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Anforderung
T2
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Körperliche Anforderung
Mittel
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Dauer
03:40 h
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Distanz
14.7 km
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Aufstieg
221 m
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Abstieg
536 m
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Tiefster Punkt
449 m
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Höchster Punkt
791 m
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Beste Jahreszeit
Highlights
- Spektakuläre Orbe-Schlucht
- Wasserfall Saut du Day
- Gletschertöpfe «Marmites»
Hinweis
- Abstieg in die Schlucht kann rutschig sein!
- Vorsicht beim Herumgehen bei den Gletschertöpfen: das Gestein ist rutschig und zerklüftet!
Ausgangspunkt der Wanderung ist der Bahnhof Le Day in der Nähe von Vallorbe im Kanton Waadt. Vom Bahnhof folgt man dem Wegweiser in Richtung Les Clées und Orbe. Auf dem Feldweg geht es zum nächsten Wegweiser, wo man nach links abbiegt, weiter in Richtung Les Clées und Orbe. Die Route führt hinab zum Stausee Lac du Day und über die Staumauer. Nun folgt man bis zum Städtchen Orbe immer den Wegweisern der Route ViaFrancigena Nr. 70. Jetzt geht es hinab in die Schlucht. Zwei Stellen sind mit Seilen gesichert. Der Weg ist aber mit Treppen gut ausgebaut. Bei Nässe droht allerdings Rutschgefahr.
Schon ist man mittendrin im Märchenwald mit riesigen Steinbrocken, mit Moos bewachsenen Steinen und Bäumen, in einer zauberhaften, stillen, grünen Welt. Die eindrückliche Orbe-Schlucht (Gorges de l’Orbe) ist von der letzten Eiszeit geprägt. Nach dem Rückzug des Gletschers hat sich der Fluss Orbe tief in die Landschaft eingegraben. Spuren des einstigen Gletschers sieht man in der Orbe-Schlucht etwa in den aufragenden, glattgeschliffenen Felswänden und in den Gletschertöpfen, den Marmites bei Les Clées. In Vallorbe hat der Orbe eine faszinierende Höhle gebildet, die Grottes de Vallorbe.
Nach rund 30 Minuten von Le Day erreicht man den Wasserfall Saut du Day, der über mehrere Stufen tosend in ein Becken hinabstürzt. Hier kann gebadet werden. Ein grosser Kieselstrand mit schattigen Plätzen lädt zum Verweilen ein. 1890 wurde hier ein Kraftwerk in Betrieb genommen. Der erzeugte Strom wurde in ein Chemiewerk oberhalb des Wasserfalls geliefert, um daraus Kaliumchlorat für Sprengstoffe und Streichholzköpfe herzustellen. 1972 wurde das Wasserkraftwerk gesprengt. Überreste davon sind noch sichtbar. Vorallem der Tunnel der unter dem Wasserfall hindurch führt und immer noch begehbar ist.
Auf schmalen Pfaden wandert man durch den Wald. Schon bald an einem langgezogen Wasserkanal, der Rue des Pêcheurs, der Fischerstrasse, entlang. Links vom Kanal dann eine eindrückliche, glatt geschliffene, hoch aufragende Felswand. Bei der Fischerhütte führt die Route über die Brücke auf die andere Uferseite der Orbe. Nun wandert man durch das geschützte Waldreservat Gorges de l’Orbe. Auf die Abholzung wird verzichtet und damit eine reiche Artenvielfalt für Flora und Fauna gefördert. Der Wanderweg führt kurz etwas weg von der Orbe. Auch hier eindrückliche, aufragende Felswände und Moosteppiche, Farne, zahlreiche Baumarten, feucht, wild und üppig, ein Urwald.
Dann führt der Weg wieder zur Orbe, über eine Mauer, direkt an der Felswand entlang. Die Route ist nun auch ein Themenweg mit Infotafeln zur Flora (nur in Französisch). Ein schöner Picknickplatz mit Tisch und Bänken direkt am Fluss lädt wieder zur Pause ein. Von dort führt die Route etwas hinauf. Zunächst auf einem breiten Weg, der aber schmaler wird. Unten ist das Rauschen des Flusses zu hören und ab und zu erhascht man einen Blick hinab in die tiefe, spektakuläre Schlucht mit seinem wunderschönen Auenwald. Es folgt ein spannender Wegabschnitt durch zahlreiche Tunnels, die durch Felsen gehauen wurden. Der schmale Pfad mündet in einen breiten Forstweg, dem man hinab bis zur Brücke bei Les Clées folgt. Ein kleines Holzschild «Marmites» weist rechts vor der Brücke zu den Gletschertöpfen. In wenigen Minuten hinab sind diese erreicht.
Die Gletschertöpfe entstanden während der letzten Eiszeit. Über Jahrtausende haben ständig drehende Steine im Wasser runde, tiefe Löcher gebildet und eine tief zerklüftete, mit Moos bewachsene Steinlandschaft hinterlassen. Eine sehr eindrückliche Szenerie. Ein Naturwunder das Staunen lässt und ein geologisches Naturdenkmal. Beim Herumgehen sollte man sehr vorsichtig sein, das Gestein ist rutschig und löchrig.
Die Route führt wieder zurück zur Brücke bei Les Clées und über diese. Dann geradeaus die Strasse hinauf. Den Wegweisern Richtung Orbe folgend erreicht man das Restaurant de La Croix Blanche (+41 24 565 98 80, Öffnungszeiten beachten).
Les Clées war im Mittelalter ein bedeutender und wohlhabender Ort. Einst gab es nur eine Brücke in Les Clées, und diese war der einzige Übergang über die Orbe-Schlucht. Weshalb reger Personen- und Warenverkehr zwischen Frankreich und Italien das Städtchen Les Clées durchquerte. Dies bescherte dem Ort gute Zolleinahmen. Ein Überbleibsel aus dieser wohlhabender Zeit ist das Château des Clées, das sich oberhalb des Restaurants befindet. Heute ist dieses in Privatbesitz. Der Park ist öffentlich zugänglich.
Von Les Clées geht es kurz auf der Teerstrasse weiter, welcher beim kleinen Friedhof, links hinauf in den Wanderweg mündet. Auf einer langen Passage ist nun nichts mehr von der Orbe zu sehen. Die Wanderung bleibt aber nach wie vor spannend. Durch offenes Gelände, an einigen Quellen vorbei, dann führt der breite Wanderweg nach einer längeren Passage wieder in den Wald hinein. Nun wieder auf einem schmalen Pfad, über eine Holzbrücke, wo sich auch eine grosse Quelle befindet, erreicht man schon bald den nächsten Wegweiser. Hier könnte man nach rechts auf den bergabführenden Weg einbiegen und über die Brücke, die Orbe überqueren, um auf einem T2-Bergweg zum Städtchen Orbe zu gelangen. Diese Route erfordert allerdings Schwindelfreit und Trittsicherheit.
Die Route Nr. 70 führt geradeaus auf einem Höhenweg durch die Orbe-Schlucht weiter. An eindrücklichen Felswänden vorbei, erreicht man eine schlecht signalisierte Weggablung, wo man den rechten weiter führenden Weg nimmt. Dieser führt zum Wegweiser Grotte de Montcherand. Wenige Schritte weiter biegt die Route scharf nach rechts hinab und an grossen Wasserrohren entlang hinab zum Elektrizitätswerk. Dieses muss umrundet werden, dann folgt man der Strasse in Serpentinen hinab zur Brücke, die die Orbe überspannt. Auf der anderen Flussseite könnte man nach rechts abbiegen, um nochmals einen Abstecher in die imposante Orbeschlucht zu machen. Dieser Abstecher ist allerdings nur für schwindelfreie und trittsichere mit gutem Schuhwerk.
Nachdem man nach der Brücke beim Wegweiser nach links abgebogen ist, erreicht man kurz daraus den nächsten Wegweiser, wo man nach links über die nächste Brücke geht. Der Weg führt hinauf zu einer weiteren Weggablung. Hier hält man sich links. Kurz darauf biegt man erneut nach links ab und erreicht ein Wasserkraftwerk. Auf dem Teerweg weiter, dann auf dem Kiesweg folgt man der Orbe, die hier einen grossen Bogen macht, an den Fussballfeldern vorbei bis zur Brücke, welche man überquert. Nun gehts steil hinauf zum Städtchen Orbe und zum Bahnhof. Ein Abstecher in die schöne mittelalterliche Altstadt von Orbe lohnt sich einzulegen. Einige Restaurants laden dort zum Abschluss der Wanderung ein.
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