Wie Tiere und Pflanzen den Winter überstehen

Tiere und Pflanzen haben eine Vielzahl faszinierender und raffinierter Strategien entwickelt, um Kälte, Schnee und dunkle Tage zu überstehen. Die neue Sonderausstellung «Überwintern – 31 grossartige Strategien» im Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld stellt einige näher vor.


«Überwintern – 31 grossartige Strategien». Foto: zVg Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

 

Fällt der erste Schnee, locken Skifahren, Snowboard, Schneeballschlacht oder Spaziergänge  im verschneiten Winterwald. Was bei uns höchsten rote Backen oder klamme Finger verursacht, ist für Tiere und Pflanzen ein Kampf ums Überleben. Sie müssen sich etwas einfallen lassen, um die Wintermonate zu überstehen. Die Ausstellung «Überwintern  – 31 grossartige Strategien» gibt Einblick in ein besonders faszinierendes Naturthema.


«Überwintern – 31 grossartige Strategien». Foto: zVg Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

 

Herausforderung trotz Klimaerwärmung

Auch in Zeiten von Jahrhundertsommern und Erderwärmung hält der Winter immer noch jedes Jahr zuverlässig Einzug. Zwar frieren die Seen heute später oder gar nicht zu und die Schneedecke ist vielerorts nicht mehr so mächtig wie vor einigen Jahrzehnten. Bis heute jedoch sind geringe Mengen an Sonnenlicht, Wochen der Kälte und Nahrungsmangel für Pflanzen und Tiere die grossen Herausforderungen, denen sie im Winter begegnen. Der Grund dafür ist die Schrägstellung der Erdachse: Während des Laufs der Erde um die Sonne wärmen die Sonnenstrahlen einmal mehr die Nordhalbkugel, dann wieder mehr die Südhalbkugel.


«Überwintern – 31 grossartige Strategien». Foto: zVg Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

 

Leben auf Sparflamme oder im Rekordmodus

Lebewesen haben zahlreiche Strategien entwickelt, um den Winter überleben zu können. Die meisten Pflanzen stellen die Photosynthese fast völlig ein, werfen ihre Blätter ab und führen ein Leben auf Sparflamme. Wechselwarme Tiere, unter ihnen viele Wirbellose, Amphibien und Reptilien, ziehen sich an frostfreie Orte zurück, wo viele von ihnen in eine Winterstarre fallen. Zahlreiche Vögel aber auch manche Schmetterlinge fliegen in wärmere Regionen und vollbringen dabei unvorstellbare Leistungen. Einige Vogelarten überqueren Gebirge von 7’000 Metern Höhe oder legen auf der Reise in ihre Überwinterungsgebiete und wieder zurück bis zu 40’000 Kilometer zurück. Andere machen das pure Gegenteil: sie halten Winterschlaf. Tiere wie der Igel oder das Murmeltier suchen einen frostfreien Überwinterungsplatz, senken ihre Körpertemperatur und reduzieren Atmung und Herzschlag aufs überlebensnotwendige Minimum. Es gibt aber auch die Unerschrockenen, die den Winter über aktiv bleiben. Auch sie vermeiden unnötigen Energieverbrauch und schalten lange Ruhephasen ein. Alle leben teilweise von der im Sommer angefressenen Fettschicht, die zusammen mit einem warmen Winterpelz oder einem dichten Federkleid vor Wärmeverlust schützt.

 


«Überwintern – 31 grossartige Strategien». Foto: zVg Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

 

Lebensechte Präparate in der Winterlandschaft

Die vom Natur-Museum Luzern gestaltete Ausstellung verwandelt den Ausstellungsraum des Naturmuseums Thurgau in eine Winterlandschaft. Zahlreiche Präparate von Pflanzen und Tieren können auf oder unter dem Schnee entdeckt werden. Ob Schneeglöckchen, Honigbiene, Weinbergschnecke, Rauchschwalbe, Schneefloh, Murmeltier, Steinbock oder Bartgeier – die Bewohner unserer Siedlungen, des Waldes, von Gewässern und des Gebirges stellen ihre Überwinterungsstrategien vor. So wird der Ausstellungsbesuch zu einer spannenden winterlichen Entdeckungstour, auf der sich immer wieder staunen lässt, welche raffinierten Lösungen die Natur fürs Überwintern parat hat.

 

 

Reiches Rahmenprogramm

Die Ausstellung «Überwintern – 31 grossartige Strategien» ist ab 7. September 2018 bis 17. Februar 2019 im Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld zu sehen. Weitere Informationen  zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm finden sich auf der Museumswebseite: www.naturmuseum.tg.ch

 

 

Naturmuseum Thurgau
Freie Strasse 24, Frauenfeld
DI-SA 14-17 Uhr
SO 12-17 Uhr
an allen offiziellen Feiertagen geöffnet

Eintritt frei

www.naturmuseum.tg.ch

Schon länger sind sie mehr als moderne Accessoires im Sommer. Inzwischen zählen sie zu den wichtigen Bodyguards, die auf keiner Wanderung fehlen dürfen. Denn auch im Winter ist die UV-Strahlung schädlich für die Augen.

Wer in verschneiten und vereisten Gegenden unterwegs ist, ist zudem den Blendeeffekten von Eis und Schnee ausgesetzt, weshalb eine Sonnenbrille zum treusten Begleiter avanciert. Dabei kommt es auf die richtige Tönung, geeignete Schutzgläser in Farbe, Grösse und Qualität sowie auf den passenden Schutzumfang an. Abhängig sind diese Faktoren vom Einsatzort der Sonnenbrille. Beim Skifahren benötigen Sportler ein anderes Modell als beim Wandern. Dieser Beitrag gibt Aufschluss über die Wichtigkeit von Sonnenbrillen im Winter und verrät, wie Interessierte das richtige Modell für die Winterwanderung finden.

 

Wandern im Winter: Allgemeine Tipps für die kalte Jahreszeit

Für manche beginnt die Wander-Season im Frühling, für andere ist das gesamte Jahr über Saison. Wer zu den Letzteren zählt, der weiss, dass Winterwanderungen andere Anforderungen an das Equipment, die Accessoires sowie die Bekleidung stellen. In Schnee- und Eisgebieten sind beispielsweise wasserdichte und kälteisolierende Schuhe ein Muss, um trocken und warm am Ziel anzukommen. Bei besonders glatten Untergründen bedarf es kleiner Hilfsmittel wie Halbsteigeisen, die mehr Halt verleihen. In puncto Bekleidung setzen Winterwanderer auf den altbewährten Schichten-Look, um möglichst warm, dabei allerdings atmungsaktiv unterwegs zu sein. Auch wenn es draussen eisig kalt ist, ist der richtige Sonnenschutz bei Winterwanderungen von grosser Bedeutung. Neben dem Tragen der Sonnenbrille, gilt es auch Sonnencreme zu verwenden. Auf die Tube aus dem Sommerurlaub ist zu verzichten – diese enthält zu viel Feuchtigkeit, welche in der kalten Umgebungsluft gefriert und die Haut nachhaltig schädigt. Spezielle Sonnencremes für den Winter sind fetthaltiger und daher besser für den Einsatz bei kalten Temperaturen geeignet.

 


Eine Winterwanderung stellt andere Anforderung an Ausrüstung, Accessoires und Co.

 

Davor schützt die Sonnenbrille

Die grösste Gefahr, vor welcher hochwertige Sonnenbrillen schützen, ist die UV-Strahlung. Ob eine Brille genügend Schutz gewährt, ist beispielsweise am sogenannten CE-Zeichen auf der Bügelinnenseite erkennbar. UV-Strahlung ist unsichtbar, weshalb die Brillen einen Filter im Glas- oder Kunststoffmaterial besitzen. Dabei ist der UV-Schutz einer Sonnenbrille nicht von der Tönung der Gläser abhängig. Ein Modell mit nicht ausreichendem oder gar keinem UV-Schutz animiert das Auge dazu, sich weiter zu öffnen. Dadurch lässt es noch mehr UV-Strahlung ins Innere, was auf Dauer sehr schädlich ist. Dabei kann das Accessoire natürlich trotzdem modisch, cool und dem individuellen Look angepasst zur Geltung kommen. Fachhändler bieten eine grosse Auswahl, die nicht nur bekannte Marken, sondern auch weltweit bekannte Designer umfasst.

Jeder, der schon einmal in einer kalten Winterlandschaft wandern war, kennt die extremen Blendeeffekte, die von Schnee und Eis ausgehen. Aus diesem Grund schützt eine Sonnenbrille auch vor der sogenannten Schneeblindheit. In diesem Zusammenhang besitzen die Modelle einen lichtdämpfenden Filter, der dafür sorgt, dass die Augen nicht geblendet werden. Die Stärke des Filters ist massgeblich von der Tönung der Sonnenbrille abhängig. Darüber hinaus gibt es Brillen, – vor allem die Varianten, die beim Ski- oder Alpinfahren getragen werden – die vor IR-Strahlung schützen.

Mütze, Handschuhe und Schal sind die Klassiker unter den Accessoires, die in der kälter werdenden Jahreszeit stets zum Einsatz kommen. Nicht nur bei speziellen Hobbys wie Winterwandern oder Skifahren, sondern auch in der Freizeit. Die wenigsten Winter-Fans denken jedoch daran, auch die empfindliche Augenpartie in der winterlichen Freizeit zu schützen. Eine Sonnenbrille schützt die Augen auch beim sonntäglichen Winterspaziergang vor der schädlichen UV-Strahlung, die vom Schnee im Lieblingspark oder Wald reflektiert wird. Die Netzhaut ist ohne Brille hohen Belastungen ausgesetzt und kann dauerhaft beschädigt werden. Deshalb sind Sonnenbrillen im Winter – beim Outdoor-Sport, beim Wandern sowie in der Freizeit – ein unerlässliches Accessoire.

 


Sitz- und Tragekomfort sind zwei wichtige Faktoren, damit die Sonnenbrille nicht von der Nase rutscht.

  

Darauf gilt es bei der Auswahl einer Sonnenbrille zu achten

Um eine geeignete Sonnenbrille für die Winterzeit zu finden, bestehen ein paar Faktoren, auf die zu achten ist. Laut dem Verband für Optometrie und Optik sind hochwertige Schutzgläser das A und O. Wie bereits erwähnt, gilt es hierbei vor allem auf das CE-Zeichen zu achten. Dieses sollte die Informationen «100 % UV» oder «100 UV 400 nm» enthalten, um den nötigen Grad an UV-Schutz zu bieten. Des Weiteren ist es wichtig, dass beim Fixieren eines Objekts gleichbleibende Schärfe gewährt ist. Verschwimmt, verzerrt oder verzieht sich der fixierte Gegenstand, handelt es sich um minderwertige Qualität der Gläser. Beim Wandern ist es beispielweise essenziell, eine Sonnenbrille zu tragen, die nicht nur den frontalen UV-Schutz gewährt, sondern auch an der Seite und von oben keine Strahlung zulässt. Grundsätzlich sollte die Brille bei jeder Winterwanderung die empfindliche Augenpartie kompromisslos vor der schädigenden Strahlung abschirmen. Das ist möglich, indem darauf geachtet wird, dass die Gläser der Sonnenbrille gross genug sind, um den kompletten Augenbereich zu schützen. Bei der Fassung kommt es nicht nur auf die Optik an, sondern auch darauf, dass sie perfekt sitzt, nicht verrutscht und keine unangenehmen Druckstellen hinterlässt.

Die Farbe der Gläser ist nicht nur vom persönlichen Geschmack abhängig. Im Regelfall ist es nämlich so, dass alle Farben ausser Braun und Grau die Wahrnehmung des Auges verfälschen, sodass sich das empfindliche Sehorgan zunächst an diese «optische Täuschung gewöhnen muss». Grau verspricht hingegen eine völlig neutrale Wiedergabe der Farben, während Braun zusätzlich Blaulicht filtert und die Umgebung in eine angenehme Farbwelt taucht. Die Tönung der Sonnenbrille hat rein gar nichts mit dem UV-Schutz zu tun, sondern mit dem Licht, welches das Auge erreicht. Es gibt verschiedene Stufen der Tönung, die von der untersten Stufe mit 100 % Durchlässigkeit bis hin zur höchsten Kategorie mit maximal 3 % Lichtdurchlässigkeit reicht. In verschneiten Wandergebieten sind häufig Gläser der Stufe 3 empfehlenswert, allerdings ist es ratsam, vor der Wanderung und vor dem Kauf mit einem Optiker über die Funktionalitäten dieser Sonnenbrillen zu sprechen.

Weitere Tipps zum Thema «Sonnenschutz» erhalten Interessierte auf den Seiten des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen der Schweizer Eidgenossenschaft.

 

Bilder
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Triftbrücke: 100 Meter hoch und 170 Meter lang schwebt die spektakuläre Hängebrücke über den Triftsee mit dem Triftgletscher. Schwindelerregend, atemberaubend!

Wanderbeschrieb

Die Triftbrücke ist eine der spektakulärsten Fussgängerhängeseilbrücken der Alpen. Die Triftbahn erschliesst mit einer abenteuerlichen Fahrt über die Triftschlucht das gleichnamige Gletschertal. Die Bergstation Nessental-Underi Trift ist der Ausgangspunkt für eine Wanderung, die ihren Höhepunkt im Überschreiten der Triftbrücke findet. Faszinierende Blicke über den Gletschersee hinauf zum Trift-Gletscher sind garantiert. Die Talstation Nessental im Gadmertal erreicht man von Meirinigen (Berner Oberland) mit dem Postauto oder per PW.

 

 

 

Eine der längsten und höchsten Fussgängerhängeseilbrücken der Alpen

Bis in die späten 1990er Jahren reichte die Gletscherzunge bis in die Triftschlucht. So dass Alpinisten für die Tour zur Trifthütte die Schlucht auf dem Gletscher überqueren konnten. Doch wenn sich das Klima erwärmt, schmelzen die Gletscher, manche, wie der Triftgletscher, besonders schnell. 2004 baute man eine Hängebrücke, da der Gletscher nun nicht mehr hoch genug reichte. 

 

 

Diese nach dem Vorbild der nepalesischen Dreiseilbrücken erbaute Triftbrücke entpuppte sich als Touristenmagnet und wurde 2009 durch eine sicherere und besser zugängliche Brücke ersetzt, die als eine der längsten und höchsten Fussgängerhängeseilbrücken der Alpen gilt. Die ursprünglich als Transportbahn erstellte Gondelbahn führt Passagiere hinauf ins Gebiet der Brücke.


Triftgletscher

 

 

Wandervorschläge
  Triftbrücke und Windegghütte
  Triftbrücke – Trifthütte – Windegghütte

 

Triftbahn
  www.grimselwelt.ch/ausflugstipps/trift 

Ein Geheimtipp! In der «anderen Welt», abseits vom Highend-Trubel, endlich ankommen: Dies macht das Ruhe und Geborgenheit ausstrahlende, geschichtsträchtige Chesa Salis in Bever auch dank seinen meterdicken Mauern aus dem Jahre 1590 möglich.

Wanderbeschrieb

Nur 13 Bahnminuten trennen den mondänen Highend-Luxus der berühmten Alpenmetropole St. Moritz vom Ort Bever mit seinen historischen Häusern. Das heute nicht jedem bekannte Bever war Mitte des 19. Jahrhunderts eines der reichsten Dörfer Graubündens. Über viele Jahrhunderte zogen manche Söhne ins Ausland und kamen als Zuckerbäcker, Händler, Fabrikanten zu Wohlstand. So leisteten sie sich herrschaftliche Palazzi und investierten einen Teil ihrer Vermögen in ihre Heimat.

Berühmte Adelsfamilien der Schweiz lenkten mit ihrem Geschick sogar die europäische Geschichte mit – wie auch die von Salis aus dem Bergell und benachbarten Veltlin. So bescherten sie uns wunderbare historische Zeitzeugen – wie das im östlichen Dorfkern stehende Chesa Salis (+41 81 851 16 16). Rudolf von Salis-Muralt, Sprössling einer jener berühmten Familien übernahm 1877 das ursprünglich bäuerliche Anwesen von der wohlhabenden Familie Moeli, die nach Bergamo emigrierte und davor ihre Sommerfrische im 1590 erbauten Bauernhaus verbrachte. 


Chesa Salis Historic Hotel Engadin

 

Damals bestand der Bauernhof aus einem Wohnhaus und einem Stall mit Heuboden. Der im Engadin bekannte Architekt Nicolaus Hartmann senior (1838-1903) erhielt von Rudolf von Salis den Auftrag das Bauernhaus in ein herrschaftliches Wohnhaus, eine prächtige Villa umzubauen. Er verstand es, das Bestehende passend zu einem Einzigen zusammen zu fügen, ganz im Stile der charakteristischen Engadiner Architektur und wie im damals vorherrschenden Sinne des Eklektizismus. 

Auch Sgraffiti, eine im 16. Jahrhundert aus Italien beginnende besondere Fassadenkunst, wurden eingesetzt. Er schuf Innenräume mit bemalten oder aus feinem Arvenholz getäferten Wänden und stuckverzierten Decken. Jeder Raum erhielt so seine individuelle Gestaltung. Als Verbindung der beiden Gebäude zu einer Villa wurde eine dreistöckige, hölzerne Loggia mit grossen Fenstern zum Park hin eingesetzt. Hartmann verband die beiden Gebäude sehr geschickt zu einer stolzen Villa.

1982 wurde erstmals eine Änderung an der Villa vorgenommen und das Wohnhaus zu einem gemütlichen Hotel sowie der Stallteil in eine Küche mit Restaurant umgebaut. Dank einem sorgfältig ausgearbeiteten Konzeptes wurde 2003 das Haus kontinuierlich erneuert. Alle Umbauten und Erneuerungen erfolgtem im Sinne der Engadiner Wohntradition.

Die Besitzer, damals wie heute, legen besonderen Wert darauf, die Geschichte einerseits zu erhalten und mit Modernem zusammen zu fügen. Immer wieder auf’s Neue.


Sgraffiti, von Ital. sgraffiare, zu Deutsch kratzen ist eine besondere Art der Dekorationstechnik auf verschiedenen Putzschichten

 

Zeugen alter Handwerkskunst: Pflege und Sorgfalt unverzichtbar

Wenn der Boden knarrt, wo sich einst Adelsleute bewegten, das heimische Arvenholz all die Gerüche und Geräusche in sich trägt, erfüllt es manch einen mit Stolz in solch historischen Räumen sein zu dürfen. Vielleicht wurde genau hier eine wichtige Entscheidung gefällt? Wo das historische Mobiliar mit originalen Stilmöbeln aus verschiedenen Epochen Stilgeschichte zeigt und die bestehenden Mauern und Baustile gekonnt mit neuen Bauteilen aufeinander abgestimmt wurden, strahlen Räume behagliche Wärme aus und man fühlt sich wohl. Manch jemand stellt sich vor dem inneren Auge die lange Jahrhundert-Geschichte ab 1590 in diesen Räumen vor. 

 

 

Die Armaturen, die in anderen Häusern wohl längst von modernen Mischbatterien ersetzt wurden, zeugen von Stil. Das Holz und gerade die besonderen Holzbemalungen müssen richtig gepflegt werden; da reicht ein Abstauben alleine über die Jahre nicht aus. Was geschieht mit dem Stuck, sollte er mal von einem Champagnerkorken versehentlich getroffen werden? Zur Pflege gehört viel Aufmerksamkeit, Genauigkeit, Fachwissen und Können. In diesem Haus wurde dies über all die Jahrhunderte meisterlich erfüllt.

Jeder Raum ist eine Sehenswürdigkeit und doch kein Museum. Das Prunk-Schlafzimmer mit Stuckdecke, das rustikale Arvenzimmer mit Loggia, die Mansarde mit tief hängenden Dachbalken; es gibt wohl für jeden Geschmack eine erholsame Schlafmöglichkeit. Auch für kulinarische Stunden stehen verschiedene, einzigartige Räumlichkeiten zur Verfügung: die gemütliche, holzgetäfelte Arvenstüvetta, die Salis-Stube, das «Von Salis» Restaurant und im Sommer der herrliche Garten mit Liegestühlen.

 

 

 

Genussvoll von Beginn an – 14 Gault Millau Punkte

Ob morgens, mittags oder abends ankommend; es wird verwöhnt. Ein reichhaltiges Frühstück, der selbst gebackene Kuchen zur Teestunde und die ausgewählte Kulinarik mit frischen Produkten von höchster Qualität nach «Artisan Gastronomy» vom jungen Küchenteam um Chefkoch Uwe Schmidt lassen den Gaumen erfreuen. Highlights der internationalen und regionalen Engadiner Küche verwöhnen vielseitige Geschmacksrichtungen.

Geografisch gesehen bieten sich edle Tropfen aus der umliegenden europäischen Weinwelt an. Und so ist auch der Weinkeller bestückt mit wunderbaren Trouvaillen aus der Schweiz, den umliegenden Ländern und hält für alle Geschmacksrichtungen eine Bereicherung bereit. 

 

 

 

Man darf es sich auch verdienen: Ideal für Wanderer und Naturgeniesser

Das Chesa Salis ist ideale Ausgangslage für Wanderer und Naturgeniesser. Es bieten sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten in alle Himmelsrichtungen an. Alleine über 600km Wanderwege können begangen werden. Die mystische Seenlandschaft, die Drei- und Viertausender der Rhätischen Alpen, autofreie Täler, der nahe gelegene Lej da Gravatscha, ein naturbelassener See mit einem einmaligen Vogelparadies und der grössten Brutdichte der Schweiz, der Fluss Beverin, Val Bernina, der Inn und all die Bergbahnen links und rechts des Inn, die auf 3000 Meter Höhe tragen.  

 

 

Ob im Sommer oder Winter, es gibt einiges zu entdecken bis man sich abends zur Tafel setzt, um dem Genuss zu frönen.

Natürlich: Auch ein Abstecher ins nahe St. Moritz bietet sich an, wo man sich mit der Hautvolée und dem Jet-Set trifft. Wer sich dann nach einem Rückzugsort sehnt, findet diesen nur 13 Bahnminuten entfernt im herrschaftlichen Haus Chesa Salis und kann hier in Ruhe ankommen.


Romantisch, echt, geschichtsträchtig 

 

Chesa Salis Historic Hotel Engadin
Fuschigna 2
7502 Bevers
  +41 81 851 16 16
  www.chesa-salis.ch
  

 

Wandervorschlag
  Via Albula (Preda – Spinas – Bever)

 

 

Bilder: Hotel Chesa Salis
Text: Claudia Ruf (WegWandern.ch)

Auf dem Sattel der Kleinen Scheidegg, auf 2061 m.ü.M. thront ein historisch bedeutendes Juwel: Das Hotel Bellevue des Alpes. Eines der wenigen noch bestehenden Grandhotels mit originaler Ausstattung aus einer Zeit vor über 100 Jahren. Verbunden sind mit dem Hotel auch die dramatischen und erfolgreichen Geschichten rund um die Eiger-Nordwand und die spektakulären Lauberhornrennen.


Silvia und Andreas von Almen (5. Generation) haben das Haus aus dem Jahre 1840 behutsam modernisiert und dabei den historischen Charme auf bemerkenswerte Art bewahrt.

Wanderbeschrieb

Das Hotel Bellevue des Alpes (+41 33 855 12 12) steht an einmaliger Lage mit Nahblick auf die Eiger-Nordwand und ist direkter Ausgangspunkt für Wander- und Wintersportler. An den Hängen, wo im Winter die Skicracks die legendäre Lauberhornpiste hinunter donnern, lässt es sich im Sommer herrlich wandern, umrahmt vom Dreigestirn der Berner Alpen: Eiger (3970 m), Mönch (4107m) und Jungfrau (4158 m). 


An bester Aussichtslage: das historische Grandhotel Bellevue des Alpes aus dem Jahr 1840 auf der Kleinen Scheidegg

 

Ikone Eiger-Nordwand mit alpiner Dramatik

«Eiger komme vom «Oger», einem Ungeheuer, das sich an der Jungfrau habe vergreifen wollen und vom Mönch daran gehindert worden sei», erzählt eine Sage der Grindelwaldner. Eiger, der «böse Nachbar» von Mönch und Jungfrau, hat ein berühmtes Ungetüm: seine Nordwand, die 1650 Meter in die Höhe ragt. Deren spektakulären Besteigungen können von der Kleinen Scheidegg verfolgt werden. Die Eiger-Nordwand ist eine Ikone für Bergsteiger, auch heute noch. Es können sehr schnelle Wetterumschwünge erfolgen, Steinschläge sind lebensgefährlich.

Wo heute Kameras und Mobiles schnell für ein paar Bilder gezückt werden, wurde einst neugierig, gespannt durch Teleskope geschaut, wie die Bergenthusiasten die Gipfel bestiegen. Als die höchsten Gipfel der Schweiz wie im Höhenrausch erklommen wurden, ertönten Donnerböller aus Kanonen zur Gratulation der Gipfelbesteigung, man feierte mit Champagner. 

Im Bellevue des Alpes, vor der Schwingtür zur Bar von 1929 hängen Fotos der Eiger-Koryphäen, ihren Bezwingern und Bergführern. Alle wohnten sie hier, die berühmten Erklimmer der Eiger-Nordwand wie berühmte Gäste ebenso.

Der Eigergipfel wurde am 11. August 1858 von der Wengernalp über die Westflanke das erstmals erstiegen: Grindelwaldner Bergführer  führten den irischen Gast Charles Barrington hinauf. Ab 1911 wurde in der Eigerwand geklettert. Nachdem zwei Seilschaften beim Versuch, die Wand zu durchsteigen, tödlich verunglückten, bekam die Nordwand den Beinamen «Mordwand». Den Schweizern Hans Lauper und Alfred Zürcher mit den Bergführern Josef Knubel und Alexander Graven gelangen 1932 die Erstbegehung der Nordostwand in einem Tag, ohne künstliche Hilfsmittel.

 

 

Vor den Augen der Hotelgäste kamen im Juli 1936 in dramatischen Situationen vier Bergsteiger um’s Leben. Einer davon schaffte noch einen Teil des Abstieges. Toni Kurz, völlig entkräftet, seine linke Hand erfroren, benötigte Stunden für das Aufdröseln des Seils, damit er eine aus den einzelnen Litzen bestehende Verlängerung zu den Rettungskräften herablassen konnte. Als er sich mit verlängerten Seilen mit einem Karabinersitz abseilen wollte, passte, nur noch wenige Meter über den Köpfen der Helfer, ein Seilknoten nicht durch das Auge des Karabinerhakens. Unfähig sich zu bewegen, verstarb Toni Kurz gegen 11:30 Uhr im Seil hängend, an körperlicher Entkräftung. Seine letzten Worte waren: «I ka nimmer.» Im Film «Nordwand», der hier gedreht wurde, mit Benno Fürmann und Ulrich Tukur, wird das schicksalhafte Drama gezeigt. (wikipedia.org/wiki/toni_kurz)

Die bekannteste und heute übliche Route durch die Eiger-Nordwand ist die Heckmair-Route. Eine lange Tour von bis zu drei Tagen Kletterei durch viele Quergänge. Anderl Heckmair in «Die drei letzten Probleme der Alpen»: «Anspruchsvoll in Biwakplätzen waren wir alle nicht, aber dieses Band war schon arg schmal! Es wollte mir absolut nicht gelingen, eine bequeme Lage zu erreichen. Von liegen war natürlich keine Rede, auch in der letzten Nacht sassen wir nur. Diesmal aber wollte nicht einmal das Sitzen gelingen! Mit den Steigeisen im Eise verspreizt (weshalb ich sie auch nicht ausziehen konnte), hing ich mit einer Schlinge um die Brust am Haken. […] «Schlaf nur weiter», meinte Wiggerl […]»

Aber bevor sie alle im Hotel Bellevue des Alpes nächtigten oder die Gäste mit ihren Fernrohren den Kletterern aus sicherer Entfernung zusahen, taten andere Pioniere ihren Teil dafür auf der Kleinen Scheidegg.


Einst ein schlichtes Berggasthaus 

 

«The inn on the Little Scheideck is a good centre for ladies’ walks […].»

«[…] From the Hotel Bellevue on the summit of the Little Scheideck the whole valley of Grindelwald lay like a map before us. From this point the bridle-path descends to the green valley famous for its immense pastures and herds and glaciers. […]», aus «A tramp through Switzerland» (S.32) von Benjamin F. Leggett, 1887. Heute noch genauso herrlich.

Man wanderte schon früh über die Kleine Scheidegg, jedoch ohne sich verpflegen oder nächtigen zu können. Das änderte sich am 30. Mai 1835, als Peter Brawand aus Grindelwald von der Berner Regierung die Bewilligung zum Bau eines Wirtshauses auf der «Alp Wergistal» erhielt. Die Alphütte «Zur Gemse» war der Grundstein für das erste bescheidene Gasthaus auf der Grindelwaldner Seite der Passhöhe. Auf der sogenannten «Oberland-Tour» zwischen Lauterbrunnen und Grindelwald konnte fortan pausiert werden. Übrigens: Ein kurz danach eingereichtes Gesuch der Nachbargemeinde für eine Wirtschaftskonzession auf der Seite von Lauterbrunnen wurde abgewiesen.

Christian Seiler kaufte 1840 die Alphütte «Zur Gemse» und vergrösserte sie. Im Zuge der touristischen Entwicklung und dem stärker werdenden Interesse an der alpinen Welt wurde das neue Hotel Bellevue mit 18 Zimmern und 30 Betten 1855 in Betrieb genommen. Bereits 1864 konnte er die Bettenzahl mittels einer Erweiterung des steinernen Passhotels durch einen Holzbau auf der Südseite erhöhen. Noch kam man nur zu Fuss, auf dem Maultier oder in der von Trägern getragenen Sänfte hinauf. Im Alpine Journal, London von 1880 wurde für das Gasthaus Werbung, besonders für die «ladie’s walks», gemacht. Es kamen immer mehr Gäste. 

Thomas Cooks «preliminary tour» des Jahres 1863, eine Pionierreise von England aus durch die Schweiz, führte zu Fuss auch über die Kleine Scheidegg. Routing: Genf – Mont Blanc – Martigny – Sitten – Leukerbad – Gemmipass – Kandersteg – Spiez – Interlaken – Lauterbrunnen – Kleine Scheidegg – Brienzersee – Brünigpass – Luzern – London. Die Damen trugen viktorianische Gewänder, man bewegte sich zu Fuss, mit der Kutsche, auf Dampfschiffen, Maultieren und mit der Eisenbahn. Miss Jemima Morrell, Mitglied des «Junior United Alpine Club», führte über diese abenteuerliche Reise ein höchst amüsantes Tagebuch, das erst hundert Jahre später in einer Box, die den Weltkrieg nur leicht verbeult überlebt hat, entdeckt wurde. Ein famoser, humorvoller, mit skurrilen Anekdoten gespickter Reisebericht.   

 

«Hier Seiler Adolf, wer dort? Fasset Euch churz!»

So tönte es, wenn man nach der Jahrhundertwende den Fernsprecher benützte und die Nummer 1, die Gemeinde Grindelwald, einstellte. Dieser Adolf Seiler, eine Autorität, hatte Ausstrahlung und auch Gebot über den Scheidegg-Pass, etwa 50 Jahre lang. Noch immer wurden aus beiden Tälern das gesamte Material und die Gäste etwa 1000 Höhenmeter auf Maultieren und Trägern auf die Kleine Scheidegg geführt. Mit der Übernahme des Gasthauses durch Adolf Seiler kam viktorianischer Schwung ins Haus. Der Glückliche fand sogar Quellwasser. Und er leitete das Abwasser nach Grindelwald. 

 

Den Weltkriegen getrotzt

Die längste Zahnradbahn der Alpen, die Wengernalpbahn, kam am 20. Juni 1893 in Betrieb. Die Kleine Scheidegg wurde zu einem eigenen touristischen Ziel für Bergenthusiasten, auch dank dem neu gebauten Hotel Bellevue anstelle der Alphütte. Adolf Seiler stellte eine Kanone vor’s Haus und ehrte mit Böllerschüssen die zahlreichen Gipfelstürmer. Der Bergtourismus boomte, wenn auch nur während der Sommerzeit. 

Die Bergschaft Wengernalp wollte gar ein eigenes Hotel, steigende Einnahmen des Tourismus verlockten. Ein zweites Hotel wurde auf dem Boden der Gemeinde Lauterbrunnen, direkt neben dem Hotel Bellevue erstellt: Hotel des Alpes. Im Sommer 1897 wurde es eröffnet und kam sogleich unter die Pacht des Konkurrenzbetriebes des Hotels Bellevue von Adolf Seiler. Der Alp-Einig, die Landsgemeinde der Bergschaft, befand jedoch, dass die Alpen besser Käse herstellen könnten als ein Hotel zu führen. 1912 erwarb Adolf Seiler das Hotel für 800000 Goldfranken. Der bauliche Zusammenschluss beider Häuser als Doppelhotel mit Veranda und grossem Saalanbau im Stil der damaligen Moderne, so, wie das Hotel heute noch steht, erfolgte 1929. Dank der Mühen der Jahre vor dem ersten Weltkrieg konnte man trotz der geschlossenen Hotels die schwierigen Kriegsjahre überleben.


Längste Zahnradbahn der Alpen, die Wengernalpbahn, kam am 20. Juni 1893 in Betrieb und brachte zahlreiche Gäste

 

«Do not touch the Lauberhorn after eleven»

Durch die verrückten 20er und 30er Jahre mit Charlston tanzenden Gästen führten dann die Hoteliers Emma, das einzige Kind und Alleinerbin und ihr Ehemann Fritz von Almen-Seiler. Die Engländer brachten das alpine Skifahren mit. In den bisher nur im Sommer bewohnten Hotels wurde Zentralheizung installiert und in der improvisierten Bar ein Holzofen-Cheminée. Wenigstens war es so während der ersten Winterbetriebe ab 1925/30 etwas wärmer. Richtig winterfest wurden die Hotels erst von 1929 bis 1930 gemacht, auch mit vielen Bädern ausgestattet, eine englische Loungehalle gebaut, die Bar mit besonderen Aquarellen geschmückt, der kleine Festsaal im französischen Stil und mit Blick auf die Nordwand, das Restaurant mit Blick von der Blüemlisalp-Gruppe zum Mönch ermöglicht.

Ein ständiges Viermann-Orchester spielte jeden Abend zum Tanz auf. Es wurde ausgiebig getanzt und grosszügig Champagner getrunken. Die Gäste erklommen täglich mit Fellen auf den Skiern das Lauberhorn und fuhren einmal pro Tag nach Grindelwald oder Wengen, von wo sie die für den Winterbetrieb umgestellte Wengernalp-Zahnradbahn hinauf auf die 2064 Meter zurückbrachte. Wenn die Sonne am nächsten Morgen zu stark schien, sodass der Schnee zu gefährlich war, hiess es auf einer Tafel vor dem Haus: «Do not touch the Lauberhorn after eleven!». Das machte den Gästen jedoch wenig aus, denn vor dem Hotel glänzte die Curling-Bahn. Man dachte an den Bau eines Skiliftes auf das Lauberhorn. Leider machte der nächste Weltkrieg alles anders. Bis der Lift fuhr wurde es 1941/42. Dank den Winter-Gebirgskursen der Schweizer Armee konnte auch diese schwierige Zeit überstanden werden.

 

Erfindung eines weltberühmten, gefährlichen Rennens

Die schon geübten Engländer bemängelten die bestehenden Läufe und drohten ihre Zeit am Arlberg zu verbringen. Woraufhin Ernst Gertsch das Lauberhornrennen gestaltete. Es avancierte zum weltberühmten, sehr schwierigen und spektakulären Weltcup-Rennen. 1930 wurde das erste offizielle, internationale Lauberhornrennen durchgeführt. Die Abfahrt ist mit ca. 45000 Metern Länge, einer Fahrzeit von etwa 2:30 Minuten die längste aller Abfahrten und bringt die FahrerInnen mit knapp 160km/h auf die höchste Maximalgeschwindigkeit. Es gehört zu den Klassikern des alpinen Skiweltcups und verlangt viel Mut, Risikobereitschaft, perfekte Technik mit passender Linienführung und hohe Kondition. Herausforderungen sind die Aerodynamik, das sich rasant steigende Tempo, der enge, felsige Hundschopf, die Minschkante mit Sprung, Kurve und Linienwahl und das verrückte Nadelöhr bis zur Gleitpassage, die dunkle, lange, steile Schussphase gegen das Ende mit drei meist vereisten Kurven und die letzte Klippe im Zielschuss. Gegen das Ende hat keiner mehr Reserven. Gründervater des spektakulären Lauberhornrennens Ernst Gertsch rettete damals das Einkommen der hiesigen Skilehrer. Schliesslich erlernten die Engländer von den Schweizer Skilehrern das Fahren. 


Fantastische Ausblicke damals wie heute beim Tafeln mit original Silberbesteck, dem Kännchen etc. hat Stil vom Feinsten

 

 

Traditionsbewusst, authentisch, gekonnt und feinfühlig

Bellevue und Des Alpes wurden erneuert und vergrössert. Es kam Nachwuchs mit Fritz und Kaspar von Almen. Der Sohn Fritz von Almen übernahm später beide Passhotels. Seine Frau Heidi führte nach seinem frühen Tod das Grandhotel bis ins hohe Alter weiter. 1998 verkaufte sie die Hotels samt Umschwung an ihren ältesten Neffen und heutigen Besitzer und Leiter Andreas von Almen.

Den heutigen Besitzern Andreas von Almen und seiner Frau Silvia liegen die Traditionen, das Authentische und besonders die Seele des Hauses am Herzen. Beide sind voller Leidenschaft, diesen wahren Schatz ihres Grandhotels zu pflegen und zu bewahren.

Als Architekt entschied sich Andreas von Almen dafür, den Rondellanbau an der Teeveranda abzureissen, weil es architektonisch unglücklich erschien. So wurde der Originalzustand wiederhergestellt. Von 2000 bis 2008 wurden alle 100 Zimmer sorgfältig restauriert. Die nostalgischen Badezimmer sind komfortabel. Die Badewannen mit den hübschen Füsschen haben glücklicherweise überlebt, sie bekamen eine neue Emaillierung.

Sich in einen der weichen, pompösen Fauteuilles zu wuseln ist herrlich entspannend. Das knarrende Holz, die Einrichtung verleihen ein Gefühl der Wärme, Ruhe. Aus dem Silberkännchen einen frisch gebrauten Kaffee zu kosten oder mit dem Silberlöffel das Schaumsüppchen zu schmecken verleiht alleine durch dieses Geschirr und Besteck Stil und Geschmack. Als Gast taucht man ein in die Zeit des Glamourösen, Faboulösen; in die Belle Epoque mit Stil und Charme. Viele Details haben die Zeit überlebt. Und trotz dieser zur damaligen Zeit als edel und pompös geltenden Innenausstattung wirkt das Hotel leicht, warm und gemütlich. Manch moderne, auf den praktischen Nutzen ausgerichtete Hotelausstattung kann nicht mit diesem Grandhotel konkurrieren. Während der Belle Epoque und Jugendstilzeit wurden die Hotels auf längere Nutzbarkeit ausgerichtet erstellt. Es wurden qualitativ hochstehende und langlebige Materialien verwendet. Und dies zeigt sich hier in diesem Grandhotel auf besondere Weise. Die Belle Epoque kannte eben keine normierten Formen. So ist jedes Zimmer, jeder Raum einzigartig. 

 

 

Das Panorama raubt einem den Atem. Der Hauch grosser Geschichte weht durch das ehrenwerte Haus. Bei vollständiger Stille das Fenster abends zu öffnen ist Auftanken für Geist und Ohr, die saubere, klare Luft ist Berg-Wellness zum Durchatmen. Viele Möglichkeiten bieten sich in dieser grandiosen Gegend zum Wandern an. Man sollte hier oben den «Bergvorteil» nutzen: früh morgens bevor die Tagesgäste anreisen geht es ab auf die Wanderung oder im Winter auf die Piste und abends, wenn alle Tagesgäste wieder abgereist sind, ist man gemütlich unter sich.

Vielleicht spielt ja gerade an diesem Abend eine Live Band auf? Musik bringt Schwung. Warum nicht auch an einem Champagner-Kelch nippen und an all die «alten, verrückten Zeiten» im bequemen Ohrensessel denken, die Bilder in sich aufleben lassen, die man hier in diesem Grandhotel wahrlich heute noch immer «zeitnah» erleben kann. Hoffentlich kann man hier noch lange in einer Zeitreise schwelgen!

Kaspar von Almen meint: «A timelag? Man pendelt zwischen Vorgestern und Heute. Doch ist die Verwirrung des Zeitgefühls erklärbar mit der Echtheit von Innenarchitektur, Mobiliar und Gemälden.» Er bringt das Zeitgefühl wieder auf den Punkt: «Auf dem Barstuhl bleibe man besser «on the rocks» – und Ort und Zeit stabilisieren sich wieder.»

 

 

 

Hotel Bellevue des Alpes
3801 Kleine Scheidegg
  +41 33 855 12 12
  www.scheidegg-hotels.ch
  

 

Wandervorschlag
   Männlichen – Kleine Scheidegg

 

 

Quellen:
– «Berg Hotels – zwischen Alpweiden und Gipfelkreuz» von Roland Flückiger-Seiler, Verlag Hier und Jetzt
– «Von Casanova bis Churchill – Berühmte Reisende auf ihrem Weg durch die Schweiz» von Barbara Piatti, Verlag Hier und Jetzt
– www.scheidegg-hotels.com, Historie von Kaspar von Almen

 

 

Bilder: Hotel Bellevue des Alpes
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

Über den Tannen – ein Film von Esther Heeb

Der Film „Über den Tannen“ zeigt das künstlerische Schaffen von Barbara Gwerder, in der imposanten, schroffen Bergwelt des Muotatals (SZ) und der Ruosalp (UR).

Im Rahmen ihres Projekts „AlpStreich“ malt die Künstlerin, teils unter schwierigen Bedingungen direkt vor Ort, auf einer Höhe von 1800 Metern, grossformatige Bilder. Barbara Gwerder hat für dieses Projekt 2015 den PRIX FEMS gewonnen der mit Fr. 100’000.– dotiert ist und ihr ermöglicht hat, ihre Arbeit über ein Jahr lang in den Bergen weiterzuführen. Es sind über sechzig Werke entstanden die im Februar 2018 im Musée Espace Arlaud in Lausanne erstmals öffentlich gezeigt wurden.

Dieser Dokumentarfilm zeigt, wie die Künstlerin unter freiem Himmel im Wechsel der vier Jahreszeiten und den entsprechenden klimatischen Veränderungen versucht etwas von der gigantischen, atemberaubenden, wilden Landschaft einzufangen um es auf ihre Bilder zu übertragen.

 

Über den Tannen – Trailer

 

 

Kino Spieldaten:

Schweizer Filmpremiere
Kino Leuzinger, Altdorf  27. September 2018, 20.15 Uhr
Filmeinführung und Apéro

Weitere Vorführung: Samstag, 13. Oktober, 17.15 Uhr. 


Luzerner Premiere
stattkino luzern,  6 . Oktober 2018, 16 Uhr
Gespräch mit der Filmemacherin und der Künstlerin

Weitere Vorführung 7. Oktober 2018, 16 Uhr

Zusatzvorstellung: Sonntag, 14. Oktober, 16.00 Uhr

 

 

 

Kontakt
Esther Heeb
Sihlfeldstrasse 124, 8004 Zürich
  +41 41 79 415 67 92
  www.ueberdentannen.ch
  

Alpenchic mit Matterhornblick! Das Riffelhaus 1853 thront auf 2548 Metern Höhe gegenüber dem majestätischen Matterhorn. Als ältestes Berghotel überhaupt und als zweites Hotel in Zermatt erbaut, schrieb man hier Bergsteiger- und Hotelgeschichte. Ein Zeitzeuge, welches das «Goldene Zeitalter des Alpinimus» einläutete.

Wanderbeschrieb

Das Matterhorn, 4’478 m.ü.M, lässt sich vom Riffelhaus 1853 (+41 27 966 65 00) aus rund um die Uhr geniessen. Herrlich, im warmen Sprudelbad mit Blick auf’s «Hore» zu sitzen, oder im Dampfbad mit Panoramafenster seine Auszeit zu geniessen. Das Riffelhaus 1853 bietet eine der schönsten Sonnenterrassen von Zermatt. Auch ins gemütliche, mit viel Holz ausgestattete und schicke Zimmer grüsst das «Hore». Einmalig!


Riffelhaus 1853 auf  über 2500 Metern Höhe über Meer

 

Pioniertaten

Drei geistliche Herren aus Zermatt namens Ruden, Kronig und Welschen erwarben 1853 für den Bau eines kleinen Gasthauses mit 18 Betten von der Burgergemeinde ein Stück Boden auf dem Riffelberg.

Allein der Gedanke treibt einem den Schweiss hervor, wenn man bedenkt, dass für den Bau des ursprünglichen Gasthauses auf 2548 Metern über Meer im Jahr 1853 von der Riffelalp das Holz und alles Übrige von Zermatt her mit Lasttieren und Menschenkraft herbeigeschafft werden musste. Dann kamen sie, die unzähligen Bergsteiger, Gipfelstürmer und Bergtouristen. 

 


Das Riffelhaus 1853 wurde 2014 vom Namen Riffelberg wieder in seinen ursprünglichen Namen Riffelhaus umgetauft

 

Goldenes Zeitalter des Alpinimus

Am 01. August 1855 startete Charles Hudson in einer hellen Vollmondnacht vom Hotel Riffelberg aus die Erstbesteigung des höchsten Schweizer Gipfels auf 4634m.ü.M. – die Dufourspitze. Geführt wurde Hudson von den Bergführern Johannes und Matthäus Zumtaugwald aus Zermatt und Ulrich Lauener aus Lauterbrunnen. Die Dufourspitze war also vor dem Matterhorn bestiegen. Als Edward Whymper am 14. Juli 1865 dank der Bergführer Peter Taugwalder Vater und Sohn sowie Michel Croz aus Le Tour bei Chamonix das Matterhorn erklomm, war Charles Hudson wiederum dabei. 

Einige Prominenz war auf der Dufourspitze. Der spätere Papst Pius XI, Achille Ratti war 1889 Gast darauf. Erstaunlich auch, der englische Premierminister, von dem man eher den Spruch «Sport ist Mord» kennt; Winston Churchill erklomm am 23. August 1894 die höchste Spitze der Schweiz. Am 14. Juli 1990, anlässlich der 125-Jahr-Feier zur Erstbesteigung des Matterhorns, bestieg der Bergführer Ulrich Inderbinen das Matterhorn als 90ig Jähriger. Chapeau! 

Das Mont Blanc Massiv war und ist heute noch ein Magnet, dank der vielen Viertausender, die sich hier anbieten. Mit dem Trend der Gipfelbesteigung der damaligen Zeit begann eine glühende Epoche des Alpinismus. Das Riffelhaus diente unzähligen Bergbesteigern als Basisstation.


Im Riffelhaus finden sich zahlreiche Gemäldeporträts von Zermatter Bergführern aus zwei Jahrhunderten. Darunter Namen wie Zumtaugwald, Anthamatten, Taugwalder, Inderbinen, Julen uvm.

 

 


Dein Sport, mein Beruf; klingt wie eine Berufung zur Gastfreundschaft für die Berggäste

 

«Climbing the Riffelberg»

Auch anderes Publikum zog es hierher. Das Riffelhaus diente 1969 gar als Filmkulisse in Ken Russells «Woman in Love».

Im Zimmer 32 logierte am 18. August 1878 ein ganz spezieller Gast: Mark Twain. In seiner Lektüre von «Climbing the Riffelberg» mokiert sich Twain (1835-1910) über das Aufhebens, das Expeditionen des 19. Jahrhunderts machten, wenn sie die alpine Welt von Zermatt erkunden wollten. Der Reiz dieses Schreibstückes: Eine heroische und vollkommen übertriebene Darstellung einer Expedition. Wahnwitzig ausgestattet mit 22 Fässern Whiskey, 154 Regenschirmen, 27 Fässchen Opiumtinktur… reisten 205 Teilnehmer, inklusive Maultieren, Kühen, Büglerinnen und Pasteten-Bäckern; typisch in seiner satirischen Art schrieb er. Vielleicht sogar eine Hommage an die Gattung der Bergsteigerberichte.

Es wäre ein amüsantes Lesen im Sprudelbad mit Blick auf das Matterhorn.


Gemütlichkeit

 

Überzeugung und Glaube an die touristische Zukunft

Die einstigen Erbauer des Riffelhauses, die dem damals armen Bergbauerndorf dank der Entwicklung des Bergtourismus trotz aller Unkenrufe beweisen konnten, dass im Tourismus die Zukunft von Zermatt liegt, verkauften 1862 das Gasthaus an die Burgergemeinde. Es erfolgten einige Um- und Ausbauten, 1982 eine umfangreiche Renovation. Sanierung und Umbauten veränderten die Gebäudestruktur jedoch nie. Es wurde viel Wert auf den rustikalen-traditionellen Charakter gelegt.

So entstand 1940 das besonders schöne Rondell-Restaurant, von dem aus man «angesichts» des «Hore» Schweizer Spezialitäten geniessen kann. Den Bergsteiger-Apéro genehmigt man sich heute in der alten Skistube, die in den Originalzustand zurückversetzt und als Bar ausgestattet wurde. Hier hausten früher die Skilehrer und Bergführer. Sogar als Filmkulisse diente das Riffelhaus. Raymond Kronig, neuer Gastgeber seit 2014 und die Burgergemeinde von Zermatt, glauben nach wie vor an die Kraft dieses Hauses. Dies zu Recht!


Das «Willscht dü Leid und Schmärz vergässu: müescht am Pfeischter ds Mittag ässu!» 

 

Wanderparadies mit viel Sonne

Hochromantisch ist der Sonnenaufgang, für den es sich lohnt, früh aus den bequemen Betten zu steigen. Faulenzen lässt es sich auch später. Es ist Bewegung angesagt. Im Winter liegen die Skipiste und sonnige Winterwanderwege direkt zu Füssen. Vom Frühling bis Herbst lohnt sich das Wandern hier sehr. Ein einmaliges Blütenmeer von Bergblumen gibt es zu bewundern. Wenig Regen und viel Sonne sorgen für eine farbige Blütenpracht. Das Klein Matterhorn wurde am 01. Januar 2010 von Schweizer Meteorologen zur sonnigsten Ecke, mit den meisten Sonnenstunden, der Schweiz erklärt.

Das Riffelhaus steht natürlich auch den weniger Sportlichen mit seiner Wellnesslandschaft, seinen sehr gemütlichen Zimmern und Suiten mit viel Alpenchic zum Chillen zur Verfügung – und überall wird man vom Matterhorn begrüsst. Die Zimmer präsentieren sich mit viel Arvenholz in klaren Linien.

 

 

Wer sich kulinarisch etwas Gutes tun will: Eine delikate, echte und ehrliche Küche verwöhnt mit Walliser Speisen aus frischen Zutaten aus der Region. Bergkräuter sind eine Bereicherung. Die hauseigenen Trockenfleisch-Spezialitäten, die der Küchenchef in der eigenen Fleischtrocknerei herstellt, kombiniert mit einem edlen Tropfen aus der Region schmecken auf dieser Höhe besonders gut.

Raymond Kronig; seine Urgrossmutter stammt übrigens direkt von der Matterhornerstbesteiger-Familie Taugwalder ab, ist ein ausgewiesen erfahrener Gastgeber. Seit der Übernahme 2014 durch Kronig heisst das Hotel Riffelberg wieder wie ursprünglich: Hotel Riffelhaus. Es zeigt die Verbundenheit mit den traditionsreichen Ursprüngen. 2014 wurde es unter seiner Ägide nochmals komplett renoviert und erstrahlt in neuem Glanz.


Zeitgemässer Komfort, schönstes Arvenholz, gemütliche Schlichtheit auf 2500 Metern Höhe

 


Sprudelbad mit Blick auf’s Matterhorn – zum Greifen nah

 


Das «Hore»

 

 

Riffelhaus 1853
Riffelberg 2500m
3920 Zermatt
  +41 27 966 65 00
  www.riffelhaus.ch
  

 

Wandervorschlag
  Gornergrat – Rotenboden – Riffelsee – Riffelberg

 

 

Bilder: Riffelhaus 1853
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

«Im Grunde gefällt mir’s nirgendwo so gut», schrieb der deutsche Philosoph Nietzsche vor mehr als hundert Jahren über das Engadiner Fextal. Zurecht: Das autofreie Val Fex ist wohl eines der schönsten Seitentäler des Engadins überhaupt.

Ganz hinten im Fextal findet man das historische Hotel Fex an prachtvoller Lage mit einmaligem Panoramablick in die Berg- und Gletscherwelt. Ein Juwel aus den Anfängen des alpinen Tourismus. 

Wanderbeschrieb

Nur wenige Schritte hinter dem Silser Dorfplatz beginnt eines der schönsten Seitentäler des Engadins: Das Fextal. «Val Fex»: Der Begriff stammt aus dem Romanischen. «Feda» bedeutet soviel wie Schaf. Die Bergeller brachten nämlich einst grosse Schafherden ins Tal.

Das weitgehend autofreie Fextal verzaubert wohl jeden Wanderer. Das 8 km lange Tal bietet Sommer und Winter ein abwechslungsreiches Wegnetz. Im Sommer findet man eine einzigartige Alpenflora mit duftenden Blumenwiesen. Nirgends sonst in der Schweiz wächst das Edelweiss so zahlreich. Und im Winter locken Schneeschuhtouren oder eine romantische Fahrt mit der Pferdekutsche durch das Winterwunderland.

1954 wurde das gesamte Tal unter strengen Natur- und Landschaftsschutz gestellt. Hier findet man keine Parkplätze, keine Skilifte, keine Sesselbahnen, keine Freileitungen, keine neuen Ferienhäuser. Sondern hört nur das Rauschen der sprudelnden Bergbäche, die hellen Glocken der Kutschenpferde oder das Knirschen der eigenen Schritte im Schnee.

 


Auch im Winter ein Traum – Das Val Fex

 

Einzigartiges Juwel: Hotel Fex

Fernab vom Alltagstrubel, zuhinterst im Fextal, findet man das historische Hotel Fex (+41 81 832 60 00). An prachtvoller Lage errichtet, mit einmaligem Panoramablick in die Berg- und Gletscherwelt, gehört es zu den Juwelen aus den Anfängen des alpinen Tourismus. Aber das in den 1850er Jahren erbaute Hotel stand nicht schon immer dort. Ursprünglich stand es in St. Moritz Bad. 1900 wurde es dort komplett abgebaut, in Einzelteilene zerlegt, mit Pferdefuhrwerken ins Fextal transportiert und dort wieder aufgebaut. Ab 1903 wurde es als Hotel betrieben. 60 Jahre lang wurde es von der Familie Zollinger geführt, bevor es 2010 von der Familie Marc und Lotte Bär-Schilder, den heutigen Besitzern, übernommen wurde. 


Gastfreundschaft seit 1850

 

Ökologisch, ökonomisch und sozial

Die Lage und Architektur macht das Hotel einmalig und traditionell. Abgeschieden vom Lärm findet man hier Erholung und Ruhe. Ein Traum sich einfach am Abend bei Kerzenschein und Kaminfeuer von den Köstlichkeiten aus Küche und Keller verwöhnen lassen zu dürfen.

Das zur Vereinigung «Swiss Historic Hotels» gehörende Hotel Fex besticht durch seine Unverwechselbarkeit. Unter anderem durch die konsequente Umsetzung des Nachhaltigkeits Leitgedankens, die Werterhaltung des Hauses durch sanfte Renovation, die Qualität der Produkte und die Leistung der Mitarbeitenden. Nachhaltig bedeutet für das Hotel Fex, ökologisch, ökonomisch und sozial Verantwortung zu leben. 

 

 

Die verwendeten Produkte und Dienstleistungen sind ohne Ausnahme von sehr hoher Qualität. In der Küche wird Wert auf frische, nach Möglichkeit einheimische und biologische Produkte und auf eine ungekünstelte, frische Zubereitung gelegt, die sich an den Zielen von Slow Food orientiert. 

Die Umwelterklärung des Hotel Fex zeigt den Gästen, was gelebte Nachhaltigkeit bedeutet.  

 

Offline-Modus

Hier gilt der offline-Modus: kein Fernseher, kein Radio, kaum Telefon, (fast) kein Internet. Dafür angenehme Räume zum Verweilen, Lesen, Denken, Philosophieren und Entspannen. Zum Beispiel im original erhaltenen Speisesaal mit Blick auf den Gletscher, im Teesalon zum Apero oder Schlummertrunk, in der gemütlichen Stüva mit Kaminfeuer, auf der Veranda, wo man auf Wunsch ein Kräuterfussbad für die geplagten Wanderfüsse haben kann – hier kann man verweilen und geniessen.


Der original erhaltene Speisesaal

 

Elekrosmogfrei Schlafen

Alle Hotelzimmer bieten einen unvergleichlichen Blick in die Natur – egal ob gegen Süden zum Gletscher hin oder gegen Norden zum Talausgang. Die Zimmer sind frei von Elektrosmog. Vier Doppelzimmer wurden im Jahr 2011 sanft renoviert und verfügen über einen wunderschönen Holzboden, eine Kneipp- und Regendusche und einen begehbaren Schrank. Die restlichen Zimmer sind rustikal und strahlen Charme aus.

Für Hotelgäste stehen täglich 2 Bustransfer nach Sils hin und zurück zur Verfügung.


Hier schläft es sich gut und elektrosmogfrei

 

 

 

Hotel Fex
Via da Fex 73
7514 Fex/Sils
  +41 81 832 60 00
  www.hotelfex.ch
  

 

Wandervorschläge
  Fextal / Val Fex: Sils – Muott’Ota – Hotel Fex – Sils
  Furtschellas – Lej Sgrischus – Val Fex / Fextal – Sils

 

 

Bilder: Hotel Fex
Text: Yvonne Zürrer (WegWandern.ch)

Übernachtung auf der Berghütte? Das muss unbedingt mit!

Du hast dich dazu entschlossen, nach der Wandertour auf einer kuschligen Berghütte einzukehren und dort zu übernachten? Eine super Idee, denn so kannst du deinen Wanderausflug noch bis in den nächsten Tag ausdehnen. Allerdings solltest du einige Dinge dabei haben, damit die Übernachtung auf der Wanderhütte auch ein voller Erfolg wird.

 

Die verdiente Erholung nach einem anstrengenden Tag

Keine Frage, so eine Übernachtung auf einer Skihütte ist schon etwas ganz besonderes. Nach einem langen und meist auch anstrengenden Tag kommt man hier zur Ruhe und lässt den Abend vor dem Cheminée ausklingen. Prasselndes Feuer und vielleicht auch ein feines Glas Wein inklusive – Hauptsache Entspannung. Und dazu gehört natürlich auch die passende Kleidung, oder hast du schon einmal versucht, in einer engen und unbequemen Hose zu entspannen? Klappt nicht so richtig, oder? Viel besser dagegen klappt es mit bequemen und trotzdem stylischen Outfits für Damen und Herren. Was dabei unter keinen Umständen fehlen darf, ist ein klassischer Strickpulli aus kuschlig weicher Wolle und die passenden Accessoires, wie warme Schals und Mützen. Denn schliesslich möchte man ja nicht nur in der Hütte einen guten Eindruck hinterlassen, sondern auch beim Holzhacken vor der Tür.

 

Information ist Pflicht!

Neben dem passenden und vor allem auch ausreichend warmen Outfit ist natürlich auch Information Pflicht. Denn, wie sonst solltest du wissen, was du alles für deine Übernachtung auf der Hütte einpacken musst? Das ist jedoch nicht so schwierig, wie man vielleicht beim ersten Mal denken könnte. Die meisten Hütten informieren nämlich online über die Ausstattung, die die Gäste vor Ort vorfinden können. Die Vereinigung der Schweizer Hütten informiert Interessierte online über das jeweilige Angebot.

Je nach Umfang der jeweiligen Ausstattung, solltest du dann noch einige Dinge mitbringen für deine Übernachtung. Wenn du allerdings den Weg zur Hütte zu Fuss zurücklegst, wirst du damit etwas eingeschränkt sein, denn schliesslich musst du diese Dinge dann ja schleppen. Beschränke dich daher auf das unbedingt Nötigste und halte nach Varianten Ausschau, die nicht viel Platz wegnehmen und leicht zu tragen sind. So gibt es beispielsweise Hand- und Duschtücher aus Mikrofaser. Die sind sehr klein und leicht und nehmen so nicht viel Platz im Rucksack in Anspruch. Für einen Wanderausflug also ideal.

 

Kleine und handliche Alternativen zu den häufigsten Gebrauchsgegenständen

Mittlerweile gibt es noch viele weitere praktische Alternativen zu den Dingen, die man bei einer Übernachtung gerne dabei haben möchte. Das eigene Kopfkissen zum Beispiel. Einige Menschen haben ja echte Probleme einzuschlafen, wenn sie nicht ihr eigenes Kopfkissen benutzen können. Nun ist ein herkömmliches Kopfkissen in der Regel aber recht gross und geräumig und so nicht unbedingt der ideale Begleiter auf einer Wandertour. Doch auch für diesen Fall gibt es praktische Kissen, die sich sehr klein zusammenfalten lassen und nur wenig wiegen. Solltest du dir also ohnehin ein neues Kissen anschaffen wollen, achte darauf, dass du es einfach auf deine Wandertour mitnehmen kannst.

 

Auf Katzenwäsche vorbereitet sein

Natürlich möchtest du dich nach einer anstrengenden Wanderung sicherlich auch ein bisschen frisch machen. Sollte die Hütte allerdings kein Bad mit Dusche besitzen, musst du in diesem Fall improvisieren. Und auch darauf solltest du vorbereitet sein. Neben dem Mikrofaser-Handtuch, das wir bereits empfohlen haben, solltest du auch Waschlappen und natürlich Seife dabei haben. Zahnbürste, Zahnpasta und Deo gehören ohnehin in jeden Rucksack. Trotzdem solltest du, bevor du zu deiner Übernachtung auf der Hütte aufbrichst, noch einmal nachsehen, ob du diese Dinge auch wirklich mit dabei hast. Es ist schon vorgekommen, dass Reisende dachten, diese Dinge dabei zu haben, und sie dann beim letzten Besuch auf einer Hütte vergessen haben. Also: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig nachschauen.
Zum Frischmachen gehört natürlich auch frische Kleidung mit dazu. Die solltest du ohnehin dabei haben. Ein T-Shirt, Hemd, Unterwäsche und vor allem flauschige Socken, die die Füsse auf der Hütte schön warm halten, gehören in jeden Rucksack.
Für Wanderer, die zum ersten Mal in der Schweiz auf einer Hütte übernachten, haben wir noch folgenden Hinweis: Es wird gerne gemeinsam in der Berghütte zu Abend gegessen – und zwar pünktlich. Darauf solltest du achten, um nicht unangenehm aufzufallen. Einen grossen Vorteil hat das frühe und gemeinsame Essen auf jeden Fall: So kann man relativ zeitig damit anfangen, den Abend ausklingen zu lassen. Vielleicht sogar auch mit den Menschen, die man beim gemeinsamen Abendessen kennengelernt hat.

 

Reserviere rechtzeitig

Noch ein besonders wichtiger Tipp zum Abschluss: Wenn du in den beliebten Monaten eine Übernachtung auf einer Berghütte planst, solltest du in jedem Fall rechtzeitig reservieren. Wie du dir vorstellen kannst, ist diese Form des Wanderns mit Übernachtung in den höheren Lagen der Schweizer Berge sehr beliebt und die Hütten daher schnell ausgebucht. Besonders für Familien mit Kindern heisst es daher: Schnell sein! Übrigens bedeutet das auch, dass du rechtzeitig absagen solltest, falls etwas dazwischen kommt. So kann sich vielleicht noch ein anderer Gast über das frei gewordene Bett freuen.

Es ist das höchstgelegene Berggasthaus in den Schweizer Alpen und eines der ältesten: Das Berghotel Faulhorn. Beinahe unverändert hat das auf 2681 m.ü.M. gelegene Berghotel seit dem Bau im Jahr 1830 die Zeit überstanden.

Schönste Sonnenauf- und -untergänge und ein unvergleichliches 360°-Bergpanorama mit dem Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau sind spektakulär.

 

Wanderbeschrieb

Ein absoluter Klassiker! Auf dem Panorama-Höhenweg der Superlative von der Bergstation First oder von der Schyngige Platte aus sind spektakuläre Aussichten garantiert. Die Mühe des Aufstiegs des nur zu Fuss erreichbaren Berggasthaus Faulhorn (Juli bis Oktober: +41 33 853 27 13 / November bis Juni: +41 33 853 10 28) lohnt sich: Ein überwältigendes 360°-Bergpanorama wartet.

Der Rundblick reicht im Norden bis zum badischen Schwarzwald und den elsässischen Vogesen. Bei optimaler Fernsicht lassen sich gar sieben Schweizer Seen entdecken: Brienzer-, Thuner-, Vierwaldstätter-, Zuger-, Murten-, Neuenburger- und Bielersee. Im Süden zeigt sich die imposante, vergletscherte Bergwelt der Berner Hochalpen, dominiert vom berühmten Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Genuss des Panoramas bei Sonnenauf- und Sonnenuntergang – Romantik pur!


Auf dem Faulhorngipfel: Berghotel Faulhorn (Bild: Markus Zimmermann)

 


(Bild: Markus Zimmermann)

 

Pionierbau

Wie ein Adlerhorst thront das alte Berghotel auf dem Faulhorngipfel – eine einmalige Lage! Der Berg und das Gasthaus verdanken ihre Namen dem zerbröckelnden schwarzen Kalkschiefer, dem sogenannten «faulen Gestein».

Das 1832 eröffnete Berghotel Faulhorn ist das älteste und höchstgelegene Berghotel in den Schweizer Alpen. Der Bau des Berghotels Faulhorn war eine enorme Leistung und Pionierarbeit. Die Steine für den Bau des Hotels mussten aus dem Felsen gesprengt und zum Bauplatz getragen werden. Bedingt durch die extreme Höhenlage und die Abhängigkeit vom Wetter, war die Bausaison nur in den Sommermonaten möglich. Lebensmittel, Getränke und selbst die Post wurden mit Maultieren hinauf transportiert. Ab Grindelwald satte 1600 Höhenmeter bis nach oben. Erst 1893 fuhren zum ersten Mal Gäste von Wilderswil mit der dampfbetriebenen Bahn auf die Schynige Platte hinauf. Die vierte und letzte Sektion der Firstbahn wurde 1947 fertiggestellt.


(Bild: Markus Zimmermann)

 


(Bild: Markus Zimmermann)

 

Die Anfänge

In den Anfangsjahren wagten sich nur wenige zu Fuss hinauf. Selbst die Einheimischen hatten riesigen Respekt vor den Bergen. Es brauchte finanzielle Anreize, um sie zu überzeugen, weiter in die Berge vorzudringen oder sogar Gipfel zu besteigen. Aber schon bald erkannten die jungen Männer, dass man damit Geld verdienen konnte. Nun wollten viele Bergführer sein. Die gut betuchten männlichen Touristen liessen sich auf einem Maultier, Frauen in Tragstühlen zum Faulhorn hinauftragen. Ein kostspieliges Unterfangen. Immerhin brauchte es vier starke Träger, von denen jeder 6 Schweizer Franken erhielt.

 

 

Das Berghotel erlebte einige Wirte. Der verrückteste war aber Fritz Bohren alias «Pintenfritz» – ein Original. Er führte nicht nur die «Pinte», wie das heute noch bestehende Hotel Bellevue in Grindelwald im Volksmund heisst, sondern von 1888 bis 1926 auch das Berghotel Faulhorn. Einen Stumpen lässig im Mundwinkel, Schalk in den Augen und auf’s rechte Ohr eine Schiebermütze gedrückt – so kannten ihn seine Zeitgenossen.

Das Faulhorn zog auch allerlei Persönlichkeiten an. Bereits noch in der Bauphase 1831 besuchte der Musiker und Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy das Berghotel. Selbst die niederländische Königin Wilhelmine wagte sich in den 1930er Jahren hinauf.


(Bild: Markus Zimmermann)

 

Heute wie damals

Heute wird das Berghotel in 4. Generation von Christian Garbani und seiner Frau Nina geführt. Hier findet man kein Trinkwasser aus dem Hahn oder WLAN. Dafür erlebt man den Charme vergangener Zeiten. Die gemütliche Stube mit den getäfelten Wänden und dem wärmenden Ofen sowie die Sonnenterrasse laden zum Verweilen ein. Serviert wird eine gutbürgerliche Schweizer Küche mit einer Prise Neuzeitlichem.


Die gemütliche Stube (Bild: Markus Zimmermann)

 

Fast alles ist original erhalten. Die Biedermeier-Einrichtung ebenso, wie ein Nachthemd und Alltagsgegenstände des berühmten Wirts «Pintenfritz». Die Holzböden knarren, die Mauern sind schief. In den Zimmern, die liebevoll eingerichtet und im ursprünglichen Zustand belassen sind, findet man Biedermeier-Betten, Waschschüsseln und -krüge aus der Gründerzeit. Direkt vor den Fenstern bieten Eiger, Mönch und Jungfrau einen prächtigen Anblick. Auch in den Matratzenlagern mit Kissen und Duvets lässt sich herrlich schlafen. 

Ein einmaliges und unvergessliches Bergerlebnis.


Zimmer mit original Biedermeier-Betten auf knorrigem original Holzboden, Waschschüsseln und -krüge (Bild: Markus Zimmermann)

 

 

Berghotel Faulhorn
3818 Grindelwald
  +41 33 853 27 13 (Juli bis Oktober)
  +41 33 853 10 28 (November bis Juni)
  www.faulhorn.ch
  

 

Wandervorschlag
  First – Bachalpsee – Faulhorn – Schynige Platte

 

 

Bilder: Markus Zimmermann
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Auf der Via Spluga von Zillis nach Splügen kommt man dem Getöse eines Wasserfalls besonders nah. 8000 Sprengungen, 7 Jahre waren nötig – Das Lebenswerk von Christian Pitschen-Melchior: Die Rofflaschlucht! Er schuf fast Unmögliches: Vom historischen Gasthaus begibt man sich auf eine begehbare Felsengalerie in die Schlucht, ganz hinten führt der Weg hinter dem Wasserfall und somit unter dem Rhein hindurch. 

Das historische Gasthaus Rofflaschlucht, aus dem Jahr 1639, ist untrennbar mit der Erschliessung der spektakulären Schlucht verbunden.

Wanderbeschrieb

Wer auf der A13 durch die Schlucht fährt, kann nicht erahnen welch Wunder sich darin verbirgt. Nur zu Fuss lässt sich die Einmaligkeit der Rofflaschlucht und des darin verborgenen Wasserfalles erleben. Wer auf der Via Spluga zwischen Zillis und Splügen unterwegs ist, kommt unmittelbar am historischen Gasthaus Rofflaschlucht (+41 81 661 11 97) vorbei. Ein Abstecher führt hier über Felsengalerien hinein in die imposante Schlucht und zum Wasserfall. 

Das erste nachgewiesene Gasthaus in der Rofflaschlucht entstand bereits 1639. Vieles deutet aber darauf hin, dass hier bereits zuvor Gebäude bestanden haben mussten. Während Jahrhunderten war der Alpenübergang über den Splügenpass nach Italien ein wichtiger Saumweg zur Güterbeförderung und in dieser Gegend der einzige Weg in den Süden. Das Gasthaus war Raststätte und Unterkunft für Mensch und Tier. Erst mit der Eröffnung des Gotthardtunnels 1882, verlagerte sich der Verkehr, und der Passübergang verlor an Bedeutung. Die Erwerbsmöglichkeiten für die Besitzer des Gasthauses Rofflaschlucht blieben grösstenteils aus.

 

 

Die Rofflaschlucht – Ein Lebenswerk

1833 kaufte Johann Melchior von Ferrera das «Gut bey der Steinernen Brücke samt den darauf liegenden Gebäuden in Bestallung und Hütte für den Preiss Von Gulden 485». 1885 vergrösserte Andreas Melchior, der Sohn des Käufers, das «Albergo», wie das Gasthaus wegen den vielen italienischen Gästen damals genannt wurde. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts beschloss Christian Melchior-Pitschen, der Sohn von Andreas Melchior, nach Amerika auszuwandern. Die Überfahrt wurde den Auswanderern von der Gemeinde bezahlt. Zur grossen Immigrationswelle nach Amerika gehörten damals eine Rekordzahl von Schweizern. Viele verliessen wegen der Armut das Land. Es war eine Zeit des grossen Umbruchs und der grossen Depression.

Die Eltern von Christian Melchior-Pitschen bewirteten während seiner Auswanderungszeit das Gasthaus weiter. Er fand in Amerika, unter anderem, Arbeit als Diener bei einem reichen Engländer. Auf einer gemeinsamen Reise kamen sie auch zu den Niagarafällen. Er erkannte, wie mit diesem Ausflugsziel Geld zu verdienen war. Nach diesem Erlebnis dachte er noch oft an die Niagarafälle und wusste, dass es zu Hause in der Schweiz auch einen Wasserfall gab, dieser jedoch nur zu hören war, da in die Schlucht kein Weg führte.

 

 

Zurück in der Heimat machte sich Christian Melchior-Pitschen daran den Wasserfall in der Rofflaschlucht, im hintersten Teil des Tales gelgen, für das Publikum zu erschliessen. In mühseliger Handarbeit, in den Wintern zwischen 1907 und 1914 – im Sommer arbeitete man in der Landwirtschaft–, sprengte Christian Melchior mit Handbohrern und rund 8000 Sprengladungen eine Galerie aus dem Fels bis zum Wasserfall. Über 10’000 Sprenglöcher mussten mit einfachsten Handwerkzeugen in den Fels geschlagen werden. Viel Ausdauer und Kraft waren nötig, um die Sprenglöcher in den harten Stein zu schlagen. Er schuf eine Felsengalerie, die in die Rofflaschlucht und zuhinterst sogar hinter den Wasserfall und somit unter dem Rhein hindurch führt. Der Weg startet heute zuerst durch das Restaurant – wo sich der Eingang befindet – ins Museum, welches die spannende Entstehungsgeschichte der Schlucht dokumentiert, und weiter in die Schlucht.

Der grosse Besucherandrang blieb zwar am Anfang aus, dennoch gelang es Melchior mit der neuen touristischen Attraktion, die Existenz des Hotels und damit das Überleben seiner Familie zu sichern. Christian Melchior-Pitschen starb 1940 und hinterliess mit seinem Werk eine Attraktion für Generationen nach ihm.

 

 

 

Die 6. Generation

Heute wird das Gasthaus Rofflaschlucht und die Schlucht in der 6. Generation von der Familie Doris und Fluregn Melchior-Lanicca, den Nachfahren, geführt. Der heutigen Generation ist Nachhaltigkeit und direkte Wertschöpfung sehr wichtig. So legt sie viel Wert darauf, dass das auf den Tellern servierte, aus naturnaher Produktion aus der Region stammt. Selbst die Tischtücher und das Sonnendach wurden in der eigenen Webstube handgewoben. Auch das Holz, für die langen Tische auf der oberen Terrasse, stammt aus dem hiesigen Wald und wurden in der eigenen Sägerei geschnitten, gehobelt und verarbeitet. 

Heute wird mit Holzhackschnitzeln geheizt, das Brauchwasser wird mehrheitlich mit Solarkollektoren durch die Sonne erhitzt und die Hälfte des elektrischen Stroms stammt aus dem eigenen in die Wasserversorgung eingebauten Kleinwasserkraftwerkes.

 

Gemütliches Gasthaus

Im Restaurant werden Spezialitäten wie frische Forellen, Rösti sowie im Sommer bei schönem Wetter verschiedenes vom Grill serviert. Auch die Sonnenterrassen laden zum Verweilen ein.

 

Die 9 Zimmer wurden in den letzten Jahren sanft renoviert. Schritt für Schritt, ein Raum nach dem anderen. Der grössere Teil der Zimmer verfügt über Dusche und WC. Für Preisbewusste gibt es jedoch auch noch ein paar Zimmer mit Etagendusche/WC. 

Familien fühlen sich in den grosszügigen Mehrbettzimmern auf 2 Etagen besonders wohl; der Kinderspielplatz sorgt für Abwechslung.

Die Geschichte der Rofflaschlucht ist so faszinierend wie die Schlucht selbst. Einen Aufenthalt im gemütlichen Gasthaus kombiniert mit dem Besuch der Schlucht: Man muss einfach da gewesen sein!

 

 

Gasthaus Rofflaschlucht
Familie F. Melchior-Lanicca
Rofflaschlucht 141
7440 Andeer
  +41 81 661 11 97
  www.rofflaschlucht.ch
  

 

Wandervorschlag
  Zillis – Andeer – Rofflaschlucht – Splügen

 

 

Bilder: Gasthaus Rofflaschlucht
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Die besten Wanderziele entlang der Tour de France 2018

Naturliebhaber zieht es besonders in der Sommerzeit wieder hinaus in die Wälder, zu hohen Bergen und auf unentdeckte Pfade. Wandern macht Spass, ist für alle Altersklassen geeignet und auch noch gut für die Gesundheit. Und Wandern kann man fast überall. Europa hat viele lohnenswerte Wanderziele zu bieten. Neben der Schweiz zählt besonders Frankreich zu den Top-Favoriten für jeden Naturliebhaber. Diesen Sommer gibt es noch mehr Gründe, Frankreich als Ferienwanderziel auszuwählen.

 

Frankreich als Wanderziel

Von den schneebedeckten Gipfeln des Mont Blanc bis zu den blauen Tiefen des Mittelmeers gibt es jede Menge tolle Wanderziele. Das Ferienziel für Naturfreunde bietet Weinberge, Seen, Dörfer, Kalksteinfelsen, Moorlandschaften, Hochebenen, Olivenhaine, Schafweiden und vieles mehr. Von anspruchsvoll bis familienfreundlich, für Geniesser, Kulturfreunde, Abenteurer und Naturliebhaber – Frankreich hat für jeden etwas zu bieten.

 

Die schönsten Etappen der Tour de France

Das Wandern im schönen Frankreich lässt sich besonders gut mit einem alljährlichen Event-Highlight verbinden – der berühmtesten Fahrradtour der Welt. Vom 7. bis 29. Juli findet die 105. Tour de France statt, welche dieses Jahr fast zu 100 Prozent innerhalb Französischer Grenzen ausgetragen wird. 22 Teams kämpfen dieses Jahr um den Sieg und es bleibt besonders spannend, da es, wenn man sich die Wettquoten anschaut, bis jetzt keinen klaren Favoriten gibt. Im Moment gelten Chris Froome und Richie Porte als Kopf-an-Kopf-Favoriten für den Gesamtsieg. Wer auf dem Laufenden bleiben will, kann bequem vom Handy aus mit der Mr Green App die aktuellsten Quoten verfolgen. Auf den 21 Etappen durch das Département Vendée werden neben Spannung auch atemberaubende Aussichten, artenreiche Wälder und traditionelle Dörfer geboten. Hier sind die drei schönsten Wanderorte Frankreichs, von denen aus nebenbei noch ein Blick auf die Tour de France erhascht werden kann: 

Atlantikinsel Noirmoutier-en-l’Île
Der Startschuss der Tour de France, der sogenannte Grad Départ findet auf dieser einzigartigen Atlantikinsel statt. Die Insel Noirmoutier-en-l’Île ist besonders für die atemberaubende Natur bekannt und wird auch als Mimoseninsel bezeichnet. 40 km lange Sandstrände umgeben von grünen Strandkiefern, Erdbeerbäumen und Eichen laden zum Strandwandern ein. Danach hat man sich auch eine Abkühlung im strahlend blauen Meer reichlich verdient. 

Schicksalsberg Alpe d’Huez
Der Schicksalsberg gilt als einer der Höhepunkte der Tour, denn durch die rasante Steigung hat sich das Rennen schon einige Male genau hier entschieden. Das Gebiet ist ein Mekka für Rennradfahrer und obendrein noch ein sehr beliebtes Skigebiet. Aber auch für Wanderliebhaber ist das Gebiet Alpe d’Huez ein echtes Highlight. Der legendäre Anstieg zur Alpe kann auch zu Fuss erklommen werden, und der traumhafte Blick auf das Tal ist dank der mehr als 300 Sonnentagen im Jahr fast garantiert. 

Plateau de Glières
Zum ersten Mal bei einer Tour de France erklimmen die Fahrer dieses Plateau im Herzen von Hochsavoyen. Eine Oase der Ruhe, von Kalksteinfelsen umgeben und ein Muss für Wanderer, die es gerne tief mögen. Die Höhlenwanderungen sind besonders beliebt, denn in der Region finden sich 15 Höhlen mit mehr als 150 Meter Tiefe. Die tiefste der Höhlen ist jedoch die sogenannte „Tanne“ mit einer Tiefe von 400 Metern.

 

Bild-Quelle: Pixabay

Eine uralte Handelsroute: Die Gemmi war einst der meist begangene Pass der Alpen! Er verbindet die Kantone Bern und Wallis. Mitten auf dem Pass auf 2061 m.ü.M. steht eines der ältesten Gasthäuser des alpinen Wallis: Das Berghotel Schwarenbach. Damals wie heute steht das Berggasthaus am richtigen Ort; es ist Etappenziel oder Ausgangslage für Bergtouren und zahlreiche Wanderungen.

Wanderbeschrieb

Das Berggasthaus Schwarenbach (+41 33 675 12 72) und der Gemmipass sind Zeitzeugen einer Jahrhunderte langen Berggeschichte der Schweiz. Nicht erst zum aufblühenden Berg- oder dem Bädertourismus, bei dem Leukerbad eine bedeutende Rolle zukommt, wurde der Pass begangen. Vermutlich waren schon zur Bronzezeit Menschen über dem Alten Gemmipass unterwegs, wie auch Kelten und Römer. Ebenso die Alemannen, welche ihren sprachlichen Einfluss bei den deutschsprachigen Wallisern hinterliessen. Über den Gemmi gingen Säumer mit ihren Waren auf Maultieren beladen, Pilger, Fussboten mit Post, Reiselustige, Bädertouristen, Wanderer.  


Gasthaus Schwarenbach auf dem Gemmipass

 

Ein Kommen und Gehen auf dem Alte Gemmi und späteren Gemmipass

Die älteste Nennung des Passes verdanken wir historischen Urkunden ab 1252. Der Bischof von Sitten und die Stadt Bern schlossen ein Bündnis über die Gemmi. Differenzen auf der «Ebene» Gemmi mussten mündlich geregelt werden. Der Gemmipass wurde erstmals 1495/97 auf Kartenmaterial der Eidgenossenschaft erwähnt.

Der Passweg ist jedoch viel älter. Er führte anfänglich vom Daubensee durch das Furggentälti, die Alte Gemmi, nach Leukerbad. Vermutlich wurde er dann vor 1334 in die Daubenwand verlegt. Gesichert ist, dass der Aufstieg auf die Daube teilweise oder gänzlich von 1739-1741 angelegt wurde. 1740 wurde ein Ausbau des Weges zwischen Kandersteg und Leukerbad über den Gemmipass erwogen. Auf diesem Verbindungsweg wurde 1742 ein Gast- und Zollhaus im Schwarenbach errichtet. Ab dem Jahr 1742 konnte man als Reisender im Berggasthaus Schwarenbach nächtigen und sich verpflegen. 

Das Gasthaus Schwarenbach diente einst als Zollhaus auf der Verbindung zwischen Bern und dem Wallis. Das Wallis trat 1815 zur Eidgenossenschaft bei, daher war es auch Grenze zwischen Frankreich und der Republik. Noch bis ins 19. Jahrhundert und während der Helvetischen Republik (1898-1803) hatte jede Region der Schweiz seine eigenen Gewichte, Zahlmittel, Masse uvm. An den Gebietsgrenzen verlangte man Zölle für den Güterverkehr. Pässe waren da sehr willkommen zur Kontrolle und Erhebung des Zolles. 

Ab etwa 1842 erhielt das Haus Schwarenbach immer wieder eine Veränderung; zuerst wurde aufgestockt mit drei Schlafkammern. Weitere bauliche Verbesserungen kamen dank dem Bergführer Melchior Anderegg aus Meiringen ab 1856 dazu. Nach 1900 wurde das Gasthaus erneut erweitert. Damals konnten etwa 50 Personen übernachten. 

Während der Kriegswirren 1799, dem Aufstand der Oberwalliser gegen die Franzosen, wollte die helvetische Zentralregierung einen durchgehenden Fahrweg über die Gemmi mit einer Festung darauf erbauen. Aus diesen Ausbauplänen während der Zeit der Helvetic wurde nichts. Die Gemmi jedoch nutzte man zum Nachrichtenaustausch; anfänglich zwischen den Regierungen Bern und Wallis, ab Mai 1800 wurde eine helvetische Post eingerichtet. Eine Botenkette mit 14 Etappen von Luzern aus über Brünig und Gemmi zum Grossen St. Bernhard.

Später errichtete die Fischerpost (bernisches Postunternnehme von der Familie Fischer 1675 gegründet) eine Fussbotenkette zwischen Bern – Gemmi – Simplon – Mailand ein. Zweimal wöchentlich wurden Nachrichten übermittelt. Die späteren Bemühungen zur Errichtung einer Fahrstrasse wurden deshalb zur Seite geschoben, weil die Grenzverhältnisse auf dem Pass nicht klar geregelt waren. (entnommen und zusammengetragen aus: «Die Gemmi – Von der Verbindung zum Weg» von Prof. Dr. Klaus Aerni, Cartographica Helvetica, Heft 19, Jan. 1999). 


Wie einst so auch heute: noch immer am richtigen Ort

 


Gut konnte schon früh eine Fahrstrasse über den Gemmipass verhindert werden

 

 


Die Sonnenterrasse wo wohl einst auch Mark Twain sein Bier trank  

 

Eine eindrückliche Liste von Besuchern in den erhaltenen Gästebüchern

Das Berghotel Schwarenbach wurde schon früh von berühmten Persönlichkeiten aufgesucht. Sie trugen sich in den Gästebüchern des Schwarenbach ein. Darunter schon 1777 Horace Bénédict de Saussure – Vater der modernen Alpenforschung; Adalbert von Chamisso 1812 – Naturforscher und Dichter. Später kamen Alexandre Dumas 1872, angeblich auch Jules Vernes 1873, sicher aber Lenin 1904 und sogar Pablo Picasso 1933. Auch Edward Whymper (1860) war noch vor seiner Matterhornbesteigung im Schwarenbach zu Gast. Guy de Maupassant 1877 ebenfalls, worauf er die bekannte Kurzgeschichte «L’Auberge» auf Deutsch «Das Gasthaus» schrieb. Mark Twain (1878) und Sir Arthur Conan Doyle (1893) lassen sich ebenfalls im legendären Buch finden. Durch die zahlreichen Reiseberichte wurde das Berggasthaus berühmt und berüchtigt. 

Ab 1896 liessen sich einige Bergtouristen vom «Gemmi-Wägelchen» hinauf transportieren. Der Kutscher musste die Fahrten zu Fuss begleiten während die Person auf der Sitzbank des Wägelchens, gezogen von einem Pferd, die Aussicht «zurück» geniessen konnte. Für diesen Dienst erhielt der Kutscher pro Ein-Pferd-Wagen und Person CHF 20.– für eine einfache Fahrt. Um die 13’000 Leute liessen sich so pro Jahr befördern.

Auch ein Kater will nach oben! «Tomba», ein auf dem Berggasthof 1988 geborener Kater ging in die Geschichte der Gipfelstürmer des Hauses ein. Er wurde weltberühmt, weil er es offensichtlich liebte, von ihm ausgesuchte Bergsteiger auf die Gipfel des Rinder- und Balmhorns zu begleiten. Er kam so etwa 15-20 Mal auf eine Bergtour und auch wieder zurück ins Gasthaus. Eine schöne Ehrung kommt Tomba zu im Beitrag von Max Pfiffner und Hedy Sigg; NZZ-Folio.


Biedermeier und gemütliche Schlichtheit auf über 2000 Metern Höhe

 

 

Auf keinen Fall «kleinkariert» sondern gemütlich, funktional, ideal für Bergfreunde

Heute bietet es 5 Doppelzimmer, 3 Einzelzimmer, 4 Sechserzimmer und 2 Viererzimmer plus 3 Matratzenlager mit je 15 Schlafplätzen und im Nebengebäude sind zwei Matratzenlager mit 28 und 36 Schlafplätzen zu finden. Ideal; eine grosse Zimmerauswahl für Einzelreisende, Paare, unkomplizierte Gäste, wie auch  für Gruppen und Familien. Die Zimmer wurden sanft renoviert. Man gibt sich in eine Gemütlichkeit hinein aber ohne überflüssigen Luxus. Duschen und Waschräume befinden sich auf den Etagen.

 

Das Berghotel Schwarenbach wird in zweiter Generation von Familie Stoller-Wehrli mit viel persönlichem Einsatz geführt. Heutzutage steht es auch im Winter zur Verfügung. Wenn man sich nach einer ausgiebigen Wanderung etwas Besonderes leisten möchte, bestellt man sich den legendären Früchtekuchen – wer es lieber salzig mag, nimmt die feine Suppe aus der Berghotelküche. Auch die Salate sind eine Köstlichkeit für sich und jederzeit eine gute Wahl.

Die sorgfältige und feine Bergküche, ein ruhiges, schlichtes Nachtruhelager, die Bergwelt geschenkt dazu und zahlreiche Sonnenstunden mit fantastischen Ganzjahreswanderungen lassen einen Aufenthalt im Berghotel Schwarenbach gelingen. Was braucht es mehr zum Glück?


Viel Holz machen die Zimmer gemütlich

 


 Auf keinen Fall «kleinkariert»

 

 

 

Berghotel Schwarenbach
3718 Kandersteg
  +41 33 675 12 72
  www.schwarenbach.ch
  

 

Wandervorschlag
  Sunnbüel (Kandersteg) – Schwarenbach – Gemmipass (Leukerbad)

 

Bilder: Berghotel Schwarenbach
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

Romantik pur: Bei Petroleumlicht in der alten urchig-gemütlichen Gaststube mit der wärmenden Ofenbank und gutem Essen sitzen und plaudern – wie anno dazumal.

Im stilvollen, über 100-jährigen Berggasthaus Sulzfluh, am Fusse der berühmten Rätikon-Gipfel, genannt die «Bündner Dolomiten», wird man in eine andere Zeit katapultiert.

Wanderbeschrieb

Wir schreiben das Jahr 1875. Ganz hinten im Prättigau, im Herzen des Rätikon, sollte eigentlich eine Sennerei gebaut werden. Aber es kam anders und man baute stattderer ein Hotel. «Papa Pleisch» war der erste Koch im Haus. Später war «Jöri Flütsch» mit seiner Familie der Gastgeber. Er besuchte anfangs des 20. Jahrhunderts den ersten Bergführerkurs. Tausende von Gästen führte er auf die nahen Berge und einmal soll er, so will es die Erzählung, dreimal am gleichen Tag auf die Sulzfluh geführt haben.


Gastfreundschaft seit 1875


Die gemütliche Gaststube

 

Wie zu Gotthelfs Zeiten

Seit 1983 sind Käthi Meier und Ernst Flütsch die Gastgeber in der Sulzfluh. Nachdem das Berghaus Sulzfluh (+41 81 332 12 13 / +41 79 679 39 14) über hundertzwanzig Jahre nur Sommerbetrieb war, wurde im Jahr 2003, nach einer Erweiterung des Zimmerangebotes, auch der Winterbetrieb aufgenommen.

 

 

Hier erlebt man gemütliche Tage auf der Alp. Die Zimmer, wie auch das Restaurant wurden im Originalzustand belassen. So kann man wie zu Gotthelfs Zeiten in Zimmern, nur mit Kerzen beleuchtet, übernachten. Nostalgie und Romantik pur!


Einfach urgemütlich


Schlafen wie zu Gotthelfs Zeiten

 

Urtümlichkeit und Moderne

Im Berggasthaus Sulzfluh sind Urtümlichkeit und Moderne aus zwei Jahrhunderten vereint. Neben den Orginalzimmern bietet das Berghaus Sulzfluh auch moderne Zimmer an. Im Jahr 2003 wurde der Anbau realisiert. Der moderne Bau widerspiegelt die Aufgeschlossenheit Ihrer Gastgeber und hebt gleichzeitig das alte Haus mit seiner traditionellen Geschichte hervor. Das neue Stübli bietet Platz für 18, die erweiterte Sonnenterrasse für rund 80 Personen. 


Der Neubau: Alt und Neu treffen aufeinander

 

Im Neubau findet man Doppel- und Einzelzimmer, sowie ein Familienzimmer und zwei moderne Matratzenlager.

 

 

Alpen-Wellness

Alpen-Wellness vom Feinsten: Im Freiluft-Whirlpool auf der Sonnenterrasse geniesst man die Auszeit bei herrlichem Panoramaausblick auf die Berge und auf das zu Füssen liegende Prättigau.

 


Sommer wie Winter ein sich lohnendes Ziel

 

Berghaus Sulzfluh
E. Flütsch / K. Meier
7246 St. Antönien
  +41 81 332 12 13
  +41 79 679 39 14
  www.sulzfluh.ch
  

 

Wandervorschlag
  Schijenfluh Umrundung (Prättigau Rätikon: St. Antönien – Partnun)

 

 

Bilder: Berghaus Sulzfluh
Text: Yvonne Zürrer (WegWandern.ch)

Liebesgrüsse vom Furkapass! Der Charme des Hauses, das Grandiose, Nostalgische und eine glamouröse Geschichte im traditionsreichen Grand Hotel Glacier du Rhône in Gletsch VS verlocken. Der Sommer-Alpenpalast wird jährlich auf’s Neue aus der winterlichen Eiszeit wach geküsst. Ein alpines Schmuckstück aus der Belle Epoque – auch heute!

Wanderbeschrieb

Das Grand Hotel Glacier du Rhône (+41 27 973 15 15) hat eine besonders eindrückliche Geschichte. Historisch gesehen ist es eines der wichtigsten Berghotels der Alpen. Hier spürt man der Belle Epoque und seinen illustren Gästen nach. Es ist ein grosser historischer Zeitzeuge der Entwicklung der Grand-Hotellerie der Schweiz. 

In Anbetracht der Geschichte des Hauses mögen es vielleicht wagemutige Männer sein, die 2015 ihren Vertrag unterzeichneten und sich dazu entschlossen haben, diesem altehrwürdigen Haus neues Leben einzuhauchen. Tobias und Mark Winkelmann zaubern nun seit 2016 jedes Jahr für nur wenige Sommermonate den «Kasten mit vielen Fenstern» in ein alpines Charme-Hotel. Sie bereiten den Gästen mit viel Leidenschaft und Können – beide Profi in der Gastronomie und Restauration – einen besonderen Aufenthalt. Es ist bewundernswert, wie sich beide für das Haus beherzt engagieren und jedes Jahr wieder von vorne beginnen. Die Belle Epoque darf beim «ewig jährlichen Neubeginn» gerne stehenbleiben. Hoffentlich machen die «Winkelmänner» dies noch lange! 

 

 

Das Hotel wird von den beiden Herren aus seinem Winterschlaf geweckt, damit es von etwa Juni bis September in seinem stolzen Glanz erstrahlen darf. Dafür sind beide früh im Jahr dran, der garstige Winter steckt noch in den Bergen, die Passstrassen offiziell geschlossen. Sie enthüllen die Möbel von den weissen Leintüchern, schrauben die Lavabo-Siphons ein, in denen ein einziger Restwassertropfen gefrieren und sie sprengen könnte, öffnen die schier unzähligen Fensterläden, befreien mit aller Kraft das Haus von der Winterstarre, bis alles rund herum und drinnen wieder in lebendiger Wärme erwacht.

Es braucht viel Engagement bis das Haus «aufgetaut» ist und sich die Gäste wieder in den gemütlichen Räumen einrichten können. Heute werden etwa 55 Hotelzimmer, Suiten und Zimmer, 11 davon mit eigenem Bad, zur Verfügung gestellt. Diniert wird im A-la-carte-Restaurant. Man trifft sich nach dem Mahl vor dem Cheminée in der Halle. Wie schön, es gibt keine «allerwelts-Fernseher» in den Zimmern. Es ist wie damals Lesen, Plaudern, Sinnieren, Entspannen angesagt. Nachts kehrt die Alpenruhe ein.


Das Grand Hotel Glacier du Rhône liegt in Gletsch bei gleich zwei Passstrassen auf 1759 Metern Höhe

 

Von gekrönten Häuptern, Adligen, Touristen und einem Agent der Krone, einer langen Geschichte

Sommer 1964 – Furkapassstrasse. Vielleicht wäre Tilly Masterson noch am Leben, hätten sich die beiden beim Grand Hotel Glacier du Rhône einen Martini – geschüttelt, nicht gerührt – genehmigt? Das Drehbuch hätte umgeschrieben werden müssen. Die Furkapassstrasse ist Kulisse eines legendären «James-Bond»-Films: «Goldfinger». Sean Connery lieferte eine unvergessene Verfolgungsjagd in seinem silbrigen Aston Martin DB5. Die Szenen gelten heute als Klassiker der Bond-Geschichte.

Es reisten auch gekrönte Häupter auf den Pässen Furka und Grimsel und machten Stopp in Gletsch. Während eines Tagesausfluges zum Rhônegletscher genoss Queen Victoria beim Grand Hotel Glacier du Rhône unter freiem Himmel «some delicious tea»; am 23. August 1868, was aus ihrem Reisebericht hervorgeht. Damals reichte die Gletscherzunge bis weit in den Talkessel hinein. Es dürfte der Queen wohl beim Anblick des Gletschers eine leicht erfrischende Brise über die Haut gehaucht worden sein. 

Sogar der portugiesische Thronfolger wurde beeindruckt vom erhabenen Bergpanorama und liebte wohl den Prunk im Grand Hotel. Die Fürstin Elsa von und zu Liechtenstein (1875-1947) verbrachte gerne ihre Zeit dort. Sie buchte gar jedes Jahr für einen Monat lang ein ganzes Stockwerk des Hotels.

Das Angebot des Hauses richtete sich nach den hohen Bedürfnissen des Hochadels aus. Glanz, Stil, Noblesse, Edles und Wertvolles ist mit der Belle Epoque verbunden; Streben nach dem Schönen. Ein Reisejournalist schrieb 1928, er habe als Tischgenossen «Gentlemen im Smoking und Ladies in tiefster Ausgeschnittenheit». Kellner im Frack, die gewisse persönliche Note mit Distinguiertheit gepaart mit höchster Aufmerksamkeit und «jeden Wunsch von den Augen ablesen zu können» waren unabdingbar. Noblesse oblige.

In der Blütezeit der Belle Epoque standen über 300 Betten im Grand Hotel Glacier du Rhône der noblen und internationalen Klientel zur Verfügung. 180 Angestellte erfüllten jegliche Wünsche. Die hoteleigene Bäckerei, Metzgerei, Käserei, Wäscherei erbrachten Höchstleistungen. Vor dem Aufkommen des Automobils reisten täglich bis zu 100 Gäste in ihren Kutschen an. Das Glacier du Rhône galt als «ausgezeichnet geleitetes» Hotel «in grossartiger Lage». «In diesem [fand] bei höchst vornehmer internationaler Gesellschaft, die in ein-, zwei, und dreispännigen Wagen herbeiströmt, auch der Tourist Berücksichtigung». (Karl Kinzel: Wie reist man in der Schweiz, von 1913)

Die Reise in der Kutsche talaufwärts von Brig über den Furka nach Göschenen dauerte vor der Motorisierung rund zwölf Stunden (Karl Baedeker: Die Schweiz, von 1893). Gletsch war Transitstation im Alpenverkehr, Touristentreffpunkt, alpine Karawanserei sowie Relaisstation für den Pferdewechsel im öffentlichen und privaten Kutschenverkehr. In den Stallungen wurden bis zu 200 Pferde versorgt.


Einst 1857 erbaut und als Gebirgshotel für die Blütezeit der beginnenden Grand Hotellerie ausgebaut

 


Gletsch: Hotelsiedlung mit Bedienstetenhaus, Wäscherei, Bäckerei, Stallungen, Bahnhof und von 1942-50 einem Wasserkraftwerk…

 


Man trifft sich heute noch immer am Cheminée in der Halle

 

Pionierleistungen

Nicht so komfortabel reisten andere Persönlichkeiten 1779 durch mannshohen Schnee über einen Grat am Furkapass. Es ist November, die Gefahr eines Absturzes oder einer Lawine ist gross. Johann Wolfgang von Goethe mit Landesfürst Carl August, Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach reisten von Basel nach Zürich – via Bern, Genf, das Wallis und den winterlichen Furkapass. Man hätte sich leicht den Tod holen können.

Es gab zu dieser Zeit noch keine Unterkünfte, keine touristischen Einrichtungen auf diesem alpinen Weg. Erst in Realp diente das Hospiz der Bruderschaft den Reisenden als Zwischenstation. «Wir wünschten vielmehr das Wallis bis an sein oberes Ende zu sehen, dahin wir morgen abend kommen werden; und wenn das Glück gut ist, so sitzen wir übermorgen um diese Zeit in Realp in dem Urserntal…» schrieb Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1779 in seinen «Briefen aus der Schweiz».

In den Jahren um 1830 kamen im Wallis im Talgrund und entlang den Passwegen erste alpine Gasthäuser in Betrieb. Am Anfang waren dies neu erstellte Berghütten oder umgebaute Wohnhäuser in Bergdörfern. Vermehrt kamen die Touristen immer weiter hinauf in die faszinierende Bergwelt, vor der man sich lange bedroht fühlte.

Zu diesen Pionierregionen gehörte die Alp am Fuss des Rhônegletschers. In den 1830er Jahren entstand eine seit Langem gewünschte Unterkunft zwischen dem Dorf Realp im Urserntal und dem Grimsel- sowie Furkapass. Aus dem Reisetagebuch des deutschen Philosophen Georg Wilhelm Friedich Hegel (1770-1831) ging die Gegend ein als eine die «an Öde und Traurigkeit alles übertrifft, was wir bisher sahen.» Nun ging es aufwärts.

 

Vom bescheidenen Steinhaus bis zu 19000 Reisenden, 300 Betten, 200 Pferden… 

Die Eröffnung des Wirtshauses auf dem Boden der Alp Gletsch erfolgte wohl im Sommer 1831. Die Unternehmer Joseph Anton Z(S)eiter von Obergesteln und Franz Kreuzer aus dem Unterwasser bei Oberwald errichteten eine bescheidene Herberge mit zwölf Betten in einem zweistöckigen Steinhaus mit Satteldach, was eher einer Alphütte glich. Die Erbauer konnten während 20 Jahren abgabenfrei die Unterkunft betreiben.

Die Ansprüche der Reisenden nahm nun stetig zu und das Steinhaus wurde in den Reiseführern für Gäste mit «mässigen Ansprüchen» angeboten. 1850 wurde es dann an einen neuen Besitzer verkauft. Die ersten Alprechte am Rhônegletscher erwarb 1857 der Notar Franz Seiler (1827-1865) – der Bruder des späteren Zermatter Hotelkönigs Alexander Seiler (1819-1891). Im Jahr 1858 gestattete der Staatsrat den Neubau eines Hotels. Die Errichtung wurde den Brüdern Franz und Alexander Seiler von der Alpgeteilschaft Gletsch zur Ausführung übertragen. 1860/61 entstand ein einfacher kubischer Steinbau mit drei Stockwerken ohne Zierformen.

Im Sommer 1864 war die neue Kutschenstrasse bis Gletsch befahrbar, im Herbst 1866 die Strecke über den Furkapass fertiggestellt und wurde sogleich eine äusserst beliebte Alpenstrasse. 1867 verkehrte erstmals eine Postkutsche zwischen Brig via Andermatt bis Chur.
Gletsch war dank Franz Seilers Geschick als offizieller Halt in den Fahrplan vermerkt. So machte die «diligence» in Gletsch «pour le dîner» eine einstündige Pause und die Nachmittagskurse sogar Halt über Nacht in Gletsch. Hier wurden die Pferde gewechselt. 

Nach dem überraschenden Tod von Franz Seiler 1865 übernahm sein Bruder Alexander die Geschicke des Grand Hotels Glacier du Rhône und leitete sogleich eine markante Bauphase ein, welche durch Josef Seiler dann weiter ausgebaut wurden. Die Besucherzahlen stiegen laufend markant an.

Mit der Vollendung der Fahrstrasse über den Grimselpass im Herbst 1894 wurde Gletsch zum inneralpinen Knotenpunkt zweier bedeutender Alpenstrassen. Die Schweizer Post beförderte kurz vor dem Ersten Weltkrieg mit Kutschen mehr als 19000 Reisende über Grimsel und Furka. Das Grand Hotel Glacier du Rhône von Josef Seiler hatte mit 300 Betten seinen Höhepunkt erreicht.

Während und nach dem Ersten Weltkrieg sanken die Gästezahlen deutlich. In den 20er Jahren kamen das Auto und die alpinen Postautolinien als neue Verkehrsmittel auf. Der Glacier-Express hielt ab 1930 täglich in Gletsch. So kamen Besucher zum Rôhnegletscher zurück. Nach der Eröffnung des Furka-Basistunnels im Sommer 1982 wurde der Hotelbetrieb schwieriger. Aufgrund der lage- und witterungsbedingten Beschränkung der Betriebszeit auf dreieinhalb Monate gab Hermann Seiler, der Mitte der 20er Jahre den Betrieb übernommen hatte, 1984 diesen auf. Neue Eigentümerschaft wurde der Kanton Wallis mit einer neuen Ausrichtung auf einen «Volkstourismus» (Walliser Bote, 02.10.1984). Es wurden umfangreiche Investitionen in die gastgewerblichen Betriebe gesteckt. Das Grand Hotel Glacier du Rhône wird heute saisonal während der Sommermonate betrieben.

 

Heute wie damals eine Perle und idealer Ausgangspunkt für tolle Wanderungen

Dank dem Engagement der beiden Gastgeber ist es heute wieder ein beliebter Treffpunkt von Reisenden jeglicher Art und natürlich von Grand-Hotel-Liebhabern. «Das Haus meint es gut mit uns, […], es merkt wohl, dass wir es schätzen.» (Interview SI, Mai 2017)

Naturverbundene finden hier eine ideale Ausgangslage für Wanderungen, Naturerkundungen, Pass- und Tageswanderungen im Gebiet zwischen Uri, Wallis und Bern. Der Rhônegletscher liegt nach wie vor zu Füssen nahe – trotz Gletscherschmelze. Durch den Klimawandel bilden sich viele Seen. Das Abschmelzen des Gletschers schenkt Pflanzen neuen Boden.  

Der Besuch der Eisgrotte lohnt sich. Ein bequem begehbarer, etwa 100m langer, blauer Eistunnel mit einer Eiskammer wird jedes Jahr neu in den Gletscher geschlagen. Ein tolles Spektakel.

Die Dampfbahn auf der Furka-Bergstrecke ist eine erlebnisreiche Reise durch die Naturlandschaft von Realp nach Oberwald mit Möglichkeit zum Zustieg/Ausstieg oder Stopp in Gletsch. 

Ein weiteres Highlight ist der Vier-Quellen-Weg, ein Teil der Etappe führt von Obergesteln via Oberwald und Gletsch bis hinauf zum Furkapass, mit toller Aussicht auf Rhônegletscher, Lauteraar- und Finsteraarhorn. Der Wanderweg führt zur Rhône-Quelle.

 Auf den Wanderspuren von Goethe ist dies heute natürlich viel bequemer dank dem Grand Hotel Glacier du Rhône auf dem Weg oder auch als Ausgangs-/Endpunkt einer Wanderung. 

Warum sich nicht mal eine «königliche Suite mit eigenem Bad» nach ausgiebiger Wanderung im legendären Grand Hotel Glacier du Rhône gönnen? 


Anglikanische Kapelle, erbaut 1907/08 von Hotelier Hosef Seiler nach eigenen Plänen

 

Grand Hotel Glacier du Rhône
Furkastrasse
3999 Gletsch VS
  +41 27 973 15 15
  www.glacier-du-rhone.ch
  

 

Wandervorschlag
  Vier-Quellen-Weg: Obergesteln (Goms) – Furkapass – Belvédère Furka (Rhônequelle)

 

 

Bilder: Grand Hotel Glacier du Rhône
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

Quellen: «Das Grand Hotel am Fuss des Rhônegletschers», «Berg-Hotels – zwischen Alpweiden und Gipfelkreuz» von Roland Flückiger-Seiler (Seiten 184-189), erschienen im Hier+Jetzt-Verlag

Hier thront eines der spektakulärsten Berghotels der Schweiz: Das Grimsel Hospiz.

Nicht nur die herrliche Lage und die Sicht über die fjordartige Landschaft des Grimselsees machen das denkmalgeschützte Berghotel einzigartig, sondern auch seine Geschichte. Denn hier stand bereits 1142 das erste urkundlich erwähnte Gasthaus der Schweiz.

 

Wanderbeschrieb

Wie herrlich der Weg doch zu gehen ist. Von Handegg, bei der Talstation der Gelmerbahn, geht es über den historischen Säumerweg hinauf durch die wilde Schlucht auf den Grimselpass. Zeitzeugen am Wanderweg sind noch heute sichtbar wie der Säumerstein, die aus den glatten Gletscherschliff-Felsen gehauenen Hälenplatten oder die steinere Bogenbrücke.

Bereits in der Frühzeit war der Alpenübergang vom Oberhasli ins Goms bekannt und später als römischer und germanischer Handelsweg. Seinen grossen Aufschwung machte der Säumerweg im 14. Jahrhundert. Mit über 200 Saumtieren pro Woche wurden Güter wie Reis, Wein, Gewürze, Käse etc. über den Pass transportiert. Der Unterhalt des Weges erforderte Zölle in Guttannen und beim Hospiz. Letzteres fand bereits 1142 seine erste urkundliche Erwähnung. Erst mit der Eröffnung der Gotthardbahn 1885 wurde die Säumerei stillgelegt. 1886 wurde die Strasse Meiringen-Guttannen und 1895 die Grimselpassstrasse bis Gletsch eröffnet.

 

 

Um 1900 gilt die Grimselstrasse, neben dem Simplon, als eine der schönsten und von Touristen am meisten frequentierte der Alpen. Das Hospiz war Ausgangspunkt für viele Exkursionen.

Bereits 1852 stattete der deutsche Komponist Richard Wagner dem Grimsel Hospiz einen Besuch ab. Vom Grimsel aus bestieg er das Sidelhorn. Er notierte: «Durch das Hasli-Tal im Grimsel-Hospital angelangt, befrug ich den Wirt desselben, einen stattlichen Mann, wegen der Besteigung des Siedelhornes. Er empfahl mir als Führer hierzu einen seiner Knechte, einen übel aussehenden rohen Menschen, welcher, indem er die Schneefelder nicht in den üblichen Zackenpfaden, sondern in gerader Linie mich führte, den Verdacht in mir erweckte, dass er es auf meine Ermüdung abgesehen habe. […] Ich hatte nicht verfehlt, mir ein kleines Fläschchen Champagner mitzunehmen […]»

 

 

Erstes elektrisch beheizbares Haus Europas

Das Grimsel Hospiz erfuhr mehrere Umbauten und Wiederaufbauten. Eine Lawine, später eine Brandstiftung und veränderte Bedürfnisse machten dies nötig. Der erste grosse bekannte Umbau fand bereits ca. 1557 statt. 1902 geht das Hotel zusammen mit dem Wirtshaus Handeck in Privatbesitz über und wird in einen Berggasthof umgebaut. 1928 versinkt das alte Grimselhospiz im Grimselsee durch den Bau des Staudammes. Das neue Hospiz mit den granitenen Zinnengiebeln steht bereits 1927. Anno 1932 machte es als erstes elektrisch beheizbares Haus Europas Furore.

 

 

 

Die Renovation

Das Grimsel Hospiz (+41 33 982 46 11) wurde durch den Architekten Andrin Schweizer und in Absprache mit der Denkmalpflege zwischen 2008 bis 2010 sanft renoviert. Zugunsten des Naturschutzes und dem BLN-Schutzgebiet (Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung) wurden Gebäude auf dem Nollen reduziert. Die Fassade wurde aus denkmalpflegerischen Gründen so saniert, dass sich das Erscheinungsbild nicht verändert. In allen Räumen und Sälen wurde stets die Geschichte des Hauses berücksichtigt. 

Der Umweltgedanke verpflichtete auch bei der umfassenden Renovation bewusst und umweltschonend zu sein. Das gesamte Haus wird mit der Abwärme aus der Stromproduktion beheizt. Denn als historisches Viersterne-Alpinhotels thront das Haus sozusagen im Herzen des KWO-Gebiets majestätisch über dem Grimselstausee. Die imposanten technischen Einrichtungen freuen auch den Besucher und die Besucherin der Grimselwelt. Auf Führungen können die Kraftwerke, die Stollen und die berühmte Kristallkluft erlebt werden. 

 

 

Hochwertig, ehrlich, authentisch

Im Restaurant mit seiner originalen Möblierung aus den 30er Jahren, mit Tischen und Stühlen von Horgen-Glarus, welche an eine französische Brasserie erinnert, wird man mit regionalen Spezialitäten verwöhnt. Allein wegen der Küche lohnt sich ein Umweg. Die Küchenphilosophie: hochwertig, ehrlich, authentisch. Und: Im tiefen Felsenkeller, auf fast 2000 Metern Höhe, warten 200 verschiedene Weine. 

 

 

 

Ein idealer Ort für ein Time-Out

In den historischen Zimmern im 30er-Jahre-Stil gepaart, mit dem Komfort von heute wie Flachbild-TV, Telefon und Internetanschluss, lassen wohl jeden gut schlafen. Den neben der wunderbaren Kulisse und der aussergewöhnlichen Lage auf einem Felsen neben dem Grimsel-Stausee besticht das Hospiz durch Charme und Stil. Ein idealer Ort für ein Time-Out – aber ebenso für Seminare und Klausurtagungen.


Historische Zimmer im 30er Stil

 

 


Auch im Winter eine Destination

 

Grimsel Hospiz
Grimselpass
3864 Guttannen
  +41 33 982 46 11
  www.grimselwelt.ch/grimselhotels/grimsel-hospiz
  

 

Wandervorschläge
  Handegg (Haslital) – Grimsel Hospiz (Via Sbrinz)
  Gelmersee – Räterichsbodensee – Grimsel Hospiz
  Grimsel Hospiz – Lauteraarhütte – Grimsel Hospiz

 

 

Bilder: Grimselwelt
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Im Herzen des Alpsteins im Appenzellerland findet man das historische Gasthaus Meglisalp aus dem Jahr 1897 mit dem Charme vergangener Zeiten. Das sagenhafte Sennendörflein Meglisalp bildet zusammen mit dem Gasthaus und der Bergkapelle vor dem Altmann eine einmalige Kulisse.

Hier geniesst man das ganz Besondere: Den «Betruef» vom Senn während der Alpzeit, ein Alpstein-Wohlfühlerlebnis im HotPot, Appenzeller-Spezialitäten und auch den eigenen Whisky, den Single Malt Edition «Meglisalp».

 

Wanderbeschrieb

Eine Perle im Alpstein! Egal aus welcher Richtung man zur Meglisalp wandert, ob vom Säntis herkommend, von Wassersauen via Seealpsee oder über den Rotsteinpass; es gibt viele Wege hier anzukommen. Allerdings kann man nur auf Schusters Rappen hierher gelangen. Der erste Eindruck: Man fühlt sich gleich hundert Jahre zurückversetzt. Die «heemelige» Gaststube, die urgemütlichen Zimmer, ja hier kann man sein. «Sönd Willkomm» heisst es im Berggasthaus Meglisalp (+41 71 799 11 28).


Mitten im Herzen des Alpsteins: Die Meglisalp


Das Sennendörflein mit der Kapelle «Maria zum Schnee»

 

Alpstein-Wohlfühlerlebnis

Einfach herrlich nach einer Wanderung im wohligwarmen, mit Holz beheizten Lärchen-HotPot und serviertem Apero einfach abzuschalten. Mitten in der Natur, mit wunderschönem Blick auf die umliegenden Berggipfel – das ist ein exklusives Wohlfühlerlebnis!

Ein Alpstein-Kräutersalz-Fussbad entspannt und belebt die Füsse. Auf dem Bänkli bei der Mölschter können sich Seele und Geist wunderbar erholen.

 

 

Alpsteingourmet

Nach oder vor dem Alpstein-Wohlfühlerlebnis geniesst man die raffinierte und kreative Küche von Sepp Manser und seinem Team. Auf die Teller gelangen vorwiegend regionale Spezialitäten aus saisonalen Produkten, sowie kreative Gerichte mit Bezug zur Meglisalp. Wie wäre es mit Appenzeller Chäsmakronen, Rösti mit Spiegelei oder Rehtatar mit Meglisalp Whisky parfümiert oder gar einem Meglisalp-Whisky-Menü? In der gemütlichen Gaststube und auf der sonnigen Gartenterasse wird man mit ausgezeichneten Speisen verwöhnt.

 

Vom Säntis Malt zum Whiskytrek

Abgerundet wir der Schmaus mit dem eigenen «Edition Meglisalp Whisky». Die Meglisalp ist eine von 26 Stationen des Appenzeller Whiskytreks – der höchstgelegensten Whiskytour der Welt. Jedes Berggasthaus im Alpstein lagert seinen eigenen, speziellen und individuellen Whisky im Eichenfass und hat somit ein ganz besonderes Unikat anzubieten. Die rotgoldene «Edition Meglisalp» ruht in Portfässern, sicher beschützt von den dicken Steinmauern des Meglisalp-Kellers. Gebrannt wurden die edlen Destillate in der Brauerei Locher AG in Appenzell.

 

Vom Betruf zur schönen Nachtruhe

Wenn die Nacht über das Dörflein hereinbricht und Stille auf der Meglisalp einkehrt, kann man während der Alpzeit (Ende Juni – Ende August), sofern der Senn auf der Alp ist, jeden Abend den Betruf hören. Nach verrichtetem Tagwerk stellt sich beim Einnachten jeden Abend der Meglisalp-Senn auf eine Erhebung, führt den geschnitzten Holztrichter zum Mund und ruft den Alpsegen, «Betruef» genannt. Die halb gesprochene, halb gesungene Form verleiht dem Alpsegen seinen volkstümlichen Charakter.

 

 

Bis vor kurzem war der Betruf auf Innerrhoder Alpen eine reine Männerdomäne. Unterdessen pflegen auch Frauen diesen schönen Brauch. Ähnlich wie das Betläuten im Tal, soll auch der über die Alp gerufene Segen Schutz und Schirm für die Nacht gewähren. Oder wie es im Betruf kurzum heisst: «bhüets Gott ond ehaalts Gott».

Dann ist es Zeit bald ins Bett zu gehen. In den heimeligen gemütlichen Zimmern mit nostalgischem Charme schläft es sich herrlich gut. Es gibt 10 Doppelzimmer, eingerichet wie zu Grossmutters Zeiten, sowie Familienlager-Schlafplätze und auch Matratzenlager.

Der nächste Tag bricht wieder an und nach einem ausgiebigen Zmorge, geht es frisch ausgeruht und gestärkt weiter des Weges. Im Rucksack jetzt dabei: Unvergessliche Erinnerungen.

 

 


Heimelige Doppelzimmer

 


Jedes ein Unikat

 

 

Kapelle «Maria zum Schnee»

In den Jahren 1903/1904 wurde die Kapelle «Maria zum Schnee» erbaut und der Heiligen Mutter geweiht. Ein «gewachsener Bergkristall», wie die Kapelle auch ab und zu genannt wird. Noch heute wird während der Alpzeit in der Kapelle «Maria zum Schnee» jeden Sonntag eine Heilige Messe gefeiert.

 

 

Die Geschichte: Vom «Mattebueb» zum «Hansuechlissebedoni»

Die Meglisalp wurde nachweislich im Jahre 1071 im Stiftsbrief vom Abt in St.Gallen das erste Mal erwähnt. Schon anno dazumal wurde die Steuer «von einem Zehnten» eingezogen, was beweist, dass die Alp bereits zu jener Zeit landwirtschaftlich genutzt wurde. Der Zugang erfolgte von Brülisau her über den Bötzel. 

Im Jahre 1861 baute Josef Anton Dörig «Mattebueb» das erste kleine Gasthaus auf der Meglisalp, begann offiziell mit dem Wirten und löste eines der ersten Wirtepatente im Alpstein. 

Bereits im Jahre 1862 verkaufte er das Gasthaus an seinen Vetter Josef Anton Dörig «Hansuechlissebedoni». Dieser hatte bereits 1850, im Alter von 16 Jahren, die bescheidene Schutzhütte auf dem Säntis erworben. 1861 heiratete Josef Anton die fünf Jahre jüngere Maria Magdalena Weishaupt, welche von da an die Wirtin auf der Meglisalp war, während ihr Mann auf dem Säntis weilte und dort für Umsatz sorgte. 

 

Vom «Sebedonishanisef» zum «Sebedonissef»

In den Jahren 1897/1898 erstellte der Ur-Urgrossvater der heutigen Gastgeber das heutige Gasthaus. Für die damalige Zeit ein grosses Unterfangen, zumal das ganze Material für das Gasthaus von Trägern ab Wasserauen über den Schrennenweg getragen wurde. Die schwerste Last, die «Strussbodi», welche ein Mann alleine getragen hat, betrug 128 kg.

Der Urgrossvater der heutigen Gastgeber, Johann Josef Dörig «Sebedonishanisef», übernahm 1910 das Gasthaus und führte es umsichtig bis zum Jahr 1949. Unter seiner Gide wurden die Wanderwege rund um Meglisalp enorm ausgebaut.

1950 übergab Johann Josef Dörig «Sebedonishanisef» den Betrieb seinem Sohn Johann Josef Dörig «Sebedonissef» und seine Frau Emilia Dörig «Mattlismile». Eine direkte Nachfahrin vom Erbauer des ersten Gasthauses dem «Mattebueb». 

1971 bis 1989 führten die Eltern von Sepp Manser, dem heutigem Gastgeber, Johann und Emilia Manser-Dörig den Betrieb. Leider konnten sie den Betrieb von den Eltern nie käuflich erwerben. In der Folge wurden dringend notwendige Sanierungen aufgeschoben.  

 

 

Die 5. Generation

1989 durfte Sepp Manser zusammen mit seiner Frau Gaby den Betrieb von seinen Eltern übernehmen und gleichzeitig die Meglisalp von seinem Grossvater käuflich erwerben. Seither wurden verschiedenste dringende Sanierungen und erleichternde Neuanschaffungen realisiert. 

Und die Erneuerung geht weiter: Bis 2020 wird ein Neubau hinzukommen, der den veränderten Bedürfnissen im 21. Jahrhundert nach Platz und Privatsphäre entgegen kommt. Der Charakter des Berggasthauses soll aber bewahrt werden. 

 

 

Berggasthaus Meglisalp
Gaby und Sepp Manser-Neff
9057 Weissbad
  +41 71 799 11 28
  www.meglisalp.ch
  

 

Wandervorschlag
  Ebenalp – Schäfler – Meglisalp – Seealpsee – Wasserauen

 

 

Bilder: Berggasthaus Meglisalp
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Die «Königin der Berge» ruft! Beim Blick in jede Himmelsrichtung von der Rigi breitet sich eine einzigartige, weltbekannte und viel gerühmte Weitsicht aus. Im ältesten Berghotel der Schweiz, dem Rigi-Kulm Hotel geniesst man ein fantastisches Panorama, vor allem bei Sonnenauf- und untergängen: «Ringsum die Herrlichkeit der Welt». 

 

Wanderbeschrieb

Auf der «Königin der Berge» steht das älteste Berghotel der Schweiz: Das Rigi-Kulm Hotel (+41 41 880 18 88). Es ist mit der langen Geschichte des berühmten Berges, der Rigi, intensiv verbunden. Das über 200 Jahre alte Gipfelhotel bietet heute seinen Gästen modernen Komfort mit nostalgischen Details. Und einen fantastischen Weitblick!

 

Der stolze «Inselberg» Rigi thront inmitten der Seen Vierwaldstätter-, Zuger- und Lauerzersee. Von Gästen aus aller Welt wurde er besucht. Darunter Adlige, Maler, Dichter, Philosophen, Künstler, Musiker, Wissenschaftler, Forscher, Touristen. Den Ausblick von dort oben bezeichnete Tolstoi «als einen der schönsten der Welt» in seinem Werk «Aus dem Tagebuch des Fürsten Nechljudow: Luzern». Die Rigi wurde auch so berühmt, weil all die bedeutenden Zeitgenossen ihre Eindrücke vom Naturerlebnis in die weite Welt hinaus trugen. Der Dekan des Klosters Einsiedeln, Albrecht von Bonstetten, definierte schon 1480 die Rigi als das «Zentrum der Welt».

 

 

Einst liess man sich im Hotel wecken, um den Sonnenauf- oder untergang erleben zu können. Scharenweise fanden sie sich dort oben dafür ein. «Weckruf» waren damals allerlei Töne des Alphorns. «Wir waren so todmüde, dass wir sofort einschliefen und uns nicht regten noch bewegten, bis die herrlichen Töne des Alphorns uns weckten.», schrieb Mark Twain in seiner Lektüre zur Bergbesteigung des Rigi 1879. «Einige Minuten waren wir tief ergriffen von dem wunderbaren Anblick und für alles andere tot. […] Wir konnten nicht sprechen, ja kaum atmen; wir standen in trunkener Verzückung und sogen diese Schönheit ein, […].» 


Oft über dem Nebelmeer. Die Ansicht über den Luzerner See hielt 1842 William Turner im weltberühmten Aquarell «The Blue Rigi – Lake of Lucerne – Sunrise» fest.

 

Von fliegenden Drachen zum grossen Touristenstrom

Der Luzerner Chronist Renward Cysat beschreibt, wie die Drachen zwischen dem Pilatus und der Rigi hin und herflogen. Der Legende nach hatten diese Urtiere ihre Nistplätze am Rigi-Südhang oberhalb von Vitznau. Aufgrund auch der guten Erreichbarkeit für die Menschen fand die Besiedelung der Rigi früh statt. In der Höhle «Steigelfadbalm» an der Südseite auf 960 m.ü.M. zwischen zwei Nagefluhbänken wurden von Neandertalern hergestellte Steinartefakte gefunden. Seit dem Mittelalter gibt es Alpbewirtschaftung. Bevor die Rigi zum «Modeberg» des 19. Jahrhunderts wurde, kamen Pilger. Die ersten «Touristen» erhofften sich Seelenheil und Genesung durch das Quellwasser der Kaltbad-Quelle, welche angeblich heilende Kraft besitzt. Denn Barthli Joler aus Weggis wurde durch das Baden im kalten Wasser gesund. Die Quelle wurde erstmals 1540 erwähnt. Ums Jahr 1600 kamen schon über 100 «Badetouristen» täglich. 1585 kam eine erste Kapelle samt Einsiedelei auf Rigi Kaltbad. Es kamen weitere Kapellen dazu: die Wallfahrtskapelle «Maria zum Schnee» (Rigi Klösterli) und die Kapuziner-Kapelle. Fast schon ein «Massentourismus» entwickelte sich, sodass etwa 1730 bereits 25000 Besucher pro Jahr verzeichnet wurden!

 

«Ringsum die Herrlichkeit der Welt»

Goethe fand zu seiner Zeit noch einen leeren Berg ohne touristische Infrastruktur vor, und der Weg war sehr viel fordernder. Sein Lohn: «Ringsum die Herrlichkeit der Welt», wie er seinen Eindruck beschreibt, anlässlich seines Besuches auf seiner ersten Schweizerreise 1775. Heute ist der Goethe-Wanderweg eine mittlere Herausforderung von etwa 3 Stunden für 6 Km. Und man kann sich heutzutage wunderbar verpflegen, ausruhen, die fantastische Aussicht geniessen!

Aber bis sich Herr und Frau Dolder am 14. August 1816 im Gästebuch, zusammen mit Regierungsrat Zürrer und Verleger Sauerländer aus Aarau, eintragen konnten, brauchte es noch einiges bis zum ersten Kulm-Berggasthaus der Schweiz.


Die Sonnenterrasse heute wo wohl einst auch Mark Twain sein Bier trank  

 

1816 wird das erste Kulm-Gasthaus eröffnet

Der Tuchschneider und Rigiführer Joseph Martin Bürgi beginnt 1814 mit den ersten Vorarbeiten auf der Kulm: Holzfällen, Transport der Baumstämme auf die Rigi uvm. Dank eines frühen Crowdfundings des berühmten Zürcher Panorama-Zeichners, Heinrich Keller, kamen bedeutende Spendensummen für den Bau des ersten Gasthauses auf Kulm 1815 zusammen: erstaunliche 971.– Schweizer Franken (heutiger Wert ca. CHF 25000.–). Der Aufwand zum Bau war riesig. Sämtliches Material musste zu Fuss und mit Pferden auf den Berg gebracht werden. Im zweiten Anlauf kam für die Hoteleinrichtung ein Betrag von CHF 1400.– (heute etwa CHF 36000.–) von 338 Gönnern zusammen.

Am 06. August 1816 war es soweit! Das erste Kulm-Gasthaus feierte Eröffnung. Es war allerdings eher eine grössere Alphütte aus Holz mit 6 Betten als ein grandioses Hotel im Luxus-Stil. Das kam erst. Für die Bewirtschaftung der Gäste musste alles noch immer zu Fuss hinaufgebracht werden.

Dank dem Beschluss der Luzerner Regierung aus 1819, einen mit Pferden begehbaren Weg auf die Rigi zu bauen, kamen bereits 1000 Gäste jährlich auf den Gipfel der «Königin der Berge». Ab 1832 konnte der Gast dann sogar bequem per Dampfschiff von Luzern aus anreisen und dann auf einen «Rigi-Träger» umsatteln. Das Geschäft der Säumer und «Rigi-Träger» boomte. Um 1860 kamen in Weggis 30 Pferdestationen mit rund 1000 Pferden zum Einsatz.

Die damaligen begüterten Touristen der Oberschicht suchten die bequemere Art des Reisens. Während in Genf 1834 das erste Luxushotel entstand, ging 1837 die Dampfschifffahrt auf dem Vierwaldstättersee mit der «Stadt Luzern» in Betrieb. Dank Ausbau der Schiffswege und den ersten Bergbahnen explodierte die Nachfrage der Reisenden geradezu, auch nach entsprechenden Unterkünften. 

 

Delikatesse: Murmeltierbraten?

Die Geld bringenden Gäste entwickelten höchste Ansprüche an die Gastgeber. Es ging soweit, dass die Betuchten vor der armen Bevölkerung der Bergregionen sogar auf Distanz gehalten wurden. Oft war es bei der Bergbevölkerung so, dass das Brot nicht zum täglichen Essen dazu gehörte, während die damalige Elite der Belle Epoque im Luxus schwelgte. Bettler hielten sich an manchen Orten auf, wo sich die Reichen auf ihre «Wanderung» machten und erhofften sich mit Alphornblasen oder mit selbst Geklöppeltem etwas Zubrot zu verdienen.

Um das Jahr 1875 kostete ein Tagesaufenthalt in einem der Luxuspaläste einen Arbeiter-Wochenlohn: CHF 20.–. Einst war ein Murmeltier-Gericht noch eine Delikatesse auf einer der Schutz spendenden, einfachen Alphütte und auch auf manchem Teller der armen Bergler. Während der Belle Epoque wurde fast schon «um die Wette» geschlemmt. Auch gleichzeitig im Wettlauf um die höchsten Bergspitzen geklettert. Besonders die Engländer, die nicht zum Tennisspielen kamen, wollten immer höher hinaus. Victor Hugo wollte eigentlich lieber auf den Pilatus steigen anstatt auf die Rigi: «Der Pilatus ist ein schroffer, wilder, von Wunderbarem durchdrungener, schwer zu besteigender, von den Touristen verlassener Berg; er verlockte mich sehr. […] Odry, ein Bergführer mit Sattelnase, […] weigerte mich zu führen (aufgrund des schlechten Wetters); ich musste mich mit dem Rigi begnügen.» «Die Rigi ist die Heldentat aller. […] Schlussendlich beschwere ich mich nicht über den Rigi […]», schrieb Victor Hugo 1839 seiner Adèle. 


Nach wie vor einer der schönsten Ausblicke der Schweiz!

 

«Das Zentrum der Welt»

Aufgrund dieses enormen Besucherbooms auf die Rigi eröffneten weitere Hotels; das Hotel Rigi Kulm (1847), Grandhotel Kaltbad (1849), Regina Montium (1856/57), Hotel Bellevue auf Kaltbad (1874), das legendäre Luxushaus Grandhotel Schreiber (1875) und das Hotel Rigi First (1875). Das Bettenangebot verzehnfachte sich. Im pompösen Luxushaus Grand Hotel Schreiber waren die besten Maître d’Hôtel und sogar der berühmte Koch Escoffier damit beschäftigt, der verwöhnten Kundschaft all ihre Wünsche zu erfüllen.

Sogar die Königin von England steigt 1868 zu Pferd von Küssnacht zum Aussichtspunkt Rigi Känzeli auf und notiert in ihr Tagebuch: «We are amused». Der amerikanische Weltenbummler Mark Twain besuchte 1879 das «Zentrum der Welt» und schrieb «A trip to Mt. Rigi». Zwei Jahre später war der Bayernkönig Ludwig II. im Hotel Rigi Kulm zu Gast und beschenkte es mit einem vergoldeten Teeservice, welches heute in der Glasvitrine im Hotel bewundert werden kann.

Scharen aus aller Welt, hauptsächlich aus England, Deutschland, Frankreich, Amerika und der Schweiz kamen dank des «Rigi-Boomes». Es wurden dank der Quelle Kaltbad auch gar manche Milch- und Wasserkur durchgeführt. Dafür wurden sogar Kühe und Ziegen in die Trinkhallen der Hotels gebracht, damit der Kurgast seine direkt vom Tier ins Trinkglas gemolkene Milch erhalten konnte – empfohlene Tagesration: drei Liter. 

Doch der jähe Abbruch des Touristenstromes der Reichen, Adligen und Touristen aus aller Welt auf die Rigi begann wegen des Ausbruches des Ersten Weltkrieges. Eine unheilvolle Zeit bringt ihre Veränderungen mit sich und führt dazu, dass Bahnstrecken eingestellt, abgebrochen oder Dampfloks zum Schrottpreis verkauft werden mussten. Hotels blieben leer. 

Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der darauf gefolgten Weltwirtschaftskrise erinnerte man sich der Tourismusregion Rigi wieder. Der Bund unterstützte eine Initiative des 1905 gegründeten Schweizer Heimatschutz zum Um- und Rückbau der grossen Berghotels als Erwerbsmöglichkeit für Arbeitslose. Es kam Unbehagen auf gegenüber den in den Bergen als urbane Fremdkörper empfundene Bauten der Belle Epoque, als deren Sinnbild sie galten. Der Heimatschutz setzte sich ein für die «Säuberung des Rigi-Gipfels». Die von einst glamourösen Luxushotels geprägte Rigi-Landschaft veränderte sich stark. Die grossen Hotels wurden zwischen 1949 bis 1954 abgerissen oder wurden Opfer von Bränden.


Kulmsaal in echtem Jugendstil, getafelt wird mit à la Carte-Serivce

 

Ein Hotel in neuem Glanz entsteht

Dank des Schwyzer Bauunternehmers Ernst Käppeli-Reichlin, der 1949 die Aktien der baufälligen Rigi Kulm-Hotels erwirbt, konnte doch einiges vom «alten Glanz» überdauern. Nach den Plänen des Architekten Max Kopp aus Zürich liess er das heutige Rigi Kulm Hotel bauen. Alle noch brauchbaren Materialien und Gegenstände wurden beim Neubau wiederverwendet. Parkettböden in den Zimmern, Sandsteintreppen und – Eckquader, Spiegel etc. zeugen noch heute vom Glanz der Belle Epoque. Auch das Geschenk, ein vergoldetes Teeservice, des Bayern Königs Ludwig II., der mehrmals mit seinem gesamten Gefolge Gast war, steht heute in der Vitrine im Speisesaal. Es wurden Vitrinen, Tafelsilber, Kaffeekännchen und vieles mehr in die heutige Zeit übernommen, damit die Hotelgäste einen Blick in die «goldigen Zeiten» der Belle Epoque werfen können.

Auch die 33 Zimmer bieten nach dem Umbau 2007 nostalgische Details, kombiniert mit modernem Design. Beispielsweise freistehende Badewannen, Parkettböden, Flat-Screen-TV, WLAN. Im stimmungsvollen Kulmsaal, im echten Jugendstil, kann wieder wunderbar mit à la Carte-Service getafelt werden. Aber auch für Gäste, die sich gerne selbst bedienen ist gesorgt.

Die Sonnenterrasse bietet sich noch immer an, sich der grandiosen Aussicht anzunehmen, von der man vielleicht niemals mehr weg möchte. Und die legendären Sonnenauf- und untergänge können noch immer bewundert werden. Vielleicht romantischer; denn heutzutage sind  bedeutend weniger Menschen zu früher oder später Stunde im Hotel Rigi Kulm zu finden gegenüber der Zeit der Belle Epoque. So lässt es sich wunderbar in Ruhe im «Zentrum der Welt» den goldenen Sonnenauf- und -untergang geniessen!


 Ein Berghotel mit Komfort und Stil

 


Moderner Komfort hoch oben auf der Rigi mit tollem Ausblick

 

 

 

Rigi Kulm-Hotel AG
Familie Käppeli
6410 Rigi Kulm
  +41 41 880 18 88
  www.rigikulm.ch
  

 

Wandervorschlag
  Rigi Scheidegg – Rigi Staffel – Rigi Kulm

 

Bilder: Rigi Kulm-Hotel
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

 

 

Quellen-Nachweis:
– Auszüge aus «Legendäre Reisen in den Alpen» S.187, Verlag Frederking & Thaler
– Auszüge aus: Strahlende Königin
– Auszüge aus: 200 Jahre Rigi Kulm – die Königin der Berge feiert Geburtstag
– Auszüge aus: Von der Hütte zum Massentourismus
– Auszüge aus «Berg Hotels – zwischen Alpweide und Gipfelkreuz». S. 89 von Roland Flückiger-Seiler – Verlag Hier und Jetzt
– Auszüge von www.rigi.ch

Rund um den höchsten Berg der Alpen

Eine Wandertour im Mont Blanc Massiv ist etwas ganz Besonderes. Bergspitzen, Gletscher, Täler und Schluchten rund um den höchsten Berg der Alpen sind imposant und atemberaubend. Auf der 7-tägigen Wanderung Tour du Mont Blanc «Ost» im Dreiländereck Schweiz, Italien, Frankreich reihen sich die schönsten Perlen der Alpenwelt aneinander.

So durchstreifen die Gäste das wunderschöne Schweizer und italienische Val Ferret sowie das Vallée des Glaciers, überqueren die Pässe Col de la Forclaz, Grand Col Ferret und Col de la Seigne, wandern vorbei an eindrücklichen Gletschern, steilen Felsabbrüche und himmelnahen Bergseen und kehren in zauberhaften Berghütten ein. Für die Wandertour braucht es eine gute Grundkondition und Erfahrung beim Wandern in alpinem Gebiet.

 

Zum Auftakt durch das «Kanada der Schweiz»

Die Wandertour auf der Ostseite des Mont Blanc Massivs startet in Trient im Wallis, unweit der französischen Grenze. Mag sein, dass die schneebedeckte Gipfelkuppe des Mont Blancs bei der Anfahrt von weitem grüsste. Jetzt, auf den ersten Wanderetappen zeigt sie sich nicht – man muss sich auf der Tour den Blick auf den Mont Blanc wahrlich verdienen. Doch das Verdienen wird einem einfach gemacht. Die Landschaft ist ein Traum. Die erste Etappe führt über den Col de la Forclaz und vorbei am kristallklaren Bergsee Lac de Champex durch eine Gegend, die nicht umsonst «Kanada der Schweiz» genannt wird.

 

Über den Grand Col Ferret nach Italien, Espresso und Kuchen im Rifugio Elena

Durch Walliser Bergdörfer mit sonnengegerbten Holzhäusern und das liebliche Schweizer Val Ferret mit seinen blühenden Wiesen geht es bergwärts. Eindrücklich ist der Grand Col Ferret, wo man nicht nur eine tolle Sicht geniesst, sondern auch die Grenze nach Italien überschreitet. Steile Felsabbrüche und vergletscherte Wände charakterisieren das italienische Val Ferret. Weit liegt einem das Tal zu Füssen. Hier irgendwo erhascht man zum ersten Mal einen Blick auf den stolzen Mont Blanc, bevor er sich wieder hinter anderen Bergkuppen versteckt. Unterwegs gibt es in der typisch italienischen Berghütte Rifugio Elena leckeren Kuchen und einen original italienischen Espresso.

 

Gelati mit Blick auf den Mont Blanc de Courmayeur

Ein Höhenweg mit traumhafter Sicht führt zur nächsten Berghütte, dem Rifugio Bonatti. Hier können sich die Wanderer zwischen einem einfacheren, höhehaltenden Weg an der Bergflanke und einem weiteren Höhenweg entscheiden, den man über einen Pass erreicht und der über aussichtsreiche Gipfelkuppen führt. In Courmayeur, dem sympathischen, mondänen Ort mit seiner langen Alpingeschichte, gelangt man aus der Bergeinsamkeit zurück in die Zivilisation. In der Gelateria auf der Piazza gibt es die besten Gelati im Ort: mit Blick auf den dem Mont Blanc vorgelagerten Gipfel Mont Blanc de Courmayeur.

 

Mystisches Veny Tal mit charmantem Rifugio Elisabetta

Ein kurzer Transfer bringt die Gäste ins mystische Veny Tal. Bizarre Kalksteinformationen, einsame Gletscherseen mit smaragdgrünem Wasser und verspielte Bäche verleihen dem Tal etwas Geheimnisvolles. Der Aufstieg zum Rifugio Elisabetta am Saum der steinigen Gebirgskette ist steil, doch er lohnt sich. Was für eine Sicht von der charmanten Hütte mit der tollen Sonnenterrasse über das Tal und auf die nahen Bergriesen. Die italienischen Spezialitäten schmecken auf der Terrasse genau so ausgezeichnet wie in der gemütlichen Stube. Von hier aus führen die letzten Kilometer der Wandertour über den Pass Col de la Seigne nach Frankreich ins Vallée des Glaciers, wo die Reise im Alpenort Bourg-Saint-Maurice und einem wunderschönen Blick auf den Mont Blanc endet.

 

>> Mehr über diese Tour erfahren.

Hoch über dem Sarnersee, im Wallfahrtsort Flüeli-Ranft am Jakobsweg, thront das einzigartige und denkmalgeschützte Jugendstil-Hotel Paxmontana. Der Charme der Belle Epoque mit dem Komfort von heute und der grandiose Panoramablick auf See und Berge verzaubern wohl jeden.

Das Paxmontana – der «Bergfriede» – ist eines der bedeutensten historischen Hotels der Schweiz.

 

Wanderbeschrieb

Hier wandert und wandelt man auf den Spuren der Vergangenheit. Schon der romantische Laubengang hinein ins Jugendstil-Hotel Paxmontana (+41 41 666 24 00) versprüht den Charme der Belle Epoque. Ein Ort für Romantiker. Ein Ort für Ruhesuchende. Ein Ort für Geniesser. Das Märchenschloss liegt hoch über dem Sarnersee, in Flüeli-Ranft, am historischen Pilgerweg nach Santiago de Compostela. Ein mystischer Ort: Hier lebte und wirkte der heilige Niklaus von Flüe.


Einzigartiger Panoramablick auf die Seen und die Obwaldner Bergwelt

 

Niklaus von Flüe – Der Schweizer Nationalheilige

Wer von Stans auf der ViaJakobi (Jakobsweg) oder auf dem Bruderklausenweg hinauf nach Flüeli-Ranft wandert, kommt am Ende der Etappe zur Ranftschlucht, wo einst Niklaus von Flüe (1417-1487) als Einsiedler in einer kargen Zelle lebte. Die zwei Ranftkapellen, die seit Jahrhunderten den Pilgern offen stehen, lohnt eine Besichtigung. Im Sommer 1984 besuchte Papst Johannes Paul II. auf seiner Schweizer Reise den Wallfahrtsort Flüeli-Ranft.


Deutlich zu sehen: die Ranftschlucht in der sich die Ranft-Kapellen befinden, rechts das Paxmontana

 

Niklaus von Flüe, oder Bruder Klaus wie er genannt wurde, verbrachte seine letzten 20 Jahre in der Schlucht. 1467 verliess er seine Frau und seine 10 Kinder und begab sich auf die Pilgerreise. Er kam allerdings nur bis Liestal und kehrte wieder zu seinem Geburtsort in die Ranft zurück, um fortan bis zu seinen Tod als Einsiedler zu leben. Im Zentrum von Flüeli-Ranft, nahe dem Flüeliplatz, steht das Geburtshaus von Bruder Klaus. Das Wohnhaus findet sich in der Matte Schibloch, kurz nach der Ranftschlucht, am Ortseingang Flüeli-Ranft, beim Jugendstil-Hotel Paxmontana.


Jugendstil-Hotel Paxmontana

 

Refugium seit 1896 – Ein Kraftort

Das romantische Hotel wurde 1896 unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn» vom Hotelier Franz Hess im Schweizer Holzbaustil als moderner Flachdachbau erbaut. Kurgäste kamen zur Sommerfrische und zu Badekuren. Der findige Hotelgründer Franz Hess liess für seine Gäste Spazierwege anlegen und gab eine eigene «Excursionskarte» heraus, auf der man Wandervorschläge mit Gehzeiten vorfand. Für die weniger Wanderlustigen stellte er Pferde und Wagen für Picknick-Ausflüge bereit. 


Damals noch unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn» ohne die charakteristischen Türmchen

 

Erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts erhielt das Gebäude seine charakteristischen Türmchen und verspielten Dachformen. Gleichzeitig wurde das Hotel verlängert und um zwei Geschosse erweitert. Mit diesem grossem Umbau reagierte man auf die zunehmende Nachfrage nach gehobenen Unterkünften. Waren es in den Anfangszeiten mehrheitlich Kurgäste, die das Hotel aufsuchten, wurden diese nun vermehrt durch Touristen und Pilger, die auf Pilgerreise waren, abgelöst.


Immer noch unter dem Namen «Kurhaus Nünalphorn»

 


Der Laubengang

 

1938 wurde das Hotel von der Obwaldner Kantonalbank übernommen, da Franz Hess in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. 1953 erwarb die Bruder-Klausen-Stiftung das Hotel. Drei Jahre später, 1956, erfolgte die Umbenennung des Hotels von «Kurhaus Nünalphorn» in «Paxmontana». 


Die 47 Meter lange Veranda damals

 

 

«Historisches Hotel des Jahres 2014»

Seit 1999 wurde das Hotel etappenweise saniert. Dabei wurden zahlreiche historische Parkett- und Terrazzoböden, Stuckdecken und Deckenmalereien renoviert oder wieder freigelegt. Insgesamt 26 Millionen Franken wurden für die umfassende Renovation und den Erhalt dieses architektonischen Hotel-Bijou aufgewendet. Seitdem erstrahlt das Hotel in neuem Glanz, und doch mit dem Charme alter Zeiten.

Das Jugendstil-Hotel Paxmontana ist heute ein Drei-Sterne-Superior Hotel im mittleren Preissegment und wiederspiegelt ein Stück Schweizer Hotelgeschichte. Diese ist von der historischen Hotel Zufahrt bis hin zu den liebevoll restaurierten Deckenmalereien in den Hotelzimmern allgegenwärtig. Vier historische Zimmer sind noch immer mit Original-Jugendstilmobiliar eingerichtet.

 

 

Damals wie heute schreitet man im Restaurant durch die einmalige 47 Meter lange Veranda mit Fensterfront und geniesst den traumhaften Blick ins Sarneraatal und auf den Glaubenberg.

2014 wurde das Hotel mit dem Preis «Historisches Hotel des Jahres» ausgezeichnet.


Die 47 Meter lange Veranda heute

 

 

 

 

 

Jugendstil-Hotel Paxmontana
Dossen 1
6073 Sachseln
  +41 41 666 24 00
  www.paxmontana.ch
  

 

Wandervorschlag
  Bruder-Klausen-Weg: Stans – Flüeli-Ranft – Sachseln

 

 

Bilder: Jugendstil-Hotel Paxmontana
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Die Verbindung von Wandern und Wintersport

Das Wandern gehört mit zu den beliebtesten Freizeitaktivitäten in der Schweiz. 2,7 Millionen Einwohner greifen hier zumindest ab und an zu festem Schuhwerk und begeben sich in die Natur. Der hohe Stellenwert des Wanderns ist auch nicht verwunderlich, bedenkt man die atemberaubenden Landschaften und die zahlreichen Naturspektakel der Schweiz. Dabei ist Wandern jedoch nicht das einzige wichtige Schlüsselwort, wenn es um beliebte Freizeitaktivitäten geht. Der Wintersport spielt eine ebenso wichtige Rolle in der Eidgenossenschaft. Spannend ist dabei jedoch, welche Verbindung das Wandern zum Wintersport besitzt.

 

Woher kommt die Wanderlust?

Eine der wichtigsten Gründe zum Wandern ist der gesundheitliche Vorteil. Wer sich häufig bewegt, baut Muskeln auf und erhöht seine Ausdauer. Die Schweiz eignet sich hier besonders gut, da die Bergluft äusserst gesund ist. Gleichzeitig ist die Bergluft jedoch etwas dünner, weshalb die Lungen gleich ein Extratraining erhalten. Auch die Eingangsvoraussetzungen sind gering, da man praktisch nur ein festes Paar Schuhe braucht, um loswandern zu können. Interessant ist, dass Wandern häufig keine Einzelbeschäftigung mehr ist, sondern interessierte Menschen sich hier in Gruppen über das Internet verabreden. Dieses Interesse ist dabei gross, was nicht verwunderlich ist, wenn man bedenkt, dass es zahlreiche Wanderwege über das ganze Land verteilt gibt.  Spricht man also vom Wandern in der Schweiz, kann man von einer Art Volkssport sprechen. 

 

Wandern eignet sich ideal für Wintersportler

Wenn man von Volkssport redet, darf man die Wintersportarten nicht aussen vor lassen. Besonders in den kalten Monaten ist das Interesse hier gross. Spannend hierbei ist die Verbindung zum traditionellen Wandern. Viele Wanderwege sind in den Bergen gelegen oder können mit Seilbahnen erreicht werden. Dadurch sind Menschen in der Lage, Winterwanderungen vorzunehmen oder den Wandertag mit einer Sportart zu verbinden. Besonders beliebt sind hier natürlich das Skifahren und das Snowboarden, weshalb Schweizer auch international bei Sportereignissen wie der Winterolympiade ausgesprochen erfolgreich sind. Ein gutes Beispiel hier ist Sandro Viletta, der 2014 für die Schweiz Gold beim Kombinationsski holte. Auch vor kurzem bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea gab es fünfzehn Schweizer Medaillen-Gewinner in verschiedenen Sportarten. Betrachtet man die alpinen Skiweltmeisterschaften, ist die Schweiz auch seh erfolgreich und liegt nach Österreich im ewigen Medaillenspiegel auf dem zweiten Platz mit 191 Medaillen. Ein weiterer Grund für den Erfolg bei Wintersportereignissen liegt allerdings auch bei den Buchmachern. Immer mehr Menschen spielen aktiv bei Sportwetten mit, weshalb die Wahrnehmung grösser geworden ist und Menschen dazu ermutigt, sich nicht nur über ihre Lieblingssportarten zu informieren. Dieses gesteigerte Interesse kann dann dazu führen, dass Menschen diverse Sportarten auch selbst ausprobieren möchten. 

 


‚Oerlikon Swiss Cup final‘ – Flickr via Piero Annoni – Fotografo (CC BY-ND 2.0)

 

Diese Orte lohnen sich

Das Skigebiet Les Portes du Soleil liegt sowohl auf der französischen, als auch der Schweizer Seite. Mit über 600 Pistenkilometern auf einer Höhe von 2.460 Metern zählt die Region als eine der grössten Skiregionen der Welt. Hier gibt es auch ein grosses Familienangebot, was das Wintererlebnis für alle zugänglich macht. Viele Wanderwege und Pfade können Wanderfans hier wochenlang beschäftigen, weshalb die Region sich als ideale Wander-Wintersport-Kombination eignet. Auch mitten im Herzen der Schweizer Alpen gelegen findet sich in Andermatt-Sedrun eine weitere empfehlenswerte Region. Wer jedoch ganz hoch hinaus möchte, der kann in der Region Zermatt sein Wanderabenteuer auf den zahlreichen Pfaden beginnen und dann zum Skierlebnis mit der Seilbahn auf das Matterhorn fahren. Von dem 4.478 Meter hohen Berg hat man eine grossartige Panoramasicht auf weitere 38 Viertausender.

 

Nach dem Pilgern auf dem ViaJacobi im historischen «Relais» Station machen und in die Wohlfühl-Oase eintauchen: Willkommen im Romantik Hotel Bären in Dürrenroth.

Gerne darf man sich eine Genusspause mit allerlei feinen Köstlichkeiten aus der Küche, die Ruhe im blumigen Berner Bauerngarten und erholsame Nächte im heimeligen, stilvollen Zimmer oder einer der Wellness-Suiten gönnen. Auch ein idealer Ort für Wanderungen über die «Goldhügel» des Emmentals.  

Wanderbeschrieb

Auf einem Abschnitt des ViaJacobi, zwischen den sanft geschwungenen Hügeln des Emmentales, liegt der besonders geschichtsträchtige und romantische Landgastof Bären (+41 62 959 00 88). Eine Wohlfühl-Oase mit viel heimeliger Atmosphäre erwartet seine Gäste.

Der imposante Landgasthof Bären steht im beschaulichen Emmentaler Dorf Dürrenroth. Der Ort verdient die Bezeichnung «Kleinod ländlicher Baukultur». Nebst seiner im Jahre 1225 erstmals erwähnten Kirche erfreut sich der Ort vieler gut erhaltener historischer Bauten. Dazu gehören der Bären, das Pfarrhaus, die Kirche, die Post, der Kreuzstock und das zum Bären gehörende Kreuz. Sie stellen ein bemerkenswertes Ensemble von nationaler Bedeutung dar.  

 


Berner Bauerngarten beim Kreuz

 

Von der Taverne zum historischen Genuss- und Romantik Hotel

Der Bären entstand 1752 als Ersatz einer seit dem 16. Jahrhundert nachgewiesenen Taverne. Er umfasst drei Häuser: das gegenüberliegende Kreuz, samt Stock und Stallungen, welches ebenfalls ursprünglich eine Taverne aus dem 16. Jahrhundert war. Heute sind die Stallungen Teil des zum Bären gehörenden Gästehauses mit einzigartigen Zimmern und Suiten. Über dem Eingang des Restaurants weist ein, aus der Biedermeierzeit stammendes, schmiedeeisernes Wirtshausschild mit beachtlichem Aushänger die Gäste in gemütliche Räumlichkeiten. Einmalig für ein ländliches Wirtshaus ist der grosse Festsaal aus der Belle Epoque, der sich im Anbau befindet.  

 

 

Die beiden Gasthäuser Bären und Kreuz gehörten während der Postkutschenzeit bis zur Eröffnung der Eisenbahn 1908 zu einer bedeutenden Pferdewechselstation zwischen Luzern und Bern. Ein sogenanntes «Relais», wo Station gemacht wurde. Im Kreuzstock von 1820 konnten die Kutschen sogar ins Haus hineinfahren und im Trockenen umgeladen werden. Was in damaliger Zeit eine Besonderheit war. 

Alle Gebäude wurden in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege fachgerecht restauriert und komplett renoviert. Im Jahr 2000 durfte das Restaurant Bären den Titel «Historisches Restaurant des Jahres» tragen. Seit 2009 ist der Bären Mitglied von «Swiss Historic Hotels». 2017 wurde der Bären zur Siegerbeiz der SRF-Sendung «Mini Beiz, Dini Beiz» gekürt. Die Küche ist mit 13 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet.   

 

Jeder Gast ist herzlich willkommen

Vom Krawattenträger bis zum Büezer, vom Wanderer bis zum stilvoll tafelnden Freund des Genusses: Jeder Gast ist herzlich willkommen. Das Ziel der Gastgeber Chantal und Volker Beduhn und des Teams des Hauses ist es, die Tradition auf zeitgemässe Art weiterzuführen. 

 

«Es ist wohl nichts dümmer auf der Welt, als wenn man schlecht zu essen gibt und es besser geben könnte.»

Das Zitat aus Jeremias Gotthelf «Ueli der Pächter» ist Leitsatz und Ansporn für die Bären-Küche. Hier ist man mit der Region verbunden und weiss, dass das Gute oft so nahe liegt. Die ausgezeichnete Küche des Romantik Hotel Bären ist überregional bekannt und geschätzt. Küchenchef Torsten Bolz mit Team zaubert vielfältige Gaumenfreuden mit regionalen, saisonalen, frischen Zutaten und je einer Prise Kreativität und Moderne. Die viel gelobte Küche ist wichtiger Teil vom Dreiklang aus Gastlichkeit, Genuss und Geschichte.


Rotherstube

 

Ein Dreiklang: Gastlichkeit, Genuss und Geschichte

Nach der Wanderung kann man seinen Durst erst einmal im gemütlichen Lounge-Garten stillen und ankommen. Entspannung pur findet man in einer der sieben Suiten, wie beispielsweise der «Veranda-Suite» mit eigener Terrasse und Aussenliegemöglichkeiten, Sauna, Dampfdusche, Whirlwanne und Cheminée. Dann geht man zur Tafel in der gediegenen «Rotherstube» über und geniesst ausgiebig die mit 13 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnete Küche.

Oder man bevorzugt in der gemütlichen und geselligen Emmentaler-Stube seine Gaumenfreuden zu stillen. Warum seine Geister nicht mit einem Jass beleben? Auch für die romantische Zweisamkeit und private Momente ist gesorgt: Das lauschige «Schrybchämmerli» hat sicher schon einige Liebeserklärungen umrahmt. Schier endlose Möglichkeiten tun sich hier auf, um seinem Alltag dank der Wohlfühl-Oase entschwinden zu können.


Emmentaler-Gaststube für den gemütlichen Jass, ein Znüni, Zvieri, feines Mittag-, Abendessen, Schlummertrunk…

 


Prunkraum mit Kronleuchter, Kachelofen, Stuckaturen, altem Parkettboden für Feste mit Stil und Glanz – der Belle Epoque-Festsaal

 


Gewölbekeller aus dem 18. Jahrhundert mit ausgesuchtem Wein aus der Schweiz und Europa

 

 
Eck- oder Klassik-Zimmer: alle mit Spitzbogenfenstern, Holzdecken, einer heimeligen Atmosphäre und stilvoll modern eingerichtet

 


Sieben Suiten mit ganz besonderem Charme, viel Romantik, Wellnesseinrichtungen… Entspannen fällt hier besonders leicht  

 


Wellness-Suite «Dachgiebel» mit Sauna, Dampfbad mit integrierter Dusche, Whirlwanne, dampfendes Lichtspiel…. 

 

Schätze des Emmentals

Wie immer schon ging hier im Bären ein durchmischtes Publikum ein und aus. War vielleicht sogar schon Albert Bitzius hier zu Gast? Belegt ist, dass der berühmte Schriftsteller mit dem Pseudonym Jeremias Gotthelf, am 1. Januar 1831 von Bern ins Emmental, nach Lützelflüh «hoch zu Ross im Schneegestöber» über die Holzbrücke ritt. 1832 wurde er nach einem Noviziat bei Pfarrer Fasnacht zum Pfarrer von Lützelflüh gewählt. Er lebte bis 1854 im nur gerade mal 15km von Dürrenroth entfernten Dorf. Der fleissige und begnadete Schriftsteller schuf ab seinem 40. Altersjahr enorm viele weltberühmte Romane, Erzählungen und Kalendergeschichten. Seine Geschichten prägen noch heute das Bild des Emmentales mit seinen Bewohnern. Seine einzigartige Sprache ist ein besonderes Vermächtnis. Erinnerungen werden wach an verfilmte Zeitgeister wie «Ueli der Knecht», «Ueli der Pächter», «Die schwarze Spinne», «Geld und Geist». Es lohnt sich einen Abstecher ins Gotthelf-Museum zu unternehmen.

Auch durch die liebliche Hügellandschaft des Emmentales zu wandern hat seinen ausgesprochenen Reiz. Unzählige Wanderungen bieten sich rund um Dürrenroth an. Warum nicht einmal den Weg auf die «Lueg» für die Aussicht über die Goldhügel des Emmentales bis zur Jurakette, zu den Berner Alpen, zur Gantrischkette und den Fribourger Alpen unter die Füsse nehmen?

Wer noch weiter will, darf gerne: Dürrenroth liegt auf der ViaJacobi-Strecke zwischen Huttwil und Burgdorf.

Viele Wege führen hierher zum Bären. Wer einen davon geht und hier ankommt, darf sich die wunderbare Rast im Landgasthof Bären nicht entgehen lassen. Eine Perle im Emmental.

 

 

Romantik Hotel Bären Dürrenroth
Dorf
3465 Dürrenroth
  +41 62 959 00 88
  www.baeren-duerrenroth.ch
  

 

Wandervorschlag
  Emmental: Huttwil – Dürrenroth – Lueg – Burgdorf (Jakobsweg)

 

 

Bilder: Romantik Hotel Bären Dürrenroth
Text: WegWandern.ch (Claudia Ruf)

Das historische Grandhotel Giessbach gehört mit den tosenden, über vierzehn Felsstufen hinunterstürzenden Giessbachfällen zu den schönsten und kraftvollsten Stätten der Schweiz. Das Belle-Epoque-Märchenschloss, hoch über dem Brienzersee, ist ein einzigartiges kulturhistorisches Denkmal.

Wanderbeschrieb

Am Schönsten ist die Anreise über den Seeweg. Über die private Schiffsstation und mit der historischen, weitgehend im Originalzustand erhaltenen, ältesten Standseilbahn Europas geht es hinauf zum Märchenschloss. Hoch oben über dem Briezersee betritt man ein Hotel mit einzigartiger Geschichte. Das legendäre Grandhotel Giessbach (+41 33 952 25 25) in prachtvoller Lage bei den viel besungenen, silbern schäumenden Giessbachfällen mit Blick auf See und Berge, verbindet den Charme der Belle Epoque mit höchstem Komfort.


Grandhotel Giessbach hoch über dem Brienzersee

 


Grandhotel Giessbach mit der 1879 eröffneten ältesten Standseilbahn Europas

 

Die Geschichte

Entdecker des Giessbachs sind eine Anzahl Maler, die heute zur Gruppe der Schweizer Kleinmeister gehören. Der Weg zu den berühmten Giessbachfällen für die Gäste des aufkommenden Touristenstromes im 19. Jahrhundert wurde vom Pfarrer Daniel Wyss und dem Schullehrer Johann Kehrli (1774-1854) ermöglicht. 

Die beiden Brienzer legten eigenhändig einen Wanderweg an und stellten dann eine Sitzbank auf. Die weitere Entwicklung ist Kehrli zu verdanken. Nach der Sitzbank folgten ein einfaches Schutzhaus (1822), dann eine Gaststube und schliesslich das «Gasthaus Giessbach». 1855 wurde die Liegenschaft verkauft. Nach nochmaligem Besitzerwechsel ging diese schliesslich 1870 an die bekannte Hotelierfamilie Hauser über.

 

 

Es begann die grosse Blütezeit am Giessbach: Nach den Plänen des Architekten Horace Edouard Davinet (1839-1922) entstand ein Palast-Hotel «à la Louvre». 1875 eröffnete der Neubau seine Tore. Ein Grand Hotel erster Güte mit eigenem Gaswerk, einer Grosswäscherei, mehreren Badekabinetten, zahlreichen Wasserklosetts und einer gedeckten Wandelbahn im «foresto-rustico-Styl». Zur besseren Erschliessung eröff­neten die Gebrüder Hauser 1879 eine hoteleigene Standseilbahn für den Weg von der Schiffsstation zum Hotel.

1883 zerstörte ein Grossbrand die oberen Stockwerke des stolzen Baues. An die Stelle der Kuppeln traten Spitztürmchen und Fassadendekorationen im «Schweizer Holzstil». Bei der Wieder­eröffnung im Juli 1884 leuchteten im neuen Hotel Giessbach die ersten elektrischen Lampen.

Kurze Zeit vor dem 1. Weltkrieg verkaufte Hauser die gesamte Giessbach-Liegenschaft. Daraufhin wechselten die Besitzer mehrmals. Es folgte eine entbehrungsreiche Leidenszeit, in der das Hotel dahin serbelte. 

Zwei Weltkriege mit ihren verheerenden Folgen für die Schweizer Hotellerie, sowie ein verändertes Tourismusverständnis liessen Glanz und Ruhm des Giessbach verblassen. Nach jahrelangem Niedergang schloss das Hotel 1979 seine Tore. Es drohte der Abriss und ein Neubau in Form eines Jumbo-Chalets.

 

 

«Giessbach dem Schweizervolk»

Eine Arbeitsgruppe unter der Federführung des Berner Burgerratspräsidenten Rudolf von Fischer setzte sich für die Erhaltung des traditio­nellen Hotelbaus mit seiner einmaligen Parkanlage ein und fand in letzter Minute den bekannten Umweltschützer Franz Weber.

Dank dem unermüdlichen Einsatz Franz Webers und der von ihm gegründeten «Stiftung Giessbach dem Schweizervolk», mit dem Ziel die Giessbach-Liegenschaft käuflich zu erwerben und unter Denkmalschutz zu stellen, begann die beispiellose Rettungskampagne.

Seine Idee: den Giessbach dem Schweizervolk zu «schenken» und ihn dadurch für alle Zeiten unversehrt zu erhalten. Die Idee fand in der Bevölkerung begeisterte Zustimmung. Mit einer gesamtschweizerischen Sammelaktion konnten CHF 2 Millionen Spenden eingenommen werden. Der Kanton Bern und die Gemeinde Brienz steuerten je eine halbe Million Schweizer Franken bei. 

Franz Weber: «[…] Jeder neue Gast kehrt wieder. Kehrt wieder und wieder und noch und noch zurück in den Giessbach. Und kehrt kulturbewusster nach Hause zurück. Der Giessbach hat es ihm angetan. Die Botschaft, dass ohne Kultur und Schönheit das Leben am wahren Leben vorbeigeht, dass Schönheit und Kultur zu den unerlässlichen Eckpfeilern des Lebens gehören.»

 

Im neuen Glanz

1983 erwarb die Stiftung den Giessbachbesitz, und im folgenden Jahr konnte die Wiedereröffnung, des mit Hilfe der Denkmalpflege restaurierten Hotels, gefeiert werden. Seither wurde auch die Standseilbahn renoviert. Stück für Stück wurde in den Wintermonaten das ehrwürdige Grandhotel saniert und restauriert. Die letzte grosse Bau-Etappe wurde im Winter 1989/90 abgeschlossen.

2004 erhielt das Grandhotel Giessbach von Icomos den verdienten Titel «Histo­risches Hotel des Jahres».

 

Heute wie damals

Nirgends kommt die fantastische und atemberaubende Architektur des Giessbach so deutlich zum Vorschein wie in der legendären und prächtigen Lobby: Treffpunkt, Panorama und Bühne zugleich. Den Salon Davinet schmücken heute Bilder des 19. Jahrhunderts aus dem Besitz des Kunstmuseums Bern. Monumental insbesondere ist das grossartige Giron-Gemälde «Schwingfest in den Alpen» im Salon Giron. Der Ballsaal Belle Epoque ist bis heute Schauplatz für Tanzbälle, Hochzeiten und andere grosse Feste.

 

Auch für kulinarische Highlights ist gesorgt: Im Restaurant «Le Tapis Rouge» schlemmt man feinste Fisch- und Fleischgerichte. Auf der kulinarischen Weltreise fehlt die vegane und vegetarische Küche nicht. Das Motto: Immer neu, immer frisch, individuell, kreativ und von erster Qualität. 

Auf der Terrasse des Parkrestaurants, mit dem berühmten grandiosen Blick auf den Brienzersee und in die Alpen, lohnt es sich, eine Rast einzulegen: Hier wird man mit kleinen und grossen, süssen und salzigen Köstlichkeiten verwöhnt und lauscht dem Rauschen der Giessbachwasserfälle.

Und dann wäre noch das «Parkrestaurant Les Cascades». Mit atemberaubendem Blick auf die Giessbachfälle sitzt man in liebevoll eingerichteten Nischen mit warmem, reichhaltigen Dekor. Bei der Produktewahl wird besonderen Wert auf Regionalität und Qualität gelegt.

 

Herrliche Nachtruhe

In den Zimmern, teils mit original-restauriertem Mobiliar aus der Jahrhundertwende, taucht man ein in eine Welt einzigartiger Pracht und eleganter Kultiviertheit. Jedes Zimmer besitzt seinen eigenen, ganz individuellen Charme. Dies auch dank den einzigartigen Möbelstücken. Aus aller Welt werden von Giessbach-Liebhabern Möbel gespendet, daher ist jedes Möbelstück ein wahres Unikat.   

 

Giessbachwasserfälle

In machtvoll weissen Kaskaden donnert der Giessbach 400 Meter in die Tiefe, über 14 Stufen am Märchenschloss vorbei. Diverse Wege führen dem Wasserfall entlang und mit der Giessbachbahn lässt er sich gemütlich von oben bestaunen. Nachts wird das Naturspektakel effektvoll inszeniert. Während die Fälle im Herbst in prächtigen Farben eingebettet sind, lassen Schneeschmelze und Regen im Frühling den Bach zu einem eindrucksvollen Spektakel anschwellen. An heissen Sommertagen sorgt das Naturschwimmbad, gespiesen vom Quellwasser des Giessbachfalles für Abkühlung; gänzlich frei von jeglichen künstlichen Zusätzen. 

Ein magischer Ort!

 

Grandhotel Giessbach
Giessbach
3855 Brienz
  +41 33 952 25 25
  www.giessbach.ch
  

 

Wandervorschlag
  Briezersee: Iseltwald – Giessbachfälle – Giessbach

 

 

Bilder: Grandhotel Giessbach
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Hoch über dem Lago di Lugano im Tessin gibt es sie: die Wohlfühlinsel. Die Villa Carona ist ein wertvolles Kleinod. Hier lässt es sich wunderbar im Dolce Vita nach interessanten und vielseitigen Wanderungen erholen. Und man darf sich auf historische Spuren begeben. 

 

Wanderbeschrieb

Paradiesisch ist es zwischen Glyzinien, Sternmagnolien, Rosen, Kamelien, Flieder, Hortensien – es blüht wohl immer etwas im Tessiner Klima. Hier ein Tischchen, dort eine bequeme, beschattete Sonnenliege. Eine sanfte Brise weht. Das leichte Rascheln der zitternden Fächerpalme verflüchtigt. Ein Gläschen kühler Prosecco. Ein warmes und sanftes Licht umgibt einen. Aussichten tun sich auf. Dolce Vita im mediterranen Klima macht sich breit. Hier, im lauschigen Garten der Villa Carona (+41 91 649 70 55), hoch über dem Luganersee, findet wohl jeder sein Lieblingsörtchen. 


In einem mediterranen Paradies – ein idealer Rückzugsort für Ruhesuchende und Geniesser

 

Romantisch, beseelt, historisch

Die Villa Carona strahlt Idylle und Gemütlichkeit aus. Die familiäre Atmosphäre garantiert viel Erholung und Entspannung. Das Dreisterne-Hotel liegt am südlichen Dorfrand eines bedeutenden Künstlerdorfes. Einige historisch wertvolle Häuser zieren das beschauliche Dorf Carona. Es beherbergte schon früh bedeutende Künstlerfamilien, darunter bekannte Caroneser Namen wie Scala, Petrini, Solari und Casella, die zum Beispiel den Kreml, den Mailänder Dom und weitere weltberühmte Kunstdenkmäler entscheidend mitgeprägt haben. Aber auch spätere Grössen wie Hermann Hesse, die Familie Wenger, Meret Oppenheim, Lisa Tetzner, Bertold Brecht uvm. hinterliessen in Carona ihre Spuren. Carona wird auch das «Dorf der Künstler» genannt. 


Ein grosser Garten mit vielen lauschigen Plätzen. Blick auf den Monte Generoso

 


Sobald die Sonne scheint, geniesst man das Frühstück gerne im Garten

 

Historischer Glanz und Behaglichkeit

Die 18 Gästezimmer zeigen ihren historischen Glanz auch dank freigelegter Deckenfresken, Stuckaturen und durch eine geschickte Kombination von antiken Möbeln und modernem Komfort. Die Zweisamkeit kommt nicht zu kurz, denn in keinem der Gästezimmer wird man von einem allerwelts Fernsehsender gestört – man sucht den Fernseher im Zimmer vergeblich. Lieber hört man dem Zirpen der Heuschrecken im nahen Wald und dem leisen Plätschern des Brunnens im Garten vor der Villa zu oder liest ein Buch von den grossen Geistern, die Carona beseelt haben, wie Thomas Mann, Bertold Brecht, Hermann Hesse uvm. 

 

 

Wie geschichtsträchtig dieses typische Tessiner Patrizierhaus ist, zeigt sich auch in all den Details, für die man sich Zeit nehmen muss. Einige Entdeckungen warten auf; wie liebevoll arrangierte Bilder, die passend ausgesuchten Möbel als Zeitzeugen der Epochen, die originalen Decken- und Wandmalereien oder der alte Eiswagen, der auch Passanten dazu anregt, sich ein Gelato zu gönnen. Man staunt und geniesst in diesem über 200 Jahre alten historischen Patrizierhaus. 

 

 

 

Tafeln in urgemütlichen Räumen oder unter Weintrauben

Im hauseigenen Restaurant werden typische Tessiner Spezialitäten mit viel Sorgfalt, Frische und von höchster Qualität serviert. Leichte Köstlichkeiten und auch herrliche Fleischspezialitäten werden gekonnt und liebevoll den Hotel- und zahlreichen externen Gästen à la carte zubereitet.

Das Innere des Lokals wirkt sehr heimelig. Ein typischer Tessiner Kamin, die Holzdecke, Kerzenlicht, hier ein Kissen, dort ein Licht, all dies strahlt gepflegte Wärme und ungezwungene Gemütlichkeit aus. Ein gelungener Speiseraum, fast wie ein Tessiner Grotto.

Der idyllische Garten steht für das Mittag- oder Abendessen ebenso zur Verfügung. Wie herrlich, wenn man seinen Apéro draussen einnimmt und dann auf eine der zwei Terrassen wechselt, die auf verschiedenen Ebenen liegen. Auf der Sonnenterrasse bekommen die Gäste den faszinierenden Bergblick zum Essen dazu. Herrlich auch, unter der Pergola zu tafeln. «La Sosta» (= Rast) – ein Restaurant, das inmitten eines romantischen Gartens liegt, kann nur so heissen.

 

Mit viel Herzblut und Sachverstand

Einst, etwa 1781, wurde das typische Tessiner Patrizierhaus von der reichen Unternehmerfamilie Andreoli aus Mailand als Sommerresidenz erbaut und diente fast 100 Jahre lang für die Familie als Rückzugsort vor der grossen Hitze in Mailand. Um 1850 wurde das Haus durch eine Heirat in die Scala-Dynastie zweigeteilt, und dabei wurde der grosse Garten neugestaltet, wie er auch heute noch besteht. Der letzte Bewohner der Scala-Familie war als Eisenbahningenieur in der ganzen Welt unterwegs und verbrachte Zeit in Carona, wenn er nicht im Ausland war. Nach seinem Tod blieb die Villa einige Jahre unbewohnt, bis 1951 ein erster Hotelbetrieb eingerichtet wurde. Weitere Umbauten wurden 1969 und 1995 vorgenommen und dabei historische Räume weitgehend unangetastet gelassen, der Garten weiterhin gepflegt.

Im Jahr 2005 wurde die Liegenschaft von Cornelia und Jörg Deubner-Marty übernommen. Die Eigentümerfamilie legt viel Wert auf den Erhalt der historischen Substanz und deren Feinheiten. So erneuerte sie die Villa mit viel Herzblut und Sachverstand. Zahlreiche historische Böden wurden freigelegt, illusionistische Malereien an Decken und Wänden, Fresken wieder sichtbar gemacht, im Aufenthaltsraum wurden der schachbrettartige rot-schwarze Plattenboden und die Blumenmotive an der Decke sorgfältig freigelegt und restauriert. 

Die Villa hat persönlichen Charakter und ihren eigenen Stil. Sie ist ein Kleinod. Sie wird mit viel Leidenschaft und Verbundenheit geführt. Das Haus strahlt eine Art «innere Ruhe» aus und ist urgemütlich. Ein idealer Rückzugsort zum Wohlfühlen. 

 

Jeder Weg hat seine Vorzüge 

Warum sich nicht auch auf spannende und ebenso erquickliche und bildende Wege begeben? Die Villa Carona ist ein idealer Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen. Welche Richtung man auch wählt, die Wege haben alle ihren Charme, auf dem Weg Naturschönheiten und tolle Aussichten. Auch nebst Geschichte und Kunst gibt es viel zu entdecken. Unzählige Wege führen über die Ceresio-Halbinsel. Wanderungen auf dem Collina d’Oro, in der Talmulde zwischen dem San Salvatore und Arbostora, rund um Carona, durch die Kastanienwälder, auf die Alpe Vicania, nach Morcote und auch an einigen bedeutenden Orten vorbei, an denen Hesse weilte. Einige Plätze, wie beispielsweise die Chiesa Santa Marta, wo Hesse seiner zukünftigen Frau schrieb, liegen nur wenige hundert Meter entfernt.

Der Weg der 6 Kirchen von Carona lockt. Denn die berühmten Maler, Stuckateure und Meister der Steinmetzkunst des Dorfes widmeten sich während der Winterzeit der Ausschmückung ihrer Kirchen und Wohnhäuser. Das Künstlerdorf darf nicht unentdeckt bleiben. Hier stehen auch, der von Hesse beschriebene, Torbogen unter dem Kirchturm von San Giorgio und das von ihm so genannte «Papageienhaus» mit seinem «blauen Stern» der Familie Wenger. Auch die Casa Pantrovà von Lisa Tetzner und Kurt Kläber ist hier zu finden.

 

 

Parco San Grato und eine der schönsten Badeorte Europas

Wie wäre es denn, nach einer interessanten Wanderung seine Eindrücke im Hot Pot mit Aussicht und einem Fläschchen Tessiner Weisswein in der Villa Carona abzuschliessen?

Wer lieber schwimmen möchte, kann dies im Naturschwimmbecken von Carona, nur ein paar Gehminuten entfernt, umgeben von Natur und Grün.

Noch mehr Blütenpracht findet man im nahe gelegenen Parco San Grato. Ein wertvoller Botanischer Garten mit paradiesischem Charakter und einer einmaligen Artenvielfalt. Ein umfangreicher Bestand von Azaleen, Rhododendren, Nadelbäumen und eindrucksvolle Aussichten mit lauschigen Ecken verführen zum Verweilen.  

Vielleicht versteht man gerade hier diesen Satz von Hermann Hesse (aus «Klingsors letzter Sommer»): «Der Nachmittag ging hin wie im Paradies».

 

 

Romantik Hotel Villa Carona
Piazza Noseed
6914 Carona-Lugano (TI)
  +41 91 649 70 55
  www.villacarona.ch
  

 

Wandervorschläge
  Lugano-Paradiso – San Salvatore – Carona
  Carona – Alpe Vicania – Vico Morcote – Morcote

 

 

Bilder: Romantik Hotel Villa Carona
Text: Claudia Ruf (WegWandern.ch)

Ja, es gibt sie noch, die wohltuenden Zeitinseln. In manchen historischen Berghotels wähnt man sich in einer anderen Zeit. Weit weg vom Trubel der Neuzeit sind sie oft nur zu Fuss erreichbar, thronen auf Gipfeln oder einsamen Alpen und liegen an bedeutenden Säumerwegen.

Zur Sommerserie

Jede Woche findest Du hier ab 20. Mai bis zum 31. August ein historisches Berghotel vorgestellt, mit einem Wanderbeschrieb dazu. Schau immer mal rein!

Wer beim Wettbewerb mitmacht, kann mit etwas Glück, Übernachtungen in ehrwürdigen Berghotels gewinnen.

17 Wanderungen zu historischen Berghotels führen auf eine erlebnisreiche Zeitreise und in die schönsten Bergregionen der Schweiz. Oben angekommen wird auf Schritt und Tritt über knorrige Böden Geschichte spürbar zum Erlebnis. Man wird beispielsweise entführt in den Glanz der Belle-Epoche, als die Gutbetuchten sich in den Sänften auf die Berge hochtragen liessen. In den Zimmern die Waschschüssel mit der Kanne, die Wände zierenden Trompe-l’Oeil-Tapeten – alles original erhalten. Historische Berghotels erleben ein Revival. Sie sind keineswegs verstaubt sondern wurden liebevoll restauriert und bieten den Komfort der Neuzeit.

 

 

Der Weg lohnt sich: Wo geniesst man ein Alpen-Wellness im Lärchen-Hot-Pot mit serviertem Apero inmitten herrlicher Bergkulisse und hört den «Betruef» dazu? Bei wem gibt es ohne Elektrizität im Haus ein köstliches Dinner mit romantischem Kerzenschein? Wo kann man heute in einer stylischen Suite mit integrierter Sauna, Whirlpool und Kamin übernachten, wenn das Haus schon über 200 Jahre alt ist?

In der Sommerserie werden die Geschichte und die Geschichten über 17 ausgewählte Berghotels in Zusammenhang mit den Anfängen des Alpinismus, des Tourismus, des öffentlichen Verkehrs und der Hotellerie der Schweiz erzählt.

Eine Spurensuche zu kulturhistorischen Zeitzeugen, zu den Juwelen aus der Pionierzeit. Quer durch die Schweiz vom Grimsel Hospiz, eines der spektakulärsten Berghotels, zum Berghotel Faulhorn im Berner Oberland, wo man in Zimmern mit original Biedermeier-Betten aus der Gründerzeit schläft, bis zum Sommer-Alpenpalast Grand Hotel Glacier du Rhône im Wallis, der jährlich auf’s Neue aus der winterlichen Eiszeit wach geküsst wird.

 

Wlan, Handyempfang, Fernseher? Fehlanzeige! Im historischen, ehrwürdigen Hotel Rosenlaui im Haslital geniesst man den Luxus offline zu sein. Man wähnt sich in einer anderen Zeit: Der Belle-Epoque. Inmitten der grandiosen Bergwelt mit Gletschern, bei der berühmten Rosenlauischlucht, findet man eine wohltuende Zeitinsel.

Wanderbeschrieb

Wie wunderbar und wunderlich erscheint doch das Hotel Rosenlaui (+41 33 971 29 12), nach einer langen, oder auch kurzen, Wanderung. Man tritt über die Türschwelle und kommt in einem Juwel an, so kostbar erscheint es, dass man eigentlich nie mehr weg möchte. Im Salon beim Nachmittagstee, inmitten von wunderschönen alten Möbeln aus den Jahren 1861 und 1905, mit Bibliothek, geniesst man noch die Zeit zum Lesen, zum Reden und zum Sein.


Von den Zimmern hört man das Rauschen des Baches und geniesst den Blick in die Bergwelt

 

Die Hotelzimmer sind alle gegen Berge und Bach gerichtet, man hört das Rauschen des Wassers und geniesst die atemberaubende Aussicht auf das kleine Wellhorn, Dossenhorn und die Engelhörner mit den bizarren Zacken. In der Ferne, und doch nur ein paar wenige Gehminuten entfernt, hört man das Gurgeln der Gletschertöpfe aus der Gletscherschlucht Rosenlaui. Sie ist einen Besuch wert. Auf einem gut gesicherten Weg wandert man vorbei an wuchtigen Wasserfällen, romantischen Grotten und bizarren Felsschliffen. Ständig ist die unbändige Energie des Gletscherwassers spürbar: Mal wirbelt es um einen Gletschertopf, mal fällt es über eine Felsstufe, zwängt sich durch einen Engpass, schäumt, sprudelt, gurgelt. Gewaltig, atemberaubend, erfrischend.

 

 

Ein Paradies für Wanderer. So kann man neben dem Besuch der Rosenlauischlucht eventuell auch den Aufstieg zur Dossenhütte (T4 – Alpinwandern) oder zur Engelhornhütte (T3 – anspruchsvolles Bergwandern) wagen. Oder einfach mal zur Grossen Scheidegg hinauf wandern.


Engelhörner

 


Jedes Zimmer ein Unikat

 

Die Anfänge

1771 entdeckte der Senn Andreas von Bergen zufällig beim Arbeiten die Schwefelquelle. Überzeugt von der Heilkraft des Wassers dachte er sofort an seine kranke Frau, die an offenen Beinen litt. Durch regelmässiges Baden in der Quelle erhoffte er die Heilung seiner Frau. Kurz darauf entschloss sich der geschäftstüchtige Senn, die Rosenlaui-Alp zu kaufen. 1773 baute er eine einfache Badehütte mit Unterkunft. Alsbald sprach es sich herum, und Glieder- und Magenkranke kamen aus dem ganzen Land ins Rosenlaui.

 

Goethe, Nietsche, Tolstoi

Ende des 18. Jahrhunderts wurde, infolge Berichten von Reiseschriftstellern, der Übergang von der Kleinen zur Grossen Scheidegg so bekannt, dass man nun auch den Rosenlauigletscher besuchte. So wanderte auch Johann Wolfgang von Goethe 1779 von Grindelwald über die Rosenlaui auf die Grosse Scheidegg bis nach Guttannen. In einem Brief hielt er fest: «[…] Der Weg ins Haslital ist der angenehmste, den man gehen kann […] Der erste Blick vom Berg herab in das Hasliland ist frappierend – die Gegend ist erstaunlich weit und angenehm.»

Mit den Anfängen des Alpinismus und Erstbesteigungen vieler Viertausender im 19. Jahrhundert veränderte sich die Haltung gegenüber der früher furchteinflössenden Bergwelt. Immer mehr Menschen zog es hinaus in die Natur, hinauf in die Berge.

1862 wurden alle drei Rosenlaui-Kuranlagen Opfer eines verheerenden Brandes. In der Folge wurde ein neues Gasthaus gebaut, welches bis heute Hotelgäste beherbergt. 1904, in den goldenen Jahren, kam der prächtige Jugendstilbau hinzu und wurde damit ein richtiges mondänes Kurhotel mit Badehaus und Tennisplatz. Die Oberschicht mit Dienerschaft liess sich nun mit der Sänfte hinauftragen. Mit damals 160 Betten war das Rosenlaui das grösste Hotel im Oberhasli.

1903 sorgte der Tourismuspionier Kaspar Brog mit der Erschliessung der nahen Gletscherschlucht Rosenlaui für eine weitere Attraktion. Mit dem Bau von Eisenbahnstrecken, vorallem der Brünigbahn, kamen immer mehr Touristen. 1912 verschüttete zwar ein Erdrutsch die Schwefelquelle und setzte dem Badebetrieb ein Ende, aber nicht dem Erfolg. Erst mit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise und dem Ersten Weltkrieg geriet das Tal in Vergessenheit.


Salon

 

 

Aus dem Dornröschenschlaf

1960 kaufte Ernst Kehrli das Hotel und erweckte es zu neuem Leben. Heute führt sein Sohn Andreas zusammen mit seiner Frau Christine das Haus mit viel Liebe zum Detail. Jedes der 25 Zimmer ist ein Original. Auf Schritt und Tritt über knorrige Böden, wo einst die Oberschicht wandelte, wird Geschichte spürbar zum Erlebnis: In den Zimmern die Waschschüssel mit der Kanne, der Chaise longues, die Wände zierenden Trompe-l’Oeil-Tapeten – alles original erhalten. Ein eigenes Bad mit Dusche? Nein. Im Hotel Rosenlaui gibt es diesen vermeintlichen Luxus nicht, dafür Entschleunigung und vorallem den absoluten Luxus in unserer heutigen Zeit: Ruhe. 

 

 

 

 

 

 

Hotel Rosenlaui
Andreas & Christine Kehrli
3860 Rosenlaui
  +41 33 971 29 12
  www.rosenlaui.ch
  

 

Wandervorschläge
  Rosenlaui Gletscherschlucht – Schwarzwaldalp – Grosse Scheidegg
  Rosenlaui – Dossenhütte – Innertkirchen
  Gletscherschlucht Rosenlaui – Engelhornhütte – Chaltenbrunnen

 

 

Bilder: Hotel Rosenlaui (Ernst & Christine Kehrli)
Text: WegWandern.ch (Yvonne Zürrer)

Typische Schmerzen beim Wandern und wie sie vermieden werden

Das Wandern durch die Alpen ist ohne Zweifel eine der schönsten Freizeitmöglichkeiten, die es in der Schweiz gibt. Von malerischen Tälern über verschneite Berge gibt es schier unendlich viel zu entdecken. Doch nicht immer endet die Wanderung mit glücklichen Gesichtern. Typische Schmerzen kehren bei vielen Menschen immer wieder – sie müssen es jedoch nicht. Wie sie vermieden werden können, erklären wir hier.


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Blasen, Knie- und Gelenkschmerzen effektiv vermeiden

Auf Wanderungen sind kleine Probleme an der Tagesordnung. Während bei einem die Füsse vom langen Tag schmerzen, sind es bei anderen die Knie oder Gelenke. Viele sind sich nicht bewusst, dass diese Schmerzen mit teils einfachen Tricks vermieden werden können. Somit wird der sonntägliche Trip durch die Schweizer Natur mit der Familie noch einmal schöner. Eine der immer wiederkehrenden Problematiken beim Wandern sind Blasen an den Füssen. Auch wenn sie nicht unbedingt als «Verletzung» bezeichnet werden können, sind sie oft doch schmerzhaft oder zumindest sehr unangenehm. Oftmals hängt die Blasenbildung mit den Schuhen zusammen, die von der jeweiligen Person getragen werden. Wer sich beispielsweise kurz vor einer langen Wanderung neue Schuhe kauft, um vermeintlich gut vorbereitet zu sein, ist fast mit Sicherheit von den lästigen Blasen betroffen. Die genutzten Schuhe müssen bereits eingelaufen sein und passende Socken sowie gute Platzbedingungen vorfinden. Zudem ist nicht jeder Wanderschuh für jeden Wanderweg geeignet. Die nötigen Informationen zur Route sollten vorab gesammelt werden, sodass man nicht von extremer Steigung überrascht wird. Wenn es trotz aller guten Vorbereitung trotzdem zu einer Blasenbildung kommt, ist es am besten, direkt ein Pflaster über die Stelle zu kleben, um weitere Irritationen durch die Verbindung zwischen Fuss und Schuh zu vermeiden.

Ebenfalls ganz oben mit dabei auf der Liste der meistverbreitetsten Schmerzen beim Wandern sind jene in den Knien und Gelenken. Durch die hohe und andauernde Belastung kann es vor allem beim Bergaufwandern zu Schmerzen kommen. Es handelt sich um ein im klassischen Ausdauersport weit verbreitetes Phänomen, das zum Beispiel auch bei Marathonläufern häufig auftritt. In der Sommersaison lässt sich dies bei den entsprechenden Übertragungen oder live vor Ort sehr gut beobachten, etwa beim London Marathon, in dem Eliud Kipchoge der grosse Favorit ist. Seine Quote von 1,57 (Stand 19. April 2018) ist von der Konkurrenz unerreicht. Doch vor allem jene Läufer auf den hinteren Plätzen werden oft zu kämpfen haben. Wer sich zu früh zu viel zumutet, riskiert zudem nicht nur Probleme an den Knien und Gelenken, sondern auch schmerzvolle Sehnenentzündungen. Methoden zur Vermeidung gibt es einige: gründliches Stretchen davor und danach, gute Schuhe, ein auf die Wanderung ausgelegter Trainingsplan und ausreichende Pausen bei aufkommender Müdigkeit

 


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Keine Chance für Dehydrierung und Wunden

Bei besonders langen Wegen kann eine Dehydrierung schneller eintreten, als es viele selbst glauben. Da der Körper zu rund 60% auf Wasser besteht, ist es wichtig, den Wasserhaushalt stets im Blick zu halten. Ausreichend Wasser im Gepäck muss somit Teil einer jeder Wanderung sein, egal ob es Sommer oder Winter ist. Dass ein Mangel bei hohen Temperaturen im Sommer eher auftritt, ist klar. Das Wasser hilft dem eigenen Kreislauf und kann sogar Erschöpfung verhindern. Experten ermittelten 0,25 Liter pro Kilometer als die perfekte Menge zum Verzehr. Sollte es trotz allem zu einer Dehydrierung kommen, sind vor allem salzhaltige Snacks eine gute Wahl. Diese bringen nötige Elektrolyte zurück in den Körper. Wenn es sich vermeiden lässt, sollten die Wanderungen nicht um die Mittagszeit stattfinden. Vielleicht ist auch eine längere Pause, bevorzugt im Schatten, dann gut einlegbar.

Wanderungen haben an sich, dass sie meist durch ein Terrain führen, dass keine grosse Rücksicht auf diejenigen nimmt, die sich für eben diesen Weg entschieden haben. Das kann zu Schnittwunden oder Kratzern an Armen, Beinen oder gar dem Nacken führen. Während dornengespickte Büsche noch ein Hindernis mit Ausweichmöglichkeit darstellen, sind Stürze auf regennassen Steinen oder Blättern oftmals nicht zu vermeiden. Die einfachste und logischste Art, Wunden an der Haut zu vermeiden, ist die Konzentration auf die Umgebung. Selbst wenn die Gespräche mit den Freunden besonders anregend sind, sollte man dafür keinen Arztbesuch in Kauf nehmen. Das gilt insbesondere, wenn es von den halbwegs befestigten Wegen in die Wildnis geht. Ein gutes Profil bei den Schuhsohlen hilft ebenso bei der Reduzierung des Verletzungsrisikos. Zusätzlich bietet es sich an, auf längere Wanderungen einen Erste-Hilfe-Koffer mitzunehmen, der im Fall der Fälle das Nötigste bietet, etwa Bandagen und antibakterielles Spray.

Mit dem Befolgen dieser Tipps und Tricks wird die nächste Wanderung mit Sicherheit zum Erfolg. Schmerzen kommen zwar vor, sind aber meist vermeidbar, wenn man weiss, wie.

 

Schönes Wetter liess Unfallzahlen 2017 ansteigen. 2017 verunfallten deutlich mehr Versicherte der Suva beim Wandern, Spazieren oder auf dem Motorrad und Velo. Grund dafür war das aussergewöhnlich warme Wetter. Insgesamt ereigneten sich 465 000 Unfälle und Berufskrankheiten während Beruf und Freizeit.

 

Im 2017 meldeten die Versicherten der Suva über 465 000 Unfälle. Das ist 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei blieb die Zahl der Berufsunfälle im Vergleich zum Vorjahr stabil, obwohl die Anzahl der Beschäftigten in der Schweiz gemäss Bundesamt für Statistik um knapp 1 Prozent zugenommen hat. Die Zahl der Nichtberufsunfälle ist hingegen um 1,9 Prozent gestiegen. Diese war im Vorjahr noch leicht rückläufig.

 20172016Differenz
Total Unfälle und Berufskrankheiten465 701461 010+ 1,0 %
- davon Berufsunfälle und Berufskrankheiten177 973178 282- 0,2 %
- davon Nichtberufsunfälle268 934263 987+ 1,9 %
- davon Unfälle und Berufskrankheiten in der freiwilligen Unternehmerversicherung11391094+ 4,1 %
- davon Unfälle und Berufskrankheiten in der Unfallversicherung für Arbeitslose17 65517 6470,0 %

 

Hitzewelle sorgte für mehr Unfälle

Deutlich mehr Nichtberufsunfälle als im Vorjahr verzeichnete die Suva bei ihren Versicherten vor allem in den Monaten Januar und Juni 2017. Gemäss MeteoSchweiz brachte das Jahr 2017 der Schweiz den drittwärmsten Frühling und den drittwärmsten Sommer seit Messbeginn 1864. Insbesondere im Juni gab es eine Hitzewelle, wie sie für diesen Monat atypisch ist. Ein weiterer Wärmeschub verzeichnete der Oktober. «Demenentsprechend waren die Menschen länger im Freien aktiv, was zu mehr Unfällen geführt hat», sagt Peter Andermatt, Statistiker der Suva.

Bei den Freizeitaktivitäten haben vor allem die Unfälle beim Wandern und Spazieren (+ 16,5 Prozent) sowie mit dem Motorrad (+ 4,8 Prozent) und Fahrrad (+ 3,6 Prozent) zu Buche geschlagen. In den aussergewöhnlich warmen Monaten Juni und Oktober meldeten die Versicherten denn auch bei allen drei Freizeitaktivitäten deutlich mehr Unfälle als im Vorjahr. Die Wander- und Spazierunfälle stiegen in den Monaten Januar und Juni gegenüber dem Vorjahr gar um die Hälfte an. Insgesamt registrierte die Suva über 21 500 Unfälle beim Wandern und Spazieren.

 

Junge verunfallen weniger in der Freizeit

Die stärkste Zunahme aller Freizeitunfälle verzeichneten mit 8 Prozent die 55- bis 64-Jährigen. «Offenbar zieht es die Menschen dieser Altersgruppe bei schönem Wetter häufiger nach draussen als jüngere Menschen», sagt Statistiker Andermatt. Denn die starke Zunahme an Unfällen in dieser Altersgruppe könne nicht nur damit erklärt werden, dass es in dieser Altersklasse wegen den geburtenstarken Jahrgängen zunehmend mehr Versicherte gebe. Die 35- bis 44-Jährigen notieren eine Zunahme von 3,6 Prozent bei den Freizeitunfällen. Bei den bis 24-Jährigen haben die Freizeitunfälle gar um 2,7 Prozent abgenommen.

Die Suva versichert rund zwei Drittel aller Arbeitnehmenden in der Schweiz gegen die Folgen von Berufs- und Nichtberufsunfällen sowie Berufskrankheiten.

 

 

Wetter & Wolken 

 Verhalten bei Gewitter

 SAC-Schwierigkeits-Skalen

 

Die 10 schönsten Winterwanderungen – Der Winter lockt und bevor der Schnee von gestern ist: Raus in den Winterzauber und auf die schönsten Winterwanderwege!

 

1. Faulhorn

schwer  |  4.40 h  |  ↔ 10 km  |   ↑ 587   |   ↓ 961 m

Ok, es wird einem nichts geschenkt. Dafür ist diese Winterwanderung eine Tour der Superlative. Von der Bergstation First auf das Faulhorn. Dann geht’s rasant hinunter auf dem längsten Schlittenweg von Europa nach Grindelwald – dem Big Pintenfritz. Oder man wandert weiter bis zur Bussalp hinab. Im Blick: Eiger, Mönch und Jungfrau.

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Auf der längsten Schlittelbahn Europas vom Faulhorn hinunter heisst es lenken und vorallem auch bremsen

 

 

2. Stoos Fronalpstock

leicht   |   1.15 h   |   ↔ 4 km   |    ↑ 127 m   ↓ 127 m

Grandiose Winterwanderung auf dem Stoos und Fronalpstock. Der Rundweg auf dem Fronalpstock bietet eine atemberaubende 360°-Aussicht auf viele Alpengipfel und zahlreiche Schweizer Seen.

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Herrlich auf dem Fronalpstock – 360°-Aussicht!

 

 

3. Muottas Muragl – Philosophenweg

mittel   |   3 h   |   ↔ 6.9 km   |    ↑ 419 m   ↓ 419 m

Tolle Winterwanderung von Muottas Muragl auf dem Philosophenweg mit einzigartigen Weitsichten ins Berninamassiv und Tiefblicken auf die Engadiner Seenplatte – einer der schönsten Winterwanderwege der Schweiz. Zum Schluss kann man sich eine Talfahrt auf der rasantesten Schlittelbahn des Engadins gönnen.

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Der rasanteste Schlittelweg des Engadins

 

 

4. Zermatt – Findeln – Sunnegga

schwer   |   3.15 h   |   ↔ 6.5 km   |    ↑ 709 m   ↓ 27 m

Anstrengende aber lohnende Winterwanderung von Zermatt via Findeln auf die Sunnegga mit herrlicher Aussicht auf das Matterhorn und an die Bergsonne. In Findeln warten urchig-gemütliche Beizlis wie das legendäre Chez Vrony.

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Der Weiler Findeln hoch über Zermatt mit Traumaussicht auf das Matterhorn

 

 

5. Männlichen – Kleine Scheidegg

mittel  |   2.30 h   |   ↔ 5.4 km   |   ↑ 240   |   ↓ 402 m

Top-Winterwanderung mit Start auf dem Männlichen zur Kleinen Scheidegg mit Bilderbuchaussicht auf die Eigernordwand und das Dreigestirn Eiger, Mönch und Jungfrau. Auf der ganzen Wegstrecke wird man begleitet von der einzigartigen Bergkulisse sowie tollen Tiefblicken hinab ins Grindelwaldtal. 

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Die Eigernordwand zum Greifen nah

 

 

6. Riederalp

leicht   |   2.00 h   |   ↔ 5.5 km  |   ↑ 24 m  ↓ 456 m

Ultimative Winterwanderung auf dem Panorama-Höhenweg von der Moosfluh via Hohfluh, Riederfurka zur Riederalp. Atemberaubende Aussichten auf den Aletschgletscher und auf die Walliser 4000er warten.

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Den Walliser 4000er nah und dem grössten Eisstrom der Alpen: Der Aletschgletscher

 

 

7. Oeschinensee

leicht   |   1 h   |   ↔ 3.3 km   |    ↑ 128 m   ↓ 128 m

Kurze Winterwanderung zum traumhaften Oeschinensee hoch über Kandersteg. Am Fusse des imposanten Blüemlisalp-Massivs liegt der zugefrorene Bergsee im Winterschlaf mit dem Eisturm – ein Naturwunder. Die stille Winterlandschaft und die grossartige Bergkulisse versprechen ein eindrückliches Naturerlebnis. Und zum Schluss kann man mit dem Schlitten ins Tal hinunter flitzen – der wohl rasanteste Schlittenweg im Berner Oberland.

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Der Oeschinensee ob Kandersteg – Wer Glück hat sieht Eisfischer

 

 

8. Monbiel – Alp Garfiun – Klosters

leicht   |   2.30 h   |   ↔ 10.5 km   |   ↑ 98 m   ↓ 217 m

Winterwanderung vom alten Walserdörfchen Monbiel zur stillen Alp Garfiun mit seinem gemütlichen Bergbeizli – eine Oase der Ruhe. Weiter geht es durch die verzauberte Winterlandschaft an der Lanquart entlang nach Klosters Platz.

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Weg zur stillen Alp Garfiun

 

 

9. Davos – Sertigtal – Sertig Dörfli

mittel   |   3.50 h   |   ↔ 7.5 km  |   ↑ 365 m  ↓ 16 m

Winterwanderung von Davos Frauenkirch durch das idyllische Sertigtal hinauf zum Walserdorf Sertig Dörfli und weiter nach Sertig Sand beim Walserhuus Sertig. Im Sertig warten historische Walserhäuser inmitten einer romantischen und ruhigen Winterlandschaft umrahmt von einer imposanten Bergwelt. Romantik pur!

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Romantisches Sertigtal

 

 

10. Druesberghütte (Hoch-Ybrig)

leicht   |   3.15 h   |   ↔ 9.5 km  |   ↑ 546 m  ↓ 546 m

Leichte Winterwanderung von Weglosen zur gemütlichen und nur zu Fuss erreichbaren Druesberghütte im Hoch-Ybrig-Gebiet. Oben wartet ein fantastisches Bergpanorama und eine währschafte Hüttenküche. Wie wäre es mit einer rasanten Schlittenabfahrt zurück?

Zum Wanderbeschrieb 


Druesbergütte – Hier startet die Schlittenabfahrt nach Weglosen (Hoch Ybrig)

 

Alle Winterwanderungen ansehen 

 

WegWandern.ch gewinnt den Q-Award Sonderpreis 2018

WegWandern.ch gewinnt den Q-Award Sonderpreis 2018 vom Verband SCHWEIZER MEDIEN

Wir, die Gründerinnen Claudia Ruf und Yvonne Zürrer, freuen uns riesig über diese hohe Auszeichnung. Wir bedanken uns bei der Q-Award-Jury und bei unseren UserInnen, unserer Familie und FreundInnen für die grossartige Unterstützung! Der Q-Award Sonderpreis verleiht uns zusätzlichen Auftrieb, ist Ansporn immer weiter zu machen! Wir sagen einfach: Ganz herzlichen Dank!

 


Claudia Ruf und Yvonne Zürrer, Gründerinnen von WegWandern.ch (Foto: Werbewoche, Tom Stuckert)

 

Hervorragende digitale Fachpublikation

Jährlich zeichnet der Verband mit dem Q-Award die innovativste und qualitativ beste Fach- oder Spezialpublikation aus. Gemäss Q-Award-Reglement werden ausschliesslich Printpublikationen ausgezeichnet. WegWandern.ch überzeugte die Jury so, dass sie für das Wanderportal die spezielle Anerkennung «Hervorragende digitale Fachpublikation» überreicht.

 

 

Die Q-Award-Jury*: «WegWandern.ch könnte auch gar nicht im Print erscheinen, denn das Portal schöpft die digitalen Möglichkeiten voll aus. […] Die Jury überzeugte aber nicht nur die Usability der Website, beeindruckend ist auch der Erfolg des jungen Projektes. […] Mit einem Einsatz von sage und schreibe nur CHF 2500.-! Nicht eingerechnet ist dabei natürlich die Arbeit der beiden Gründerinnen Claudia Ruf und Yvonne Zürrer, die eindrücklich beweisen, dass auch ohne Investor oder weitere Unterstützung, dafür aber mit viel Leidenschaft und kluger Umsetzung ein neues Medienprojekt auch in der heutigen Zeit Erfolg haben kann. Dieses mutige Unternehmertum verdient Respekt – und in diesem Fall auch eine Auszeichnung der Q-Award-Jury!»

(* Jean-Pierre Ritler ist Jury-Mitglied des Q-Awards, Journalist und Medienmacher)

WegWandern.ch zusammen mit Jurymitgliedern (Foto: Werbewoche, Tom Stuckert)

 

 

Presse

SCHWEIZER MEDIEN
persönlich
Werbewoche
Bildstrecke auf Werbewoche
MK Marketing & Kommunikation

 

Der Jahresrückblick 2017 von WegWandern.ch

Ein wander-intensives Jahr 2017. Es beginnt im Schnee, geht durch Nebel, Wolken, Wind, Sonne, Regenschauer; Wanderungen durch alle Jahreszeiten. 2018 lockt erneut mit unzähligen Wanderwegen. Wir freuen uns auf die nächsten Ausflüge in die Natur.

 

 

Was waren Deine Wander-Highlights? Logg Dich ins Gipfelbuch ein und poste hier Deine schönsten Wanderungen.  

 


 


Wandern im Winter – Die schönsten Routen für die kalte Jahreszeit

Im Winter wandern zu gehen, ist eine schöne Sache. Die Wanderrouten, die wir aus den Sommermonaten kennen, sehen nun ganz anders aus und geben neue, eindrucksvolle Einblicke in die Schweizer Natur.

Es gibt noch andere gute Gründe, im Winter auf Wandertour zu gehen. Achtet aber darauf, die richtige Ausrüstung einzupacken, denn in der kalten Jahreszeit weisen die Routen und das Wetter so manche Tücken auf.

Ausserdem ist jetzt besondere Vorsicht geboten: Ohne die richtige Vorbereitung drohen Unterkühlung und Orientierungsverlust. Gerade auf den Wanderwegen in den Höhenlagen kann es schnell gefährlich werden, wenn man an steile, rutschige Hänge gerät. Mit den folgenden Tipps ist man aber perfekt für deine Winterwanderung gewappnet.

 

Was das Wandern im Winter so besonders macht

Wanderwege und Landschaften üben in den kalten Wintertagen einen besonderen Reiz auf die Outdoorfreunde aus: Verschneite Täler und Berge erwarten dich mit ihren winterlichen Wiesen Wäldern und das veränderte Landschaftsbild macht eine ausgiebige Wanderung zu einem ganz besonderen Erlebnis.

So sind die Spuren wilder Tiere, die in den Wäldern und in den Bergen leben, im Schnee gut zu erkennen, sodass sie mit ein bisschen Glück gesichtet werden können. Und auch sonst können beim Wandern die winterliche Flora und Fauna der Schweiz kennengelernt werden.

Die Touren finden meistens auf sicheren, speziell für den Winter präparierten Flächen statt, die es in den Tal- wie auch in den oben gelegenen Skigebieten gibt. Und auch sonst hat eine Winterwanderung viele Vorteile, aber auch den ein oder anderen Nachteil.

 

Vorteile des Winterwanderns

Zunächst einmal musst niemand ein erfahrender Wanderer sein, um die winterliche Landschaft in der Schweiz bei einer Wanderung ausgiebig und ganz in Ruhe geniessen zu können. Man kann sich einfach die gewünschte Route aussuchen und die Natur bei einem Fussmarsch bestaunen. Das trägt zur Entspannung und mehr Wohlbefinden bei.

Wandern im Winter bringt aber nicht nur wohltuende Bewegung, sondern tut auch dem Immunsystem etwas Gutes. Die Bewegung an der frischen, kühlen Luft regt die Abwehrkräfte an und macht uns stark für die Erkältungszeit. Die Sonnenstrahlen sorgen dafür, dass der Körper Vitamin D bilden kann, was ebenfalls für gute Abwehrkräfte sorgt.

Ausserdem ist das Wandern im Allgemeinen eine gute Möglichkeit, sich sportlich zu betätigen – und das sowohl in sehr jungen als auch in älteren Jahren. Sofern keine gesundheitlichen Probleme oder Beeinträchtigungen im Bewegungsapparat vorliegen, die das Wandern unmöglich machen, spricht in keiner Altersstufe etwas gegen das Wandern. Im Zweifelsfall sollte ein Arzt entscheiden, ob man für das Wandern geeignet ist.

Im Vergleich zu anderen Wintersportarten wie das Skifahren ist das Winterwandern auch wesentlich kostengünstiger. Hierfür ist keine teure Ski-Ausrüstung notwendig, da sich die normale Wanderkleidung, die im Sommer getragen wird, mit ein paar zusätzlichen Teilen schnell zur passenden Kleidung für eine Tour im Winter umrüsten lässt. Die Kosten für einen Skipass und die Leihgebühren für Skier, Helm und Co. fallen ebenfalls weg.

Das Wandern im Winter hat Vor- und Nachteile

  

Nachteile des Winterwanderns

Eine Winterwanderung bringt aber auch so manchen Nachteil mit sich. Die Begehung der Wanderwege ist in den Wintermonaten meist deutlich schwieriger als im Sommer. Besonders dann, wenn sie nicht frisch geräumt und gestreut sind. Glatteis und Schnee machen es einem zudem nicht leicht, sich so beschwingt fortzubewegen wie in den wärmeren Monaten und erhöhen die Unfallgefahr.

Im Winter wird es wesentlich früher dunkel als im Sommer – aus diesem Grund sind ganz so ausgiebige Tagestouren bis in den späten Abend hinein nicht möglich oder jedenfalls aus Sicherheitsgründen nicht ratsam. Generell müssen die Routen zu dieser Jahreszeit genauer und sorgfältiger geplant werden.

Durch den Schnee sind Abbiegungen oder Hinweisschilder, die den Weg markieren, nicht immer zu erkennen, was spontane Abänderungen der Route nur schwer möglich machen und zur Folge haben kann, dass man sich verläuft.

Zwar gibt es keine direkte Altersbegrenzung für das Wandern, aber dennoch sollte man gut zu Fuss und besonders im Winter sehr trittsicher sein, um nicht umzuknicken oder zu stolpern. Je nach Strecke ist eine gewisse Grundkondition nötig, um den Anstrengungen gewachsen zu sein und das Wandern geniessen zu können.

 

Der Einfluss von Umweltverschmutzung und Klimawandel

Das Wandern in den Tälern und Bergen der Schweiz ist eine entspannende Aktivität, bei der man in aller Ruhe die Schönheit und Vielfalt der Natur geniessen und sich an der Flora und Fauna erfreuen kann. In den Bergen können zudem die eindrucksvollen Gletscher bestaunt werden.

Die Umweltverschmutzung durch Heizen und die zunehmende Bebauung der Natur haben allerdings zur Folge, dass die Artenvielfalt im Pflanzen- und Tierreich zurückgeht und viele Arten bereits stark bedroht sind. Ausserdem macht sich durch den Klimawandel ein Rückgang der Gletscher und eine umfangreichere Schneeschmelze bemerkbar.

Die Gletscher schrumpfen, was sich messbar an der Eisdicke zeigt. Das beeinträchtigt nicht nur die Landschaften, sondern bringt durch das Schmelzwasser auch eine erhöhte Gefahr für Hochwasser mit sich. Dazu kommt, dass die Masse an Schnee durch die steigenden Temperaturen abnimmt und damit auch die Dichte der natürlichen Schneedecke.

Diese Faktoren haben auch ernste Folgen für das Angebot der Wintersportgebiete und nicht zuletzt für die Sicherheit der Wanderrouten. Deswegen haben die Regierung und einige nichtstaatliche Organisationen der Schweiz eine Reihe an Massnahmen ergriffen, um die Umwelt zu schützen, die Artenvielfalt zu erhalten und das Schmelzen der Gletscher aufzuhalten. So werden die Gletscher etwa mit Kunststoff-Vlies abgedeckt, um sie vor zu viel Wärme zu schützen – mit Erfolg! Durch solche Massnahmen lässt sich das Eis zumindest teilweise retten.

 

Schneeblindheit und andere Gefahren

Im Winter sind Abbiegungen und Markierungen der Wanderwege durch den Schnee oft kaum oder gar nicht zu sehen. Da kann es schnell passieren, dass man die Orientierung verliert und sich schlimmstenfalls verirrt. Wer sich zu lange in der eisigen Kälte aufhält, riskiert eine Unterkühlung. Um das zu vermeiden, muss die Wanderroute genau und sehr sorgfältig geplant werden.

Hierbei ist auch darauf zu achten, welche Routen für Winterwanderungen geeignet sind, damit man sich keinen zusätzlichen Gefahren aussetzt. Gerade in den Bergen kann man an steile und rutschige Hänge geraten, die für Wanderer sehr gefährlich sind. Ausserdem ist das Risiko in den Höhenlagen grösser, auf dem Glatteis auszurutschen und sich zu verletzen.

Durch die Reflexion des Sonnenlichts kann man schneeblind werden.

Zwar besteht auch auf niedriger gelegenen Wegen Rutschgefahr durch Glatteis, dafür fallen andere alpine Gefahren zum grössten Teil weg. Allerdings ist im Winter immer Vorsicht vor Schneeblindheit geboten, die sich ohne richtigen Schutz schon nach wenigen Minuten einstellen kann. Je höher man sich befindet, desto grösser ist das Risiko, weil mit der Höhe auch die UV-Belastung steigt.

Zum Schutz vor Schneeblindheit sollte man unbedingt eine ausreichend getönte und genormte Sonnenbrille tragen. Sonst kann dieser Sonnenbrand auf der Hornhaut des Auges bleibende Schäden hinterlassen.

Zudem sollte man beim Wandern grundsätzlich nie alleine unterwegs sein – weder im Winter, noch im Sommer. Selbst wer die Wanderwege sehr gut kennt und sich der Gefahren bewusst ist, sollte sich nicht im Alleingang auf den Weg machen. Zu gross ist das Risiko, zu stürzen und sich schwer zu verletzen.

 

Die richtige Ausrüstung

Wer auf Wandertour gehen will, sollte sich dafür die richtige Ausrüstung besorgen und sich mit allem eindecken, was man für das Wandern benötigt. Ein wesentlicher Punkt ist die passende Bekleidung.

 

Das gehört ins Gepäck

Gerade in den Wintermonaten ist es sehr wichtig, sich beim Wandern richtig anzuziehen. Denn das grösste Risiko für Wanderer besteht im Winter darin, sich eine gefährliche Unterkühlung zuzuziehen, die dem Körper schwer zusetzen kann.

Dieses Risiko besteht vor allem dann, wenn man einige Stunden in der Kälte unterwegs ist, womöglich noch nach Einbruch der Dunkelheit. Daher ist die richtige Kleidung für das Wandern zur eigenen Sicherheit ein absolutes Muss.

Die Wanderschuhe sollten daher nicht nur gut sitzen, sondern die Füsse auch vor Nässe und Kälte schützen und eine griffige Sohle haben, die in Eis und Schnee Halt findet. Gamaschen sorgen dafür, dass kein Schnee in die Schuhe gelangt.

 

Kleiden nach dem Zwiebelprinzip

Grundsätzlich kann mit dem sogenannten Zwiebelprinzip nichts falschgemacht werden. Das bedeutet, dass man mehrere Kleidungsschichten übereinander trägt. Dies wärmt den Körper besonders effektiv, wenn die einzelnen Schichten gut aufeinander abgestimmt sind.

Als erstes sollte man eine Schicht aus Funktionswäsche tragen, die die Feuchtigkeit des Körpers nach aussen hin wegleitet. Durch die Bewegung beim Wandern gerät man ins Schwitzen. Bleibt der Schweiss durch falsche Kleidung am Körper haften, kühlt man schneller aus und riskiert einen Infekt.

Darüber kommt idealerweise eine Kleidungsschicht, die für Wärmerückhalt sorgt und den Körper so vor der Kälte von aussen schützt. Sie kann auch aus mehreren Schichten bestehen, wie mehrere dünne Fleece-Pullover übereinander.

Die letzte Schicht schützt vor der Witterung und hält Wind, Kälte und Nässe effektiv ab. Am besten sind wasser- und winddichte aber atmungsaktive Materialien, durch die sich keine Feuchtigkeit und Hitze am Körper stauen und ihn belasten können. Es ist besser, eine Schicht zu viel mitzunehmen, die im Rucksack verstaut werden kann, als auf halbem Weg zu frieren.

Mit der richtigen Kleidung ist man vor Unterkühlung geschützt.

 

Sicherheit beim Wandern

Bei einer Wandertour im Winter verleihen spezielle Wanderstöcke mehr Schrittstabilität und Sicherheit auf dem Weg durch Eis und Schnee.

Eine gute Sonnenbrille und ein ausreichender Sonnenschutz sind ebenfalls sehr wichtig, um vor UV-Strahlen zu schützen. Denn der Schnee reflektiert die Sonne sehr stark und je höher deine Wanderroute liegt, desto heftiger fällt die UV-Strahlung aus. Zudem sollte die Haut vor Sonnenbrand geschützt werden.

Wer im Winter auch noch bei Dämmerung in den Abendstunden wandern möchte, sollte sich auf jeden Fall eine Stirnlampe und ausreichend Batterien einpacken, um den Rückweg nicht in völliger Dunkelheit antreten zu müssen.

Reflektoren an der Kleidung sorgen dafür, dass man von Autofahrern rechtzeitig gesehen wird, wenn der Weg an einer Strasse entlangführt. Da die Wege und Hinweisschilder oft durch Schnee bedeckt sind, empfiehlt es sich, Wanderkarten und ein GPS-fähiges Gerät einzupacken, um nicht die Orientierung zu verlieren.

 

Die schönsten Wanderrouten im Winter

Prinzipiell können die meisten Wege, die im Sommer zum Wandern zur Verfügung stehen, auch im Winter genutzt werden. Das gilt besonders für die flachen Regionen. Präparierte, ebene Wanderwege findet man am ehesten in solchen Gebieten, die eine geringere Anzahl an Pistenkilometern haben.

Am angenehmsten wandert es sich im Winter dort, wo die Schneesicherheit noch recht hoch liegt. Auf vielen Wanderwegen bieten die Schweizer Berge ein sehr eindrucksvolles Landschaftspanorama.

 

1. Wanderung im Firstgebiet oberhalb von Grindelwald

Das sonnige Firstgebiet oberhalb von Grindelwald bietet einen tollen Blick auf die Eigernordwand, das Schreckhorn und das Wetterhorn. Vor dieser eindrucksvollen Kulisse geht es auf dem Wanderweg hinunter nach Bort. Die Wanderung dauert etwa drei Stunden und ist mittelschwer.

Ab der Bergstation der Gondelbahn First führt der Weg mit leichtem Anstieg zur Gummihütte. Kurz vor dem Bachalpsee folgt man dem Weg nach links Richtung Bort, abwärts über verschneite Alpweiden.

Der Abstieg zum Bachläger ist zwar recht steil, aber danach geht es mit weniger Gefälle weiter zum Waldspitz. Durch das Waldgebiet geht es nach Nodhalten und zur Gondelbahn-Mittelstation Bort.

 

2. Rundwanderung von Oberegg bis St. Anton

Von Oberegg aus geht es los Richtung St. Anton. Etwa in der Ortsmitte führt die Wanderroute auf einen Kiesweg, auf dem es hinunter zum Falbach geht. Am Waldrand entlang wandert man bergauf zum Hof Acker und folgt dem Weg bis zu einer Linkskurve.

Auf dem Gesundheitsweg geht es entlang eines Bachlaufs, der von Weiden umsäumt ist, weiter steil aufwärts zum Wald. Unterwegs zum Weiler Bürki kreuzt man eine Strasse. Beim Weiler Bürki angekommen, führt eine gepfadete Strasse nach rechts zum Parkplatz von St. Anton.

Das Wanderziel St. Anton ist auf einem Hügel gelegen und bietet einen tollen Blick auf das Appenzellerland, das St. Galler Rheintal und auf die Berge.

Für den Rückweg geht man unterhalb der Wirtschaft rechts zum Waldeingang, leicht abwärts durch den Wald entlang der Kantonsgrenze. Dann geht es bei der Kreuzung Kaien – St- Anton über Ebenau wieder leicht aufwärts zum Laderen-Hügel, der ebenfalls eine schöne Aussicht bietet. Anschliessend geht es den Vord.Laderen hinab bis zum Ausgangspunkt in Oberegg.

Die Route dauert etwa zwei Stunden und 45 Minuten und eignet sich eher für Personen mit guter Kondition.

Die Eigernordwand ist sehr eindrucksvoll.

 

3. Rundwanderung über dem Thunersee

Die Wanderung über dem Thunersee ist besonders reich an Aussichtspunkten und kann in verschiedenen Variationen angegangen werden. Sie eignet sich für Personen mit guter Kondition und dauert etwa 2h 30.

Vom Reha-Zentrum in Heiligenschwendi geht es an einer wenig befahrenen Strasse Richtung Sigriswil entlang, an einem Parkplatz vorbei und in den Wald. Man umkurvt die Riderbach-Schlucht und verlässt anschliessend die Strasse bei der Picknickhütte.

Der Wanderweg führt leicht abwärts durch den Wald und nach der Brücke bei der offenen Holzhütte geht es nach links zu einem gemächlichen Aufstieg weiter durch den Wald und in Richtung Margelsattel.

Danach wird den Wanderern ein grossartiger Ausblick gewährt: Gegenüber befindet sich der Niesen, links die Eigernordwand, rechts das Stockhorn und unten der Thunersee. Kurz darauf erreicht man durch ein kleines Waldstück den Einzelhof Margelsattel, der mit seinen riesigen Bäumen einen schönen Anblick bietet.

Der Weg führt weiter zur Verzweigung Tschingelallmi, bei der es sehr steil hinauf geht. Oben angekommen, biegt man links ab und befindet sich schon auf dem Rückweg zum Reha-Zentrum.

Man folgt der Höhenkurve zum Wegweiser Wolfgrube und macht eine Schleife über den Hüniboden. Währenddessen kommt man zurück in den Wald und wandert um die Schluechtegg herum. Als nächstes geht man den Schlittelweg entlang nach links zum Hüniboden. Von dort gelangt man auf zwei verschiedenen Wegen zurück zum Reha-Zentrum in Heiligenschwendi.

 

4. Panoramawanderung auf der Sonnenterrasse von Braunwald

Von der Bergstation der Gondelbahn Grotzenbüel aus geht es auf den aussichtsreichen Panoramaweg und mit leichtem, aber kontinuierlichen Anstieg hinauf zum Kneugrat.

Dort wartet eine schöne Aussicht in das Bächital und ein eindrucksvoller Blick auf die Glarner Alpen. Vom Kneugrat führt ein Weg zum Seblengrat, der etwa auf gleicher Höhe liegt.

Die Route dauert etwa 2h 30 und erfordert eine mittelgute Kondition. Der Panoramaweg ist bei viel Schnee nur mit Schneeschuhen begehbar.

Der Oeschinensee ist der schönste Bergsee der Alpen.

 

5. Bergwanderung hoch über dem Oeschinensee

Der Oeschinensee, der zwischen mächtigen Felswänden eingebettet ist, gilt als der schönste Bergsee der Alpen. Die Wanderung dorthin beginnt in Kandersteg. Gegenüber dem Hotel Bernerhof beginnt die Bundesrat-Adolf-Ogi-Strasse, der man an einer Kapelle vorbei bis zur Talstation des Oeschinenlifts folgt. Mit der Gondelbahn geht es anschliessend zur Bergstation. Oben angekommen, bietet sich ein schöner Ausblick auf Kandersteg.

Von der Bergstation Oeschinen geht es zum Wanderweg, der über den Läger zum Oeschinensee führt. Vom Läger aus senkt sich der Wanderweg kurz steil bergab zum Waldrand. Man folgt dem Weg links in den Tannenwald hinein, durch den es auf einem kurvigen Weg leicht abwärts geht.

Hat man den Wald durchquert, kommt man unterhalb des Hotels Oeschinensee heraus. Von hier aus kann man die eindrucksvolle alpine Landschaft in vollen Zügen geniessen: Abgesehen vom Oeschinensee hat man einen schönen Blick auf die Blüemlisalp, die hoch über dem See nach oben ragt.

Für den Rückweg nimmt man den gleichen Weg zurück zur Bergstation Oeschinen und fährt mit der Gondel wieder nach Kandersteg. Die Wanderung ist recht leicht und dauert gute 2h.

 

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Erster Outdoor-Apéro geht in die Geschichte ein! Bei schönstem Wetter feierte WegWandern.ch mit seinen Unterstützerinnen am Horgener Bergweiher.

 

Jetzt geht’s los…
Schon zur Schlafenszeit machten sich Yvonne und Claudia zum See und dem Grillplatz mit viel Bagage auf. Gemütlich und voller Vorfreude bereiteten wir den Platz zu einem gemütlichen und lauschigen Örtchen vor. Die Natur erwachte langsam zu ihrer vollen Pracht.

Das Gemüse wurde geschnippelt, aufgespiesst, der Salat frisch geschnitten, mit eigenen Kräutern versehen, das Feuer zum Lodern gebracht, die Kartoffeln eingewickelt und noch vieles mehr…

 

 

Super-Mojito-Beeren-Bowle
Pünktlich war die «gefährliche» Super-Mojito-Beeren-Bowle präpariert. Gekühlter Sekt, Sprudelwasser, Tee, crushed ice – alles da – es geht los!

 

 

 

IHR ward der Hammer!
Unsere lieben Unterstützerinnen, ihr seid super! Es war lustig mit euch, wir haben viel gelacht, haben viele interessante Gespräche geführt und freuen uns noch immer sehr, diesen Tag in so guter Erinnerung haben zu können!

Cool ward ihr! Besonders, als ihr baden gingt! Bravo! Der See war ja wirklich auch sehr verlockend und etwas Abkühlung hat gut getan.

Für WegWandern.ch war dies ein einmaliges Erlebnis und macht viel Freude. Wir überlegen uns tatsächlich, dies wieder zu organisieren – anderer Ort, neue Zeit, alte und neue Freunde!

Und wer es diesmal verpasst hat, hat wirklich ein spannendes, schönes, natürliches, interessantes und einfach auch gemütliches Erlebnis verpasst. …

 

 

Tolle Menschen: Isabelle, Isa, Sybille, Sharon, Susanne, Yvonne, Barbara, Esther………..

Ferien in historischen Alphütten oder Maiensässen verbringen, auf abgelegenen Alpen mit traumhafter Aussicht fernab der Zivilisation, ist ein Traum vieler Ruhesuchender. Einige der Hütten sind authentisch und modern restauriert, verfügen über Strom und Wasser. Ein wahrer Luxus, wenn man sich auf der idyllischen Alp oder im Maiensäss die Zeit vertreibt, die frische Luft geniesst, das pure Wetter spürt, die damit verbundene Einfachheit auf dem Berg als Glück empfinden kann. 

Neu findest Du auf Alp-BnB.ch einmalige Unterkünfte.

Was aber sind eigentlich Alphütten und Maiensässe – worin liegt der Unterschied?

 

Maiensässe / Vorsässe
D
ie Maiensässe (auch Mayen oder rätoromanisch Acla und in der Innerschweiz und in Bern Vorsässe genannt) befinden sich unterhalb der Baumgrenze, zwischen Tal und Alp auf einer Höhe von ca. 1000-1600 m.ü.M., auf gerodeter Waldfläche. Es gibt Hütten mit dazu gehörigen Ställen; in einem Ensemble von mehreren Hütten kann es sogar dörflichen Charakter annehmen; besonders, wenn eine eigene Kapelle gebaut wurde. Das Wort Maiensäss leitet sich vom Monat Mai ab, in dem man das Vieh zum ersten Mal auftrieb.

Die Entstehung der Maiensässe geht auf die Jahrhunderte alte Dreistufenwirtschaft zurück. Oft zog die gesamte Hofschaft auf den Maiensäss. Wenige tun ebendies noch heute. Verbreitet sind die Maiensässe in dieser Form in Graubünden, dem Wallis, im westlichen Tirol und in Vorarlberg. An anderen Orten wurden dann die Hütten nur von der Sennbelegschaft bewohnt. Bis ins 20. Jahrhundert wurden die Maiensässe bestossen und die Milch vor Ort zu Butter, Käse, Joghurt verarbeitet. Erst mit dem Alpabzug wurden die Produkte zu Tal gebracht. Daher verfügen viele der Maiensässe über sehr gute Keller, wo besonders haltbarer Kuhmilchhartkäse gelagert wurde. Man begnügte sich auf den Maiensässen mit den notwendigsten Räumen, die jedoch auch dem Bedarf angepasst wurden. Dieser Tradition wird heute wieder vermehrt Rechnung getragen und nicht wenige Maiensässe werde wieder bewirtschaftet, was sich positiv auf den Alpenraum auswirkt. Einige Maiensässe wurden umgebaut und zu touristischen Unterkünften ausgebaut.

 

Alphütten
Die Alphütten befinden sich in den höheren Lagen der Alpen, meistens oberhalb der Baumgrenze. Alphütten wurden und werden noch immer in der Dreistufenwirtschaft ab etwa Juni bis zum ersten Schneefall bewohnt. Das Vieh wird von der Frühlingsbergweide – den Maiensässen bzw. den Vorsässen – zur Sömmerung hinauf getrieben, so dass dieses auf den alpinen Matten oberhalb der Waldgrenze weiden kann. Alphütten liegen also ab etwa 1600/1800 m.ü.M. aufwärts gelegen und können normalerweise nur zu Fuss erreicht werden.

>> Alphütten und Maiensässe

Frühlingswanderungen in der Schweiz – Ideen im Überblick

Die Schweiz ist – zumindest für viele Reisende – in erster Linie im Winter ein lohnendes Ziel. Allerdings sollte die Eidgenossenschaft auch im Frühjahr oder Sommer auf der Rechnung stehen. Speziell Wanderfreunde werden sich über den nahenden Frühling freuen. Sind die Schweizer Alpen jetzt wieder zu Fuss begehbar. Und laden damit zu Wandertouren ein. Neben Touristen aus dem Ausland, die laut Schweizer Tourismusstatistik 2015 für 19,6 Millionen Hotelübernachtungen sorgten, ist es die Schweizer Bevölkerung, die gern im Inland unterwegs ist. Mit mehr als 16 Millionen Logiernächten wuchs deren Nachfrage 2015 sogar.

Abbildung 1: Wandern am Thunersee –eine Wandertour, die jeden Touristen begeistert. Mit dem richtigen Equipment wird eine Wandertour zum echten vergnügen.

 

Interessante Ideen für Touren

Die Schweiz ist ein Paradies für Skifahrer und Snowboarder. Durch die Höhenlage der Alpen geht die Saison oft bis in den April, wie im Engadin, in einigen Regionen bis in den Mai. Die Schweiz hat aber auch im Hinblick auf Wanderungen einige beeindruckende Touren zu bieten. Neben Wandertouren, die sich in mehreren Etappen über hunderte Kilometer erstrecken, kommen in der Eidgenossenschaft auch jene Wanderfans auf ihre Kosten, die es etwas „gemütlicher“ mögen. Welche Touren bieten sich im Frühjahr an?

Alpenpanoramaweg: Der Alpenpanoramaweg führt vom Bodensee zum Lac Léman – genauer von Rorschach nach Genf. Mit 510 Kilometern erstreckt sich der Wanderweg über:

  • das Appenzellerland
  • die Zentralschweiz
  • das Greyerzerland

bis in die bekannte Metropole Genf. Ausgewiesen sind auf dem Wanderweg insgesamt 30 Einzeltouren. Die erste Etappe beginnt beispielsweise in Rorschach und führt von hier – über Heiden und den Kaienspitz – auf 17 Kilometern bis nach Trogen. Auf der zweiten Etappe legen Wanderer 13 Kilometer bis nach Appenzell zurück.

Jura Höhenweg: Mit 310 Kilometern deutlich kürzer – aber nicht minder spannend für Wanderfans – ist der Jura Höhenweg. Hier geht es von Dielsdorf nach Nyon. Die insgesamt 17 Touren führen durch das Schweizer Jura und bieten beeindruckende Ausblicke – auf die Alpen bis in den Schwarzwald und die Vogesen. Dabei führt der Weg durch zwei Sprachregionen. Wer sich für die Begehung der Etappen entscheidet, sollte allerdings gut zu Fuss sein, da sich einzelne Routen durchaus auf 20 Kilometer bis 25 Kilometer – wie die erste Etappe von Dielsdorf nach Brugg – erstrecken.

Thurweg: Ideal für alle Freiluftfans, die in den Ferien nicht jeden Tag in ihre Wanderschuhe schlüpfen wollen, ist der Thurweg. Entlang der Thur führt dieser Wanderweg über zwei Etappen von Wildhaus nach Wattwil. Die erste Etappe ist mit 16 Kilometern leicht zu bewältigen und führt von Wildhaus über Unterwasser und Alt S. Johann nach Nesslau. An Tag 2 sind es noch einmal 15 Kilometer bis Wattwil.

Rundweg Thunersee: Eine Woche rund um den Thunersee entspannen – ideale Voraussetzungen, um den Panorama Rundweg Thunersee in seiner ganzen Schönheit zu entdecken. Vier Etappen führen von Thun nach Thun rund um den See. Mit 20 Kilometern ist die 3. Etappe von Interlaken nach Spiez das längste der vier Teilstücke. Die 1. Etappe ist mit ihren 11 Kilometern auf der anderen Seite in perfekte Einstimmung auf die kommenden Tage.

 

Equipment für eine Wandertour

Wer in der Schweiz auf Wandertour geht, braucht das richtige Equipment. Hierzu gehören an erster Stelle natürlich zwei Dinge:

  • Wanderschuhe
  • Wanderrucksack

Die Schuhe sind natürlich besonders wichtig, da sie auf der einen Seite bequemes Laufen ermöglichen sollen – auf der anderen Seite aber Stabilität und Schutz bieten müssen. Die Auswahl ist nicht immer ganz einfach. Fürs Anprobieren gilt, dass der Schuh nicht passgenau, sondern etwas grösser ausfallen sollte – Stichwort Wandersocken. Tipp: Beim Kauf einfach die Einlegesohle herausnehmen. Schliesst die Ferse hinten ab und sind nach vorn immer noch 1 Zentimeter Platz sein, wäre dies in Ordnung. Alternativ kann der Schuh anprobiert und geschnürt werden. Stossen die Zehen beim Ankippen der Schuhe nicht nach vorne an, passt der Wanderschuh.

Für die Auswahl des Schuhs spielt aber auch eine Rolle, wo der Wanderschuh zum Einsatz kommt. Steiles und schwieriges Gelände sollte mit einem Schuh begangen werden, dessen Schaft über den Knöchel reicht. Für Touren auf Wald- und ausgebauten Wegen reicht auch ein Multifunktions-Wanderschuh. Tipp: Die Materialauswahl ist immer ein Kompromiss aus Tragekomfort und Dichtheit. Gerade wer zu starker Schweissbildung neigt, sollte nicht einfach irgendeinen Wanderschuh kaufen, sondern sich zunächst zum Materialmix beraten lassen. Eine grosse Auswahl an Wander- und Trekkingschuhen gibt es im Internet: Hier können Wanderer beispielsweise unterschiedlichen Anforderungen an Wasserdichtigkeit, Atmungsaktivität, Stabilität, Material, Gewicht und Komfort gerecht werden.

Beim Thema Rucksack ist die Auswahl genauso gross wie bei den Schuhen. Je nach Wegstrecke bzw. ob mehrere Tagestouren gewandert werden, muss natürlich das Fassungsvermögen stimmen. Sehr viel Wert ist auf den Sitz und das Gurtsystem zu legen. Hier sorgen Fehlkäufe immer wieder für Ärger – und schmerzende Schulter oder Rückenschmerzen. Tipp: Für Rucksäcke bieten Hersteller abnehmbaren Nässeschutz an. Ein Gadget, das auf jeden Fall in die Ausrüstung gehört.

Natürlich brauchen Wanderfreunde noch das eine oder andere Equipment, wie:

  • Wandersocken
  • Wanderhose oder
  • Oberbekleidung

Hier sollte es darum gehen, dass die Bekleidung atmungsaktiv ist, schützt – aber zu starkes Schwitzen nicht fördert. Generell ist auch an den Sonnenschutz zu denken – wie Sonnencreme und Wanderhut. Tipp: Wanderhosen mit abnehmbaren Beinen – sogenannte Zip-Off-Hosen – sind ideal für Witterung mit grösseren Temperaturschwankungen.

Abbildung 2: Auch die Thur bietet ein wunderbares Panorama für Wanderer. Es gibt sehr viel zu entdecken und die Wanderung kann durch andere Freizeitaktivität ergänzt werden.

 

Fazit: Wandern in der Schweiz – für Jeden was dabei

Die Schweiz kennen viele Touristen nur im Winter. Dabei lohnt es sich, der Eidgenossenschaft auch im Frühjahr einen Besuch abzustatten. Denn wie viele Inländer wissen, haben die Berge auch ohne Schnee einige Highlights zu bieten. Beeindruckende Panoramen und weite Blumenwiesen sind nur zwei Gründe, warum das Wandern in der Schweiz Spass macht. Und die Regionen haben sich auf diese Form der Besucher inzwischen eingestellt. Je nach Lust und Laune bietet sich das Begehen von 1-Tagestouren oder das Bewandern ganzer Regionen an. Letzteres setzt aber immer das richtige Equipment – und die passende Kondition voraus. So schön Wanderungen nämlich auch sind – sie bringen auch eine gewisse Anstrengung mit sich.

 

Bildquellen:
Abbildung 1: @ peterkummli (CC0-Lizenz) / pixabay.com

Abbildung 2: @ markus53 (CC0-Lizenz) / piabay.com

Folge dem Flusslauf – Der Lechweg
Ein Weitwanderweg von der Quelle bis zum Fall

Der Lechweg führt durch eine der letzten Wildflusslandschaften Europas und verbindet moderates Wandern mit dem Erleben fesselnder Gebirgslandschaften. Erwandert werden auf der gesamten Strecke von 125 Kilometern drei Bundesländer sowie zwei Staaten. Der Weg wie der Fluss verbinden 3 grosse Regionen:

  • das Arlberggebiet
  • die Tiroler Naturparkregion Lechtal-Reutte
  • sowie das südliche Allgäu.

Der Lech prägte all diese Regionen seit jeher sehr stark, heute verbindet er, weil er die Grenzen nicht kennt. Der Naturpark Tiroler Lech entstand durch die Bemühungen, diese einzigartige Wildflusslandschaft zu erhalten, denn der glasklare, türkisfarbene Fluss prägt naturgemäss auch Fauna und Flora und trägt zu einem der artenreichsten Biotope Mitteleuropas bei. Die wildwachsenden Orchideen sind nur einer der vielen Anzeiger für diesen kaum greifbaren Reichtum.

Der Lechweg erhielt ausserdem als erster die Auszeichnung europäischen Formats „Leading Quality Trail“. Diese Zertifizierung tragen nur wenige Weitwanderwege Europas.

 

Was heisst „Leichtwandern“?
Ein Weitwanderweg ist nicht mit einem Spaziergang zu vergleichen, einige Etappen müssen nacheinander bewältigt werden. Leicht bis moderat bezieht sich also nicht auf den Gesamt-Konditions-Anspruch des Wanderers, sondern viel eher auf das Höhenprofil des Weges. Es gibt am Lechweg keine Kletter- bzw. Steigpassagen, was bedeutet, dass für die Bewältigung keine alpine Erfahrung vonnöten ist. Dass man sich dennoch Wissen über Besonderheiten und Gefahren des Alpenraums aneignen sollte, ist selbstverständlich.

 

Die Etappen:
Der Lechweg lässt sich einfach auf Ihre persönliche Verfassung bzw. Kondition abstimmen. Wichtig ist das Einplanen von genügend Erholungsphasen! Überfordern Sie sich nicht – der Lechweg soll kein Wettrennen darstellen, sondern viel eher Genuss und Erfahrung.

Der Beginn des Lechwegs liegt unweit des Formarinsees auf 1.793 Meter, das Ende in Füssen liegt knapp 1.000 Meter tiefer auf 800 Meter, also bereits im Alpenvorland.

Drei Etappeneinteilungen bieten sich an:

6 Tage für Sportliche:
Sehr gute Kondition erforderlich!
Formarinsee bis Lech (14 km)

Steeg (25,5 km)
Elbigenalp (17,5 km)
Stanzach (21 km)
Wängle (21,5 km)
Füssen (24,5 km)

7 Tage als Klassiker:
Gute Kondition erforderlich!
Formarinsee bis Lech (14 km)

Warth/Gehren/Lechleiten (14,5 km)
Holzgau (16 km)
Elbigenalp (12,5 km)
Stanzach (21 km)
Wängle (21,5 km)
Füssen (24,5 km)

8 Tage für die Gemütlichkeit zwischendurch:
Formarinsee bis Lech (14 km)

Warth (10 km)
Steeg (15 km)
Bach (15,5 km)
Elmen/Vorderhornbach (21 km)
Weissenbach (15,5 km)
Pflach (18,5 km)
Füssen (14,5 km)

Der Lechweg gilt als einer von 3 Themenwegen der Region Arlberg. Sehr beliebt und in nur drei Tagesetappen machbar ist der „Grüne Ring“. Nähere Infos dazu finden Sie unter Rotewand.com.