Wandern ist ein effektives Sporttraining für den Körper und gut für die Seele, belegen Studien
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Wandern ist ein effektives Sporttraining

Wandern ist ein effektives Sporttraining für den Körper und gut für die Seele, belegen Studien

Wandern im Sihlwald oder auf dem Uetliberg, auf der Albispasshöhe oder am wunderschönen Caumasee und Crestasee vorbei – in der Schweiz haben wir mit all den schönen Orten, an denen wir wandern können, wirklich Glück. Doch Wandern ist nicht nur etwas Schönes, sondern auch sehr gesund. Wie gesund es wirklich ist und warum es als eigenständige Sportart gilt, haben jetzt einige Studien aufgedeckt. Wandern hält uns nämlich fitter, als es einige andere Fitnessmethoden können.

 

Grüne Umgebungen dämpfen Müdigkeit und reduzieren Stress

Die Natur lässt etwas in uns wach werden und sogar lange und anstrengende Wanderungen können ein Gefühl von Entspannung herbeiführen. Martin Niedermeier der Universität Innsbruck, der den Effekt von Wandern in einer Studie untersuchte, sagt, dass die Natur, und insbesondere eine grüne Umgebung, Müdigkeit dämpfen und Stress reduzieren kann. Die Natur fasziniere uns, weswegen wir Müdigkeit und Stress weniger verspüren.

Ein weiterer Pluspunkt des Wandersports ist die Kombination aus niedriger Verletzungsgefahr und hohem Fitnessgrad, welcher durch das Wandern erreicht werden kann. Viele Sportler integrieren Wandern in ihren Trainingsablauf. Das amerikanische Unternehmen QT2 Systems, das Athleten auf den Ironman-Triathlon vorbereitet und schon mehrere Sieger hervorgebracht hat, integriert Tageswanderungen daher gerne in den Trainingsplan. Wanderungen sind also ein fester Bestandteil des Trainings für Top-Athleten. Darüber hinaus preist auch die Zeitschrift Fit For Fun das Wandern als erstaunlich effektives Workout an.

 

Nach einer Wanderung ging die Karriere von Novak Djokovic wieder aufwärts

Aber auch geistig kann Wandern zu einem effektiven Training beitragen. Viele der Dinge, die bei einem Training für einen Wettkampf beachtet werden müssen, wie diese, die hier von Velothon beschrieben wurden, fallen beim Wandern einfach weg. Einer der besten Tennisspieler der Welt, Novak Djokovic, schreibt sein Comeback im Tennis nach einer Verletzung vor allem einer Wanderung zu, die er mit seiner Frau nach den French Open unternommen hatte. Djokovic hatte in den Jahren 2015-16 alle vier Grand-Slam-Turniere hintereinander gewonnen und dann zwei Jahre lang, auch aufgrund einer Verletzung, keine grossen Titel mehr gewonnen. Doch in diesem Jahr ging alles wieder aufwärts und er gewann Wimbledon und anschliessend das US Open zum dritten Mal. Er hat dadurch so beeindruckt, dass er derzeit Ende November als wahrscheinlicher Sieger für Wimbledon 2019 gilt, wie aus den Betway-Quoten von 3,50 hervorgeht. Und zu verdanken hat er das alles einem «Ausflug in die Natur», welcher ihn mental heilte, erzählte er laut Blick.

 

 

Wandern während des Trainings auf den Ironman-Wettkampf

Jesse Kropelnicki, der die Ironman-Trainingsfirma QT2 Systems gegründet hat, sagt, dass viele Sportler sich so sehr auf ihre täglichen Schwimm-, Rad- und Laufübungen konzentrieren, dass sie nichts anderes mehr sehen und keine anderen Aktivitäten in ihr Training miteinbeziehen möchten. Es gäbe aber einige Trainingsmethoden, die sogar während der Wettkampfsaison effektiv sein könnten, sagt der Trainer. «Eine solche Trainingsmethode ist das Wandern.» Das hat nicht nur psychologische Vorteile, sondern bietet auch mentale Vorteile für den Körper.

Dass wir beim Wandern unsere Beine stark einsetzen und auch mal bergab laufen, ist nach den Aussagen von Kropelnicki grossartig für das Aufbauen von Stärke geeignet. Für Leistungssportler sind allerdings vor allem Tageswanderungen für das Training von Vorteil. Kropelnicki rät Sportlern, die Zeit, die ein langes Lauftraining auf dem Laufband einnehmen würde, mal 2,85 zu multiplizieren. Ein 2-stündiges Lauftraining würde dann einer Tageswanderung entsprechen. Dies gilt für Sportler, die das Wandern in ein intensives Trainingsprogramm einbinden möchten. Für nicht-Sportler können selbst kurze Wanderungen aber sehr effektiv sein.

 

Wandern effektiver als das Laufband

Eine Studie, die im Mai 2017 im Journal PLOS One veröffentlicht wurde, ergab, dass eine Bergwanderung effektiver als schnelles Gehen auf dem Laufband sein kann. Das Laufband war für die Studie so eingestellt worden, dass es die Aufwärtsstrecken eines Berges imitierte. So sollten die beiden Trainingsarten verglichen werden. Studienteilnehmer führten zwei Trainingseinheiten durch, die je drei Stunden dauerten. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Teilnehmer von der Wanderung stärker gefordert wurden, als auf dem Laufband. Trotzdem fühlten sich die Teilnehmer wohler und hatten Freude an der Wanderung. Auch fühlten sie sich im Anschluss weniger müde, berichteten sie. Ein intensiveres Training fühlt sich also beim Wandern leichter als auf dem Laufband an.

Es zeigte sich auch, dass Menschen durch das Wandern weniger Anzeichen von Depression zeigen. Wer also demnächst eine Wanderung plant, ob im Sihlwald oder auf dem Uetliberg, auf der Albispasshöhe oder am wunderschönen Caumasee und Crestasee vorbei, der tut nicht nur seinem Körper sondern auch seiner Seele etwas Gutes.

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