Mehrtagestour
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Tessin

Andermatt – Vermigelhütte – Cap. Cadlimo – Cap. Cadagno – Lago Ritom – Piora

mittel  |  11.00 h  |  ↔ 30 km  |  ↑ 2144  |  ↓ 1740 m

Eine Alpenquerung vom Urnerland ins Tessin via Unteralptal, Vermigelhütte, Maighelstal und Passo Bornengo zur Cadlimohütte, weiter via Val Piora nach Piotta: Anspruchsvoll aber mit schönen Überraschungen!

 

 

Ausgangspunkt: Andermatt, Bahnhof
Endpunkt: Piora, Standseilbahn (Verbindung zum Bahnhof Piotta)
Einkehr: Unterkunft und Verpflegung: Vermigelhütte, Cadlimohütte, Canvetto Cadagno,
Capanna Cadagno, Rifugio Lago Ritom
Anforderungen: weiss-rot-weiss (T3 – anspruchsvolles Bergwandern)
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               00.00 h   Andermatt, 1436 m       
               01.20 h Brücke, 1589 m
               02.55 h Vermigelhütte, 2042 m   
               04.20 h Pass Maighels, 2420 m
               05.20 h Passo Bornengo, 2630 m
               06.30 h Capanna Cadlimo, 2570 m   
               06.50 h Lago Scuro, 2470 m
               07.00 h Bassa del Lago Scuro, 2450 m
               07.50 h Lago di Tom, 2022 m
               08.20 h Canvetto Cadagno, 1917 m   
               08.45 h Capanna Cadagno, 1987   
               10.15 h Rifugio Lago Ritom, 1850 m   
               11.00 h Piora, 1794 m

 

Wegbeschrieb

Startpunkt der mehrtägigen fast alpinen Wanderung ist Andermatt Bahnhof. Das altehrwürdige Bahnhöfli macht dem gegenüberliegenden The Chedi alle Ehre, ein Startergetränk in der Morgensonne lohnt sich, bevor es auf der Dorfstrasse durch Andermatt geht. Beim Hotel Drei Könige, auf der Reussbrücke geht der Weg in Richtung Vermigelhütte sanft steigend, gemütlich bergan durch das Unteralptal. Rechter Hand der mächtige Gemsstock, links die Oberalppassstrasse am Nätschen, wo man die Ausflügler beobachten kann.

Der Wanderweg führt zunächst rechts der Unteralpreuss entlang, bald darauf (nach ca. 1 h 20 min) wechselt man die Seite bei der Brücke. Auch wenn die Flurstrasse bis zur Vermigelhütte führt, wird sie nur von örtlichen Bauern befahren. Dieser Weg hat seine Herausforderung darin, dass er stetig ansteigend ist und man sich gut eintrainieren kann für die kommenden Tage – es ist eher ein Walkingweg bis zur Hütte. Übernachtung nach guten drei Stunden auf der Vermigelhütte (Anmeldung erforderlich! Tel. Hütte: +41 (0)41 887 17 73). 

Am nächsten Tag geht der Weg (Teil des Vier-Quellen-Weges) den Berg hinauf, aber durchaus sehr angenehm zum Gehen und nur sanft steigend – auch wenn dieser optisch gesehen steiler wirken mag – auf den Maighelspass. Herrliche Bergseen laden zum Pausieren oder Angeln ein. Über das Maighelstal wird der Weg eher flacher und führt durch herrliche, wirklich interessant arrangierte und sehr künstlerisch gestaltete Steinmannli-Skulpturen, die sicher ein paar originelle Fotos wert sind. Etwas anstrengender wird dann der Aufstieg über den versteinerten ehemaligen Gletscher und seine Steinplatten, die quer übereinander liegen hinauf zum Passo Bornengo auf 2631 m.ü.M. Es zieht ein Wind um die Ohren aber der Aufstieg ist geschafft. Die Tessiner neigen dazu, sehr sportliche Wanderzeitangaben auf den Wegweisern zu nennen: Wir meinen, ein Zuschlag von 50% wäre für Durchschnittswanderer durchaus angebracht. 

Der Abstieg hat es in sich: Vielleicht liegen noch Schneefelder, die zu überqueren sind, der Weg auf der „anderen“ Seite – denn hier ist nun die Grenze zum Tessin – ist genauso ehemals vereist gewesen und daher sehr steinig und auch steil. Man sieht von oben, wie der Weg dann nach dem steilsten Abstieg auf der linken Talseite am Hang weiterführt und man glaubt, das Ende der Wanderung in Sicht zu haben. Tatsächlich sieht man die Cadlimohütte oder vielmehr die Fahne, doch der Weg nach dem Abstieg geht erst richtig wieder los mit einer Steigung, die die restliche Kondition abverlangt. Aber es lohnt sich allemal wieder auf 2523 Meter hoch zu gehen, denn die Cadlimohütte (Anmeldung erforderlich! Tel. Hütte: +41 91 869 18 33) hält den Durstlöscher mit herrlicher Aussicht auf den geschafften Weg vom Passo Bornengo und mehr bereit.

Mit Glück kann am frühen Morgen gegen sechs Uhr in nächster Nähe die Steinbockfamilie beobachtet werden. Die Steinböcke kommen bei Wetterwechsel, also zu schlechterem Wetter hin, den Berg hinunter, zum vom Hüttenwart ausgelegten Leckstein und wer früh loswandert, kann vielleicht auch die Schneehühner auf dem Weg beobachten. Eine angenehme Wanderung von der Cadlimohütte hinunter bis zu den Seen des Val Piora erwartet einen, einzig eine Schlüsselstelle gibt es, bei der man etwas Klettern muss oder gleich auf dem Hosenboden hinter rutscht.

Vorbei geht es via den Seen Lago Scuro und Lago di Tom. Hier erwartet den Wanderer ein traumhafter See: Sandstrand und kristallklares Wasser! Zum Baden kalt, aber herrlich! Von nun an ist es nicht mehr weit bis zum Lago Cadagno und zum Canvetto Cadagno (+41 91 868 16 47). Hier kann man einkehren und auch übernachten. Das Canvetto bietet zwei einfache Zimmer mit Etagendusche an, welche herrlich wirkt nach mehreren Wandertagen. Man wohnt im gleichen Haus wie die Wirte, es ist heimelig und hat familiären Charakter (nicht für Menschen geeignet, die es sehr komfortabel lieben sondern für solche, die es auch „einfach“ geniessen mögen). Nach einer weiteren halben Stunde erreicht man die Capanna Cadagno (Tel. Hütte: 091 868 13 23). Eine angenehme, modernisierte Hütte. Das Kuchenbuffet ist grandios!

Der Abstieg erfolgt nun ein Stück den Weg zurück. Danach entlang des Lago Ritom, vorbei am Rifugio Lago Ritom (+41 (0)91 868 1424, 15 einfache Zimmer mit Etagendusche) und weiter bis zur Standseilbahn Piora mit Verbindung nach Piotta und Zuganschluss – am besten gleich nach Locarno an den See…

(Wichtig zu wissen ist, dass keine geografische Karte den Weg genauer beschreiben kann, weil er teilweise steiler als angenommen und vor allem auch mühsamer zu gehen ist, aufgrund der ehemaligen Vergletscherungen. So muss zwischendurch auch einmal etwas geklettert werden, ist zwar nicht schwierig aber hat doch auch ein gewisses Risiko für Personen, die sich dann unsicher fühlen. Festhalten kann man sich aber gut am Gestein, daher ist es nicht überaus gefährlich. Über ein Schneefeld zu gehen, wenn es sehr abschüssig ist, braucht auch etwas Mut und vor allem keine Angst, aber keinen Übermut – Vorsicht ist also geboten!)


 

 

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