Wandern 60+ – Fit und sicher über Stock und Stein
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Wandern 60+: Fit und sicher über Stock und Stein

Wandern 60+: Fit und sicher über Stock und Stein

Wanderer sind meist gut trainiert, haben Ausdauer und die nötige Ruhe, die lange Touren erfordern. Doch mit fortschreitendem Alter ändern sich die körperlichen Voraussetzungen. Die Muskeln und Sehnen stecken Belastungen nicht mehr so einfach weg. Die ständige, gleichmässige Bewegung sorgt mit zunehmendem Alter immer früher für Ermüdungserscheinungen. Was können Wanderer 60+ tun, um fit und sicher auch längere Wanderungen zu bewältigen? Der Beitrag liefert Tipps und Tricks.

 

Tipp 1: Komfortables Hotel mit Wellnessbereich

Nach einer schweisstreibenden Tagestour in ein Hotel zu kommen, dass nicht einfach nur Schlafstätte, sondern komfortable Wellness-Unterkunft ist, ist aus zweierlei Gründen empfehlenswert. Erstens macht der Aufenthalt in einem komfortablen Hotel viel mehr Spass und wertet auch einen Kurzurlaub auf. Zweitens können Wanderer sich im Wellnessbereich des Hotels verwöhnen lassen. Massagen, Saunagänge und wohltuende Fussbäder sorgen für perfekte Entspannung. Falls im eigenen Hotel kein Wellnessbereich zur Verfügung steht, mag der Whirlpool auf der Etzlihütte ein guter Grund sein, sich für eine Wanderung dorthin zu entscheiden.


Ein klarer Bergsee ist ein lohnendes Wanderziel in den Schweizer Bergen.

 

Tipp 2: Das Outfit «darunter» perfektionieren

Passionierte Wanderer verfügen über die richtigen Wanderhosen, Funktionsshirts, Wind- und Schlechtwetterjacken und natürlich über das optimale Schuhwerk. Die Wanderbekleidung muss stimmen. Perfektioniert wird sie durch unsichtbare Hilfsmittel wie Nierenschoner, Bauch- und Rückenstützgürtel, Fusssohlenkissen und Bandagen. Wenn es kalt wird, sind Nierenschoner ein unverzichtbarer Helfer, um sich vor Unterkühlung und gezerrten Muskeln im Rücken zu schützen. Rückenstützgürtel entlasten bei Schmerzen und stabilisieren die Wirbelsäule. Fusssohlenkissen sorgen für Druckentlastung und Bandagen für Knie oder Knöchel helfen mit ihrer stützenden Wirkung dabei die Gelenke zu stabilisieen. Auf diese Weise gestalten sich Wanderungen auch über lange Strecken als weniger ermüdend.

 

Tipp 3: Kürzere Touren mit mehr Einkehrmöglichkeiten wählen

Es gibt viele kurze Wanderungen, die Naturliebhaber gehen können, ohne Abstriche machen zu müssen, was das Wander-Erlebnis angeht. Der Spass an der Wanderung bleibt erhalten, wenn die Tour den eigenen körperlichen Fähigkeiten angepasst wird. Kürzere Touren machen ebenso Spass und wenn auf der Route mehrere Einkehrmöglichkeiten liegen, lässt sich die Strecke ohne Probleme bewältigen. Eine beliebte Höhenwanderung (ca. 15 km) durch das Berner Oberland führt von First auf 2.165 m Höhe auf die Schynige Platte (1.967 m). Gestartet wird mit einer Seilbahn und unterwegs sind vier Einkehrmöglichkeiten: Grindelwald, Faulhorn, Männdlenen und Schynige Platte. Überall gibt es Köstlichkeiten, die die Strapazen vergessen machen. Von der Schynige Platte geht es mit der Schynige Bahn wieder hinab ins Tal.

 

Tipp 4: Mit einer Gruppe wandern

Eine weitere Möglichkeit, die mehr Sicherheit für Senioren auf Schusters Rappen bedeutet, ist die Wanderung in einer Gruppe. Wandervögel, die bislang allein oder zu zweit unterwegs waren, mögen sich mit diesem Gedanken nicht anfreunden. Doch die Vorteile sprechen für sich: Bei einem Sturz ist sofort Hilfe da. Ausserdem findet sich ein Team von Wanderern in unwegsamen Gebieten gemeinsam besser zurecht. Die Orientierung fällt leichter.


In einer Gruppe zu wandern bedeutet nicht, Schulter an Schulter zu laufen. Ein wenig Abstand darf es schon sein.

 

Tipp 5: Notfallpaket im Rucksack mitführen

Natürlich wissen eingefleischte Wanderer, dass bei ihrer Tour durch die Berge immer ein kleines Notfallpaket dabei sein muss. Im Erste-Hilfe-Set für Wanderer sind mindestens diese Utensilien:

  • Verbandspäckchen
  • Pflaster
  • Blasenpflaster
  • Dreieckstuch
  • Tape
  • Schere und Pinzette
  • Rettungsdecke

Senioren packen zusätzlich dazu ihre nötigen Medikamente ein. Ausserdem ist ein Handy mit eingestellte Alarmfunktion hilfreich, welches an die Einnahme der Medikamente erinnert.

 

Tipp 6: Angepasste Routenplanung

War es früher vielleicht der grösste Spass und eine willkommene Herausforderung, eine mehrtägige Wanderung ohne Kontakt zur Zivilisation in den Bergen zu unternehmen, so sollten Wanderer im fortgeschrittenen Alter ein wenig Bedacht bei der Routenplanung an den Tag legen. Sinnvoll ist es, wenn es mehrere Ausstiegsmöglichkeiten aus einer geplanten Wanderung gibt. Je nach Fitness und Länge der Wanderung sind 2 bis 4 mögliche Ausstiegsalternative zur Abkürzung der Tour empfehlenswert. Generell sollten Senioren sich bei der Vorbereitung nicht auf den Zufall verlassen, sondern die Route ganz genau planen. Bergwandern ist herausfordernd und es wird mit wachsendem Alter nicht einfacher. Natürlich haben Wanderer im Seniorenalter viel Erfahrung, doch die Routine birgt auch die Gefahr, wichtige Einzelheiten zu vergessen. Deshalb kommt hier noch einmal eine Checkliste rund um die Routenplanung:

  • Datum festlegen und jemanden über die geplante Wanderung informieren. Diese Person kann im Falle, dass der Wanderer nicht wie geplant zurückkommt, die Bergrettung alarmieren.
  • Distanz, Höhenunterschied und Höhenmeter (Aufstieg und Abstiege) ermitteln.
  • Startpunkt, Zwischenstationen und Endpunkt eruieren und auf der Karte einzeichnen bzw. auf der GPS-Karte markieren.
  • Zusätzliche Informationen zur Route einholen und Witterungsbedingungen im Auge behalten. Bei schlechtem Wetter gegebenenfalls den Termin verschieben und die Kontaktpersonen informieren.
  • Pausen einplanen
  • Rücktransport/Rückweg organisieren

Wichtig: Auf keiner Wanderung in den Bergen darf ein aufgeladenes Handy mit einem Ersatzakku fehlen. Im Smartphone sollten die wichtigsten Notfallnummern wie von der Bergrettung und von der Kontaktperson gespeichert sein.

 

Tipp 7: Nicht überfordern!

Die geplante Wanderung muss zur eigenen Konstitution und Kondition passen. Wer sich überfordert, erhöht unnötigerweise das Unfallrisiko und sorgt dafür, dass die Wanderung eine Strapaze statt eines Genusses wird. Bergwanderwege in der Schweiz sind in der Regel rot-weiss markiert. Auf diesen Pfaden braucht es Trittsicherheit, denn die Wege sind zum Teil sehr steil und äusserst schmal. Ausserdem sind sie Wind und Wetter ausgesetzt, was die Gefahr des Stolperns und Ausrutschens erhöht. Alle Wanderer, nicht nur Senioren, müssen eine realistische Einschätzung ihrer Fähigkeiten und der technischen Fertigkeiten auf Bergwanderwegen vornehmen, wenn sie sicher ankommen wollen. Besonders schwierige Touren mit anspruchsvollen Wegen und unwegsamen Strecken sollten Wanderer niemals allein gehen. Wenn hier etwas geschieht, kann jede Rettung zu spät kommen.

 

Tipp 8: Alternativen vorbereiten

Nicht zuletzt sollten Senioren ein Alternativprogramm vorbereiten. Was tun, wenn man sich am Tag der Wanderung nicht wohlfühlt? Eine schlechte Idee wäre es, die Warnsignale des Körpers zu ignorieren und sich aus falschem Ehrgeiz trotzdem auf den Weg zu machen. Besser ist es, sich ein Alternativprogramm zu überlegen und stattdessen einen ruhigen Tag im Tal zu verbringen. Ausgeruht und fit steht der nächsten Wandertour dann nichts mehr im Wege.

 

Bilder: 
pixabay.com © fxxu (CC0 Creative Commons)
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