eine Besonderheit war. 

Alle Gebäude wurden in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege fachgerecht restauriert und komplett renoviert. Im Jahr 2000 durfte das Restaurant Bären den Titel «Historisches Restaurant des Jahres» tragen. Seit 2009 ist der Bären Mitglied von «Swiss Historic Hotels». 2017 wurde der Bären zur Siegerbeiz der SRF-Sendung «Mini Beiz, Dini Beiz» gekürt. Die Küche ist mit 13 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet.   

 

Jeder Gast ist herzlich willkommen

Vom Krawattenträger bis zum Büezer, vom Wanderer bis zum stilvoll tafelnden Freund des Genusses: Jeder Gast ist herzlich willkommen. Das Ziel der Gastgeber Chantal und Volker Beduhn und des Teams des Hauses ist es, die Tradition auf zeitgemässe Art weiterzuführen. 

 

«Es ist wohl nichts dümmer auf der Welt, als wenn man schlecht zu essen gibt und es besser geben könnte.»

Das Zitat aus Jeremias Gotthelf «Ueli der Pächter» ist Leitsatz und Ansporn für die Bären-Küche. Hier ist man mit der Region verbunden und weiss, dass das Gute oft so nahe liegt. Die ausgezeichnete Küche des Romantik Hotel Bären ist überregional bekannt und geschätzt. Küchenchef Torsten Bolz mit Team zaubert vielfältige Gaumenfreuden mit regionalen, saisonalen, frischen Zutaten und je einer Prise Kreativität und Moderne. Die viel gelobte Küche ist wichtiger Teil vom Dreiklang aus Gastlichkeit, Genuss und Geschichte.


Rotherstube

 

Ein Dreiklang: Gastlichkeit, Genuss und Geschichte

Nach der Wanderung kann man seinen Durst erst einmal im gemütlichen Lounge-Garten stillen und ankommen. Entspannung pur findet man in einer der sieben Suiten, wie beispielsweise der «Veranda-Suite» mit eigener Terrasse und Aussenliegemöglichkeiten, Sauna, Dampfdusche, Whirlwanne und Cheminée. Dann geht man zur Tafel in der gediegenen «Rotherstube» über und geniesst ausgiebig die mit 13 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnete Küche.

Oder man bevorzugt in der gemütlichen und geselligen Emmentaler-Stube seine Gaumenfreuden zu stillen. Warum seine Geister nicht mit einem Jass beleben? Auch für die romantische Zweisamkeit und private Momente ist gesorgt: Das lauschige «Schrybchämmerli» hat sicher schon einige Liebeserklärungen umrahmt. Schier endlose Möglichkeiten tun sich hier auf, um seinem Alltag dank der Wohlfühl-Oase entschwinden zu können.


Emmentaler-Gaststube für den gemütlichen Jass, ein Znüni, Zvieri, feines Mittag-, Abendessen, Schlummertrunk…

 


Prunkraum mit Kronleuchter, Kachelofen, Stuckaturen, altem Parkettboden für Feste mit Stil und Glanz – der Belle Epoque-Festsaal

 


Gewölbekeller aus dem 18. Jahrhundert mit ausgesuchtem Wein aus der Schweiz und Europa

 

 
Eck- oder Klassik-Zimmer: alle mit Spitzbogenfenstern, Holzdecken, einer heimeligen Atmosphäre und stilvoll modern eingerichtet

 


Sieben Suiten mit ganz besonderem Charme, viel Romantik, Wellnesseinrichtungen… Entspannen fällt hier besonders leicht  

 


Wellness-Suite «Dachgiebel» mit Sauna, Dampfbad mit integrierter Dusche, Whirlwanne, dampfendes Lichtspiel…. 

 

Schätze des Emmentals

Wie immer schon ging hier im Bären ein durchmischtes Publikum ein und aus. War vielleicht sogar schon Albert Bitzius hier zu Gast? Belegt ist, dass der berühmte Schriftsteller mit dem Pseudonym Jeremias Gotthelf, am 1. Januar 1831 von Bern ins Emmental, nach Lützelflüh «hoch zu Ross im Schneegestöber» über die Holzbrücke ritt. 1832 wurde er nach einem Noviziat bei Pfarrer Fasnacht zum Pfarrer von Lützelflüh gewählt. Er lebte bis 1854 im nur gerade mal 15km von Dürrenroth entfernten Dorf. Der fleissige und begnadete Schriftsteller schuf ab seinem 40. Altersjahr enorm viele weltberühmte Romane, Erzählungen und Kalendergeschichten. Seine Geschichten prägen noch heute das Bild des Emmentales mit seinen Bewohnern. Seine einzigartige Sprache ist ein besonderes Vermächtnis. Erinnerungen werden wach an verfilmte Zeitgeister wie «Ueli der Knecht», «Ueli der Pächter», «Die schwarze Spinne», «Geld und Geist». Es lohnt sich einen Abstecher ins Gotthelf-Museum zu unternehmen.

Auch durch die liebliche Hügellandschaft des Emmentales zu wandern hat seinen ausgesprochenen Reiz. Unzählige Wanderungen bieten sich rund um Dürrenroth an. Warum nicht einmal den Weg auf die «Lueg» für die Aussicht über die Goldhügel des Emmentales bis zur Jurakette, zu den Berner Alpen, zur Gantrischkette und den Fribourger Alpen unter die Füsse nehmen?

Wer noch weiter will, darf gerne: Dürrenroth liegt auf der ViaJacobi-Strecke zwischen Huttwil und Burgdorf.

Viele Wege führen hierher zum Bären. Wer einen davon geht und hier ankommt, darf sich die wunderbare Rast im Landgasthof Bären nicht entgehen lassen. Eine Perle im Emmental.

 

 

Romantik Hotel Bären Dürrenroth
Dorf
3465 Dürrenroth
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  www.baeren-duerrenroth.ch
  

 

Wandervorschlag
  Emmental: Huttwil – Dürrenroth – Lueg – Burgdorf (Jakobsweg)

 

 

Bilder: Romantik Hotel Bären Dürrenroth
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

Das historische Grandhotel Giessbach gehört mit den tosenden, über vierzehn Felsstufen hinunterstürzenden Giessbachfällen zu den schönsten und kraftvollsten Stätten der Schweiz. Das Belle-Epoque-Märchenschloss, hoch über dem Brienzersee, ist ein einzigartiges kulturhistorisches Denkmal.

Wanderbeschrieb

Am Schönsten ist die Anreise über den Seeweg. Über die private Schiffsstation und mit der historischen, weitgehend im Originalzustand erhaltenen, ältesten Standseilbahn Europas geht es hinauf zum Märchenschloss. Hoch oben über dem Briezersee betritt man ein Hotel mit einzigartiger Geschichte. Das legendäre Grandhotel Giessbach (+41 33 952 25 25) in prachtvoller Lage bei den viel besungenen, silbern schäumenden Giessbachfällen mit Blick auf See und Berge, verbindet den Charme der Belle Epoque mit höchstem Komfort.


Grandhotel Giessbach hoch über dem Brienzersee

 


Grandhotel Giessbach mit der 1879 eröffneten ältesten Standseilbahn Europas

 

Die Geschichte

Entdecker des Giessbachs sind eine Anzahl Maler, die heute zur Gruppe der Schweizer Kleinmeister gehören. Der Weg zu den berühmten Giessbachfällen für die Gäste des aufkommenden Touristenstromes im 19. Jahrhundert wurde vom Pfarrer Daniel Wyss und dem Schullehrer Johann Kehrli (1774-1854) ermöglicht. 

Die beiden Brienzer legten eigenhändig einen Wanderweg an und stellten dann eine Sitzbank auf. Die weitere Entwicklung ist Kehrli zu verdanken. Nach der Sitzbank folgten ein einfaches Schutzhaus (1822), dann eine Gaststube und schliesslich das «Gasthaus Giessbach». 1855 wurde die Liegenschaft verkauft. Nach nochmaligem Besitzerwechsel ging diese schliesslich 1870 an die bekannte Hotelierfamilie Hauser über.

Es begann die grosse Blütezeit am Giessbach: Nach den Plänen des Architekten Horace Edouard Davinet (1839-1922) entstand ein Palast-Hotel «à la Louvre». 1875 eröffnete der Neubau seine Tore. Ein Grand Hotel erster Güte mit eigenem Gaswerk, einer Grosswäscherei, mehreren Badekabinetten, zahlreichen Wasserklosetts und einer gedeckten Wandelbahn im «foresto-rustico-Styl». Zur besseren Erschliessung eröff­neten die Gebrüder Hauser 1879 eine hoteleigene Standseilbahn für den Weg von der Schiffsstation zum Hotel.

 

1883 zerstörte ein Grossbrand die oberen Stockwerke des stolzen Baues. An die Stelle der Kuppeln traten Spitztürmchen und Fassadendekorationen im «Schweizer Holzstil». Bei der Wieder­eröffnung im Juli 1884 leuchteten im neuen Hotel Giessbach die ersten elektrischen Lampen.

Kurze Zeit vor dem 1. Weltkrieg verkaufte Hauser die gesamte Giessbach-Liegenschaft. Daraufhin wechselten die Besitzer mehrmals. Es folgte eine entbehrungsreiche Leidenszeit, in der das Hotel dahin serbelte. 

Zwei Weltkriege mit ihren verheerenden Folgen für die Schweizer Hotellerie, sowie ein verändertes Tourismusverständnis liessen Glanz und Ruhm des Giessbach verblassen. Nach jahrelangem Niedergang schloss das Hotel 1979 seine Tore. Es drohte der Abriss und ein Neubau in Form eines Jumbo-Chalets.

 

 

«Giessbach dem Schweizervolk»

Eine Arbeitsgruppe unter der Federführung des Berner Burgerratspräsidenten Rudolf von Fischer setzte sich für die Erhaltung des traditio­nellen Hotelbaus mit seiner einmaligen Parkanlage ein und fand in letzter Minute den bekannten Umweltschützer Franz Weber.

Dank dem unermüdlichen Einsatz Franz Webers und der von ihm gegründeten «Stiftung Giessbach dem Schweizervolk», mit dem Ziel die Giessbach-Liegenschaft käuflich zu erwerben und unter Denkmalschutz zu stellen, begann die beispiellose Rettungskampagne.

Seine Idee: den Giessbach dem Schweizervolk zu «schenken» und ihn dadurch für alle Zeiten unversehrt zu erhalten. Die Idee fand in der Bevölkerung begeisterte Zustimmung. Mit einer gesamtschweizerischen Sammelaktion konnten CHF 2 Millionen Spenden eingenommen werden. Der Kanton Bern und die Gemeinde Brienz steuerten je eine halbe Million Schweizer Franken bei. 

Franz Weber: «[…] Jeder neue Gast kehrt wieder. Kehrt wieder und wieder und noch und noch zurück in den Giessbach. Und kehrt kulturbewusster nach Hause zurück. Der Giessbach hat es ihm angetan. Die Botschaft, dass ohne Kultur und Schönheit das Leben am wahren Leben vorbeigeht, dass Schönheit und Kultur zu den unerlässlichen Eckpfeilern des Lebens gehören.»

 

Im neuen Glanz

1983 erwarb die Stiftung den Giessbachbesitz, und im folgenden Jahr konnte die Wiedereröffnung, des mit Hilfe der Denkmalpflege restaurierten Hotels, gefeiert werden. Seither wurde auch die Standseilbahn renoviert. Stück für Stück wurde in den Wintermonaten das ehrwürdige Grandhotel saniert und restauriert. Die letzte grosse Bau-Etappe wurde im Winter 1989/90 abgeschlossen.

2004 erhielt das Grandhotel Giessbach von Icomos den verdienten Titel «Histo­risches Hotel des Jahres».

 

Heute wie damals

Nirgends kommt die fantastische und atemberaubende Architektur des Giessbach so deutlich zum Vorschein wie in der legendären und prächtigen Lobby: Treffpunkt, Panorama und Bühne zugleich. Den Salon Davinet schmücken heute Bilder des 19. Jahrhunderts aus dem Besitz des Kunstmuseums Bern. Monumental insbesondere ist das grossartige Giron-Gemälde «Schwingfest in den Alpen» im Salon Giron. Der Ballsaal Belle Epoque ist bis heute Schauplatz für Tanzbälle, Hochzeiten und andere grosse Feste.

 

Auch für kulinarische Highlights ist gesorgt: Im Restaurant «Le Tapis Rouge» schlemmt man feinste Fisch- und Fleischgerichte. Auf der kulinarischen Weltreise fehlt die vegane und vegetarische Küche nicht. Das Motto: Immer neu, immer frisch, individuell, kreativ und von erster Qualität. 

Auf der Terrasse des Parkrestaurants, mit dem berühmten grandiosen Blick auf den Brienzersee und in die Alpen, lohnt es sich, eine Rast einzulegen: Hier wird man mit kleinen und grossen, süssen und salzigen Köstlichkeiten verwöhnt und lauscht dem Rauschen der Giessbachwasserfälle.

Und dann wäre noch das «Parkrestaurant Les Cascades». Mit atemberaubendem Blick auf die Giessbachfälle sitzt man in liebevoll eingerichteten Nischen mit warmem, reichhaltigen Dekor. Bei der Produktewahl wird besonderen Wert auf Regionalität und Qualität gelegt.

 

Herrliche Nachtruhe

In den Zimmern, teils mit original-restauriertem Mobiliar aus der Jahrhundertwende, taucht man ein in eine Welt einzigartiger Pracht und eleganter Kultiviertheit. Jedes Zimmer besitzt seinen eigenen, ganz individuellen Charme. Dies auch dank den einzigartigen Möbelstücken. Aus aller Welt werden von Giessbach-Liebhabern Möbel gespendet, daher ist jedes Möbelstück ein wahres Unikat.   

 

Giessbachwasserfälle

In machtvoll weissen Kaskaden donnert der Giessbach 400 Meter in die Tiefe, über 14 Stufen am Märchenschloss vorbei. Diverse Wege führen dem Wasserfall entlang und mit der Giessbachbahn lässt er sich gemütlich von oben bestaunen. Nachts wird das Naturspektakel effektvoll inszeniert. Während die Fälle im Herbst in prächtigen Farben eingebettet sind, lassen Schneeschmelze und Regen im Frühling den Bach zu einem eindrucksvollen Spektakel anschwellen. An heissen Sommertagen sorgt das Naturschwimmbad, gespiesen vom Quellwasser des Giessbachfalles für Abkühlung; gänzlich frei von jeglichen künstlichen Zusätzen. 

Ein magischer Ort!

 

Grandhotel Giessbach
Giessbach
3855 Brienz
  +41 33 952 25 25
  www.giessbach.ch
  

 

Wandervorschlag
  Briezersee: Iseltwald – Giessbachfälle – Giessbach

 

 

Bilder: Grandhotel Giessbach
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Hoch über dem Lago di Lugano im Tessin gibt es sie: die Wohlfühlinsel. Die Villa Carona ist ein wertvolles Kleinod. Hier lässt es sich wunderbar im Dolce Vita nach interessanten und vielseitigen Wanderungen erholen. Und man darf sich auf historische Spuren begeben. 

 

Wanderbeschrieb

Paradiesisch ist es zwischen Glyzinien, Sternmagnolien, Rosen, Kamelien, Flieder, Hortensien – es blüht wohl immer etwas im Tessiner Klima. Hier ein Tischchen, dort eine bequeme, beschattete Sonnenliege. Eine sanfte Brise weht. Das leichte Rascheln der zitternden Fächerpalme verflüchtigt. Ein Gläschen kühler Prosecco. Ein warmes und sanftes Licht umgibt einen. Aussichten tun sich auf. Dolce Vita im mediterranen Klima macht sich breit. Hier, im lauschigen Garten der Villa Carona (+41 91 649 70 55), hoch über dem Luganersee, findet wohl jeder sein Lieblingsörtchen. 


In einem mediterranen Paradies – ein idealer Rückzugsort für Ruhesuchende und Geniesser

 

Romantisch, beseelt, historisch

Die Villa Carona strahlt Idylle und Gemütlichkeit aus. Die familiäre Atmosphäre garantiert viel Erholung und Entspannung. Das Dreisterne-Hotel liegt am südlichen Dorfrand eines bedeutenden Künstlerdorfes. Einige historisch wertvolle Häuser zieren das beschauliche Dorf Carona. Es beherbergte schon früh bedeutende Künstlerfamilien, darunter bekannte Caroneser Namen wie Scala, Petrini, Solari und Casella, die zum Beispiel den Kreml, den Mailänder Dom und weitere weltberühmte Kunstdenkmäler entscheidend mitgeprägt haben. Aber auch spätere Grössen wie Hermann Hesse, die Familie Wenger, Meret Oppenheim, Lisa Tetzner, Bertold Brecht uvm. hinterliessen in Carona ihre Spuren. Carona wird auch das «Dorf der Künstler» genannt. 


Ein grosser Garten mit vielen lauschigen Plätzen. Blick auf den Monte Generoso

 


Sobald die Sonne scheint, geniesst man das Frühstück gerne im Garten

 

Historischer Glanz und Behaglichkeit

Die 18 Gästezimmer zeigen ihren historischen Glanz auch dank freigelegter Deckenfresken, Stuckaturen und durch eine geschickte Kombination von antiken Möbeln und modernem Komfort. Die Zweisamkeit kommt nicht zu kurz, denn in keinem der Gästezimmer wird man von einem allerwelts Fernsehsender gestört – man sucht den Fernseher im Zimmer vergeblich. Lieber hört man dem Zirpen der Heuschrecken im nahen Wald und dem leisen Plätschern des Brunnens im Garten vor der Villa zu oder liest ein Buch von den grossen Geistern, die Carona beseelt haben, wie Thomas Mann, Bertold Brecht, Hermann Hesse uvm. 

Wie geschichtsträchtig dieses typische Tessiner Patrizierhaus ist, zeigt sich auch in all den Details, für die man sich Zeit nehmen muss. Einige Entdeckungen warten auf; wie liebevoll arrangierte Bilder, die passend ausgesuchten Möbel als Zeitzeugen der Epochen, die originalen Decken- und Wandmalereien oder der alte Eiswagen, der auch Passanten dazu anregt, sich ein Gelato zu gönnen. Man staunt und geniesst in diesem über 200 Jahre alten historischen Patrizierhaus. 

 

 

 

Tafeln in urgemütlichen Räumen oder unter Weintrauben

Im hauseigenen Restaurant werden typische Tessiner Spezialitäten mit viel Sorgfalt, Frische und von höchster Qualität serviert. Leichte Köstlichkeiten und auch herrliche Fleischspezialitäten werden gekonnt und liebevoll den Hotel- und zahlreichen externen Gästen à la carte zubereitet.

Das Innere des Lokals wirkt sehr heimelig. Ein typischer Tessiner Kamin, die Holzdecke, Kerzenlicht, hier ein Kissen, dort ein Licht, all dies strahlt gepflegte Wärme und ungezwungene Gemütlichkeit aus. Ein gelungener Speiseraum, fast wie ein Tessiner Grotto.

 

 

Der idyllische Garten steht für das Mittag- oder Abendessen ebenso zur Verfügung. Wie herrlich, wenn man seinen Apéro draussen einnimmt und dann auf eine der zwei Terrassen wechselt, die auf verschiedenen Ebenen liegen. Auf der Sonnenterrasse bekommen die Gäste den faszinierenden Bergblick zum Essen dazu. Herrlich auch, unter der Pergola zu tafeln. «La Sosta» (= Rast) – ein Restaurant, das inmitten eines romantischen Gartens liegt, kann nur so heissen.

 

Mit viel Herzblut und Sachverstand

Einst, etwa 1781, wurde das typische Tessiner Patrizierhaus von der reichen Unternehmerfamilie Andreoli aus Mailand als Sommerresidenz erbaut und diente fast 100 Jahre lang für die Familie als Rückzugsort vor der grossen Hitze in Mailand. Um 1850 wurde das Haus durch eine Heirat in die Scala-Dynastie zweigeteilt, und dabei wurde der grosse Garten neugestaltet, wie er auch heute noch besteht. Der letzte Bewohner der Scala-Familie war als Eisenbahningenieur in der ganzen Welt unterwegs und verbrachte Zeit in Carona, wenn er nicht im Ausland war. Nach seinem Tod blieb die Villa einige Jahre unbewohnt, bis 1951 ein erster Hotelbetrieb eingerichtet wurde. Weitere Umbauten wurden 1969 und 1995 vorgenommen und dabei historische Räume weitgehend unangetastet gelassen, der Garten weiterhin gepflegt.

Im Jahr 2005 wurde die Liegenschaft von Cornelia und Jörg Deubner-Marty übernommen. Die Eigentümerfamilie legt viel Wert auf den Erhalt der historischen Substanz und deren Feinheiten. So erneuerte sie die Villa mit viel Herzblut und Sachverstand. Zahlreiche historische Böden wurden freigelegt, illusionistische Malereien an Decken und Wänden, Fresken wieder sichtbar gemacht, im Aufenthaltsraum wurden der schachbrettartige rot-schwarze Plattenboden und die Blumenmotive an der Decke sorgfältig freigelegt und restauriert. 

Die Villa hat persönlichen Charakter und ihren eigenen Stil. Sie ist ein Kleinod. Sie wird mit viel Leidenschaft und Verbundenheit geführt. Das Haus strahlt eine Art «innere Ruhe» aus und ist urgemütlich. Ein idealer Rückzugsort zum Wohlfühlen. 

 

Jeder Weg hat seine Vorzüge 

Warum sich nicht auch auf spannende und ebenso erquickliche und bildende Wege begeben? Die Villa Carona ist ein idealer Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen. Welche Richtung man auch wählt, die Wege haben alle ihren Charme, auf dem Weg Naturschönheiten und tolle Aussichten. Auch nebst Geschichte und Kunst gibt es viel zu entdecken. Unzählige Wege führen über die Ceresio-Halbinsel. Wanderungen auf dem Collina d’Oro, in der Talmulde zwischen dem San Salvatore und Arbostora, rund um Carona, durch die Kastanienwälder, auf die Alpe Vicania, nach Morcote und auch an einigen bedeutenden Orten vorbei, an denen Hesse weilte. Einige Plätze, wie beispielsweise die Chiesa Santa Marta, wo Hesse seiner zukünftigen Frau schrieb, liegen nur wenige hundert Meter entfernt.

Der Weg der 6 Kirchen von Carona lockt. Denn die berühmten Maler, Stuckateure und Meister der Steinmetzkunst des Dorfes widmeten sich während der Winterzeit der Ausschmückung ihrer Kirchen und Wohnhäuser. Das Künstlerdorf darf nicht unentdeckt bleiben. Hier stehen auch, der von Hesse beschriebene, Torbogen unter dem Kirchturm von San Giorgio und das von ihm so genannte «Papageienhaus» mit seinem «blauen Stern» der Familie Wenger. Auch die Casa Pantrovà von Lisa Tetzner und Kurt Kläber ist hier zu finden.

 

 

Parco San Grato und eine der schönsten Badeorte Europas

Wie wäre es denn, nach einer interessanten Wanderung seine Eindrücke im Hot Pot mit Aussicht und einem Fläschchen Tessiner Weisswein in der Villa Carona abzuschliessen?

Wer lieber schwimmen möchte, kann dies im Naturschwimmbecken von Carona, nur ein paar Gehminuten entfernt, umgeben von Natur und Grün.

Noch mehr Blütenpracht findet man im nahe gelegenen Parco San Grato. Ein wertvoller Botanischer Garten mit paradiesischem Charakter und einer einmaligen Artenvielfalt. Ein umfangreicher Bestand von Azaleen, Rhododendren, Nadelbäumen und eindrucksvolle Aussichten mit lauschigen Ecken verführen zum Verweilen.  

Vielleicht versteht man gerade hier diesen Satz von Hermann Hesse (aus «Klingsors letzter Sommer»): «Der Nachmittag ging hin wie im Paradies».

 

 

Romantik Hotel Villa Carona
Piazza Noseed
6914 Carona-Lugano (TI)
  +41 91 649 70 55
  www.villacarona.ch
  

 

Wandervorschläge
  Lugano-Paradiso – San Salvatore – Carona
  Carona – Alpe Vicania – Vico Morcote – Morcote

 

 

Bilder: Romantik Hotel Villa Carona
Text: Claudia Ruf (WegWandern.ch)

Ja, es gibt sie noch, die wohltuenden Zeitinseln. In manchen historischen Berghotels wähnt man sich in einer anderen Zeit. Weit weg vom Trubel der Neuzeit sind sie oft nur zu Fuss erreichbar, thronen auf Gipfeln oder einsamen Alpen und liegen an bedeutenden Säumerwegen.

Zur Sommerserie

Jede Woche findest Du hier ab 20. Mai bis zum 31. August ein historisches Berghotel vorgestellt, mit einem Wanderbeschrieb dazu. Schau immer mal rein!

Wer beim Wettbewerb mitmacht, kann mit etwas Glück, Übernachtungen in ehrwürdigen Berghotels gewinnen.

17 Wanderungen zu historischen Berghotels führen auf eine erlebnisreiche Zeitreise und in die schönsten Bergregionen der Schweiz. Oben angekommen wird auf Schritt und Tritt über knorrige Böden Geschichte spürbar zum Erlebnis. Man wird beispielsweise entführt in den Glanz der Belle-Epoche, als die Gutbetuchten sich in den Sänften auf die Berge hochtragen liessen. In den Zimmern die Waschschüssel mit der Kanne, die Wände zierenden Trompe-l’Oeil-Tapeten – alles original erhalten. Historische Berghotels erleben ein Revival. Sie sind keineswegs verstaubt sondern wurden liebevoll restauriert und bieten den Komfort der Neuzeit.

Der Weg lohnt sich: Wo geniesst man ein Alpen-Wellness im Lärchen-Hot-Pot mit serviertem Apero inmitten herrlicher Bergkulisse und hört den «Betruef» dazu? Bei wem gibt es ohne Elektrizität im Haus ein köstliches Dinner mit romantischem Kerzenschein? Wo kann man heute in einer stylischen Suite mit integrierter Sauna, Whirlpool und Kamin übernachten, wenn das Haus schon über 200 Jahre alt ist?

In der Sommerserie werden die Geschichte und die Geschichten über 17 ausgewählte Berghotels in Zusammenhang mit den Anfängen des Alpinismus, des Tourismus, des öffentlichen Verkehrs und der Hotellerie der Schweiz erzählt.

Eine Spurensuche zu kulturhistorischen Zeitzeugen, zu den Juwelen aus der Pionierzeit. Quer durch die Schweiz vom Grimsel Hospiz, eines der spektakulärsten Berghotels, zum Berghotel Faulhorn im Berner Oberland, wo man in Zimmern mit original Biedermeier-Betten aus der Gründerzeit schläft, bis zum Sommer-Alpenpalast Grand Hotel Glacier du Rhône im Wallis, der jährlich auf’s Neue aus der winterlichen Eiszeit wach geküsst wird.

 

 

Wlan, Handyempfang, Fernseher? Fehlanzeige! Im historischen, ehrwürdigen Hotel Rosenlaui im Haslital geniesst man den Luxus offline zu sein. Man wähnt sich in einer anderen Zeit: Der Belle-Epoque. Inmitten der grandiosen Bergwelt mit Gletschern, bei der berühmten Rosenlauischlucht, findet man eine wohltuende Zeitinsel.

Wanderbeschrieb

Wie wunderbar und wunderlich erscheint doch das Hotel Rosenlaui (+41 33 971 29 12), nach einer langen, oder auch kurzen, Wanderung. Man tritt über die Türschwelle und kommt in einem Juwel an, so kostbar erscheint es, dass man eigentlich nie mehr weg möchte. Im Salon beim Nachmittagstee, inmitten von wunderschönen alten Möbeln aus den Jahren 1861 und 1905, mit Bibliothek, geniesst man noch die Zeit zum Lesen, zum Reden und zum Sein.


Von den Zimmern hört man das Rauschen des Baches und geniesst den Blick in die Bergwelt

 

Die Hotelzimmer sind alle gegen Berge und Bach gerichtet, man hört das Rauschen des Wassers und geniesst die atemberaubende Aussicht auf das kleine Wellhorn, Dossenhorn und die Engelhörner mit den bizarren Zacken. In der Ferne, und doch nur ein paar wenige Gehminuten entfernt, hört man das Gurgeln der Gletschertöpfe aus der Gletscherschlucht Rosenlaui. Sie ist einen Besuch wert. Auf einem gut gesicherten Weg wandert man vorbei an wuchtigen Wasserfällen, romantischen Grotten und bizarren Felsschliffen. Ständig ist die unbändige Energie des Gletscherwassers spürbar: Mal wirbelt es um einen Gletschertopf, mal fällt es über eine Felsstufe, zwängt sich durch einen Engpass, schäumt, sprudelt, gurgelt. Gewaltig, atemberaubend, erfrischend.

Ein Paradies für Wanderer. So kann man neben dem Besuch der Rosenlauischlucht eventuell auch den Aufstieg zur Dossenhütte (T4 – Alpinwandern) oder zur Engelhornhütte (T3 – anspruchsvolles Bergwandern) wagen. Oder einfach mal zur Grossen Scheidegg hinauf wandern.


Engelhörner

 


Jedes Zimmer ein Unikat

 

Die Anfänge

1771 entdeckte der Senn Andreas von Bergen zufällig beim Arbeiten die Schwefelquelle. Überzeugt von der Heilkraft des Wassers dachte er sofort an seine kranke Frau, die an offenen Beinen litt. Durch regelmässiges Baden in der Quelle erhoffte er die Heilung seiner Frau. Kurz darauf entschloss sich der geschäftstüchtige Senn, die Rosenlaui-Alp zu kaufen. 1773 baute er eine einfache Badehütte mit Unterkunft. Alsbald sprach es sich herum, und Glieder- und Magenkranke kamen aus dem ganzen Land ins Rosenlaui.

 

Goethe, Nietsche, Tolstoi

Ende des 18. Jahrhunderts wurde, infolge Berichten von Reiseschriftstellern, der Übergang von der Kleinen zur Grossen Scheidegg so bekannt, dass man nun auch den Rosenlauigletscher besuchte. So wanderte auch Johann Wolfgang von Goethe 1779 von Grindelwald über die Rosenlaui auf die Grosse Scheidegg bis nach Guttannen. In einem Brief hielt er fest: «[…] Der Weg ins Haslital ist der angenehmste, den man gehen kann […] Der erste Blick vom Berg herab in das Hasliland ist frappierend – die Gegend ist erstaunlich weit und angenehm.»

Mit den Anfängen des Alpinismus und Erstbesteigungen vieler Viertausender im 19. Jahrhundert veränderte sich die Haltung gegenüber der früher furchteinflössenden Bergwelt. Immer mehr Menschen zog es hinaus in die Natur, hinauf in die Berge.

 

 

1862 wurden alle drei Rosenlaui-Kuranlagen Opfer eines verheerenden Brandes. In der Folge wurde ein neues Gasthaus gebaut, welches bis heute Hotelgäste beherbergt. 1904, in den goldenen Jahren, kam der prächtige Jugendstilbau hinzu und wurde damit ein richtiges mondänes Kurhotel mit Badehaus und Tennisplatz. Die Oberschicht mit Dienerschaft liess sich nun mit der Sänfte hinauftragen. Mit damals 160 Betten war das Rosenlaui das grösste Hotel im Oberhasli.

1903 sorgte der Tourismuspionier Kaspar Brog mit der Erschliessung der nahen Gletscherschlucht Rosenlaui für eine weitere Attraktion. Mit dem Bau von Eisenbahnstrecken, vorallem der Brünigbahn, kamen immer mehr Touristen. 1912 verschüttete zwar ein Erdrutsch die Schwefelquelle und setzte dem Badebetrieb ein Ende, aber nicht dem Erfolg. Erst mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise und dem Ersten Weltkrieg geriet das Tal in Vergessenheit.


Salon

 

 

Aus dem Dornröschenschlaf

1960 kaufte Ernst Kehrli das Hotel und erweckte es zu neuem Leben. Heute führt sein Sohn Andreas zusammen mit seiner Frau Christine das Haus mit viel Liebe zum Detail. Jedes der 25 Zimmer ist ein Original. Auf Schritt und Tritt über knorrige Böden, wo einst die Oberschicht wandelte, wird Geschichte spürbar zum Erlebnis: In den Zimmern die Waschschüssel mit der Kanne, der Chaise longues, die Wände zierenden Trompe-l’Oeil-Tapeten – alles original erhalten. Ein eigenes Bad mit Dusche? Nein. Im Hotel Rosenlaui gibt es diesen vermeintlichen Luxus nicht, dafür Entschleunigung und vorallem den absoluten Luxus in unserer heutigen Zeit: Ruhe. 

 

 

 

 

 

 

Hotel Rosenlaui
Andreas & Christine Kehrli
3860 Rosenlaui
  +41 33 971 29 12
  www.rosenlaui.ch
  

 

Wandervorschläge
  Rosenlaui Gletscherschlucht – Schwarzwaldalp – Grosse Scheidegg
  Rosenlaui – Dossenhütte – Innertkirchen
  Gletscherschlucht Rosenlaui – Engelhornhütte – Chaltenbrunnen

 

 

Bilder: Hotel Rosenlaui (Ernst & Christine Kehrli)
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Typische Schmerzen beim Wandern und wie sie vermieden werden

Das Wandern durch die Alpen ist ohne Zweifel eine der schönsten Freizeitmöglichkeiten, die es in der Schweiz gibt. Von malerischen Tälern über verschneite Berge gibt es schier unendlich viel zu entdecken. Doch nicht immer endet die Wanderung mit glücklichen Gesichtern. Typische Schmerzen kehren bei vielen Menschen immer wieder – sie müssen es jedoch nicht. Wie sie vermieden werden können, erklären wir hier.


IMAGE SOURCE: Twitter

 

Blasen, Knie- und Gelenkschmerzen effektiv vermeiden

Auf Wanderungen sind kleine Probleme an der Tagesordnung. Während bei einem die Füsse vom langen Tag schmerzen, sind es bei anderen die Knie oder Gelenke. Viele sind sich nicht bewusst, dass diese Schmerzen mit teils einfachen Tricks vermieden werden können. Somit wird der sonntägliche Trip durch die Schweizer Natur mit der Familie noch einmal schöner. Eine der immer wiederkehrenden Problematiken beim Wandern sind Blasen an den Füssen. Auch wenn sie nicht unbedingt als «Verletzung» bezeichnet werden können, sind sie oft doch schmerzhaft oder zumindest sehr unangenehm. Oftmals hängt die Blasenbildung mit den Schuhen zusammen, die von der jeweiligen Person getragen werden. Wer sich beispielsweise kurz vor einer langen Wanderung neue Schuhe kauft, um vermeintlich gut vorbereitet zu sein, ist fast mit Sicherheit von den lästigen Blasen betroffen. Die genutzten Schuhe müssen bereits eingelaufen sein und passende Socken sowie gute Platzbedingungen vorfinden. Zudem ist nicht jeder Wanderschuh für jeden Wanderweg geeignet. Die nötigen Informationen zur Route sollten vorab gesammelt werden, sodass man nicht von extremer Steigung überrascht wird. Wenn es trotz aller guten Vorbereitung trotzdem zu einer Blasenbildung kommt, ist es am besten, direkt ein Pflaster über die Stelle zu kleben, um weitere Irritationen durch die Verbindung zwischen Fuss und Schuh zu vermeiden.

Ebenfalls ganz oben mit dabei auf der Liste der meistverbreitetsten Schmerzen beim Wandern sind jene in den Knien und Gelenken. Durch die hohe und andauernde Belastung kann es vor allem beim Bergaufwandern zu Schmerzen kommen. Es handelt sich um ein im klassischen Ausdauersport weit verbreitetes Phänomen, das zum Beispiel auch bei Marathonläufern häufig auftritt. In der Sommersaison lässt sich dies bei den entsprechenden Übertragungen oder live vor Ort sehr gut beobachten, etwa beim London Marathon, in dem Eliud Kipchoge der grosse Favorit ist. Seine Quote von 1,57 (Stand 19. April 2018) ist von der Konkurrenz unerreicht. Doch vor allem jene Läufer auf den hinteren Plätzen werden oft zu kämpfen haben. Wer sich zu früh zu viel zumutet, riskiert zudem nicht nur Probleme an den Knien und Gelenken, sondern auch schmerzvolle Sehnenentzündungen. Methoden zur Vermeidung gibt es einige: gründliches Stretchen davor und danach, gute Schuhe, ein auf die Wanderung ausgelegter Trainingsplan und ausreichende Pausen bei aufkommender Müdigkeit

 


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Keine Chance für Dehydrierung und Wunden

Bei besonders langen Wegen kann eine Dehydrierung schneller eintreten, als es viele selbst glauben. Da der Körper zu rund 60% auf Wasser besteht, ist es wichtig, den Wasserhaushalt stets im Blick zu halten. Ausreichend Wasser im Gepäck muss somit Teil einer jeder Wanderung sein, egal ob es Sommer oder Winter ist. Dass ein Mangel bei hohen Temperaturen im Sommer eher auftritt, ist klar. Das Wasser hilft dem eigenen Kreislauf und kann sogar Erschöpfung verhindern. Experten ermittelten 0,25 Liter pro Kilometer als die perfekte Menge zum Verzehr. Sollte es trotz allem zu einer Dehydrierung kommen, sind vor allem salzhaltige Snacks eine gute Wahl. Diese bringen nötige Elektrolyte zurück in den Körper. Wenn es sich vermeiden lässt, sollten die Wanderungen nicht um die Mittagszeit stattfinden. Vielleicht ist auch eine längere Pause, bevorzugt im Schatten, dann gut einlegbar.

Wanderungen haben an sich, dass sie meist durch ein Terrain führen, dass keine grosse Rücksicht auf diejenigen nimmt, die sich für eben diesen Weg entschieden haben. Das kann zu Schnittwunden oder Kratzern an Armen, Beinen oder gar dem Nacken führen. Während dornengespickte Büsche noch ein Hindernis mit Ausweichmöglichkeit darstellen, sind Stürze auf regennassen Steinen oder Blättern oftmals nicht zu vermeiden. Die einfachste und logischste Art, Wunden an der Haut zu vermeiden, ist die Konzentration auf die Umgebung. Selbst wenn die Gespräche mit den Freunden besonders anregend sind, sollte man dafür keinen Arztbesuch in Kauf nehmen. Das gilt insbesondere, wenn es von den halbwegs befestigten Wegen in die Wildnis geht. Ein gutes Profil bei den Schuhsohlen hilft ebenso bei der Reduzierung des Verletzungsrisikos. Zusätzlich bietet es sich an, auf längere Wanderungen einen Erste-Hilfe-Koffer mitzunehmen, der im Fall der Fälle das Nötigste bietet, etwa Bandagen und antibakterielles Spray.

Mit dem Befolgen dieser Tipps und Tricks wird die nächste Wanderung mit Sicherheit zum Erfolg. Schmerzen kommen zwar vor, sind aber meist vermeidbar, wenn man weiss, wie.

 

Schönes Wetter liess Unfallzahlen 2017 ansteigen. 2017 verunfallten deutlich mehr Versicherte der Suva beim Wandern, Spazieren oder auf dem Motorrad und Velo. Grund dafür war das aussergewöhnlich warme Wetter. Insgesamt ereigneten sich 465 000 Unfälle und Berufskrankheiten während Beruf und Freizeit.

 

Im 2017 meldeten die Versicherten der Suva über 465 000 Unfälle. Das ist 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei blieb die Zahl der Berufsunfälle im Vergleich zum Vorjahr stabil, obwohl die Anzahl der Beschäftigten in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik um knapp 1 Prozent zugenommen hat. Die Zahl der Nichtberufsunfälle ist hingegen um 1,9 Prozent gestiegen. Diese war im Vorjahr noch leicht rückläufig.

 20172016Differenz
Total Unfälle und Berufskrankheiten465 701461 010+ 1,0 %
- davon Berufsunfälle und Berufskrankheiten177 973178 282- 0,2 %
- davon Nichtberufsunfälle268 934263 987+ 1,9 %
- davon Unfälle und Berufskrankheiten in der freiwilligen Unternehmerversicherung11391094+ 4,1 %
- davon Unfälle und Berufskrankheiten in der Unfallversicherung für Arbeitslose17 65517 6470,0 %

 

Hitzewelle sorgte für mehr Unfälle

Deutlich mehr Nichtberufsunfälle als im Vorjahr verzeichnete die Suva bei ihren Versicherten vor allem in den Monaten Januar und Juni 2017. Gemäss MeteoSchweiz brachte das Jahr 2017 der Schweiz den drittwärmsten Frühling und den drittwärmsten Sommer seit Messbeginn 1864. Insbesondere im Juni gab es eine Hitzewelle, wie sie für diesen Monat atypisch ist. Ein weiterer Wärmeschub verzeichnete der Oktober. «Demenentsprechend waren die Menschen länger im Freien aktiv, was zu mehr Unfällen geführt hat», sagt Peter Andermatt, Statistiker der Suva.

Bei den Freizeitaktivitäten haben vor allem die Unfälle beim Wandern und Spazieren (+ 16,5 Prozent) sowie mit dem Motorrad (+ 4,8 Prozent) und Fahrrad (+ 3,6 Prozent) zu Buche geschlagen. In den aussergewöhnlich warmen Monaten Juni und Oktober meldeten die Versicherten denn auch bei allen drei Freizeitaktivitäten deutlich mehr Unfälle als im Vorjahr. Die Wander- und Spazierunfälle stiegen in den Monaten Januar und Juni gegenüber dem Vorjahr gar um die Hälfte an. Insgesamt registrierte die Suva über 21 500 Unfälle beim Wandern und Spazieren.

 

Junge verunfallen weniger in der Freizeit

Die stärkste Zunahme aller Freizeitunfälle verzeichneten mit 8 Prozent die 55- bis 64-Jährigen. «Offenbar zieht es die Menschen dieser Altersgruppe bei schönem Wetter häufiger nach draussen als jüngere Menschen», sagt Statistiker Andermatt. Denn die starke Zunahme an Unfällen in dieser Altersgruppe könne nicht nur damit erklärt werden, dass es in dieser Altersklasse wegen den geburtenstarken Jahrgängen zunehmend mehr Versicherte gebe. Die 35- bis 44-Jährigen notieren eine Zunahme von 3,6 Prozent bei den Freizeitunfällen. Bei den bis 24-Jährigen haben die Freizeitunfälle gar um 2,7 Prozent abgenommen.

Die Suva versichert rund zwei Drittel aller Arbeitnehmenden in der Schweiz gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten.

 

 

Wetter & Wolken 

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Die 10 schönsten Winterwanderungen – Der Winter lockt und bevor der Schnee von gestern ist: Raus in den Winterzauber und auf die schönsten Winterwanderwege!

 

1. Faulhorn

schwer  |  4.40 h  |  ↔ 10 km  |   ↑ 587   |   ↓ 961 m

Ok, es wird einem nichts geschenkt. Dafür ist diese Winterwanderung eine Tour der Superlative. Von der Bergstation First auf das Faulhorn. Dann geht’s rasant hinunter auf dem längsten Schlittenweg von Europa nach Grindelwald – dem Big Pintenfritz. Oder man wandert weiter bis zur Bussalp hinab. Im Blick: Eiger, Mönch und Jungfrau.

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Auf der längsten Schlittelbahn Europas vom Faulhorn hinunter heisst es lenken und vorallem auch bremsen

 

 

2. Stoos Fronalpstock

leicht   |   1.15 h   |   ↔ 4 km   |    ↑ 127 m   ↓ 127 m

Grandiose Winterwanderung auf dem Stoos und Fronalpstock. Der Rundweg auf dem Fronalpstock bietet eine atemberaubende 360°-Aussicht auf viele Alpengipfel und zahlreiche Schweizer Seen.

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Herrlich auf dem Fronalpstock – 360°-Aussicht!

 

 

3. Muottas Muragl – Philosophenweg

mittel   |   3 h   |   ↔ 6.9 km   |    ↑ 419 m   ↓ 419 m

Tolle Winterwanderung von Muottas Muragl auf dem Philosophenweg mit einzigartigen Weitsichten ins Berninamassiv und Tiefblicken auf die Engadiner Seenplatte – einer der schönsten Winterwanderwege der Schweiz. Zum Schluss kann man sich eine Talfahrt auf der rasantesten Schlittelbahn des Engadins gönnen.

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Der rasanteste Schlittelweg des Engadins

 

 

4. Zermatt – Findeln – Sunnegga

schwer   |   3.15 h   |   ↔ 6.5 km   |    ↑ 709 m   ↓ 27 m

Anstrengende aber lohnende Winterwanderung von Zermatt via Findeln auf die Sunnegga mit herrlicher Aussicht auf das Matterhorn und an die Bergsonne. In Findeln warten urchig-gemütliche Beizlis wie das legendäre Chez Vrony.

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Der Weiler Findeln hoch über Zermatt mit Traumaussicht auf das Matterhorn

 

 

5. Männlichen – Kleine Scheidegg

mittel  |   2.30 h   |   ↔ 5.4 km   |   ↑ 240   |   ↓ 402 m

Top-Winterwanderung mit Start auf dem Männlichen zur Kleinen Scheidegg mit Bilderbuchaussicht auf die Eigernordwand und das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Auf der ganzen Wegstrecke wird man begleitet von der einzigartigen Bergkulisse sowie tollen Tiefblicken hinab ins Grindelwaldtal. 

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Die Eigernordwand zum Greifen nah

 

 

6. Riederalp

leicht   |   2.00 h   |   ↔ 5.5 km  |   ↑ 24 m  ↓ 456 m

Ultimative Winterwanderung auf dem Panorama-Höhenweg von der Moosfluh via Hohfluh, Riederfurka zur Riederalp. Atemberaubende Aussichten auf den Aletschgletscher und auf die Walliser 4000er warten.

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Den Walliser 4000er nah und dem grössten Eisstrom der Alpen: Der Aletschgletscher

 

 

7. Oeschinensee

leicht   |   1 h   |   ↔ 3.3 km   |    ↑ 128 m   ↓ 128 m

Kurze Winterwanderung zum traumhaften Oeschinensee hoch über Kandersteg. Am Fusse des imposanten Blüemlisalp-Massivs liegt der zugefrorene Bergsee im Winterschlaf mit dem Eisturm – ein Naturwunder. Die stille Winterlandschaft und die grossartige Bergkulisse versprechen ein eindrückliches Naturerlebnis. Und zum Schluss kann man mit dem Schlitten ins Tal hinunter flitzen – der wohl rasanteste Schlittenweg im Berner Oberland.

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Der Oeschinensee ob Kandersteg – Wer Glück hat sieht Eisfischer

 

 

8. Monbiel – Alp Garfiun – Klosters

leicht   |   2.30 h   |   ↔ 10.5 km   |   ↑ 98 m   ↓ 217 m

Winterwanderung vom alten Walserdörfchen Monbiel zur stillen Alp Garfiun mit seinem gemütlichen Bergbeizli – eine Oase der Ruhe. Weiter geht es durch die verzauberte Winterlandschaft an der Lanquart entlang nach Klosters Platz.

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Weg zur stillen Alp Garfiun

 

 

9. Davos – Sertigtal – Sertig Dörfli

mittel   |   3.50 h   |   ↔ 7.5 km  |   ↑ 365 m  ↓ 16 m

Winterwanderung von Davos Frauenkirch durch das idyllische Sertigtal hinauf zum Walserdorf Sertig Dörfli und weiter nach Sertig Sand beim Walserhuus Sertig. Im Sertig warten historische Walserhäuser inmitten einer romantischen und ruhigen Winterlandschaft umrahmt von einer imposanten Bergwelt. Romantik pur!

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Romantisches Sertigtal

 

 

10. Druesberghütte (Hoch-Ybrig)

leicht   |   3.15 h   |   ↔ 9.5 km  |   ↑ 546 m  ↓ 546 m

Leichte Winterwanderung von Weglosen zur gemütlichen und nur zu Fuss erreichbaren Druesberghütte im Hoch-Ybrig-Gebiet. Oben wartet ein fantastisches Bergpanorama und eine währschafte Hüttenküche. Wie wäre es mit einer rasanten Schlittenabfahrt zurück?

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Druesbergütte – Hier startet die Schlittenabfahrt nach Weglosen (Hoch Ybrig)

 

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WegWandern.ch gewinnt den Q-Award Sonderpreis 2018

WegWandern.ch gewinnt den Q-Award Sonderpreis 2018 vom Verband SCHWEIZER MEDIEN

Wir, die Gründerinnen Claudia Ruf und Yvonne Zürrer, freuen uns riesig über diese hohe Auszeichnung. Wir bedanken uns bei der Q-Award-Jury und bei unseren UserInnen, unserer Familie und FreundInnen für die grossartige Unterstützung! Der Q-Award Sonderpreis verleiht uns zusätzlichen Auftrieb, ist Ansporn immer weiter zu machen! Wir sagen einfach: Ganz herzlichen Dank!

 


Claudia Ruf und Yvonne Zürrer, Gründerinnen von WegWandern.ch (Foto: Werbewoche, Tom Stuckert)

 

Hervorragende digitale Fachpublikation

Jährlich zeichnet der Verband mit dem Q-Award die innovativste und qualitativ beste Fach- oder Spezialpublikation aus. Gemäss Q-Award-Reglement werden ausschliesslich Printpublikationen ausgezeichnet. WegWandern.ch überzeugte die Jury so, dass sie für das Wanderportal die spezielle Anerkennung «Hervorragende digitale Fachpublikation» überreicht.

Die Q-Award-Jury*: «WegWandern.ch könnte auch gar nicht im Print erscheinen, denn das Portal schöpft die digitalen Möglichkeiten voll aus. […] Die Jury überzeugte aber nicht nur die Usability der Website, beeindruckend ist auch der Erfolg des jungen Projektes. […] Mit einem Einsatz von sage und schreibe nur CHF 2500.-! Nicht eingerechnet ist dabei natürlich die Arbeit der beiden Gründerinnen Claudia Ruf und Yvonne Zürrer, die eindrücklich beweisen, dass auch ohne Investor oder weitere Unterstützung, dafür aber mit viel Leidenschaft und kluger Umsetzung ein neues Medienprojekt auch in der heutigen Zeit Erfolg haben kann. Dieses mutige Unternehmertum verdient Respekt – und in diesem Fall auch eine Auszeichnung der Q-Award-Jury!»

(* Jean-Pierre Ritler ist Jury-Mitglied des Q-Awards, Journalist und Medienmacher)

 

WegWandern.ch zusammen mit Jurymitgliedern (Foto: Werbewoche, Tom Stuckert)

 

 

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Der Jahresrückblick 2017 von WegWandern.ch

Ein wander-intensives Jahr 2017. Es beginnt im Schnee, geht durch Nebel, Wolken, Wind, Sonne, Regenschauer; Wanderungen durch alle Jahreszeiten. 2018 lockt erneut mit unzähligen Wanderwegen. Wir freuen uns auf die nächsten Ausflüge in die Natur.

Was waren Deine Wander-Highlights? Logg Dich ins Gipfelbuch ein und poste hier Deine schönsten Wanderungen.  

 


 


Wandern im Winter – Die schönsten Routen für die kalte Jahreszeit

Im Winter wandern zu gehen, ist eine schöne Sache. Die Wanderrouten, die wir aus den Sommermonaten kennen, sehen nun ganz anders aus und geben neue, eindrucksvolle Einblicke in die Schweizer Natur.

Es gibt noch andere gute Gründe, im Winter auf Wandertour zu gehen. Achtet aber darauf, die richtige Ausrüstung einzupacken, denn in der kalten Jahreszeit weisen die Routen und das Wetter so manche Tücken auf.

Ausserdem ist jetzt besondere Vorsicht geboten: Ohne die richtige Vorbereitung drohen Unterkühlung und Orientierungsverlust. Gerade auf den Wanderwegen in den Höhenlagen kann es schnell gefährlich werden, wenn man an steile, rutschige Hänge gerät. Mit den folgenden Tipps ist man aber perfekt für deine Winterwanderung gewappnet.

 

Was das Wandern im Winter so besonders macht

Wanderwege und Landschaften üben in den kalten Wintertagen einen besonderen Reiz auf die Outdoorfreunde aus: Verschneite Täler und Berge erwarten dich mit ihren winterlichen Wiesen Wäldern und das veränderte Landschaftsbild macht eine ausgiebige Wanderung zu einem ganz besonderen Erlebnis.

So sind die Spuren wilder Tiere, die in den Wäldern und in den Bergen leben, im Schnee gut zu erkennen, sodass sie mit ein bisschen Glück gesichtet werden können. Und auch sonst können beim Wandern die winterliche Flora und Fauna der Schweiz kennengelernt werden.

Die Touren finden meistens auf sicheren, speziell für den Winter präparierten Flächen statt, die es in den Tal- wie auch in den oben gelegenen Skigebieten gibt. Und auch sonst hat eine Winterwanderung viele Vorteile, aber auch den ein oder anderen Nachteil.

 

Vorteile des Winterwanderns

Zunächst einmal musst niemand ein erfahrender Wanderer sein, um die winterliche Landschaft in der Schweiz bei einer Wanderung ausgiebig und ganz in Ruhe geniessen zu können. Man kann sich einfach die gewünschte Route aussuchen und die Natur bei einem Fussmarsch bestaunen. Das trägt zur Entspannung und mehr Wohlbefinden bei.

Wandern im Winter bringt aber nicht nur wohltuende Bewegung, sondern tut auch dem Immunsystem etwas Gutes. Die Bewegung an der frischen, kühlen Luft regt die Abwehrkräfte an und macht uns stark für die Erkältungszeit. Die Sonnenstrahlen sorgen dafür, dass der Körper Vitamin D bilden kann, was ebenfalls für gute Abwehrkräfte sorgt.

Ausserdem ist das Wandern im Allgemeinen eine gute Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen – und das sowohl in sehr jungen als auch in älteren Jahren. Sofern keine gesundheitlichen Probleme oder Beeinträchtigungen im Bewegungsapparat vorliegen, die das Wandern unmöglich machen, spricht in keiner Altersstufe etwas gegen das Wandern. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt entscheiden, ob man für das Wandern geeignet ist.

Im Vergleich zu anderen Wintersportarten wie das Skifahren ist das Winterwandern auch wesentlich kostengünstiger. Hierfür ist keine teure Ski-Ausrüstung notwendig, da sich die normale Wanderkleidung, die im Sommer getragen wird, mit ein paar zusätzlichen Teilen schnell zur passenden Kleidung für eine Tour im Winter umrüsten lässt. Die Kosten für einen Skipass und die Leihgebühren für Skier, Helm und Co. fallen ebenfalls weg.

Das Wandern im Winter hat Vor- und Nachteile

  

Nachteile des Winterwanderns

Eine Winterwanderung bringt aber auch so manchen Nachteil mit sich. Die Begehung der Wanderwege ist in den Wintermonaten meist deutlich schwieriger als im Sommer. Besonders dann, wenn sie nicht frisch geräumt und gestreut sind. Glatteis und Schnee machen es einem zudem nicht leicht, sich so beschwingt fortzubewegen wie in den wärmeren Monaten und erhöhen die Unfallgefahr.

Im Winter wird es wesentlich früher dunkel als im Sommer – aus diesem Grund sind ganz so ausgiebige Tagestouren bis in den späten Abend hinein nicht möglich oder jedenfalls aus Sicherheitsgründen nicht ratsam. Generell müssen die Routen zu dieser Jahreszeit genauer und sorgfältiger geplant werden.

Durch den Schnee sind Abbiegungen oder Hinweisschilder, die den Weg markieren, nicht immer zu erkennen, was spontane Abänderungen der Route nur schwer möglich machen und zur Folge haben kann, dass man sich verläuft.

Zwar gibt es keine direkte Altersbegrenzung für das Wandern, aber dennoch sollte man gut zu Fuss und besonders im Winter sehr trittsicher sein, um nicht umzuknicken oder zu stolpern. Je nach Strecke ist eine gewisse Grundkondition nötig, um den Anstrengungen gewachsen zu sein und das Wandern geniessen zu können.

 

Der Einfluss von Umweltverschmutzung und Klimawandel

Das Wandern in den Tälern und Bergen der Schweiz ist eine entspannende Aktivität, bei der man in aller Ruhe die Schönheit und Vielfalt der Natur geniessen und sich an der Flora und Fauna erfreuen kann. In den Bergen können zudem die eindrucksvollen Gletscher bestaunt werden.

Die Umweltverschmutzung durch Heizen und die zunehmende Bebauung der Natur haben allerdings zur Folge, dass die Artenvielfalt im Pflanzen- und Tierreich zurückgeht und viele Arten bereits stark bedroht sind. Ausserdem macht sich durch den Klimawandel ein Rückgang der Gletscher und eine umfangreichere Schneeschmelze bemerkbar.

Die Gletscher schrumpfen, was sich messbar an der Eisdicke zeigt. Das beeinträchtigt nicht nur die Landschaften, sondern bringt durch das Schmelzwasser auch eine erhöhte Gefahr für Hochwasser mit sich. Dazu kommt, dass die Masse an Schnee durch die steigenden Temperaturen abnimmt und damit auch die Dichte der natürlichen Schneedecke.

Diese Faktoren haben auch ernste Folgen für das Angebot der Wintersportgebiete und nicht zuletzt für die Sicherheit der Wanderrouten. Deswegen haben die Regierung und einige nichtstaatliche Organisationen der Schweiz eine Reihe an Massnahmen ergriffen, um die Umwelt zu schützen, die Artenvielfalt zu erhalten und das Schmelzen der Gletscher aufzuhalten. So werden die Gletscher etwa mit Kunststoff-Vlies abgedeckt, um sie vor zu viel Wärme zu schützen – mit Erfolg! Durch solche Massnahmen lässt sich das Eis zumindest teilweise retten.

 

Schneeblindheit und andere Gefahren

Im Winter sind Abbiegungen und Markierungen der Wanderwege durch den Schnee oft kaum oder gar nicht zu sehen. Da kann es schnell passieren, dass man die Orientierung verliert und sich schlimmstenfalls verirrt. Wer sich zu lange in der eisigen Kälte aufhält, riskiert eine Unterkühlung. Um das zu vermeiden, muss die Wanderroute genau und sehr sorgfältig geplant werden.

Hierbei ist auch darauf zu achten, welche Routen für Winterwanderungen geeignet sind, damit man sich keinen zusätzlichen Gefahren aussetzt. Gerade in den Bergen kann man an steile und rutschige Hänge geraten, die für Wanderer sehr gefährlich sind. Ausserdem ist das Risiko in den Höhenlagen grösser, auf dem Glatteis auszurutschen und sich zu verletzen.

Durch die Reflexion des Sonnenlichts kann man schneeblind werden.

Zwar besteht auch auf niedriger gelegenen Wegen Rutschgefahr durch Glatteis, dafür fallen andere alpine Gefahren zum grössten Teil weg. Allerdings ist im Winter immer Vorsicht vor Schneeblindheit geboten, die sich ohne richtigen Schutz schon nach wenigen Minuten einstellen kann. Je höher man sich befindet, desto grösser ist das Risiko, weil mit der Höhe auch die UV-Belastung steigt.

Zum Schutz vor Schneeblindheit sollte man unbedingt eine ausreichend getönte und genormte Sonnenbrille tragen. Sonst kann dieser Sonnenbrand auf der Hornhaut des Auges bleibende Schäden hinterlassen.

Zudem sollte man beim Wandern grundsätzlich nie alleine unterwegs sein – weder im Winter, noch im Sommer. Selbst wer die Wanderwege sehr gut kennt und sich der Gefahren bewusst ist, sollte sich nicht im Alleingang auf den Weg machen. Zu gross ist das Risiko, zu stürzen und sich schwer zu verletzen.

 

Die richtige Ausrüstung

Wer auf Wandertour gehen will, sollte sich dafür die richtige Ausrüstung besorgen und sich mit allem eindecken, was man für das Wandern benötigt. Ein wesentlicher Punkt ist die passende Bekleidung.

 

Das gehört ins Gepäck

Gerade in den Wintermonaten ist es sehr wichtig, sich beim Wandern richtig anzuziehen. Denn das grösste Risiko für Wanderer besteht im Winter darin, sich eine gefährliche Unterkühlung zuzuziehen, die dem Körper schwer zusetzen kann.

Dieses Risiko besteht vor allem dann, wenn man einige Stunden in der Kälte unterwegs ist, womöglich noch nach Einbruch der Dunkelheit. Daher ist die richtige Kleidung für das Wandern zur eigenen Sicherheit ein absolutes Muss.

Die Wanderschuhe sollten daher nicht nur gut sitzen, sondern die Füsse auch vor Nässe und Kälte schützen und eine griffige Sohle haben, die in Eis und Schnee Halt findet. Gamaschen sorgen dafür, dass kein Schnee in die Schuhe gelangt.

 

Kleiden nach dem Zwiebelprinzip

Grundsätzlich kann mit dem sogenannten Zwiebelprinzip nichts falschgemacht werden. Das bedeutet, dass man mehrere Kleidungsschichten übereinander trägt. Dies wärmt den Körper besonders effektiv, wenn die einzelnen Schichten gut aufeinander abgestimmt sind.

Als erstes sollte man eine Schicht aus Funktionswäsche tragen, die die Feuchtigkeit des Körpers nach aussen hin wegleitet. Durch die Bewegung beim Wandern gerät man ins Schwitzen. Bleibt der Schweiss durch falsche Kleidung am Körper haften, kühlt man schneller aus und riskiert einen Infekt.

Darüber kommt idealerweise eine Kleidungsschicht, die für Wärmerückhalt sorgt und den Körper so vor der Kälte von aussen schützt. Sie kann auch aus mehreren Schichten bestehen, wie mehrere dünne Fleece-Pullover übereinander.

Die letzte Schicht schützt vor der Witterung und hält Wind, Kälte und Nässe effektiv ab. Am besten sind wasser- und winddichte aber atmungsaktive Materialien, durch die sich keine Feuchtigkeit und Hitze am Körper stauen und ihn belasten können. Es ist besser, eine Schicht zu viel mitzunehmen, die im Rucksack verstaut werden kann, als auf halbem Weg zu frieren.

Mit der richtigen Kleidung ist man vor Unterkühlung geschützt.

 

Sicherheit beim Wandern

Bei einer Wandertour im Winter verleihen spezielle Wanderstöcke mehr Schrittstabilität und Sicherheit auf dem Weg durch Eis und Schnee.

Eine gute Sonnenbrille und ein ausreichender Sonnenschutz sind ebenfalls sehr wichtig, um vor UV-Strahlen zu schützen. Denn der Schnee reflektiert die Sonne sehr stark und je höher deine Wanderroute liegt, desto heftiger fällt die UV-Strahlung aus. Zudem sollte die Haut vor Sonnenbrand geschützt werden.

Wer im Winter auch noch bei Dämmerung in den Abendstunden wandern möchte, sollte sich auf jeden Fall eine Stirnlampe und ausreichend Batterien einpacken, um den Rückweg nicht in völliger Dunkelheit antreten zu müssen.

Reflektoren an der Kleidung sorgen dafür, dass man von Autofahrern rechtzeitig gesehen wird, wenn der Weg an einer Strasse entlangführt. Da die Wege und Hinweisschilder oft durch Schnee bedeckt sind, empfiehlt es sich, Wanderkarten und ein GPS-fähiges Gerät einzupacken, um nicht die Orientierung zu verlieren.

 

Die schönsten Wanderrouten im Winter

Prinzipiell können die meisten Wege, die im Sommer zum Wandern zur Verfügung stehen, auch im Winter genutzt werden. Das gilt besonders für die flachen Regionen. Präparierte, ebene Wanderwege findet man am ehesten in solchen Gebieten, die eine geringere Anzahl an Pistenkilometern haben.

Am angenehmsten wandert es sich im Winter dort, wo die Schneesicherheit noch recht hoch liegt. Auf vielen Wanderwegen bieten die Schweizer Berge ein sehr eindrucksvolles Landschaftspanorama.

 

1. Wanderung im Firstgebiet oberhalb von Grindelwald

Das sonnige Firstgebiet oberhalb von Grindelwald bietet einen tollen Blick auf die Eigernordwand, das Schreckhorn und das Wetterhorn. Vor dieser eindrucksvollen Kulisse geht es auf dem Wanderweg hinunter nach Bort. Die Wanderung dauert etwa drei Stunden und ist mittelschwer.

Ab der Bergstation der Gondelbahn First führt der Weg mit leichtem Anstieg zur Gummihütte. Kurz vor dem Bachalpsee folgt man dem Weg nach links Richtung Bort, abwärts über verschneite Alpweiden.

Der Abstieg zum Bachläger ist zwar recht steil, aber danach geht es mit weniger Gefälle weiter zum Waldspitz. Durch das Waldgebiet geht es nach Nodhalten und zur Gondelbahn-Mittelstation Bort.

 

2. Rundwanderung von Oberegg bis St. Anton

Von Oberegg aus geht es los Richtung St. Anton. Etwa in der Ortsmitte führt die Wanderroute auf einen Kiesweg, auf dem es hinunter zum Falbach geht. Am Waldrand entlang wandert man bergauf zum Hof Acker und folgt dem Weg bis zu einer Linkskurve.

Auf dem Gesundheitsweg geht es entlang eines Bachlaufs, der von Weiden umsäumt ist, weiter steil aufwärts zum Wald. Unterwegs zum Weiler Bürki kreuzt man eine Strasse. Beim Weiler Bürki angekommen, führt eine gepfadete Strasse nach rechts zum Parkplatz von St. Anton.

Das Wanderziel St. Anton ist auf einem Hügel gelegen und bietet einen tollen Blick auf das Appenzellerland, das St. Galler Rheintal und auf die Berge.

Für den Rückweg geht man unterhalb der Wirtschaft rechts zum Waldeingang, leicht abwärts durch den Wald entlang der Kantonsgrenze. Dann geht es bei der Kreuzung Kaien – St- Anton über Ebenau wieder leicht aufwärts zum Laderen-Hügel, der ebenfalls eine schöne Aussicht bietet. Anschliessend geht es den Vord.Laderen hinab bis zum Ausgangspunkt in Oberegg.

Die Route dauert etwa zwei Stunden und 45 Minuten und eignet sich eher für Personen mit guter Kondition.

Die Eigernordwand ist sehr eindrucksvoll.

 

3. Rundwanderung über dem Thunersee

Die Wanderung über dem Thunersee ist besonders reich an Aussichtspunkten und kann in verschiedenen Variationen angegangen werden. Sie eignet sich für Personen mit guter Kondition und dauert etwa 2h 30.

Vom Reha-Zentrum in Heiligenschwendi geht es an einer wenig befahrenen Strasse Richtung Sigriswil entlang, an einem Parkplatz vorbei und in den Wald. Man umkurvt die Riderbach-Schlucht und verlässt anschliessend die Strasse bei der Picknickhütte.

Der Wanderweg führt leicht abwärts durch den Wald und nach der Brücke bei der offenen Holzhütte geht es nach links zu einem gemächlichen Aufstieg weiter durch den Wald und in Richtung Margelsattel.

Danach wird den Wanderern ein grossartiger Ausblick gewährt: Gegenüber befindet sich der Niesen, links die Eigernordwand, rechts das Stockhorn und unten der Thunersee. Kurz darauf erreicht man durch ein kleines Waldstück den Einzelhof Margelsattel, der mit seinen riesigen Bäumen einen schönen Anblick bietet.

Der Weg führt weiter zur Verzweigung Tschingelallmi, bei der es sehr steil hinauf geht. Oben angekommen, biegt man links ab und befindet sich schon auf dem Rückweg zum Reha-Zentrum.

Man folgt der Höhenkurve zum Wegweiser Wolfgrube und macht eine Schleife über den Hüniboden. Währenddessen kommt man zurück in den Wald und wandert um die Schluechtegg herum. Als nächstes geht man den Schlittelweg entlang nach links zum Hüniboden. Von dort gelangt man auf zwei verschiedenen Wegen zurück zum Reha-Zentrum in Heiligenschwendi.

 

4. Panoramawanderung auf der Sonnenterrasse von Braunwald

Von der Bergstation der Gondelbahn Grotzenbüel aus geht es auf den aussichtsreichen Panoramaweg und mit leichtem, aber kontinuierlichen Anstieg hinauf zum Kneugrat.

Dort wartet eine schöne Aussicht in das Bächital und ein eindrucksvoller Blick auf die Glarner Alpen. Vom Kneugrat führt ein Weg zum Seblengrat, der etwa auf gleicher Höhe liegt.

Die Route dauert etwa 2h 30 und erfordert eine mittelgute Kondition. Der Panoramaweg ist bei viel Schnee nur mit Schneeschuhen begehbar.

Der Oeschinensee ist der schönste Bergsee der Alpen.

 

5. Bergwanderung hoch über dem Oeschinensee

Der Oeschinensee, der zwischen mächtigen Felswänden eingebettet ist, gilt als der schönste Bergsee der Alpen. Die Wanderung dorthin beginnt in Kandersteg. Gegenüber dem Hotel Bernerhof beginnt die Bundesrat-Adolf-Ogi-Strasse, der man an einer Kapelle vorbei bis zur Talstation des Oeschinenlifts folgt. Mit der Gondelbahn geht es anschliessend zur Bergstation. Oben angekommen, bietet sich ein schöner Ausblick auf Kandersteg.

Von der Bergstation Oeschinen geht es zum Wanderweg, der über den Läger zum Oeschinensee führt. Vom Läger aus senkt sich der Wanderweg kurz steil bergab zum Waldrand. Man folgt dem Weg links in den Tannenwald hinein, durch den es auf einem kurvigen Weg leicht abwärts geht.

Hat man den Wald durchquert, kommt man unterhalb des Hotels Oeschinensee heraus. Von hier aus kann man die eindrucksvolle alpine Landschaft in vollen Zügen geniessen: Abgesehen vom Oeschinensee hat man einen schönen Blick auf die Blüemlisalp, die hoch über dem See nach oben ragt.

Für den Rückweg nimmt man den gleichen Weg zurück zur Bergstation Oeschinen und fährt mit der Gondel wieder nach Kandersteg. Die Wanderung ist recht leicht und dauert gute 2h.

 

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Erster Outdoor-Apéro geht in die Geschichte ein! Bei schönstem Wetter feierte WegWandern.ch mit seinen Unterstützerinnen am Horgener Bergweiher.

 

Jetzt geht’s los…
Schon zur Schlafenszeit machten sich Yvonne und Claudia zum See und dem Grillplatz mit viel Bagage auf. Gemütlich und voller Vorfreude bereiteten wir den Platz zu einem gemütlichen und lauschigen Örtchen vor. Die Natur erwachte langsam zu ihrer vollen Pracht.

Das Gemüse wurde geschnippelt, aufgespiesst, der Salat frisch geschnitten, mit eigenen Kräutern versehen, das Feuer zum Lodern gebracht, die Kartoffeln eingewickelt und noch vieles mehr…

 

 

Super-Mojito-Beeren-Bowle
Pünktlich war die «gefährliche» Super-Mojito-Beeren-Bowle präpariert. Gekühlter Sekt, Sprudelwasser, Tee, crushed ice – alles da – es geht los!

 

 

 

IHR ward der Hammer!
Unsere lieben Unterstützerinnen, ihr seid super! Es war lustig mit euch, wir haben viel gelacht, haben viele interessante Gespräche geführt und freuen uns noch immer sehr, diesen Tag in so guter Erinnerung haben zu können!

Cool ward ihr! Besonders, als ihr baden gingt! Bravo! Der See war ja wirklich auch sehr verlockend und etwas Abkühlung hat gut getan.

Für WegWandern.ch war dies ein einmaliges Erlebnis und macht viel Freude. Wir überlegen uns tatsächlich, dies wieder zu organisieren – anderer Ort, neue Zeit, alte und neue Freunde!

Und wer es diesmal verpasst hat, hat wirklich ein spannendes, schönes, natürliches, interessantes und einfach auch gemütliches Erlebnis verpasst. …

 

 

Tolle Menschen: Isabelle, Isa, Sybille, Sharon, Susanne, Yvonne, Barbara, Esther………..

Ferien in historischen Alphütten oder Maiensässen verbringen, auf abgelegenen Alpen mit traumhafter Aussicht fernab der Zivilisation, ist ein Traum vieler Ruhesuchender. Einige der Hütten sind authentisch und modern restauriert, verfügen über Strom und Wasser. Ein wahrer Luxus, wenn man sich auf der idyllischen Alp oder im Maiensäss die Zeit vertreibt, die frische Luft geniesst, das pure Wetter spürt, die damit verbundene Einfachheit auf dem Berg als Glück empfinden kann. 

Neu findest Du auf Alp-BnB.ch einmalige Unterkünfte.

Was aber sind eigentlich Alphütten und Maiensässe – worin liegt der Unterschied?

 

Maiensässe / Vorsässe
D
ie Maiensässe (auch Mayen oder rätoromanisch Acla und in der Innerschweiz und in Bern Vorsässe genannt) befinden sich unterhalb der Baumgrenze, zwischen Tal und Alp auf einer Höhe von ca. 1000-1600 m.ü.M., auf gerodeter Waldfläche. Es gibt Hütten mit dazu gehörigen Ställen; in einem Ensemble von mehreren Hütten kann es sogar dörflichen Charakter annehmen; besonders, wenn eine eigene Kapelle gebaut wurde. Das Wort Maiensäss leitet sich vom Monat Mai ab, in dem man das Vieh zum ersten Mal auftrieb.

Die Entstehung der Maiensässe geht auf die Jahrhunderte alte Dreistufenwirtschaft zurück. Oft zog die gesamte Hofschaft auf den Maiensäss. Wenige tun ebendies noch heute. Verbreitet sind die Maiensässe in dieser Form in Graubünden, dem Wallis, im westlichen Tirol und in Vorarlberg. An anderen Orten wurden dann die Hütten nur von der Sennbelegschaft bewohnt. Bis ins 20. Jahrhundert wurden die Maiensässe bestossen und die Milch vor Ort zu Butter, Käse, Joghurt verarbeitet. Erst mit dem Alpabzug wurden die Produkte zu Tal gebracht. Daher verfügen viele der Maiensässe über sehr gute Keller, wo besonders haltbarer Kuhmilchhartkäse gelagert wurde. Man begnügte sich auf den Maiensässen mit den notwendigsten Räumen, die jedoch auch dem Bedarf angepasst wurden. Dieser Tradition wird heute wieder vermehrt Rechnung getragen und nicht wenige Maiensässe werde wieder bewirtschaftet, was sich positiv auf den Alpenraum auswirkt. Einige Maiensässe wurden umgebaut und zu touristischen Unterkünften ausgebaut.

 

Alphütten
Die Alphütten befinden sich in den höheren Lagen der Alpen, meistens oberhalb der Baumgrenze. Alphütten wurden und werden noch immer in der Dreistufenwirtschaft ab etwa Juni bis zum ersten Schneefall bewohnt. Das Vieh wird von der Frühlingsbergweide – den Maiensässen bzw. den Vorsässen – zur Sömmerung hinauf getrieben, so dass dieses auf den alpinen Matten oberhalb der Waldgrenze weiden kann. Alphütten liegen also ab etwa 1600/1800 m.ü.M. aufwärts gelegen und können normalerweise nur zu Fuss erreicht werden.

>> Alphütten und Maiensässe

Frühlingswanderungen in der Schweiz – Ideen im Überblick

Die Schweiz ist – zumindest für viele Reisende – in erster Linie im Winter ein lohnendes Ziel. Allerdings sollte die Eidgenossenschaft auch im Frühjahr oder Sommer auf der Rechnung stehen. Speziell Wanderfreunde werden sich über den nahenden Frühling freuen. Sind die Schweizer Alpen jetzt wieder zu Fuss begehbar. Und laden damit zu Wandertouren ein. Neben Touristen aus dem Ausland, die laut Schweizer Tourismusstatistik 2015 für 19,6 Millionen Hotelübernachtungen sorgten, ist es die Schweizer Bevölkerung, die gern im Inland unterwegs ist. Mit mehr als 16 Millionen Logiernächten wuchs deren Nachfrage 2015 sogar.

Abbildung 1: Wandern am Thunersee –eine Wandertour, die jeden Touristen begeistert. Mit dem richtigen Equipment wird eine Wandertour zum echten vergnügen.

 

Interessante Ideen für Touren

Die Schweiz ist ein Paradies für Skifahrer und Snowboarder. Durch die Höhenlage der Alpen geht die Saison oft bis in den April, wie im Engadin, in einigen Regionen bis in den Mai. Die Schweiz hat aber auch im Hinblick auf Wanderungen einige beeindruckende Touren zu bieten. Neben Wandertouren, die sich in mehreren Etappen über hunderte Kilometer erstrecken, kommen in der Eidgenossenschaft auch jene Wanderfans auf ihre Kosten, die es etwas „gemütlicher“ mögen. Welche Touren bieten sich im Frühjahr an?

Alpenpanoramaweg: Der Alpenpanoramaweg führt vom Bodensee zum Lac Léman – genauer von Rorschach nach Genf. Mit 510 Kilometern erstreckt sich der Wanderweg über:

  • das Appenzellerland
  • die Zentralschweiz
  • das Greyerzerland

bis in die bekannte Metropole Genf. Ausgewiesen sind auf dem Wanderweg insgesamt 30 Einzeltouren. Die erste Etappe beginnt beispielsweise in Rorschach und führt von hier – über Heiden und den Kaienspitz – auf 17 Kilometern bis nach Trogen. Auf der zweiten Etappe legen Wanderer 13 Kilometer bis nach Appenzell zurück.

Jura Höhenweg: Mit 310 Kilometern deutlich kürzer – aber nicht minder spannend für Wanderfans – ist der Jura Höhenweg. Hier geht es von Dielsdorf nach Nyon. Die insgesamt 17 Touren führen durch das Schweizer Jura und bieten beeindruckende Ausblicke – auf die Alpen bis in den Schwarzwald und die Vogesen. Dabei führt der Weg durch zwei Sprachregionen. Wer sich für die Begehung der Etappen entscheidet, sollte allerdings gut zu Fuss sein, da sich einzelne Routen durchaus auf 20 Kilometer bis 25 Kilometer – wie die erste Etappe von Dielsdorf nach Brugg – erstrecken.

Thurweg: Ideal für alle Freiluftfans, die in den Ferien nicht jeden Tag in ihre Wanderschuhe schlüpfen wollen, ist der Thurweg. Entlang der Thur führt dieser Wanderweg über zwei Etappen von Wildhaus nach Wattwil. Die erste Etappe ist mit 16 Kilometern leicht zu bewältigen und führt von Wildhaus über Unterwasser und Alt S. Johann nach Nesslau. An Tag 2 sind es noch einmal 15 Kilometer bis Wattwil.

Rundweg Thunersee: Eine Woche rund um den Thunersee entspannen – ideale Voraussetzungen, um den Panorama Rundweg Thunersee in seiner ganzen Schönheit zu entdecken. Vier Etappen führen von Thun nach Thun rund um den See. Mit 20 Kilometern ist die 3. Etappe von Interlaken nach Spiez das längste der vier Teilstücke. Die 1. Etappe ist mit ihren 11 Kilometern auf der anderen Seite in perfekte Einstimmung auf die kommenden Tage.

 

Equipment für eine Wandertour

Wer in der Schweiz auf Wandertour geht, braucht das richtige Equipment. Hierzu gehören an erster Stelle natürlich zwei Dinge:

  • Wanderschuhe
  • Wanderrucksack

Die Schuhe sind natürlich besonders wichtig, da sie auf der einen Seite bequemes Laufen ermöglichen sollen – auf der anderen Seite aber Stabilität und Schutz bieten müssen. Die Auswahl ist nicht immer ganz einfach. Fürs Anprobieren gilt, dass der Schuh nicht passgenau, sondern etwas grösser ausfallen sollte – Stichwort Wandersocken. Tipp: Beim Kauf einfach die Einlegesohle herausnehmen. Schliesst die Ferse hinten ab und sind nach vorn immer noch 1 Zentimeter Platz sein, wäre dies in Ordnung. Alternativ kann der Schuh anprobiert und geschnürt werden. Stossen die Zehen beim Ankippen der Schuhe nicht nach vorne an, passt der Wanderschuh.

Für die Auswahl des Schuhs spielt aber auch eine Rolle, wo der Wanderschuh zum Einsatz kommt. Steiles und schwieriges Gelände sollte mit einem Schuh begangen werden, dessen Schaft über den Knöchel reicht. Für Touren auf Wald- und ausgebauten Wegen reicht auch ein Multifunktions-Wanderschuh. Tipp: Die Materialauswahl ist immer ein Kompromiss aus Tragekomfort und Dichtheit. Gerade wer zu starker Schweissbildung neigt, sollte nicht einfach irgendeinen Wanderschuh kaufen, sondern sich zunächst zum Materialmix beraten lassen. Eine grosse Auswahl an Wander- und Trekkingschuhen gibt es im Internet: Hier können Wanderer beispielsweise unterschiedlichen Anforderungen an Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität, Stabilität, Material, Gewicht und Komfort gerecht werden.

Beim Thema Rucksack ist die Auswahl genauso gross wie bei den Schuhen. Je nach Wegstrecke bzw. ob mehrere Tagestouren gewandert werden, muss natürlich das Fassungsvermögen stimmen. Sehr viel Wert ist auf den Sitz und das Gurtsystem zu legen. Hier sorgen Fehlkäufe immer wieder für Ärger – und schmerzende Schulter oder Rückenschmerzen. Tipp: Für Rucksäcke bieten Hersteller abnehmbaren Nässeschutz an. Ein Gadget, das auf jeden Fall in die Ausrüstung gehört.

Natürlich brauchen Wanderfreunde noch das eine oder andere Equipment, wie:

  • Wandersocken
  • Wanderhose oder
  • Oberbekleidung

Hier sollte es darum gehen, dass die Bekleidung atmungsaktiv ist, schützt – aber zu starkes Schwitzen nicht fördert. Generell ist auch an den Sonnenschutz zu denken – wie Sonnencreme und Wanderhut. Tipp: Wanderhosen mit abnehmbaren Beinen – sogenannte Zip-Off-Hosen – sind ideal für Witterung mit grösseren Temperaturschwankungen.

Abbildung 2: Auch die Thur bietet ein wunderbares Panorama für Wanderer. Es gibt sehr viel zu entdecken und die Wanderung kann durch andere Freizeitaktivität ergänzt werden.

 

Fazit: Wandern in der Schweiz – für Jeden was dabei

Die Schweiz kennen viele Touristen nur im Winter. Dabei lohnt es sich, der Eidgenossenschaft auch im Frühjahr einen Besuch abzustatten. Denn wie viele Inländer wissen, haben die Berge auch ohne Schnee einige Highlights zu bieten. Beeindruckende Panoramen und weite Blumenwiesen sind nur zwei Gründe, warum das Wandern in der Schweiz Spass macht. Und die Regionen haben sich auf diese Form der Besucher inzwischen eingestellt. Je nach Lust und Laune bietet sich das Begehen von 1-Tagestouren oder das Bewandern ganzer Regionen an. Letzteres setzt aber immer das richtige Equipment – und die passende Kondition voraus. So schön Wanderungen nämlich auch sind – sie bringen auch eine gewisse Anstrengung mit sich.

 

Bildquellen:
Abbildung 1: @ peterkummli (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ markus53 (CC0-Lizenz) / piabay.com

Folge dem Flusslauf – Der Lechweg
Ein Weitwanderweg von der Quelle bis zum Fall

Der Lechweg führt durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas und verbindet moderates Wandern mit dem Erleben fesselnder Gebirgslandschaften. Erwandert werden auf der gesamten Strecke von 125 Kilometern drei Bundesländer sowie zwei Staaten. Der Weg wie der Fluss verbinden 3 grosse Regionen:

  • das Arlberggebiet
  • die Tiroler Naturparkregion Lechtal-Reutte
  • sowie das südliche Allgäu.

Der Lech prägte all diese Regionen seit jeher sehr stark, heute verbindet er, weil er die Grenzen nicht kennt. Der Naturpark Tiroler Lech entstand durch die Bemühungen, diese einzigartige Wildflusslandschaft zu erhalten, denn der glasklare, türkisfarbene Fluss prägt naturgemäss auch Fauna und Flora und trägt zu einem der artenreichsten Biotope Mitteleuropas bei. Die wildwachsenden Orchideen sind nur einer der vielen Anzeiger für diesen kaum greifbaren Reichtum.

Der Lechweg erhielt ausserdem als erster die Auszeichnung europäischen Formats „Leading Quality Trail“. Diese Zertifizierung tragen nur wenige Weitwanderwege Europas.

 

Was heisst „Leichtwandern“?
Ein Weitwanderweg ist nicht mit einem Spaziergang zu vergleichen, einige Etappen müssen nacheinander bewältigt werden. Leicht bis moderat bezieht sich also nicht auf den Gesamt-Konditions-Anspruch des Wanderers, sondern viel eher auf das Höhenprofil des Weges. Es gibt am Lechweg keine Kletter- bzw. Steigpassagen, was bedeutet, dass für die Bewältigung keine alpine Erfahrung vonnöten ist. Dass man sich dennoch Wissen über Besonderheiten und Gefahren des Alpenraums aneignen sollte, ist selbstverständlich.

 

Die Etappen:
Der Lechweg lässt sich einfach auf Ihre persönliche Verfassung bzw. Kondition abstimmen. Wichtig ist das Einplanen von genügend Erholungsphasen! Überfordern Sie sich nicht – der Lechweg soll kein Wettrennen darstellen, sondern viel eher Genuss und Erfahrung.

Der Beginn des Lechwegs liegt unweit des Formarinsees auf 1.793 Meter, das Ende in Füssen liegt knapp 1.000 Meter tiefer auf 800 Meter, also bereits im Alpenvorland.

Drei Etappeneinteilungen bieten sich an:

6 Tage für Sportliche:
Sehr gute Kondition erforderlich!
Formarinsee bis Lech (14 km)

Steeg (25,5 km)
Elbigenalp (17,5 km)
Stanzach (21 km)
Wängle (21,5 km)
Füssen (24,5 km)

7 Tage als Klassiker:
Gute Kondition erforderlich!
Formarinsee bis Lech (14 km)

Warth/Gehren/Lechleiten (14,5 km)
Holzgau (16 km)
Elbigenalp (12,5 km)
Stanzach (21 km)
Wängle (21,5 km)
Füssen (24,5 km)

8 Tage für die Gemütlichkeit zwischendurch:
Formarinsee bis Lech (14 km)

Warth (10 km)
Steeg (15 km)
Bach (15,5 km)
Elmen/Vorderhornbach (21 km)
Weissenbach (15,5 km)
Pflach (18,5 km)
Füssen (14,5 km)

Der Lechweg gilt als einer von 3 Themenwegen der Region Arlberg. Sehr beliebt und in nur drei Tagesetappen machbar ist der „Grüne Ring“. Nähere Infos dazu finden Sie unter Rotewand.com.

Fallholz, Messer, Feuerstahl. Wer interessant findet, wie daraus ein Feuer entsteht, hat alle Grundlagen zum Bushcrafter.

 

Mythos Bushcraft:
Funktioniert das Wildnis-Wandern auch in der Schweiz?

Man nennt es Bushcraft, was sich lose mit „Buschhandwerk“ übersetzen lässt. Ziel ist es, mit den eigenen Fertigkeiten und mehr oder weniger technischer Hilfe Feuer zu machen, im Wald zu nächtigen, grosse Querfeldeindistanzen zu bewältigen. Was vor einigen Jahren unter dem ebenfalls englischen Begriff „Survival“ ein grosser Trend war, feiert derzeit weltweit Auferstehung. Doch wer hat den Trend erneut losgetreten? Wie steigt man ein und vor allem: Funktioniert das, was ein Überleben in „echter“ Wildnis ermöglichen soll, auch in unserer kleinen Schweiz, wo kein Ort weiter als einen bestenfalls dreistündigen Fussmarsch entfernt ist? Der folgende Artikel zeigt es.

 

1. Wer hat’s erfunden?

Nein, dieses Mal war die Schweiz nicht beteiligt. Allerdings: Alles, was zum Bushcraften gehört, ist eigentlich nur ein auf moderne Zeiten umgelegtes Sammelsurium dessen, was der Mensch seit Jahrtausenden an Überlebenstechniken erlernte und was bei den durchschnittlichen Zivilisationsbewohnern nur noch rudimentär, wenn überhaupt vorhanden ist.

Auch wenn man ins Bushcraften sehr viel Geld stecken kann, sind die Grundlagen doch sehr einfach und ziemlich kostengünstig.

Erfunden hat es also quasi die ganze Menschheit. Aber zumindest einer der neuzeitlichen Wiederentdecker dieses „genüsslichen Selbstkasteiens“ in der rauen Natur kann benannt werden. Ein Brite namens Edward Michael Grylls. Einem grösseren TV-Publikum als Bear Grylls bekannt. Der ehemalige Elitesoldat zeigte dem Publikum, wie man sich mit geringsten Hilfsmitteln durch sämtliche unwirtlichen Klimazonen schlägt. Ein paar Spinoff-Shows und eine eigene Grylls-Messerlinie später war daraus eine Bewegung geworden. Eine, die für sich entdeckte, dass es durchaus Spass machen kann, ohne Feuerzeug ein Feuer zu entfachen oder eine Nacht im Wald nur mit einer Hängematte und darüber gespanntem „Tarp“ zu verbringen.

 

2. Bushcraft im Einzelnen

Dabei muss man einem weniger informierten Publikum natürlich erst einmal ein wenig aufschlüsseln, was Bushcraft eigentlich alles umfasst. Grundsätzlich sind damit zunächst einmal primäre Überlebenstechniken gemeint, also beispielsweise:

  • Improvisierung von Behausungen
  • Feuermachen
  • Organisieren von Nahrung und Wasser
  • Zurechtfinden in der Natur

Also quasi alles, was man bewältigen müsste, wenn man sich plötzlich in einer unbekannten Wildnis wiederfände. Genau hier liegt auch der Scheideweg der Bushcrafter: Ein Teil dieser Hobbyisten gehört einer „Back to the Roots“-Denkweise an. Dort wird das Überleben tatsächlich nur mit Naturgegenständen und solchen des täglichen Bedarfs trainiert. Da kommen durchaus beeindruckende Dinge dabei heraus, wie Hütten, die ohne ein einziges gekauftes Teil entstehen. Dieses Bushcraften ist teilweise fast schon experimentelle Archäologie.

Bushcraft ist nicht zwingend eine „Schönwetter-Veranstaltung“. Manche fühlen sich erst von Regen und Schnee geradezu herausgefordert.

Eine andere Fraktion verfährt indes nach der Denkweise, dass es gar nicht genug Ausrüstung geben kann, die einem das Überleben erleichtert. Und weil mit „Ausrüstung“ viel Geld zu machen ist, entwickelte sich eine komplette Industrie, die nur Dinge wie Feuerstähle, Kompaktäxte und anderes Bushcraft-Zubehör fertigt.

  

Bushcraft und das Wandern

Natürlich stellt sich dann direkt auch die Frage, ob Bushcraft überhaupt etwas ist, mit dem sich wandernde Herrn und Frauen Schweizer befassen müssen. Die kurze Antwort lautet Nein. Die ausführliche Antwort ist zwiespältiger.

Das bedeutet, rein aus Notwendigkeit wird man hierzulande niemals wirklich in die Verlegenheit kommen, ein paar Tage lang nur auf sich gestellt überleben zu müssen. Aber da sind ja auch noch andere Dinge: Beim Wandern schlägt das Wetter um und man muss aus dem Inhalt seines Rucksacks irgendwie einen Wetterschutz bauen. Oder man unterschätzt an einem heissen Tag seinen Wasserverbrauch und muss dann, um den Inhalt eines Bachs trinkbar zu machen, einen Wasserfilter improvisieren – das ist bereits Bushcraft und kann natürlich auch für Wanderer in der Schweiz seine Berechtigung haben.

Grundlegende Bushcraft-Techniken sind durchaus auch für normale Wanderer interessant. Etwa, wenn es darum geht, Trinkwasser zu filtern.

Und dann gibt es natürlich auch noch viele Menschen, die den Genuss einer Wanderung auf mehrere Tage ausdehnen und mit Wildcamping verbinden möchten. Schliesslich ist die Schweiz eines der wenigen europäischen Länder, die diese Form des Zeltens nicht rigoros verbieten. Und da stimmt die Bushcrafter-Aussage durchaus, dass eine Nacht in der Natur wesentlich imposanter ist, wenn man nicht im geschlossenen Zelt liegt, sondern nur mittels Schrägdach-Plane vom Himmel getrennt wird.

Bedenkt man dann noch, dass viele Bushcraft-Elemente auch im Garten hinter dem Haus funktionieren, dann hat Bushcraft auch bei uns durchaus seine Berechtigung als Hobby und etwaige Wander-Notwendigkeit.

 

Bushcraft-Ausrüstung für Wanderer

Natürlich stellt sich angesichts der zuvor genannten Wahrscheinlichkeiten die Frage, was sinnvolle Bushcraft-Ausrüstung ist. Vor allem unter der Massgabe, dass die wenigsten Wanderer sich mit „Übergepäck“ belasten wollen.

Die Anhänger der Ausrüstungs-Fraktion würden natürlich antworten „je mehr desto besser“. Und für sie mag das natürlich seine Richtigkeit haben, aber es geht ja um den normalen Ein- oder Zweitages-Wanderer, der einfach nur für die eine oder andere Eventualität gerüstet sein möchte. Und da schrumpft das Equipment schon auf einige wenige Ausrüstungsteile zusammen, die wirklich nicht schwer belasten.

Spezielle Waldläufer-Hängematten sind sehr leicht und ermöglichen zusammen mit einem Tarp-Dach ein äussert komfortables Nachtlager.

Grundlage all dessen ist, dass man sowieso die normale Ausrüstung für eine Tageswanderung trägt bzw. mit sich führt. Also:

  • Funktionsunterwäsche
  • Atmungsaktive Hemden
  • Wanderhosen
  • Softshelljacke
  • Leichte Thermojacke (nur bei befürchtetem Wetterumschwung)
  • Regenjacke- und Hose
  • Wanderschuhe und Rucksack

Zusätzlich zu diesen Grundlagen empfiehlt sich dann je nach Art der Wanderung (mit oder ohne Übernachtung) ein mehr oder weniger umfangreiches Bushcraft Zubehör-Paket ( * = wird nur fürs Übernachten benötigt):

  • Plane/Tarp
  • Schlafsack *
  • Hängematte *
  • Kleine Rolle mit 20m Paracord (reissfeste Kunststoffschnur)
  • Klappmesser mit arretierbarer Klinge (bitte Schweizer Waffenrecht zum Thema Messer beachten)
  • Zündstahl und Zunder
  • Kompass und Wanderkarte des Gebiets
  • Grosse Henkeltasse aus Metall
  • Dünnes Handtuch

Ergänzt man dies noch um ein kleines Erste-Hilfe-Set für Wanderer, wie es sie in den meisten Outdoorgeschäften zu kaufen gibt, hat man alles dabei, was es braucht, um Feuer zu machen, sich eine Lagerstätte / einen Wetterschutz einzurichten und sogar Wasser aufzubereiten – und die gesamte Ausrüstung (sieht man vom Schlafsack ab) wiegt keine 1‘000 Gramm und passt in die Aussentasche eines jeden Wanderrucksacks.

 

Rechtliche Lage

Wer den Artikel bis hierhin aufmerksam gelesen hat, der hat sicherlich auch schon bemerkt, dass Bushcraften unter Umständen Gebiete betritt, in denen man zumindest die rechtlichen Grundlagen hierzulande kennen sollte. Diesen will sich dieser Punkt widmen.

Grundsätzlich sieht es in der Schweiz natürlich so aus, dass Notlagen viele Gesetze ausser Kraft setzen. Wer sich etwa beim Wandern das Bein bricht und in einem Kanton, der kein offenes Feuer im Wald erlaubt, dennoch ein Feuer dort entfacht, um über Nacht nicht zu erfrieren, weil er keine Möglichkeit hatte, Hilfe zu rufen, handelt rechtlich völlig einwandfrei und muss keine Strafe fürchten. Anders sieht es freilich dort aus, wo man solche Elemente, die ja auch zum Bushcraften gehören, ohne Not und nur aus Spass an der Freude ausübt.

„Rambo-Messer“ braucht es fürs Bushcraften nicht. Ein Taschenmesser reicht aus. Es sollte aber zur Sicherheit unbedingt eine feststellbare Klinge haben.

  • Wildzelten ist wie bereits erklärt eine kantonale Angelegenheit und wird oft auch weiterhin in der Form des Zeltens unterschieden. So kann beispielsweise ein Zelt verboten sein, jedoch das Nächtigen im Biwaksack auf dem Waldboden völlig legal.
  • Feuer machen ist ebenfalls Sache der Kantone, gleichsam haben aber auch die Gemeinden die Möglichkeit, etwa bei Waldbrandgefahr, abweichende, strengere Regeln zu erlassen.
  • Das Sammeln von Nahrungsmitteln in der Natur, etwa Pilzen, regeln auch die Kantone. Manche haben auch uhrzeitabhängige Bestimmungen.
  • Tiere zu bejagen ist indes in der gesamten Schweiz ohne jagdrechtliche Erlaubnis eine Straftat. Und selbst bei Vorhandensein einer solchen darf man nicht mit „bushcraftigem“ Gerät wie Speeren, Bogen usw. auf die Pirsch gehen, in der Schweiz ist das Jagen mit urtümlichen Waffen

Ergo also grundsätzlich nichts, was den Wanderer mit Bushcraft-Ambitionen sonderlich belasten könnte. Allerdings betreffen die genannten Punkte nur öffentliches Gebiet. Auf Privatgelände, selbst wenn es nicht als solches klar gekennzeichnet ist (etwa ein Privatwald oder sehr ausgedehnter Garten) hat der Besitzer natürlich das Recht auf seiner Seite. Das heisst, auch wenn der Kanton oder die Gemeinde etwas erlauben, kann er es auf seinem Grund und Boden verbieten.

 

Bushcraft für Anfänger

Man kann sich ins Bushcraften einlesen, kann tausende Franken für Ausrüstung vom Wasserfilter bis zur Klapp-Axt ausgeben und wird doch in die Bredouille kommen, wenn man keinerlei Fertigkeiten hat, Ausrüsten und Wissen auch anzuwenden. Im Folgenden deshalb ein paar kleine Bushcraftereien, die man zuhause, zum Spass oder zum Üben, durchführen kann.

Ohne die üblichen Hilfsmittel Feuer zu machen und darauf einen Kaffee zu kochen, ist ein schöner Bushcraft-Snack für zuhause.

Schon mit solchen Kleinigkeiten lernt man die wichtigsten Grundlagen auf geradezu spielerische Weise – und erkennt zudem ziemlich schnell, ob man da nicht vielleicht sogar ein neues Hobby neben dem Wandern für sich entdeckt hat. Und wer dann auf den Geschmack gekommen ist, kann natürlich auch noch weitergehen. Kann sich beispielsweise bei einem bekannten Jäger erklären lassen, wie man Wild zerwirkt. Vielleicht sich mal ein Buch über essbare heimische Pilze und Kräuter zulegen oder auch eines, indem auf das (in der Schweiz verbotene) Jagen mit Fallen eingegangen wird. Schon so mancher Wanderer, der „einfach nur“ mal wissen wollte wie er – theoretisch – ohne Hilfsmittel ein Feuer machen kann, wurde so unversehens zum Bushcrafter und wandert heute nicht mehr auf den gut ausgebauten Schweizer Wanderwegen, sondern „Luftlinie“ und nächtigt im Urlaub im Wald statt im Sternehotel.

Und selbst wenn Bushcraft nichts für einen ist, so ist das Kennen solcher Grundfähigkeiten doch zumindest keine verschwendete Zeit. Denn zu wissen, wie man auch ohne die zivilisatorischen Errungenschaften durchkommt, ist ja nie verkehrt.

 

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Alp-BnB.ch – Jetzt online!

WegWandern.ch lanciert Alp-BnB.ch, eine neue Plattform mit ausgewählten Unterkünften und besonderen Angeboten wie Schlafen auf der Alp, auf dem Bauernhof, im Stroh; vom Boutique-Hotel bis zum Alpen-Wellness mit Hot-Pot uvm…

Alp-BnB.ch ist zwar immer noch im Aufbau, also immer wieder reinschauen. Es gibt jetzt schon einzigartige Angebote wie zB. ein Bio-Bauernhof mit Kängurus, Höfe, bei denen Du Mithelfen kannst… und und und… Vorallem sind sie eines: authentisch, speziell, persönlich, einzigartig!

 

WegWandern.ch durfte ein exklusives Interview mit Monika Fasnacht, der bekannten TV-Moderatorin und ausgebildeten Hundetrainerin – D.O.G.S. Coach – wie auch SKN-Expertin, zum Thema «Wandern mit Hunden» führen.

 

WegWandern.ch: Ist jeder Hund, jede Rasse für das Wandern geeignet?
Monika Fasnacht: Grundsätzlich sind einfache Wanderungen für alle gesunden Hunde gut machbar, unabhängig von der Rasse.

Wie lange kann ein Hund normalerweise mitwandern oder wie merke ich, dass es zu viel ist oder er einfach nicht mehr kann/will?
Da spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Wichtig sind der Fitnesszustand eines Hundes und das Alter. In der Regel weiss jeder Besitzer, was er seinem Hund zumuten kann und darf.

Kann man mit Hunden auch Höhentouren machen?
Wichtig ist, dass der Untergrund fest ist und es keine Felsen und steilen Abhänge hat. Der Hund sollte nie in Gefahr sein, deshalb sind Klettertouren z.B. ungeeignet. Die Hunde sollten auch jederzeit gut abrufbar sein und keine eigenen «Touren» machen. Zudem muss der Wildschutz beachtet werden. In gewissen Gebieten und Regionen gilt Leinenpflicht. Diese muss eingehalten werden.

Wie und wann sollen die Pfoten geschützt werden?
Lange Touren auf einer geteerten Strasse sind nicht günstig für die Pfoten, vor allem wenn es heiss ist. Grundsätzlich sind Touren bei grosser Hitze nicht zu empfehlen.
Im Winter schadet das Streusalz den Pfoten, sie sollten deshalb immer nach dem Spazieren mit Wasser gereinigt und abgetrocknet werden. Bei grosser Kälte gibt es im Fachhandel auch «Pfoten-Schutze».

Untergrund wie Kastanien mit Stacheln, schneidendes Gestein, gefrorener Schnee, rutschiges Gestein, bei Nässe: Worauf kontrolliere ich seine Pfoten?
Die Pfoten sollten nicht rissig oder spröde sein. Eine regelmässige Kontrolle ist da wichtig. Sollte es doch mal vorkommen, können die Pfoten mit Melkfett eingerieben werden.

Wie führt man den Hund ans Wandern heran?
Es ist wie beim Menschen: Die Fitness muss zuerst aufgebaut werden. Deshalb lieber klein anfangen und langsam steigern. Ein Hund im Freilauf legt zudem einiges mehr an Weg zurück als der Mensch.

Wie alt soll ein Hund mindestens sein, bevor er auf eine Wanderung darf?
Für Welpen sind lange Wanderungen nicht geeignet. Während der Wachstumsphase sollte der Hund ebenfalls nicht arg strapaziert werden. Diese variiert je nach Rasse und Grösse. In der Regel gilt: Je grösser der Hund wird, desto länger dauert die Wachstumsphase.

Stört es den Hund, wenn er sein eigenes Futter im geeigneten Hundegepäck trägt und wieviel Gewicht kann ein Hund über wieviele Stunden tragen?
In der Schweiz sind Rucksäcke für Hunde nicht sehr verbreitet. Aber es ist tatsächlich eine Möglichkeit. Der Hund muss zuerst gut an die Traglast gewöhnt werden. Der Rucksack muss zudem gut sitzen und passen, hier sollte man sich unbedingt im Fachhandel beraten lassen, auch punkto Gewicht.

Kennst Du ein geeignetes Hundefutter für Mehrtages-/Wanderungen?
Am Einfachsten ist es, Trockenfutter in Portionen abgepackt mitzunehmen. Ich bevorzuge ein Trockenfutter, welches keine Konservierungs- und E-Stoffe hat. Nassfutter in Beuteln ist auch eine Möglichkeit.

Wie übernachtet der Hund auf SAC-Hütten oder anderen Unterkünften? Kann er draussen nächtigen oder ist es möglicherweise zu kalt (Erkältungsgefahr)?
Die meisten Haushunde übernachten daheim drinnen. Deshalb ist es ungünstig, sie in einer SAC-Hütte oder Unterkunft draussen zu lassen, selbst wenn Hundeboxen vorhanden sind. Er könnte jammern und wirklich auch kalt haben. Hier erkundigt man sich am Besten im Vorfeld, ob und wie Hunde in Unterkünften erlaubt sind.

Ist es gut einen kleineren Hund in einem Rucksack oder ähnlichem zu tragen?
Grundsätzlich hat ein Hund vier Beine, die ihn selber tragen. Und wenn ein Mensch gerne wandert, sollte er sich lieber keinen «faulen» Hund zulegen. Ist ein kleiner Hund aber altersschwach, kann er sicher streckenweise mal im Rucksack getragen werden.

Wie merke ich, dass es dem Hund keine Freude bereitet?
Wenn ein Hund sich dauernd hinlegt oder das Weiterlaufen ständig verweigert, sollte man über die Bücher. Wichtig ist hier, dass unterschieden wird, ob der Hund nur seinen Kopf durchsetzen will, weil er grad keine Lust hat, oder ob es ihm wirklich keine Freude macht. Eigentlich bewegen sich Hunde gerne.

Welches Notfallpaket nehme ich für den Hund mit?
Am einfachsten ist es, die menschliche Notfallapotheke, welche ja schon vieles enthält, mit ein paar Sachen für den Hund zu ergänzen. Z.B: Zeckenzange, Jodlösung zur Desinfektion, Kohletabletten gegen Durchfall. Je nach Bedarf kann sie beliebig erweitert werden.

Wie transportiere ich sein Wasser am Besten? Wieviel trinkt er?
Je nach Jahreszeit und Anstrengungsgrad, haben auch Hunde mehr Durst. Oft bedienen sie sich selber unterwegs an einem frischen Bach. Im Wandergepäck sollte aber immer eine Petflasche mit frischem Wasser für den Hund sein, plus ein Napf. Im Fachhandel gibt es faltbare, wasserdichte Näpfe aus Nylon, die sich wunderbar eignen.

Begegnungen mit Kühen auf der Weide: Wie verhalte ich mich?
Oft interessieren sich Kühe oder Rinder wenig für Menschen, dafür umso mehr für Hunde. Viele Hunde fühlen sich bedroht und haben Angst. Deshalb gehören sie an die Leine und sollten vom Menschen in einem grossen Abstand um die Kühe herum gelenkt werden. Tabu ist, dass die Hunde bellend auf die Kühe zurasen.
Besondere Vorsicht gilt für Hund UND Mensch bei Mutterkuh-Haltung. Die Muttertiere verteidigen ihre Jungen, das kann böse Folgen haben. Hier empfehle ich, keine Weiden zu betreten und das Gebiet grossräumig zu umgehen. Ebenfalls nicht zu spassen ist mit Herdenschutzhunden. Auch hier gilt: den eigenen Hund an die Leine nehmen und viel Abstand halten.

Gibt es unsichere Hunde, deren Selbstbewusstsein gestärkt werden könnte mit Wandern?
Die meisten Hunde bewegen sich gerne und sind neugierig. Hier muss man die Balance finden. Der Hund sollte nie in unangenehme oder gefährliche Situationen gebracht werden. Dann hat er Freude und ist zufrieden, was sich positiv auf sein Seelenleben und auch das Selbstbewusstsein auswirkt.

Liebe Monika, vielen herzlichen Dank für das Interview und alles Gute!

 

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1779: Reise zum wahren Selbst

Stand die Reise in die Schweiz von 1775 also biografisch unter den Vorzeichen der „Flucht und Rückkehr“ zu Lili Schönemann, war sie epochengeschichtlich durchdrungen vom Zeitgeist des „Sturm und Drang“ und der „Werther“-Empfindsamkeit und brachte sie Goethe die erste überwältigende Begegnung mit dem Rheinfall und dem Gotthardmassiv, so steht nun die zweite Schweizerreise von 1779 unter gewandelten Auspizien.

Seit vier Jahren in der kleinen Residenzstadt Weimar ansässig, als Minister in der Regierung des Herzogs Carl August tätig, beglückt und doch auch gefangen in der Liebe zur verheirateten Frau von Stein – „Ach, du warst in abgelebten Zeiten / Meine Schwester oder meine Frau“ schreibt er ihr schon 1776 –, Goethe also sieht sich jetzt eingespannt in mannigfache Verpflichtungen. Jene, die ihm am meisten am Herzen liegt, ist ohne Zweifel diese – dem um acht Jahre jüngeren, also erst 22jährigen Carl August geistig und menschlich bei seinem Heranreifen beizustehen, um ihn für seine schwierige Aufgabe als regierender Herzog immer geeigneter zu machen. Diese Reise wird mithin unter dem hochgesteckten Ziel der Bildung und Weiterentwicklung von Herzog und Begleiter angetreten. Keine leichte Aufgabe für Goethe: als Mensch ist er der Freund Carl Augusts, als Geheimrat ist er sein Untergebener, als geistige Instanz ist er ihm weit überlegen.

Die Unternehmung steht im eigentlichsten Sinne unter einem guten Stern, eine höhere Leitung als das menschliche Wollen macht sich bemerkbar. Goethe und Carl August sind bereit, auf diese Zeichen zu achten. „Den Abend unsrer Ankunft [in Frankfurt] wurden wir von einem Feuerzeichen [Nordlicht] empfangen das wir uns zum allerbesten deuteten. […] Die Schweiz liegt vor uns und wir hoffen mit Beystand des Himmels […] unsre Geister im Erhabnen der Natur zu baden.“ (Goethe an Frau v. Stein, 20.9. und 24.9.1779)

3. Oktober, Abreise von Basel. „Durch den Rücken einer hohen und breiten Gebirgskette hat die Birs […] sich einen Weeg von uralters gesucht. […] Bald steigen an einander hängende Wände senkrecht auf, bald streichen gewaltige Lagen schief nach dem Fluss und dem Weeg ein […] Mir machte der Zug durch diese Enge eine grosse ruhige Empfindung. Das Erhabene giebt der Seele die schöne Ruhe, sie wird ganz dadurch ausgefüllt, fühlt sich so gros als sie seyn kann und giebt ein reines Gefühl, wenn es bis gegen den Rand steigt ohne überzulaufen. Mein Aug und meine Seele konnten die Gegenstände fassen, und da ich rein war, diese Empfindung nirgends falsch wiedersties, so wirkten sie was sie sollten. […] Man fühlt tief, hier ist nichts willkürliches, alles langsam bewegendes ewiges Gesez […]“ (Brief an Frau v. Stein, 3.10.1779)

„Die merckwürdige Tour durch die Bernischen Glätscher ist geendigt. […] wenn er [Herzog Carl August] die böse Art nicht hätte den Speck zu spicken, und wenn man auf dem Gipfel des Bergs mit Müh und Gefahr ist, noch ein Stiegelgen ohne Zweck und Noth mit Müh und Gefahr suchte […] Ich bin auch einigemal unmutig in mir drüber geworden […] Wenn ich aber wieder sehe […] wie er sonst von dieser Reise wahren Nuzzen hat, ist alles wieder weg. Er hat gar eine gute Art von Aufpassen, Theilnehmen, und Neugier […] Von dem Gesange der Geister habe ich wundersame Strophen gehört [wohl angesichts des Staubbachfalles, in Lauterbrunnen] […] Wind mischt vom Grund aus / Alle die Wogen. / Seele des Menschen, / Wie gleichst du dem Wasser! / Schicksal des Menschen, / Wie gleichst du dem Wind!“ (Brief an Frau v. Stein, 14.10.1779) Goethe versteht sich hier als Prinzenerzieher, indem er sich und den Herzog der Erfahrung von Natur aussetzt, diese dann mit ihm reflektiert und sie so zur Anschauung festigt. Was er Carl August nahebringen will, ist, dass der Mensch angesichts des Erhabenen alles Willkürliche in sich ablegen sollte, um zum reinen, beruhigten Gefühl seiner selbst zu gelangen.

Der Strahl des Wassers – „Im flachen Bette / Schleicht er das Wiesental hin, / Und in dem glatten See / Weiden ihr Antlitz / Alle Gestirne.“ –, die Seele des Menschen brauchen neben der Kontemplation auch die Herausforderung, die Schicksalserfahrung: „Ragen Klippen / Dem Sturze entgegen, / Schäumt er unmutig / Stufenweise / Zum Abgrund.“ (Gesang der Geister – siehe unten angefügt) Goethe spürt im Verlauf der Schweizer Reise mit Carl August zunehmend, dass dieser, und auch er selbst, jener zweiten Grunderfahrung bedarf, damit die Möglichkeiten, die Grenzen des eigenen Selbst sichtbar werden.
„Morgen solls nach den Savoyer Eisgebürgen und von da durch ins Wallis. […] Etwas zu leiden sind wir bereit, und wenn es möglich ist im Dezember auf den Brocken zu kommen [wie Goethe am 10. Dezember 1777], so müssen auch Anfangs November uns diese Pforten der Schröcknisse auch noch durchlassen.“ (Brief an Frau v. Stein, 2.11.1779) „Am liebsten gingen wir über die Furka auf den Gotthard […] Wir sind darüber ganz ruhig und hoffen von Augenblick zu Augenblick wie bisher von den Umständen selbst guten Rat zu nehmen.“ (Briefe aus der Schweiz 1779) „Fatale Ahndungen Erinnerung Enge böses Gefühl dass man im Sack stickt Hoffnung und Vertraun.“ (Tagebuch, 11.11.79) „Der Ausgang wird entscheiden, ob unser Mut und Zutrauen, dass es gehen müsse, oder die Klugheit einiger Personen, die uns diesen Weg mit Gewalt widerraten wollen, recht behalten wird. So viel ist gewiss, dass beide, Klugheit und Mut, das Glück über sich erkennen müssen.“ (Briefe aus der Schweiz 1779)

Was Goethe sich und dem herzoglichen Freund zumutet, ist zuerst eine Prüfung der eigenen physischen und psychischen Kräfte, ein kalkuliertes Risiko. Kalkuliert, weil nicht blindlings drauflos stürmend, sondern verantwortungsvoll abwägend: „[…] ich hier schon wieder die Leute examiniert habe, ob sie glauben, dass die Passage über die Furka offen ist; denn das ist der Gedanke mit dem ich aufstehe, schlafen gehe, mit dem ich den ganzen Tag über beschäftigt bin.“ (Briefe aus der Schweiz 1779) Risiko, weil ein Rest Ungewissheit bleiben muss, ja bewusst gewünscht wird – „das Glück über sich“, dessen letztgültige Entscheidung gesucht und anerkannt wird. Ein Prüfen mithin also auch der oberen Mächte: wieweit sie gewillt sind, einen zu tragen. Herausforderung der Zeichen von oben, nichts weniger hatte der achtundzwanzigjährige, vom Tode der geliebten Schwester Cornelia Verdüsterte, von der ambivalenten Liebe Frau von Steins Verunsicherte an jenem Wintertag gesucht, als er den Brocken bestieg – und er blieb nicht ohne Antwort damals: „[…] verlangte von dem Geist des Himmels viel […] (Brief an Frau v. Stein, 10.12.1778); „[…] die übermütterliche Leitung zu meinen Wünschen. Das Ziel meines Verlangens ist erreicht, es hängt an vielen Fäden, und viele Fäden hingen davon, Sie wissen wie simbolisch mein Daseyn ist […]“ (Brief an Frau v. Stein, 10.12.1777) Wird Goethe und mit ihm Carl August nun erneut eine Antwort zuteil werden?

12. November: „[…] sanken in tiefen Schnee […] nach viertehalb Stunden Marsch kamen wir auf den Sattel der Furka an, beim Kreuz wo sich Wallis und Uri scheiden [Furkapass, 2431 Meter über Meer] Es kam ein Lämmergeier mit unglaublicher Schnelle über uns hergeflogen; er war das einzige Lebende was wir in diesen Wüsten antrafen [„Dem Geier gleich, / Der auf schweren Morgenwolken / Mit sanftem Fittich ruhend / Nach Beute schaut, / Schwebe mein Lied. // Denn ein Gott hat / Jedem seine Bahn / Vorgezeichnet …“ (Harzreise im Winter) ] […] Die Träger, die eine grosse Freude hatten, von unserer glücklich vollbrachten Expedition zu reden, lobten unsere seltene Geschicklichkeit im Gehen, und versicherten, dab sie es nicht mit einem jeden unternehmen würden.“ (Briefe aus der Schweiz 1779) Die Antwort von oben ist auch diesmal nicht ausgeblieben.

13. November: Brief an Frau v. Stein: „Zum zweitenmal bin ich nun […] auf dieser Höhe [Gotthardpass], ich sage nicht mit was für Gedancken. Auch iezt reizt mich Italien nicht. Dass dem Herzog diese Reise nichts nüzzen würde iezzo, dass es nicht gut wäre länger von Hause zu bleiben, dass ich Euch wiedersehen werde, alles wendet mein Auge zum zweitenmal vom gelobten Lande ab, ohne das zu sehen ich hoffentlich nicht sterben werde […]“

In Zürich erwartet zuletzt nach dem Natur-Erhabenen nun das Sittlich-Erhabene auf die beiden: „Die Bekanntschafft von Lavatern ist für den Herzog und mich was ich gehofft habe, Siegel und oberste Spizze der ganzen Reise […] wenn durch Abwesenheit sich die Idee von ihm verschwächt hat, wird man auf’ s neue von seinem Wesen überrascht. Er ist der beste grösste weiseste innigste aller sterblichen und unsterblichen Menschen die ich kenne.“ (Brief an Frau v. Stein, etwa 22.11.1779)

„[…] diese Reise […] wie gewiss eine neue Epoche seines [Carl Augusts] und unsers Lebens sich davon anfängt. […] [in] seinen Gärten […] dorthin an einem schönen Plaz mögt ich ihm ein Monument […] sezen […] die Innschrifft: – Fortunae / Duci reduci / natisque / Genio / et / Termino / ex Voto [Der Göttin des Glücks / bei Ausreise und Heimkehr / und ihren Kindern / dem Genius / und / dem Terminus / dem Gelübde gemäss ] […] den ganzen Weeg den wir machen begleitet von einem guten Geiste […] dass wenn ich zurücksehe wir, zu so manchem das unsre reise ganz macht nicht durch unsern Wiz und Wollen geleitet worden sind. […] Das alles zusammen giebt uns eine Empfindung die ich nicht schöner zu ehren weis als womit alle Zeiten durch die Menschen Gott verehrt haben […]“ (Brief an Lavater, wohl 3./5.12.1779)

Quelle: http://www.goethe-gesellschaft.ch/schweizerreisen.html (Es wurden Auszüge verwendet.)

1779 kam Goethe während der zweiten Schweiz-Reise ins Berner Oberland. Er besuchte den berühmten Staubbach-Wasserfall von Lauterbrunnen. Dieses Naturereignis erregte sein höchstes Entzücken und bewog ihn, sein berühmtes Gedicht zu schreiben: Gesang der Geister über den Wassern:

 

Des Menschen Seele
Gleicht dem Wasser:

Vom Himmel kommt es,
Zum Himmel steigt es,
Und wieder nieder
Zur Erde muss es,
Ewig wechselnd.
Strömt von der hohen,
Steilen Felswand
Der reine Strahl,
Dann stäubt er lieblich
In Wolkenwellen

Zum glatten Fels,
Und leicht empfangen
Wallt er verschleiernd,
Leisrauschend
Zur Tiefe nieder.
Ragen Klippen
Dem Sturz entgegen,
Schäumt er unmutig
Stufenweise
Zum Abgrund.
Im flachen Bette
Schleicht er das Wiesental hin,
Und in dem glatten See
Weiden ihr Antlitz
Alle Gestirne.
Wind ist der Welle
Lieblicher Buhler;
Wind mischt vom Grund aus
Schäumende Wogen.
Seele des Menschen,
Wie gleichst du dem Wasser!
Schicksal des Menschen,
Wie gleichst du dem Wind!

 

Wanderungen als Favoriten speichern

Neu kannst Du Wandervorschläge in Deinem persönlichen Gipfelbuch als Favoriten speichern. Log Dich einfach ein oder eröffne jetzt Dein Gipfelbuch. Du kannst dies unter Gipfelbuch oder via Pop-Up-Fenster tun. So kannst Du Deine favorisierten Wanderungen, eine Art Merkliste, einfach speichern und schnell wieder aufrufen. Plane jetzt schon Deine Wandersaison! Und los geht’s!

 

Kurzanleitung:

  1. Eröffne Dein Gipfelbuch und/oder Du musst eingeloggt sein
  2. Du bist eingeloggt
  3. Bereits in den Suchergebissen kannst Du mit dem Herzsymbol Wandervorschläge als Favoriten speichern
  4. Oder beim Aufruf eines Wandervorschlags klickst Du einfach auf „Add to Favorites“
  5. In Deinem Gipfelbuch siehst Du nun all Deine Favoriten und kannst diese schnell wieder aufrufen

 

Geht es dir manchmal auch so, dass die erste Wandertafel mit der angegebenen Uhrzeit verlockend und erleichternd klingt. Und bei der nächsten glaubt man seinen Augen nicht: Noch so lange – gehöre ich zu den Langsamen? Und am Ende des Weges rechnet man und merkt, dass die Gesamtwanderzeit durchaus mit jener übereinstimmt, die man aufgrund des Planes errechnet hat? Woran mag dies liegen?

 

Immer gut zu wissen und gar nicht schwierig: Berechnung der Wanderzeit.
In der Schweiz wird die Wanderzeit einheitlich berechnet. Dennoch dünkt es, dass die Tessiner sportlichere Zeiten angeben als die Zürcher-Oberländer. Ist das Oberland nicht ganz so gebiergig steil wie mancherorts im sonnigen Ticino oder steigt man langsamer hoch als der Durchschnitt…?

Als Grundlage für die Berechnung der Wanderzeit dient die DIN 33466 Norm (Wegweiser für Wanderwege), die auch von den Alpenvereinen verwendet wird.
Diese nimmt als durchschnittliche Geschwindigkeit 4 km/h auf ebener Strecke und 1 Stunde für 300 Höhenmeter als Berechnungsgrundlage an.

 

Einfachste Berechnung
Im Flachen wird eine Durschnitts-Geschwindigkeit als Basis gelegt: 1 Stunde = 4km
Dazu zu zählen: Höhenunterschied von 300Hm (auf- oder abwärts) = 1 Stunde zum Horizontalwert

Beispiel:
Distanz 8km / Höhenunterschied 600Hm
8km : 4km/h = 2 Std.
600Hm : 300Hm/h = 2 Std.
2 Std. + 2 Std. = 4 Std.

 

Variation – runter geht’s schneller als aufwärts

Grösserer Wert mit der Hälfte des kleineren addieren:

Beispiel:
Distanz 10km / Aufstiegshöhe 600Hm / Abstiegshöhe 500Hm
10km : 4 = 2,5 Std.
600Hm : 300Hm = 2 Std.
500Hm : 300Hm = 1 Std. (gerundet)
Höhenmeter total 3 Std.
Grösserer Wert der Höhenmeter von 3 Std. plus (+) die Hälfte des kleineren Wertes (2,5 : 2 = 1,25 Std.) = 4.25 Std.

 

Oder die Faustregel über 100m
• Im Aufstieg: 15 Minuten für 100 Höhenmeter sowie zusätzlich 15 Minuten für 1 km Distanz.
• Im Abstieg: 15 Minuten für 200 Höhenmeter sowie zusätzlich 15 Minuten für 1 km Distanz.

Und nun bitte das eigene Tempo berechnen.

Steigungen, Abstiege, Gratwanderungen, Flachwanderungen meistern wir wohl alle unterschiedlich. Dann kommt es auch darauf an, wie die Unterlage ist: Schnee, Regen (Rutschgefahr, daher verlangsamtes Gehen durch die grössere Vorsicht) oder Kies und je länger man hoch geht, desto langsamer wird man. Natürlich fliessen Faktoren wie Fitness, Übung, Ausdauer ein. Oder vielleicht ist eine Einschränkung beim Gehen etwas zeitraubender.

Die hier auf *www.WegWandern.ch angegebenen Wanderzeiten werden durch ein digitalisiertes System berechnet und entsprechen eher dem Durschnitt eines guten und geübten Wanderers. Wenn die Zeiten bei bestimmten Wanderungen stark abweichen, wurde dies jeweils vermerkt.

Aber es gilt immer: Genügend Zeit einrechnen! Das Wetter kann ändern, der Untergrund unerwartet in schlechterem Zustand sein, die Wegmarkierungen stimmen nicht mehr überein, man macht noch einen Umweg oder doch länger Pause…

Viel Freude beim Sammeln Deiner eigenen geleisteten Wegzeiten!

*Findest Du eine Wanderung hier aufgeschaltet, deren Zeitangaben überhaupt nicht stimmen, bitte gib uns Bescheid, damit wir es korrigieren können – Sicherheit für alle!

Die Alp Scheidegg (+41 55 246 40 40), höchst gelegenes Gasthaus im Zürcher Oberland, bietet eine wunderbare Küche, Top-Service und hat ein urgemütliches Stübli. Auf der Speisekarte stehen Klassiker wie Scheidegg Schweins-Cordon-Bleu, Kalbs-Cordon-Bleu, Fischchnusperli, Chemmeriboden-Bad-Meringue und vieles mehr. Hier wird Wert auf Details gelegt. Und es gibt viel zu entdecken im Stübli: der Chachelofen, das alte noch immer funktionstüchtige Radio und das schwarze, schwere, nostalgische Telefon, bei dem einem nach einer Stunde Telefonieren der Arm schwer wurde…

Aufgedeckt auf der Terrasse wie im Stübli ist es elegant mit Serviettenhaltern und einem weissen Tischset – die Stimmung ist zwischen urchig und elegant – fast Jugendstil – schön… Und das Sonnenterrassen-Panorama bietet Sicht auf einige Alpen und den Zürisee mit Obersee, Vrenelis Gärtli, den Tödi, den Bachtel gegenüber, die Rigi, Pilatus… bei schönem Wetter bis zur Lägern und nach Deutschland… und bei Föhn gar auf Eiger, Mönch und Jungfrau… Zudem kann man Gleitschirmflieger beim Starten beobachten. Hier möchte man nicht mehr weg!

 

Wandervorschlag: Wald – Alp Scheidegg – Fischenthal

Riesen-Update WegWandern.ch

Riesen-Update auf WegWandern.ch! Mega-Freude! Wir haben u.a. die Suchfunktion ausgebaut. Neu kannst Du Wandervorschläge nach Höhenmeter auf- / abwärts getrennt suchen und der Schwierigkeitsgrad ist integriert. Mehr noch:

Neu:

  • Höhenmeter auf und abwärts mit getrennter Suche
  • Schwierigkeitsgrad
  • Neu in der Voranzeige / Suchergebnisseite sind:
    Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad, Wanderzeit, Distanz
  • A nach B Tour / Rundtour
  • Preview der Wanderbeschriebe auf Google Maps
  • Alle Wanderungen als GPS-Datei downloadbar
  • Google StreetView – 360°-Bilder auf fast allen Wanderungen, ua. virtuelle Wanderungen
  • Google Maps ist neu oben im Headerbild auf den Wandervorschlägen zu finden
  • Verlinkung auf lokale Wettervorhersage und Live-Webcam
  • alle Wanderungen kannst Du nun bewerten und kommentieren (Du musst eingeloggt sein). Hilf mit, die Aktualität der Daten zu halten. Deine Eindrücke Deiner Wanderungen helfen anderen sich besser orientieren zu können! Mach mit!

Zu kompliziert? Dann schau mal den Film an!
Über Dein Feedback zu unserem Update würden wir uns sehr freuen! Schreib uns!

 

 

HERZLICHES DANKESCHÖN AN ALLE UNTERSTÜTZER!

We Made It!

Wir haben unser Crowdfundingziel erreicht! CHF 10’004! Einzig- & grossartig! Vielen herzlichen Dank an alle Unterstützer und, dass Ihr an unser Projekt WegWandern.ch glaubt!

Unsere Unterstützer:

Gardi, Wädenswil

jansin, Zürich

Mirjam, Zürich

Claudia, Wil

Daniela Gunz, Kappel a.A.

Karin Tanner, Suhr

Chrige, Zürich

Fuocca, Spreitenbach

Natanja, Zürich

Margreth Haug, Mellingen

Graziella, Zürich

Peloca Hair&more By T.M., Zürich

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sizi, Herlisberg

Dagmar, Herlisberg

Hans Hess, Zürich

Isi, Wettingen

Sybille, Wohlen

Myriam, Stäfa

Staldermarl

Jris Haeberli, Dürnten

pstreiff, Niederhasli

Violeta Simic, Zürich

Esther, Herlisberg

Barbara, Herlisberg

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Ein ganz besonderer Dank an:

Susanne Zürrer, Zürich

D. Fleischmann, Zürich

Vielen herzlichen Dank an das Hotel Restaurant Landgasthof Kemmeriboden-Bad!

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Herzlichen Dank an unsere Filmcrew für den Crowdfunding-Film:

Sybille, Wohlen

Sharon, Ennenda

Schade, wenn die weissen Papiertaschentücher so richtig aus dem Wald, Gebüsch, am Wegesrand herausleuchten!

Müssen tut wohl jeder mal, wenn er länger draussen unterwegs ist.
Aber wie wäre es, wenn das Taschentuch in ein mitgebrachtes Tütchen bis zur nächsten Entsorgungsstelle verschwindet? So einfach: Nimm doch auf Deinen Weg ein Säcklein mit! Schliesslich nimmt man ja auch seinen Restabfall von jeder Rast oder sogar von der SAC-Hütte selber mit und entsorgt ihn ordentlich.

 

Wie lange es wohl dauert, bis ein solches „Papierchen“ von der Umwelt „entsorgt“ wird?
Gemäss Recherchen hängt es davon ab, aus welchem Material es besteht – Zellstoff aus Holz, Schilf, Stroh oder Bambus, recyceltem Papier (Holz), Zelluloseregeneratfasern (chemische Prozesse verwandeln natürliche Rohstoffe in eine Regeneratfaser).

Durchschnittlich dauert dieser Prozess des Abbaus durchaus ein paar Monate (3-6 Monate). Je nach äusseren Einflüssen wie Feuchtigkeit, Temperatur, Lichteinstrahlung, Lage kann dies sogar Jahre dauern! Auch Papiertaschentücher aus Recyclingpapier machen keine Freude. Auch dies ist Abfall und gehört entsprechend entsorgt. Bioabfälle? Diese gehören richtig entsorgt und nicht dorthin, wo sie gar nicht entstanden und nicht wiederverwertbar sind.

 

Und schon gar keine Zigarettenstummel!
Die haben eine gewaltige Giftmasse in sich, die in den Boden kommt und Pflanzen wie auch Tiere vergiftet. Das Gift der Zigarettenstummel gehört nicht in die Umwelt, genauso wenig wie die Chemikalien in den Papiertaschentüchern (Bleichung, Rissfestigkeit) sondern richtig entsorgt.

Für Raucher bieten sich praktische, leichte und luftdichte Schachteln an – ähnlich wie Pillendosen. Die stören nicht, sind rasch zur Hand und leicht, und die Stummel können bequem im Tal zur Verbrennung entsorgt werden.

Papiertaschentücher, Zigaretten sind keine von der Natur hergestellten Produkte und sollen unsere Wanderwege, Berggipfel, Wälder – unsere Umwelt – bitte nicht säumen. Noch viel heftiger sind Abfälle wie Getränkedosen, Plastikhüllen vom Kaugummi, dem Iso-Getränk oder die Verpackung der schnellen Stärkung während des Gehens (Energieriegel) und alles was „unbeachtet“ aus der Tasche fällt….

 

Was ist der Grund für diese Verunreinigungen?
Darauf kann jeder selbst seine persönliche Antwort geben. Jedenfalls kann gegen Unachtsamkeit, schlechte Gewohnheiten, fehlendes Umweltbewusstsein, Gedankenlosigkeit gegengewirkt werden. Dann sollte es eigentlich keinen einzigen Grund mehr für den Abfall auf Wanderwegen geben!

 

Geringschätzung des öffentlichen Raumes:
(Auszug: BAFU Schweiz zum Thema Abfall – Littering)

Die gesellschaftlichen Ursachen der zunehmenden Littering-Flut sind vielfältig. So verbringen etwa immer mehr Menschen ihre Mittagspause am Arbeits- oder Ausbildungsort und verpflegen sich unterwegs. Dieses veränderte Konsumverhalten – in Verbindung mit einer vermehrten Nutzung des öffentlichen Raums – führt fast zwangsläufig dazu, dass im Freien mehr Abfälle zurückbleiben…

Daneben werden auch psychologische Gründe für das Littering-Problem ins Feld geführt – so zum Beispiel die mangelnde emotionale Verbundenheit mit den verschmutzten Räumen, Faulheit und Ignoranz, aber auch komplexere verhaltenspsychologische Phänomene. Wirkt etwa ein öffentlicher Raum vernachlässigt, sinkt die individuelle Hemmschwelle, Abfälle einfach liegen zu lassen. Umgekehrt hindern saubere Plätze die meisten Leute eher daran, Verpackungsmaterial und anderen Müll auf den Boden zu werfen. Damit die Wegwerfmentalität nicht völlig ausufert und ganze (Stadt-) Gebiete verwahrlosen, bemühen sich die zuständigen kommunalen Behörden, regelmässig für Ordnung zu sorgen und die gelitterten Abfälle wegzuschaffen. Dieses Vorgehen ist allerdings aufwendig und teuer.

 

Unsere Tipps zur Vermeidung von Abfällen auf Wanderungen:

  • Zigarettendöschen (ähnlich sind Pillendosen – im freien Handel sind welche zu finden oder es werden entsprechend passende Döschen umfunktioniert)
  • Hosen- und Jackentaschen immer mit dem Reiseverschluss schliessen
  • keine Pet-Getränkeflaschen sondern mehrfach zu verwendende Trinkflaschen verwenden (regt nicht an, wegwerfen zu wollen) (Wasserflasche aus doppelwandigem Edelstahl
  • Versorgung mit Lebensmitteln möglichst ohne viel Verpackung rundherum (man kann alles ganz leicht, schützend, frischhaltend verpacken)
    Verpackungen bitte wieder mitnehmen
  • Zip-Tüte für allerlei Abfälle
  • Damen: Binden, Tampons, Taschentücher, Feuchttücher gehören nicht in die Natur! Immer dabei: Zip-Tüte!
  • Hinterlasse jeden Ort frei von Abfall!
  • Und wenn es dann überhaupt nicht anders gehen sollte, dann grabe ein Loch und decke deinen „Beitrag“ bitte zu!

Für ungewaschene Hände empfiehlt sich ein Desinfektionstüchlein (auch dies richtig entsorgen!) oder ein kleines Flacon mit Desinfektionsflüssigkeit.

Wer mehr wissen will klickt hier.

VIELEN HERZLICHEN DANK AN ALLE UNTERSTÜTZER!!!

Dies macht uns Mut und ist eine zusätzliche Motivation für uns! Dass ihr, wie wir, an unser Projekt WegWandern.ch glaubt!

Wir haben viel vor. Zum Beispiel wollen wir die Suchfunktion so ausbauen, dass du als Suchkriterium auch Höhenmeter aufwärts / abwärts getrennt eingeben kannst. Bei vielen Wanderwebseiten und in vielen Wanderbüchern werden die Höhenmeter auf / ab kumuliert. Das wollen wir nicht. Denn, es spielt schon eine Rolle, ob ich 200 Höhenmeter hinauf und 800 hinab gehe oder umgekehrt. Für Knieleidende entscheidend. Ausserdem wollen wir Wanderungen ergänzen mit Alp-Beizen und Alp-BnBs. Aber wir haben noch viel mehr vor…. Stay tuned, wir informieren dich hier regelmässig, wie wir das Geld aus dem Crowdfunding einsetzen.

Seit Aufschaltung unseres Crowdfundings, dem 9. November 2016, haben wir 11 neue Wanderungen online gestellt. Natürlich alle mit Wanderbschrieb, Wanderkarte, Höhenprofil. Alle Wanderbeschriebe können, wie immer bei uns, kostenlos als PDF heruntergeladen werden. Schau mal rein:

Wenn man gerne die Ruhe, Beschaulichkeit und vielleicht auch etwas Einsamkeit beim Wandern mag, ist ein sogenannter Grüeziweg einfach nur ärgerlich: Regelmässig begegnet man Menschen – meist schon nach wenigen Minuten – die man natürlich auch begrüsst, wie es die Wanderkultur ist. Bei zu vielen Begegnungen – so nach der 30igsten – mag man dann aber irgendwann nicht mehr grüssen, und so geht die Wandergruss-Kultur vorbei.

Sich zu grüssen auf den Wanderwegen macht durchaus Sinn. Abgesehen davon, dass es freundlich ist und vielleicht das Gegenüber zu einem Gespräch einladen kann, verringert das Grüssen die natürliche Distanz zum Fremden. Man könnte ja miteinander die Eindrücke teilen, sich freuen über die Schönheit der Berge und über den hinter sich gelegten Weg unterhalten. Besonders wichtig ist es nämlich, sich über den noch bevorstehenden und den begangenen Weg zu unterhalten, wenn sich spontane Veränderungen der Wege ergeben haben, wie Hangabrutsche, Muränen bei Regen, unpassierbare, ausgesetzte Stellen, Schneefelder mit schwierigen Passagen oder gefährlichem Schnee, Absturzgefahren, schwierige Strecken über Brücken oder gar fehlende Brücken, das plötzlich aufziehende Wetter und dem damit verbundenen Zeitbedarf, welcher die Entscheidung weiterzugehen oder umzukehren beeinflusst. Im Gespräch erfährt man dann genauer, wie das Terrain beschaffen ist, was kein GPS oder anderes Mittel genauer voraussagen kann, uvm. Manch einem kann dies das Leben retten, wenn man sich über Gefahren austauscht und nicht einfach an jemandem vorbeizieht und ihn seinem Schicksal überlässt.

So hat ein Grüeziweg doch seine guten Seiten. Auch deshalb, weil manche Menschen alleine unterwegs sind. Das kann etwas mehr Sicherheit geben. Es ist klar, dass man eigentlich nie alleine wandern soll. Denn zwei können sich besser helfen und unterstützen sowie im Notfall Hilfe organisieren, gerade, wenn es ein Funkloch gibt.

Wandern hat daher auch eine soziale Seite. Man hilft sich aufgrund der Abgeschiedenheit über manch „schwierigen Weg“ hinweg oder hilft sich gegenseitig bei Verletzungen und leitet die Nothilfe ein. Da spielt es keine Rolle mehr, um wen es dabei geht. Schliesslich kann man nicht darauf hoffen, dass irgendjemand anderes vorbeizieht und das tut, was man selbst nicht tun möchte oder gleich um die Ecke der Krankenwagen anrollt – es ist nicht wie in der Stadt.

Und dennoch: Wenn man zu zweit unterwegs ist, kann der Grüeziweg doch rasch störend werden. Und auch enge Passagen mit starkem Gefälle auf beiden Seiten werden dann mühsam zu begehen. Es kann einem so richtig die Freude verderben.

Oder gar: Man wandert – im dem vom vordersten Wanderer, vorgegebenen Tempo – den Berg hinauf oder hinunter, in längeren hintereinander gehenden Menschenschlangen – Karawanenwandern! Es gibt nichts Unangenehmeres, wenn man sich den Rhythmus der eigenen Schritte und des Atmens ungewollt diktieren lassen muss. Und irgendwie reizt es ja doch, den Gipfel als „erster Mensch“ erreichen zu können.

Daher hier ein paar Tipps, wie man den Grüeziweg oder Karawanenwanderungen umgehen kann:

  • Eine Wanderung in der Nähe zu einer grossen Stadt oder zu einem grossen Wohneinzugsgebiet wird eher gewählt, da die Anreise kürzer ist. Also wähle eine längere Anreise.
  • Eine Wanderung, bei der man sich bequem hoch (und allenfalls auch runter) transportieren kann, zieht mehr Menschen an.
  • Eine Wanderung, die mindestens ein schön gelegenes Restaurant oder eine Hütten-Verpflegungsstelle aufweist, zieht Menschen an. Man könnte auch Wege ohne diese gehen und sich aus dem Rucksack verpflegen.
  • Wanderungen mit Panoramablick zieht bei schönem Wetter natürlich viele an. Wege, die durch erfrischende Wälder und andere Gebiete führen, ziehen weniger Menschen an – Aussichten gibt es aber immer.
  • Wanderungen bei leichtem Nieselregen machen nicht alle.
  • Wanderziele, zu denen man auch mit dem Auto gelangen kann, ziehen mehr Menschen an. Also abgelegenere Ziele wählen.
  • Auf leichteren Wanderungen sind mehr Menschen unterwegs – ausser bei Nieselregen.
  • Wanderungen mit anspruchsvollen Wegen, höheren Höhenprofilen oder starkem Aufstieg in kürzerer Zeit ziehen nicht alle Menschen an.
  • Wähle den Zeitpunkt besser: Am Wochenende sind mehr Leute unterwegs als unter der Woche.
  • Wanderungen mit vielen anderen angeschlossenen Wegen dazwischen verhelfen dazu, die Menschen besser zu verteilen.
  • Wanderungen, die an einen bestimmten Ort führen, an dem etwas spektakuläres stattfindet, suchen einige Menschen mehr auf.

Im Grunde kann man ganz einfach sagen: Weil wir Menschen doch mehr oder weniger dazu neigen, es uns bequem und so einfach und unangestrengt wie nur möglich zu gestalten, ziehen wir wiederum Menschen an, die gleich denken und sich für den gleichen Weg entscheiden. So meinen wir von WegWandern.ch: „Gehe neue Wege, Deine Wege.“