Jugendstil-Hotel Paxmontana, Flüeli-Ranft (Sachseln, Sarnersee)
Historische Hotels, Historisches, Sommerserie 2018

Jugendstil-Hotel Paxmontana, Flüeli-Ranft

Hoch über dem Sarnersee, im Wallfahrtsort Flüeli-Ranft am Jakobsweg, thront das einzigartige und denkmalgeschützte Jugendstil-Hotel Paxmontana. Der Charme der Belle Epoque mit dem Komfort von heute und der grandiose Panoramablick auf See und Berge verzaubern wohl jeden.

Das Paxmontana – der «Bergfriede» – ist eines der bedeutensten historischen Hotels der Schweiz.

 

Wanderbeschrieb

Hier wandert und wandelt man auf den Spuren der Vergangenheit. Schon der romantische Laubengang hinein ins Jugendstil-Hotel Paxmontana (+41 41 666 24 00) versprüht den Charme der Belle Epoque. Ein Ort für Romantiker. Ein Ort für Ruhesuchende. Ein Ort für Geniesser. Das Märchenschloss liegt hoch über dem Sarnersee, in Flüeli-Ranft, am historischen Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Ein mystischer Ort: Hier lebte und wirkte der heilige Niklaus von Flüe.


Einzigartiger Panoramablick auf die Seen und die Obwaldner Bergwelt

 

Niklaus von Flüe – Der Schweizer Nationalheilige

Wer von Stans auf der ViaJakobi (Jakobsweg) oder auf dem Bruderklausenweg hinauf nach Flüeli-Ranft wandert, kommt am Ende der Etappe zur Ranftschlucht, wo einst Niklaus von Flüe (1417-1487) als Einsiedler in einer kargen Zelle lebte. Die zwei Ranftkapellen, die seit Jahrhunderten den Pilgern offen stehen, lohnt eine Besichtigung. Im Sommer 1984 besuchte Papst Johannes Paul II. auf seiner Schweizer Reise den Wallfahrtsort Flüeli-Ranft.


Deutlich zu sehen: die Ranftschlucht in der sich die Ranft-Kapellen befinden, rechts das Paxmontana

 

Niklaus von Flüe, oder Bruder Klaus wie er genannt wurde, verbrachte seine letzten 20 Jahre in der Schlucht. 1467 verliess er seine Frau und seine 10 Kinder und begab sich auf die Pilgerreise. Er kam allerdings nur bis Liestal und kehrte wieder zu seinem Geburtsort in die Ranft zurück, um fortan bis zu seinen Tod als Einsiedler zu leben. Im Zentrum von Flüeli-Ranft, nahe dem Flüeliplatz, steht das Geburtshaus von Bruder Klaus. Das Wohnhaus findet sich in der Matte Schibloch, kurz nach der Ranftschlucht, am Ortseingang Flüeli-Ranft, beim Jugendstil-Hotel Paxmontana.


Jugendstil-Hotel Paxmontana

 

Refugium seit 1896 – Ein Kraftort

Das romantische Hotel wurde 1896 unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn» vom Hotelier Franz Hess im Schweizer Holzbaustil als moderner Flachdachbau erbaut. Kurgäste kamen zur Sommerfrische und zu Badekuren. Der findige Hotelgründer Franz Hess liess für seine Gäste Spazierwege anlegen und gab eine eigene «Excursionskarte» heraus, auf der man Wandervorschläge mit Gehzeiten vorfand. Für die weniger Wanderlustigen stellte er Pferde und Wagen für Picknick-Ausflüge bereit. 


Damals noch unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn» ohne die charakteristischen Türmchen

 

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt das Gebäude seine charakteristischen Türmchen und verspielten Dachformen. Gleichzeitig wurde das Hotel verlängert und um zwei Geschosse erweitert. Mit diesem grossem Umbau reagierte man auf die zunehmende Nachfrage nach gehobenen Unterkünften. Waren es in den Anfangszeiten mehrheitlich Kurgäste, die das Hotel aufsuchten, wurden diese nun vermehrt durch Touristen und Pilger, die auf Pilgerreise waren, abgelöst.


Immer noch unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn»

 


Der Laubengang

 

1938 wurde das Hotel von der Obwaldner Kantonalbank übernommen, da Franz Hess in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. 1953 erwarb die Bruder-Klausen-Stiftung das Hotel. Drei Jahre später, 1956, erfolgte die Umbenennung des Hotels von «Kurhaus Nünalphorn» in «Paxmontana». 


Die 47 Meter lange Veranda damals

 

 

«Historisches Hotel des Jahres 2014»

Seit 1999 wurde das Hotel etappenweise saniert. Dabei wurden zahlreiche historische Parkett- und Terrazzoböden, Stuckdecken und Deckenmalereien renoviert oder wieder freigelegt. Insgesamt 26 Millionen Franken wurden für die umfassende Renovation und den Erhalt dieses architektonischen Hotel-Bijou aufgewendet. Seitdem erstrahlt das Hotel in neuem Glanz, und doch mit dem Charme alter Zeiten.

 

Das Jugendstil-Hotel Paxmontana ist heute ein Drei-Sterne-Superior Hotel im mittleren Preissegment und wiederspiegelt ein Stück Schweizer Hotelgeschichte. Diese ist von der historischen Hotel Zufahrt bis hin zu den liebevoll restaurierten Deckenmalereien in den Hotelzimmern allgegenwärtig. Vier historische Zimmer sind noch immer mit Original-Jugendstilmobiliar eingerichtet.

Damals wie heute schreitet man im Restaurant durch die einmalige 47 Meter lange Veranda mit Fensterfront und geniesst den traumhaften Blick ins Sarneraatal und auf den Glaubenberg.

2014 wurde das Hotel mit dem Preis «Historisches Hotel des Jahres» ausgezeichnet.


Die 47 Meter lange Veranda heute

 

 

 

 

 

Jugendstil-Hotel Paxmontana
Dossen 1
6073 Sachseln
  +41 41 666 24 00
  www.paxmontana.ch
  

 

Wandervorschlag
  Bruder-Klausen-Weg: Stans – Flüeli-Ranft – Sachseln

 

 

Bilder: Jugendstil-Hotel Paxmontana
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

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