Überwintern – 31 grossartige Strategien, Ausstellung im Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld
Natur & Kultur

Überwintern – 31 grossartige Strategien

Wie Tiere und Pflanzen den Winter überstehen

Tiere und Pflanzen haben eine Vielzahl faszinierender und raffinierter Strategien entwickelt, um Kälte, Schnee und dunkle Tage zu überstehen. Die neue Sonderausstellung «Überwintern – 31 grossartige Strategien» im Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld stellt einige näher vor.


«Überwintern – 31 grossartige Strategien». Foto: zVg Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

 

Fällt der erste Schnee, locken Skifahren, Snowboard, Schneeballschlacht oder Spaziergänge  im verschneiten Winterwald. Was bei uns höchsten rote Backen oder klamme Finger verursacht, ist für Tiere und Pflanzen ein Kampf ums Überleben. Sie müssen sich etwas einfallen lassen, um die Wintermonate zu überstehen. Die Ausstellung «Überwintern  – 31 grossartige Strategien» gibt Einblick in ein besonders faszinierendes Naturthema.


«Überwintern – 31 grossartige Strategien». Foto: zVg Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

 

Herausforderung trotz Klimaerwärmung

Auch in Zeiten von Jahrhundertsommern und Erderwärmung hält der Winter immer noch jedes Jahr zuverlässig Einzug. Zwar frieren die Seen heute später oder gar nicht zu und die Schneedecke ist vielerorts nicht mehr so mächtig wie vor einigen Jahrzehnten. Bis heute jedoch sind geringe Mengen an Sonnenlicht, Wochen der Kälte und Nahrungsmangel für Pflanzen und Tiere die grossen Herausforderungen, denen sie im Winter begegnen. Der Grund dafür ist die Schrägstellung der Erdachse: Während des Laufs der Erde um die Sonne wärmen die Sonnenstrahlen einmal mehr die Nordhalbkugel, dann wieder mehr die Südhalbkugel.


«Überwintern – 31 grossartige Strategien». Foto: zVg Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

 

Leben auf Sparflamme oder im Rekordmodus

Lebewesen haben zahlreiche Strategien entwickelt, um den Winter überleben zu können. Die meisten Pflanzen stellen die Photosynthese fast völlig ein, werfen ihre Blätter ab und führen ein Leben auf Sparflamme. Wechselwarme Tiere, unter ihnen viele Wirbellose, Amphibien und Reptilien, ziehen sich an frostfreie Orte zurück, wo viele von ihnen in eine Winterstarre fallen. Zahlreiche Vögel aber auch manche Schmetterlinge fliegen in wärmere Regionen und vollbringen dabei unvorstellbare Leistungen. Einige Vogelarten überqueren Gebirge von 7’000 Metern Höhe oder legen auf der Reise in ihre Überwinterungsgebiete und wieder zurück bis zu 40’000 Kilometer zurück. Andere machen das pure Gegenteil: sie halten Winterschlaf. Tiere wie der Igel oder das Murmeltier suchen einen frostfreien Überwinterungsplatz, senken ihre Körpertemperatur und reduzieren Atmung und Herzschlag aufs überlebensnotwendige Minimum. Es gibt aber auch die Unerschrockenen, die den Winter über aktiv bleiben. Auch sie vermeiden unnötigen Energieverbrauch und schalten lange Ruhephasen ein. Alle leben teilweise von der im Sommer angefressenen Fettschicht, die zusammen mit einem warmen Winterpelz oder einem dichten Federkleid vor Wärmeverlust schützt.

 


«Überwintern – 31 grossartige Strategien». Foto: zVg Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld

 

Lebensechte Präparate in der Winterlandschaft

Die vom Natur-Museum Luzern gestaltete Ausstellung verwandelt den Ausstellungsraum des Naturmuseums Thurgau in eine Winterlandschaft. Zahlreiche Präparate von Pflanzen und Tieren können auf oder unter dem Schnee entdeckt werden. Ob Schneeglöckchen, Honigbiene, Weinbergschnecke, Rauchschwalbe, Schneefloh, Murmeltier, Steinbock oder Bartgeier – die Bewohner unserer Siedlungen, des Waldes, von Gewässern und des Gebirges stellen ihre Überwinterungsstrategien vor. So wird der Ausstellungsbesuch zu einer spannenden winterlichen Entdeckungstour, auf der sich immer wieder staunen lässt, welche raffinierten Lösungen die Natur fürs Überwintern parat hat.

 

 

Reiches Rahmenprogramm

Die Ausstellung «Überwintern – 31 grossartige Strategien» ist ab 7. September 2018 bis 17. Februar 2019 im Naturmuseum Thurgau in Frauenfeld zu sehen. Weitere Informationen  zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm finden sich auf der Museumswebseite: www.naturmuseum.tg.ch

 

 

Naturmuseum Thurgau
Freie Strasse 24, Frauenfeld
DI-SA 14-17 Uhr
SO 12-17 Uhr
an allen offiziellen Feiertagen geöffnet

Eintritt frei

www.naturmuseum.tg.ch

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