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Orientierungstipps

Verlaufen beim Wandern: Orientieren in der Wildnis

Es ist der Horror eines jeden Wanderers: man verirrt sich im Wald und findet nicht mehr den Weg zurück. Zwar ist es beispielsweise hier in der Schweiz eine sehr irreale Furcht, da die Wanderwege meist gut ausgeschildert sind. Dennoch ist es nicht unmöglich, dass sich gerade unerfahrene Menschen im Wald verlaufen und schliesslich verirren. Jetzt ist guter Rat teuer, denn nicht immer hat man ein Smartphone zur Hand, das zufällig Empfang hat und einen aus dieser Situation hinausmanövrieren kann. Viel besser ist es doch zu wissen, wie man sich auch ohne moderne Technik in der Wildnis orientieren kann.

 

Leitfragen bei der Orientierung

Wenn man sich verlaufen hat, dann weiss man nicht genau, wo man sich gerade befindet. Wichtig ist, dass man jetzt nicht in Panik gerät, sondern wirklich ruhig bleibt. Um den Weg aus dieser Situation gilt es jetzt in aller Ruhe, diese drei Fragen zu klären. Wo ist man? Wo will man hin und wie schafft man das?

Wo man hinwill ist im Prinzip die einzige Frage, auf die man eine Antwort hat in dieser Gleichung. In den meisten Fällen will man nach Hause oder an das festgelegte Ziel. Um dorthin zu gelangen, muss man jedoch erst wissen, wo man sich selbst befindet. Erst dann, wenn man weiss, wo man sich befindet, kann man die letzte Frage beantworten.

 

Wandern mit offenen Augen

Auch dann, wenn man sich noch nicht verlaufen hat, ist es wichtig, dass man stets die Augen offen hält. Denn meistens verirrt man sich erst dann so richtig, wenn man nicht mehr weiss aus welcher Richtung man gekommen ist. Das kann nicht passieren, wenn man auf seine Umgebung hat und sich bestimmte Dinge einprägt.

Besonders praktisch sind beispielsweise Bäume, Sträucher oder auch Felsen, die einem unterwegs begegnen und aus der Reihe fallen und sich auf diese Weise leichter merken lassen. Hin und wieder empfiehlt es sich einfach mal zurückzublicken. Vor allem dann, wenn die selbe Strecke als Rückweg dient. Denn es ist gut zu wissen, wie der Weg aus der anderen Richtung aussieht, damit man sich später besser orientieren kann.

Auch Gerüche und Geräusche können einem helfen, sich zu orientieren. Der Tastsinn wird von den Füssen bedient, die ein bereits bewandertes Terrain möglicherweise wiedererkennen. Man sollte also zu jeder Zeit mit allen möglichen Sinnen wandern.

 

Orientieren mit der Armbanduhr

Sollte man komplett die Orientierung verloren haben, ist es von Vorteil, wenn man eine analoge Armbanduhr an hat. Besonders wichtig ist dabei, dass sie zuverlässig ist und sehr genau geht, wie etwa die abenteuerlichen Uhren von Sinn. Die sind auf der einen Seite sehr elegant, auf der anderen Seite robust und genau. Das macht sie zu guten Begleitern bei ausgedehnten Wanderungen.

Neben einer Uhr braucht man dazu noch die Sonne. Da sich die Erde innerhalb von 24 Stunden genau einmal um die Sonne dreht. Im Osten geht die Sonne auf, Mittags steht sie im Süden im Zenit am höchsten und Abends geht sie im Westen unter. Auf diese Weise kann man zu jedem Zeitpunkt tagsüber die Himmelsrichtungen ziemlich genau bestimmen.

Um die Himmelsrichtung nun mit der Uhr zu bestimmen, hält man sie so, dass der Stundenzeiger in Richtung der Sonne zeigt. Genau in der Hälfte zwischen der 12 auf dem Zifferblatt und dem Stundenzeiger liegt Norden. Allerdings sollte man dabei beachten, dass es vor zwölf Uhr mittags im Bereich im Uhrzeigersinn und danach im Bereich gegen den Uhrzeigersinn liegt.

Die Methode funktioniert ebenfalls in der Nacht, wenn man es mit dem Stand des Mondes probiert. Auch mit Hilfe der Sterne kann man sich orientieren, wenn man beispielsweise weiss, dass man auf der Nordhalbkugel den Polarstern nutzen kann, der den Weg in Richtung Norden weist.

 

Den Weg markieren

Wenn man sich an das Märchen der Gebrüder GrimmHänsel und Gretel erinnert, kann man sich daraus ebenfalls eine Hilfe zur Orientierung ableiten. Hänsel streut nämlich Brotkrumen auf ihrem Weg durch den Wald aus, damit die Geschwister sich nicht verirren. Diese Methode ist allerdings nicht ganz effektiv, da die Tiere die Markierungen direkt auffressen würden.

Besser sind Äste oder Steine, die man in Formationen anordnet, die man schnell wiedererkennen kann. Allerdings sollte man das bereits tun, bevor man sich verirrt hat, quasi als Präventivmassnahme.

 

Orientierung mit Landmarken

Den Begriff Landmarken kennt man eher aus den Bereichen Schiff- und Luftfahrt. Dabei handelt es sich um gut sichtbare topographische Objekte. Das können Berge, Flüsse aber auch Gebäude sein. Sobald man einige dieser Landmarken ausgemacht hat, kann man sich um diese herum bewegen und kann im Prinzip nicht die Orientierung verlieren, da man immer wieder zu diesen Landmarken zurückkehren kann.

Sollte man sich dann wider erwarten doch einmal verirren, kann man sich beispielsweise am nächstgelegenen Fluss orientieren. Kleinere Flüsse fliessen früher oder später in grösseren Flüssen zusammen. Folgt man dem Verlauf in Strömungsrichtung, wird man früher oder später wieder auf andere Menschen treffen.

Bild: unsplash.com, © Jametlene Reskp

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