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Historische Hotels, Historisches, Sommerserie 2018

Romantik Hotel Villa Carona, Carona

Hoch über dem Lago di Lugano im Tessin gibt es sie: die Wohlfühlinsel. Die Villa Carona ist ein wertvolles Kleinod. Hier lässt es sich wunderbar im Dolce Vita nach interessanten und vielseitigen Wanderungen erholen. Und man darf sich auf historische Spuren begeben. 

 

Wanderbeschrieb

Paradiesisch ist es zwischen Glyzinien, Sternmagnolien, Rosen, Kamelien, Flieder, Hortensien – es blüht wohl immer etwas im Tessiner Klima. Hier ein Tischchen, dort eine bequeme, beschattete Sonnenliege. Eine sanfte Brise weht. Das leichte Rascheln der zitternden Fächerpalme verflüchtigt. Ein Gläschen kühler Prosecco. Ein warmes und sanftes Licht umgibt einen. Aussichten tun sich auf. Dolce Vita im mediterranen Klima macht sich breit. Hier, im lauschigen Garten der Villa Carona (+41 91 649 70 55), hoch über dem Luganersee, findet wohl jeder sein Lieblingsörtchen. 


In einem mediterranen Paradies – ein idealer Rückzugsort für Ruhesuchende und Geniesser

 

Romantisch, beseelt, historisch

Die Villa Carona strahlt Idylle und Gemütlichkeit aus. Die familiäre Atmosphäre garantiert viel Erholung und Entspannung. Das Dreisterne-Hotel liegt am südlichen Dorfrand eines bedeutenden Künstlerdorfes. Einige historisch wertvolle Häuser zieren das beschauliche Dorf Carona. Es beherbergte schon früh bedeutende Künstlerfamilien, darunter bekannte Caroneser Namen wie Scala, Petrini, Solari und Casella, die zum Beispiel den Kreml, den Mailänder Dom und weitere weltberühmte Kunstdenkmäler entscheidend mitgeprägt haben. Aber auch spätere Grössen wie Hermann Hesse, die Familie Wenger, Meret Oppenheim, Lisa Tetzner, Bertold Brecht uvm. hinterliessen in Carona ihre Spuren. Carona wird auch das «Dorf der Künstler» genannt. 


Ein grosser Garten mit vielen lauschigen Plätzen. Blick auf den Monte Generoso

 


Sobald die Sonne scheint, geniesst man das Frühstück gerne im Garten

 

Historischer Glanz und Behaglichkeit

Die 18 Gästezimmer zeigen ihren historischen Glanz auch dank freigelegter Deckenfresken, Stuckaturen und durch eine geschickte Kombination von antiken Möbeln und modernem Komfort. Die Zweisamkeit kommt nicht zu kurz, denn in keinem der Gästezimmer wird man von einem allerwelts Fernsehsender gestört – man sucht den Fernseher im Zimmer vergeblich. Lieber hört man dem Zirpen der Heuschrecken im nahen Wald und dem leisen Plätschern des Brunnens im Garten vor der Villa zu oder liest ein Buch von den grossen Geistern, die Carona beseelt haben, wie Thomas Mann, Bertold Brecht, Hermann Hesse uvm. 

 

 

Wie geschichtsträchtig dieses typische Tessiner Patrizierhaus ist, zeigt sich auch in all den Details, für die man sich Zeit nehmen muss. Einige Entdeckungen warten auf; wie liebevoll arrangierte Bilder, die passend ausgesuchten Möbel als Zeitzeugen der Epochen, die originalen Decken- und Wandmalereien oder der alte Eiswagen, der auch Passanten dazu anregt, sich ein Gelato zu gönnen. Man staunt und geniesst in diesem über 200 Jahre alten historischen Patrizierhaus. 

 

 

 

Tafeln in urgemütlichen Räumen oder unter Weintrauben

Im hauseigenen Restaurant werden typische Tessiner Spezialitäten mit viel Sorgfalt, Frische und von höchster Qualität serviert. Leichte Köstlichkeiten und auch herrliche Fleischspezialitäten werden gekonnt und liebevoll den Hotel- und zahlreichen externen Gästen à la carte zubereitet.

Das Innere des Lokals wirkt sehr heimelig. Ein typischer Tessiner Kamin, die Holzdecke, Kerzenlicht, hier ein Kissen, dort ein Licht, all dies strahlt gepflegte Wärme und ungezwungene Gemütlichkeit aus. Ein gelungener Speiseraum, fast wie ein Tessiner Grotto.

Der idyllische Garten steht für das Mittag- oder Abendessen ebenso zur Verfügung. Wie herrlich, wenn man seinen Apéro draussen einnimmt und dann auf eine der zwei Terrassen wechselt, die auf verschiedenen Ebenen liegen. Auf der Sonnenterrasse bekommen die Gäste den faszinierenden Bergblick zum Essen dazu. Herrlich auch, unter der Pergola zu tafeln. «La Sosta» (= Rast) – ein Restaurant, das inmitten eines romantischen Gartens liegt, kann nur so heissen.

 

Mit viel Herzblut und Sachverstand

Einst, etwa 1781, wurde das typische Tessiner Patrizierhaus von der reichen Unternehmerfamilie Andreoli aus Mailand als Sommerresidenz erbaut und diente fast 100 Jahre lang für die Familie als Rückzugsort vor der grossen Hitze in Mailand. Um 1850 wurde das Haus durch eine Heirat in die Scala-Dynastie zweigeteilt, und dabei wurde der grosse Garten neugestaltet, wie er auch heute noch besteht. Der letzte Bewohner der Scala-Familie war als Eisenbahningenieur in der ganzen Welt unterwegs und verbrachte Zeit in Carona, wenn er nicht im Ausland war. Nach seinem Tod blieb die Villa einige Jahre unbewohnt, bis 1951 ein erster Hotelbetrieb eingerichtet wurde. Weitere Umbauten wurden 1969 und 1995 vorgenommen und dabei historische Räume weitgehend unangetastet gelassen, der Garten weiterhin gepflegt.

Im Jahr 2005 wurde die Liegenschaft von Cornelia und Jörg Deubner-Marty übernommen. Die Eigentümerfamilie legt viel Wert auf den Erhalt der historischen Substanz und deren Feinheiten. So erneuerte sie die Villa mit viel Herzblut und Sachverstand. Zahlreiche historische Böden wurden freigelegt, illusionistische Malereien an Decken und Wänden, Fresken wieder sichtbar gemacht, im Aufenthaltsraum wurden der schachbrettartige rot-schwarze Plattenboden und die Blumenmotive an der Decke sorgfältig freigelegt und restauriert. 

Die Villa hat persönlichen Charakter und ihren eigenen Stil. Sie ist ein Kleinod. Sie wird mit viel Leidenschaft und Verbundenheit geführt. Das Haus strahlt eine Art «innere Ruhe» aus und ist urgemütlich. Ein idealer Rückzugsort zum Wohlfühlen. 

 

Jeder Weg hat seine Vorzüge 

Warum sich nicht auch auf spannende und ebenso erquickliche und bildende Wege begeben? Die Villa Carona ist ein idealer Ausgangspunkt für verschiedene Wanderungen. Welche Richtung man auch wählt, die Wege haben alle ihren Charme, auf dem Weg Naturschönheiten und tolle Aussichten. Auch nebst Geschichte und Kunst gibt es viel zu entdecken. Unzählige Wege führen über die Ceresio-Halbinsel. Wanderungen auf dem Collina d’Oro, in der Talmulde zwischen dem San Salvatore und Arbostora, rund um Carona, durch die Kastanienwälder, auf die Alpe Vicania, nach Morcote und auch an einigen bedeutenden Orten vorbei, an denen Hesse weilte. Einige Plätze, wie beispielsweise die Chiesa Santa Marta, wo Hesse seiner zukünftigen Frau schrieb, liegen nur wenige hundert Meter entfernt.

Der Weg der 6 Kirchen von Carona lockt. Denn die berühmten Maler, Stuckateure und Meister der Steinmetzkunst des Dorfes widmeten sich während der Winterzeit der Ausschmückung ihrer Kirchen und Wohnhäuser. Das Künstlerdorf darf nicht unentdeckt bleiben. Hier stehen auch, der von Hesse beschriebene, Torbogen unter dem Kirchturm von San Giorgio und das von ihm so genannte «Papageienhaus» mit seinem «blauen Stern» der Familie Wenger. Auch die Casa Pantrovà von Lisa Tetzner und Kurt Kläber ist hier zu finden.

 

 

Parco San Grato und eine der schönsten Badeorte Europas

Wie wäre es denn, nach einer interessanten Wanderung seine Eindrücke im Hot Pot mit Aussicht und einem Fläschchen Tessiner Weisswein in der Villa Carona abzuschliessen?

Wer lieber schwimmen möchte, kann dies im Naturschwimmbecken von Carona, nur ein paar Gehminuten entfernt, umgeben von Natur und Grün.

Noch mehr Blütenpracht findet man im nahe gelegenen Parco San Grato. Ein wertvoller Botanischer Garten mit paradiesischem Charakter und einer einmaligen Artenvielfalt. Ein umfangreicher Bestand von Azaleen, Rhododendren, Nadelbäumen und eindrucksvolle Aussichten mit lauschigen Ecken verführen zum Verweilen.  

Vielleicht versteht man gerade hier diesen Satz von Hermann Hesse (aus «Klingsors letzter Sommer»): «Der Nachmittag ging hin wie im Paradies».

 

 

Romantik Hotel Villa Carona
Piazza Noseed
6914 Carona-Lugano (TI)
  +41 91 649 70 55
  www.villacarona.ch
  

 

Wandervorschläge
  Lugano-Paradiso – San Salvatore – Carona
  Carona – Alpe Vicania – Vico Morcote – Morcote

 

 

Bilder: Romantik Hotel Villa Carona
Text: Claudia Ruf (WegWandern.ch)

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