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Anforderung
T2
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Körperliche Anforderung
Hoch
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Dauer
07:00 h
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Distanz
24.4 km
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Aufstieg
983 m
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Abstieg
983 m
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Tiefster Punkt
1815 m
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Höchster Punkt
2647 m
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Beste Jahreszeit
Highlights
- Idyllisches Hochtal Val Bever
- Beverin, einer der letzten freifliessenden, wilden Gewässer des Engadins
- Gemütliche Jenatschhütte
- Beizli bei der Alp Suvretta während der Alpzeit
Ausgangspunkt der Wanderung ist die RhB-Station Spinas (Achtung: Zughaltestelle «Halt auf Verlangen») im Val Bever am Ostportal des Albula-Bahntunnels. Erreichbar ist Spinas mit der Rhätischen Bahn, entweder von Chur via Thusis auf der berühmten und eindrücklichen Albula-Bahnlinie, die seit 2008 zum UNESCO-Welterbe gehört, oder vom Oberengadin, zum Beispiel von St. Moritz.
Vom Bahnhof geht es in wenigen Schritten zum Gasthaus Spinas (+41 81 851 19 20), das mit grosser Sonnenterrasse aufwartet. Hier kann man auch übernachten. Man orientiert sich für den Start der Wanderung am Wegweiser der Route zur Chamanna Jenatsch. Es geht über die Brücke, wo man einen ersten Blick zum Fluss Beverin hat und weiter auf dem breiten gekiesten Alpsträsschen durch lichten Wald. Schon bald erreicht man eine Weggablung, wo man nach links auf den schmalen Wanderweg einbiegt. Er führt durch duftende Arven- und Lärchenwälder, und zwischen saftigen, blumenreichen Alpwiesen wandert man schon bald am wilden Beverin entlang.
Als erster Fluss der Schweiz wurde der Beverin 2021 vom WWF mit dem Label «Gewässerperle PLUS» ausgezeichnet. Er gehört zu den letzten weitgehend freifliessenden Wildbächen im Engadin, ohne menschliche Korrektureingriffe. Vom Quellgebiet, in der Nähe der Jenatschhütte beim Piz d’Err und Piz d’Agnel, bis hinab, kurz vor dem Dorf Bever, wo der Beverin in den Inn fliesst, ist sein 13,5 Kilometer lange Lauf noch weitgehend wild und unbeeinträchtigt. Ein Naturjuwel! Auenlandschaften und Flachmoore bieten Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten. Im oberen alpinen Bereich leben beispielsweise Bachforellen oder geschützte Steinfliegen. Im revitalisierten Mündungsbereich zum Inn können Flussuferläufer, Biber und Fischotter beobachtet werden. Ein Auengebiet von nationaler Bedeutung.
Dann verlässt man das Flussufer und wandert zum Alpsträsschen, welches moderat bergauf führt. Schon bald führt der Weg aber wieder zum Beverin. Malerisch sprudelt der Gebirgsbach um Steinblöcke und Auen mit kleinen von Bäumen bewachsenen Inseln, azurblau und wild das Wasser. Sanft ansteigend, rechts und links des Weges stehen knorrige Bäume und vereinzelte Felsblöcke, die wie Skulpturen wirken, erreicht man eine schöne Hochebene. Der Wald lichtet sich, erreicht allmählich die Waldgrenze, und man wandert schattenlos an Alpweiden vorbei, durch das idyllische Hochtal Val Bever. Beim Wegweiser Alp Suvretta lohnt sich der Abstecher hinauf zur Alp. Während der Alpzeit gibt es dort ein Alpbeizli mit Getränken und einfachen Gerichten.
Die Wanderroute zur Chamanna Jenatsch führt über die Holzbrücke an die andere Uferseite, dann bergauf zu einer Weggablung. Hier biegt man nach links ab. Alternativ kann man auch auf dem nach rechts bergaufführenden Alpsträsschen weiter gehen. Diese Route ist etwas länger. Beide Wege führen später wieder zusammen.
Der nach links abzweigende Wanderweg führt schon bald oberhalb einer kleinen, aber imposanten Schlucht entlang. Schwindelerregend der Blick hinab. Der Wanderweg ist breit und gut ausgebaut, kann aber je nach Wettereinflüssen etwas erodiert und abschüssig sein. Nach dieser Passage geht es weiter durch die Wiese, ein kleines Moorgebiet, und trifft wieder auf das Alpsträsschen, welchem man bis zur Alp Tegia d’Val folgt. Von dort geht es auf dem schmalen Bergweg weiter durch blumenreiche Alpwiesen. Aufpassen: Auf dem Wanderweg gibt es zahlreiche tiefe Löcher – Murmeltierhöhlen. Aussergewöhlich viele Murmelis können auf dem weiteren Wegabschnitt beobachtet werden. Manche sind sogar wenig menschenscheu und können aus nächster Nähe betrachetet werden.
Weiter, noch moderat durch das Gebirgstal aufsteigend, einige Bergbäche querend und mit Blick auf den mäandrienden Beverin, geht es Richtung Talabschluss. Vor sich sieht man den markanten 3151 Meter hohen Piz Traunter Ovas mit spitzem Gipfel. Gegen Ende des Talkessels steigt der Bergweg steil an. Die letzten rund 250 Höhenmeter sind zu bewältigen. Schliesslich sieht man die Fahne der Hütte vor sich. Noch sind aber paar Höhenkurven hinter sich zu bringen. Dann ist die Jenatschhütte (+41 81 833 29 29) erreicht. Mit 2652 m.ü.M. ist sie die höchstgelegene SAC-Hütte im Kanton Graubünden. Die gemütliche Hütte bietet nebst Mehrbettzimmern auch zwei Doppelzimmer an. Auch eine Sauna gibt es. Auf der schönen Terrasse geniesst man eine herrliche Aussicht auf den Talkessel, umgeben von mächtigen Dreitausendern, unter anderen dem Namensgeber der Hütte, dem 3251 Meter hohen Piz Jenatsch.
Der Rückweg von der Chamanna Jenatsch nach Spinas erfolgt auf dem gleichen Weg wie dem Hinweg.
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