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Gut zu wissen

Schneeblindheit

An Schneeblindheit erkrankt man schneller als man denkt. Ohne ausreichenden Schutz kann dies innerhalb weniger Minuten passieren. Die UV-Belastung nimmt mit zunehmender Höhe rasch zu.

Auch wenn wir oft feststellen, dass die Sonne in der Höhe mehr Kraft hätte, stimmt uns dies in den noch weniger warmen Tagen wohl glücklich. Doch das eigentliche Problem stellt sich dadurch, dass die Sonnenstrahlen weniger stark gefiltert werden und daher mit grösserer Wucht auf uns treffen. Manchmal sind es nur wenige Minuten auf einem Gletscher, die zur Schneeblindheit führen können.

Pro 300 Höhenmeter nimmt die UV-Belastung um etwa vier Prozent zu. Der Schnee reflektiert dazu noch die UV-Strahlung. Dabei muss der Himmel noch nicht einmal wolkenfrei sei. Bestimmte Bewölkungssituationen erhöhen die Strahlung sogar. Mit zunehmender Höhe werden die überlagernden Luftschichten dünner, wodurch mehr UV-Licht in die Atmosphäre tritt. Ein kühlendes Umfeld erzeugt ein trügerisches Gefühlt der Sicherheit. Nicht nur Wind und Kälte stressen die Haut, besonders die UV-Strahlung wirkt unmerklich auf die Haut ein.

Prophylaxe: Sonnenbrillen in den Bergen sollten mindestens die CE-Norm der Filterkategorie III erfüllen. Frag auch mal Deinen Optiker, besonders, wenn Du geschliffene Gläser als Sonnenbrille brauchst. Am Gletscher darf es eine höhere Kategorie sein. Am Besten schützt eine Brille auch, wenn die Seitenzugänge abgedeckt sind, dies schützt auch vor dem trügerischen Wind, der um die Augen weht.

Eine Sonnenbrille sollte eine Tönung von 92 bis 97 Prozent besitzen und 100 Prozent des UV-Lichtes absorbieren. Im Notfall kann sogar ein Stück Pappe oder Rinde schützen, die man – wie die Inuits mit ihren Seehundeknochen – mit schmalen Sehschlitzen bearbeitet.

Symptome: Schneeblindheit ist ein Sonnenbrand auf der Hornhaut und/oder Bindehaut; das bedeutet auch, dass man sie erst nach einer Latenzzeit bemerkt; wenn es eigentlich schon zu spät ist. Es ergeben sich extreme Lichtempfindlichkeiten, gerötete Augen, Tränenfluss und ein sandiges Gefühl in den Augen; es kratzt. Absolute Schneeblindheit führt zur Erblindung – zu einer vorübergehenden oder gar zu einer irreparablen. Wenn nur noch ein weisser Punkt erkennbar ist, ist es ein absolutes Muss, dass man sich direkt zum Augenarzt begibt. Die Augen unbedingt abdecken, verdunkeln. Es ist äusserst schmerzhaft. Und wenn man sich mitten im Berg befindet, wendet man sich am Besten gleich an eine Notfall-Nummer! Also lässt man es gar nicht erst dazu kommen!

Massnahmen: Kühlende Umschläge, Ruhe, Verdunkelung. Antibiotische Augensalben können den Heilungsprozess unterstützen, diese jedoch nie ohne ärztlichen Besuch anwenden.

Und wie oben genannt, die Prophylaxe ist das beste Gegenmittel: Die richtige Sonnenbrille!

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