Die Schweizer haben grosse Lust auf Wandern
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Die Schweizer haben grosse Lust auf Wandern

Die Schweizer haben grosse Lust auf Wandern

In der Schweiz ist das Wandern mehr als nur ein Nationalsport. Jährlich Ende Mai steht im ganzen Land eine wahre Völkerwanderung bevor. Zu diesem Zeitpunkt haben bereits unzählige freiwillige Helfer die Spuren des Winters in den Wanderwegen beseitigt und die Markierungen neu aufgefrischt. Ab diesem Zeitpunkt sind die Schweizer Wanderer nicht mehr zu halten. Das ist kein Wunder, schliesslich steigen die Anforderungen in der Arbeitswelt immer weiter an und das Wandern bietet einen willkommenen Ausgleich. Man kommt zur Ruhe und geniesst die Schönheiten der Schweizer Natur.

Die eigenen Grenzen erforschen

In der heutigen hektischen Arbeitswelt ist die Bevölkerung starken Belastungen ausgesetzt. Der Fortschritt in allen Bereichen führt dazu, dass immer mehr Menschen unter starkem Druck ihre Leistung abrufen müssen und gleichzeitig das Beste aus sich herausholen sollen. Dies ist auch Wanderfreunden nicht ganz unbekannt.

Gerade wenn es in die Berge geht, sind sie hoch motiviert ihre Grenzen auszuloten und diese auch zu überschreiten. Der mit einem Oscar ausgezeichnete Dokumentarfilm „Free Solo“ der Filmemacher Elizabeth Chai und Jimmy Chin zeigt eindrucksvoll, wie der Free Solo-Kletterer Alex Honnolds mit dieser Situation umgeht und das Maximum für seinen Sport herausholt. Das Kunststück besteht dabei darin unter extremen Druck nicht zu zerbrechen, sondern seine Fähigkeiten auszuloten und zu verbessern. Die Schweizer sind seit jeher ein Volk von Wanderern. Rund jeder Dritte in der Schweiz macht sich regelmässig auf, die Natur zu erforschen. Das hat mehrere Gründe.

 

Von Kindesbeinen an

Die Mach Consumer-Studie aus dem Jahr 2007 bezeichnete das Wandern in der Schweiz als ein Phänomen, das alle Bevölkerungsgruppen und Schichten gleichermassen betrifft. Ein Viertel aller bis 34-Jährigen, rund 40 Prozent aller bis 55-Jährigen und mehr als ein Drittel aller über 55-Jährigen zieht regelmässig durch die Natur.

Dieser Trend ist jedoch keine Modeerscheinung, sondern fixer Bestandteil der eidgenössischen DNA. Schliesslich wachsen viele Schweizer von Beginn an mit dem Wandern auf. Was ihnen in jungen Jahren als uncool erschien, wird später zum fixen Bestandteil ihrer körperlichen Betätigung. Das ist kein Wunder, denn die Schweiz bietet die perfekte Landschaft dafür. Die Rigi, die kleine Scheidegg, oder der Säntis sind die ideale Umgebung, um sich für das Wandern zu begeistern.

 

Wandern ist modern

Gewandelt hat sich allerdings die Art, wie die Schweizer wandern gehen. Waren es früher grosse Gruppen, die durch die Berge und Wälder streiften, so hat sich das Wandern heute zum Sport für alle gewandelt. Heute sind es die Einzelgänger oder der engste Freundeskreis, der sich für die Touren in der Heimat begeistert. Die Renaissance des Wanderns hat auch ein Wandel in der Modeindustrie und der Hype in den Medien befeuert.

Vorbei sind die Zeiten der braun-grünen Outfits. Farbenprächtige Hi-Tech-Outdoor Jacken haben die Mode in die Natur gebracht, dementsprechend gross ist der Andrang auf die schnittigen Outfits. Es scheint, als haben die Menschen das in den Genen verankerte Bedürfnis sich in der Natur zu bewegen, neu entdeckt. Die Verbindung der körperlichen Betätigung mit dem sozialen Austausch, der Kulinarik und der Heimatkultur liegt im Trend und führt die Menschen zu ihren Wurzeln zurück.

 

Zum Wandern geschaffen

Die Topografie der Schweiz ist wie geschaffen zum Wandern. Die grosse Vielfalt auf engstem Raum schafft Abwechslung und bietet ständig neue Einblicke. Berge, Täler, Flüsse und das saftige Grün der Wälder und Wiesen sind der ideale Lebensraum für Naturfreunde und jene, die sich aufmachen wollen, ihre Heimat zu ergehen. Selbst von den grossen Städten der Schweiz ist es nur ein kurzer Weg zu den nächsten Wanderrouten.

Die gelben Weg-Anweiser führen den Wanderer mitten in ein Netz an Wanderwegen, die sich zu einer gewaltigen Gesamtstrecke von 62.000 Kilometern summieren. Das entspricht immerhin einer Strecke, die in ihrer Länge rund eineinhalb Mal um den Erdball führt. So kommt man beispielsweise von Genf nach Romanshorn und von dort bis ins hinterste Tal. So wird die ländliche Naturlandschaft mit den urbanen Gebieten eins. Selbst die Schweizer Verfassung hat daran ihren Anteil, schliesslich verlangt ein eigener Absatz möglichst viele naturbelassene Wege.

Hüter dieses Wegenetzes sind die zahlreichen aktiven Schweizer Wandervereine. Sie kümmern sich um die ausgedehnten Routen, die ihre Entstehung ausgerechnet dem Aufkommen des Autos zu verdanken haben. Wo sich früher Fahrzeuge und Fussgänger einträchtig nebeneinander bewegten, war bald eine Änderung nötig. Die rasch wachsende Zahl der Autos führte zu einer Entflechtung und legte die Basis für dieses einzigartige Netz an Wanderrouten.

 

Copyright-Angaben Bilder:

Bild 1: Wandern in den schönen Alpen, in der Nähe von Matterhorn und Zermatt © Ioana Catalina E – shutterstock.com / zur Verfügung gestellt von der Agentur belmedia GmbH

Bild 2: Junges Paar unterwegs in den Schweizer Alpen © nullplus – shutterstock.com / zur Verfügung gestellt von der Agentur belmedia GmbH

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