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Anforderung
T2
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Körperliche Anforderung
Mittel
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Dauer
01:30 h
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Distanz
5 km
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Aufstieg
79 m
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Abstieg
471 m
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Tiefster Punkt
1681 m
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Höchster Punkt
2084 m
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Beste Jahreszeit
Highlights
- Aussicht von der Alp Grüm
- Lagh da Palü
- Gletschergarten Cavaglia mit Lehrpfad
Hinweise
- Steiler Abstieg durch die Palü-Schlucht
- Gletscherschlucht Cavaglia geöffnet von Mai bis Oktober, Eintritt frei (um Spende wird gebeten)
- Lehrpfad «Giardino dei Ghiacciai» nicht verlassen
Ausgangspunkt der Wanderung ist die RhB-Station Alp Grüm auf 2091 Metern Höhe. Sie liegt an der Berninalinie von Pontresina nach Poschiavo und Tirano. Die Bahnstrecke der Rhätischen Bahn gehört zusammen mit der Albulalinie seit 2008 zum UNESCO-Welterbe. Bereits die Anfahrt zur Alp Grüm ist somit ein besonderes Erlebnis.
Von der Alp Grüm eröffnet sich gleich zu Beginn eine herrliche Aussicht auf den Piz Palü und den Palügletscher. Wo einst der Gletscher weit ins Tal hinabreichte, stürzt heute die Aqua da Palü in stiebenden Wasserfällen über die Felsen. Auch der Lagh da Palü ist bereits zu erkennen und am Ende der Aussichtsterrasse das Valposchiavo.
Wer möchte, kann hier im Albergo Ristorante Alp Grüm (+41 81 844 03 18) einkehren oder einen Abstecher hinauf zum Belvedere Alp Grüm (+41 76 774 65 00) unternehmen. Von beiden Orten bietet sich eine fantastische Aussicht, und an beiden kann auch übernachtet werden.
Von der Alp Grüm folgt man dem Wegweiser Richtung Cavaglia sowie der Route «Via Albula/Bernina Nr. 33» und den blau-weissen Schildern «Gletschergarten Cavaglia». Der Bergweg führt unterhalb des Albergo Ristorante Alp Grüm vorbei. Schon bald quert man vorsichtig die Bahngleise. Noch verläuft der Weg moderat bergab. Beim nächsten Wegweiser biegt man rechts ab und erreicht kurz darauf erneut die Bahngleise, die wiederum vorsichtig überquert werden.
Entlang des Wanderwegs informieren mehrere Tafeln über das Thema Ökostrom und dessen Produktion. Schon bald erreicht man das Wasserkraftwerk Palü. Die 1927 in Betrieb genommene Anlage ist das höchstgelegene Kraftwerk im oberen Puschlav. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich das Rifugio Restaurant Alpe Palü (+41 78 820 46 08). Die heute familiengeführte, gemütliche Berghütte war einst eine typische Alpwirtschaft, auf der Vieh gesömmert wurde. Heute werden hier hausgemachte Gerichte serviert, während man von der Terrasse aus ein überwältigendes Panorama geniesst. Wer möchte, kann zudem im gemütlichen Lager übernachten.
Wenige Schritte weiter Richtung Cavaglia lohnt sich ein Abstecher hinunter zum idyllischen, türkisblauen Lagh da Palü. Anschliessend führt der Weg auf einem schmalen Pfad steil hinab durch die felsige Asciai-da-Palü-Schlucht. Imposante und bizarre Felsformationen ragen in die Höhe. Auf der gegenüberliegenden Seite stürzen Wasserfälle talwärts, während im tief eingeschnittenen Bachbett der Aqua da Palü türkisfarbene Wasserbecken glitzern.
Auf der Talebene angekommen, säumen schöne Trockenmauern den Weg. Danach wandert man schnurstracks durch die weite Hochebene zum alten Weiler Cavaglia, einem ehemaligen Arbeiterdorf der Wasserkraftwerke. Rund 400 Meter weiter befinden sich der Bahnhof Cavaglia sowie das Stazione Cavaglia Albergo Ristorante (+41 81 834 61 55) mit seiner schönen Gartenwirtschaft.
Von dort folgt man den blau-weissen Wegweisern «Gletschergarten Cavaglia». Nach einem kurzen Abschnitt entlang des Strässchens und über die Brücke erreicht man den Eingang zum «Giardino dei Ghiacciai di Cavaglia», dem Gletschergarten von Cavaglia. Dieser ist von Mai bis Oktober geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos, es wird jedoch um eine Spende für den Unterhalt der Anlage gebeten. Zudem können Führungen gebucht werden.
Der Weg führt zunächst ein kurzes Stück steil bergauf zum Beginn des Rundwegs. Hier können 32 Gletschermühlen besichtigt werden, die vor rund 25’000 Jahren entstanden sind. Das faszinierende Naturwunder zieht einen sofort in den Bann. Zu sehen sind kleine und grosse Strudeltöpfe, teilweise mehr als zehn Meter tief und bis zu fünf Meter breit. Sie werden auch «Töpfe der Riesen» genannt. Freiwillige legten die Gletschermühlen ab den 1890er-Jahren frei; die letzte wurde im Jahr 2000 entdeckt und freigelegt.
Ein rascher Temperaturanstieg beendete vor etwa 11’000 Jahren die letzte Kaltzeit und liess die Gletscher schmelzen. Das abfliessende Schmelzwasser bahnte sich seinen Weg durch Risse und Spalten im Eis in die Tiefe. Mitgerissene Gesteinsbrocken wirkten dabei wie Bohrer. Durch ihre ständige Rotation schleiften sie zunächst spiralförmige Hohlräume im Eis aus und bearbeiteten anschliessend den darunterliegenden Felsen. Unter dem hohen Druck und der Kraft des Schmelzwassers entstanden über Jahrtausende hinweg kreisrunde Löcher im Gestein. So bildeten sich die Gletschermühlen – eindrucksvolle Zeugen der Eiszeit und eine einzigartige Naturschönheit.
Ein informativer Lehrpfad mit zahlreichen Tafeln führt durch den Gletschergarten. Unterwegs gelangt man zu einem Aussichtspunkt mit fantastischem Blick Richtung Berninapass und ins Puschlav. Zum Abschluss führt die Route über Treppen hinunter in den Schluchtweg. Zwischen hohen Felswänden zwängt sich die Aqua da Palü durch die enge Schlucht, sprudelt und wirbelt, bevor sie über kleine Wasserfälle in die Tiefe stürzt. Dabei lassen sich weitere bizarre Felsformationen und Gletschermühlen entdecken. Der spektakuläre Weg verläuft gut gesichert entlang des Abgrunds.
Beim Wegpunkt Puntalta wandert man schliesslich zurück zum Bahnhof Cavaglia.
Tipp: Wer die Wanderung verlängern möchte, startet bereits bei der RhB-Station Ospizio Bernina. Die Route führt zunächst entlang des Lago Bianco und anschliessend hinauf zum Aussichtspunkt Sassal Mason. Von dort geht es hinunter zur Alp Grüm: Ospizio Bernina – Sassal Mason – Alp Grüm

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