Chesa Salis Hostoric Hotel Engadin, Bever
Historische Hotels, Historisches, Sommerserie 2018

Chesa Salis Historic Hotel Engadin, Bever

Ein Geheimtipp! In der «anderen Welt», abseits vom Highend-Trubel, endlich ankommen: Dies macht das Ruhe und Geborgenheit ausstrahlende, geschichtsträchtige Chesa Salis in Bever auch dank seinen meterdicken Mauern aus dem Jahre 1590 möglich.

Wanderbeschrieb

Nur 13 Bahnminuten trennen den mondänen Highend-Luxus der berühmten Alpenmetropole St. Moritz vom Ort Bever mit seinen historischen Häusern. Das heute nicht jedem bekannte Bever war Mitte des 19. Jahrhunderts eines der reichsten Dörfer Graubündens. Über viele Jahrhunderte zogen manche Söhne ins Ausland und kamen als Zuckerbäcker, Händler, Fabrikanten zu Wohlstand. So leisteten sie sich herrschaftliche Palazzi und investierten einen Teil ihrer Vermögen in ihre Heimat.

Berühmte Adelsfamilien der Schweiz lenkten mit ihrem Geschick sogar die europäische Geschichte mit – wie auch die von Salis aus dem Bergell und benachbarten Veltlin. So bescherten sie uns wunderbare historische Zeitzeugen – wie das im östlichen Dorfkern stehende Chesa Salis (+41 81 851 16 16). Rudolf von Salis-Muralt, Sprössling einer jener berühmten Familien übernahm 1877 das ursprünglich bäuerliche Anwesen von der wohlhabenden Familie Moeli, die nach Bergamo emigrierte und davor ihre Sommerfrische im 1590 erbauten Bauernhaus verbrachte. 


Chesa Salis Historic Hotel Engadin

 

Damals bestand der Bauernhof aus einem Wohnhaus und einem Stall mit Heuboden. Der im Engadin bekannte Architekt Nicolaus Hartmann senior (1838-1903) erhielt von Rudolf von Salis den Auftrag das Bauernhaus in ein herrschaftliches Wohnhaus, eine prächtige Villa umzubauen. Er verstand es, das Bestehende passend zu einem Einzigen zusammen zu fügen, ganz im Stile der charakteristischen Engadiner Architektur und wie im damals vorherrschenden Sinne des Eklektizismus. 

Auch Sgraffiti, eine im 16. Jahrhundert aus Italien beginnende besondere Fassadenkunst, wurden eingesetzt. Er schuf Innenräume mit bemalten oder aus feinem Arvenholz getäferten Wänden und stuckverzierten Decken. Jeder Raum erhielt so seine individuelle Gestaltung. Als Verbindung der beiden Gebäude zu einer Villa wurde eine dreistöckige, hölzerne Loggia mit grossen Fenstern zum Park hin eingesetzt. Hartmann verband die beiden Gebäude sehr geschickt zu einer stolzen Villa.

1982 wurde erstmals eine Änderung an der Villa vorgenommen und das Wohnhaus zu einem gemütlichen Hotel sowie der Stallteil in eine Küche mit Restaurant umgebaut. Dank einem sorgfältig ausgearbeiteten Konzeptes wurde 2003 das Haus kontinuierlich erneuert. Alle Umbauten und Erneuerungen erfolgtem im Sinne der Engadiner Wohntradition.

Die Besitzer, damals wie heute, legen besonderen Wert darauf, die Geschichte einerseits zu erhalten und mit Modernem zusammen zu fügen. Immer wieder auf’s Neue.


Sgraffiti, von Ital. sgraffiare, zu Deutsch kratzen ist eine besondere Art der Dekorationstechnik auf verschiedenen Putzschichten

 

Zeugen alter Handwerkskunst: Pflege und Sorgfalt unverzichtbar

Wenn der Boden knarrt, wo sich einst Adelsleute bewegten, das heimische Arvenholz all die Gerüche und Geräusche in sich trägt, erfüllt es manch einen mit Stolz in solch historischen Räumen sein zu dürfen. Vielleicht wurde genau hier eine wichtige Entscheidung gefällt? Wo das historische Mobiliar mit originalen Stilmöbeln aus verschiedenen Epochen Stilgeschichte zeigt und die bestehenden Mauern und Baustile gekonnt mit neuen Bauteilen aufeinander abgestimmt wurden, strahlen Räume behagliche Wärme aus und man fühlt sich wohl. Manch jemand stellt sich vor dem inneren Auge die lange Jahrhundert-Geschichte ab 1590 in diesen Räumen vor. 

 

 

Die Armaturen, die in anderen Häusern wohl längst von modernen Mischbatterien ersetzt wurden, zeugen von Stil. Das Holz und gerade die besonderen Holzbemalungen müssen richtig gepflegt werden; da reicht ein Abstauben alleine über die Jahre nicht aus. Was geschieht mit dem Stuck, sollte er mal von einem Champagnerkorken versehentlich getroffen werden? Zur Pflege gehört viel Aufmerksamkeit, Genauigkeit, Fachwissen und Können. In diesem Haus wurde dies über all die Jahrhunderte meisterlich erfüllt.

Jeder Raum ist eine Sehenswürdigkeit und doch kein Museum. Das Prunk-Schlafzimmer mit Stuckdecke, das rustikale Arvenzimmer mit Loggia, die Mansarde mit tief hängenden Dachbalken; es gibt wohl für jeden Geschmack eine erholsame Schlafmöglichkeit. Auch für kulinarische Stunden stehen verschiedene, einzigartige Räumlichkeiten zur Verfügung: die gemütliche, holzgetäfelte Arvenstüvetta, die Salis-Stube, das «Von Salis» Restaurant und im Sommer der herrliche Garten mit Liegestühlen.

 

 

 

Genussvoll von Beginn an – 14 Gault Millau Punkte

Ob morgens, mittags oder abends ankommend; es wird verwöhnt. Ein reichhaltiges Frühstück, der selbst gebackene Kuchen zur Teestunde und die ausgewählte Kulinarik mit frischen Produkten von höchster Qualität nach «Artisan Gastronomy» vom jungen Küchenteam um Chefkoch Uwe Schmidt lassen den Gaumen erfreuen. Highlights der internationalen und regionalen Engadiner Küche verwöhnen vielseitige Geschmacksrichtungen.

Geografisch gesehen bieten sich edle Tropfen aus der umliegenden europäischen Weinwelt an. Und so ist auch der Weinkeller bestückt mit wunderbaren Trouvaillen aus der Schweiz, den umliegenden Ländern und hält für alle Geschmacksrichtungen eine Bereicherung bereit. 

 

 

 

Man darf es sich auch verdienen: Ideal für Wanderer und Naturgeniesser

Das Chesa Salis ist ideale Ausgangslage für Wanderer und Naturgeniesser. Es bieten sich nahezu unbegrenzte Möglichkeiten in alle Himmelsrichtungen an. Alleine über 600km Wanderwege können begangen werden. Die mystische Seenlandschaft, die Drei- und Viertausender der Rhätischen Alpen, autofreie Täler, der nahe gelegene Lej da Gravatscha, ein naturbelassener See mit einem einmaligen Vogelparadies und der grössten Brutdichte der Schweiz, der Fluss Beverin, Val Bernina, der Inn und all die Bergbahnen links und rechts des Inn, die auf 3000 Meter Höhe tragen.  

Ob im Sommer oder Winter, es gibt einiges zu entdecken bis man sich abends zur Tafel setzt, um dem Genuss zu frönen.

Natürlich: Auch ein Abstecher ins nahe St. Moritz bietet sich an, wo man sich mit der Hautvolée und dem Jet-Set trifft. Wer sich dann nach einem Rückzugsort sehnt, findet diesen nur 13 Bahnminuten entfernt im herrschaftlichen Haus Chesa Salis und kann hier in Ruhe ankommen.


Romantisch, echt, geschichtsträchtig 

 

Chesa Salis Historic Hotel Engadin
Fuschigna 2
7502 Bevers
  +41 81 851 16 16
  www.chesa-salis.ch
  

 

Wandervorschlag
  Via Albula (Preda – Spinas – Bever)

 

 

Bilder: Hotel Chesa Salis
Text: Claudia Ruf (WegWandern.ch)

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